Biathlon Weltcup Antholz: Roman Rees verteidigt Rang vier in der Verfolgung - xc-ski.de Langlauf

Biathlon Weltcup Antholz: Roman Rees verteidigt Rang vier in der Verfolgung

Roman Rees (GER) © Manzoni/NordicFocus

Startzielsieg von Johannes Thingnes Boe in der Verfolgung beim Biathlon Weltcup in Antholz. Er lässt seinen Gegnern keine Chance, hat mit seinem Leistungsvermögen in der Loipe und am Schießstand alles im Griff und lässt sich bereits auf der Schlussrunde vom begeisterten Publikum feiern. Sturla Holm Lagreid wird Zweiter vor Martin Ponsiluoma und Roman Rees behauptet den vierten Rang. 

Johannes Thingnes Boe scheint unschlagbar

Johannes Thingnes Boe (NOR) © Manzoni/NordicFocus

Johannes Thingnes Boe tritt in dieser Saison mit einer schon fast erschreckenden Konstanz auf. Mit Ausnahme eines zwölften Rangs im Eröffnungseinzel von Kontiolahti stand er bei jedem Rennen auf dem Podium, meist als Sieger, nur zwei Bronzeränge stehen in den Büchern. Nach dem Sprint gewinnt er auch die Verfolgung in Antholz, führt mit großem Vorsprung in der Gesamtweltcupwertung und liegt auch in jeder Disziplinwertung vorne. Er scheint sich nur selbst schlagen zu können. Sein Teamkollege Sturla Holm Laegreid platzierte sich nach zwanzig Treffern auf dem Silberrang vor dem Schweden Martin Ponsiluoma, der nach den beiden Liegendanschlägen jeweils 150 Extrameter zu laufen hatte.    

Vorsprung ausgebaut

Johannes Thingnes Boe (NOR) © Manzoni/NordicFocus

Mit 31 Sek. Vorsprung aus dem Sprint ging Johannes Thingnes Boe in die Verfolgung. Der norwegische Seriensieger hielt das Tempo schon auf der ersten Runde sehr hoch, baute seinen Vorsprung auf die Verfolger aus und war lange nach fünf sauberen Treffern vom Schießstand weg, bevor Martin Ponsiluoma als Nächster dort ankam. Der Schwede musste in die Strafrunde nachdem der letzte Schuss das Ziel verfehlte und Sturla Holm Laegreid übernahm nach fünf Treffern mit 52,4 Sek. Rückstand auf Johannes Thingnes Boe die zweite Position. Martin Ponsiluoma und Vetle Sjaastad Christiansen folgten mit über einer Minute Rückstand auf den Rängen dahinter, während der beste Deutsche aus dem Sprint, Roman Rees, nach einer Strafrunde dicht hinter Simon Eder als Sechster die zweite Runde in Angriff nahm. Benedikt Doll hatte durch die Null vier Plätze nach vorne gut gemacht und lag bei Schießstandausgang an Position acht.

Führung zu keiner Zeit in Gefahr

Johannes Thingnes Boe (NOR) © Manzoni/NordicFocus

Ruhig und besonnen räumte Johannes Thingnes Boe auch im zweiten Anschlag alle fünf Scheiben in einem sauberen Rhythmus ab und seine Verfolger hatten große Mühe, den Abstand zu ihm nicht noch größer werden zu lassen. Sturla Holm Laegreid hielt sich im zweiten Anschlag ebenfalls schadlos und blieb nächster Verfolger von Johannes Thingnes Boe, und Martin Ponsiluoma hielt sich auch nach einer Strafrunde weiterhin an dritter Position. Mit etwas Abstand hatte sich Niklas Hartweg nach zwei fehlerfreien Schießen im Liegen auf Rang vier nach vorne gearbeitet, gefolgt von Vetle Sjaastad Christiansen und erfreulich, dass Roman Rees und Benedikt Doll sicher abräumten und auf Rang fünf und sechs aus dem Schießstand kamen. Johannes Thingnes Boe hatte zwischenzeitlich durch jeweils schnellste Laufzeit seinen Vorsprung auf über eine Minute ausgebaut, leistete sich im ersten Stehendanschlag zwar einen Fehler, war aber schon zurück in der Loipe, bevor Sturla Holm Laegreid zum Schießstand einbog. Nach fünf schnellen Treffern machte er zwar Zeit auf J. T. Boe gut, der war aber längst enteilt. Roman Rees hielt sich durch eine ruhige Hand schadlos, eroberte die vierte Position zurück, aber dicht hinter ihm lauerte mit Johannes Dale der nächste Norweger, gefolgt von Niklas Hartweg. Benedikt Doll kassierte eine Extrarunde und war auf Position acht gerutscht und Roman Rees musste im Verlauf der Runde Johannes Dale vorbeiziehen lassen.

Sturla Holm Laegreid bringt die vierte Null

Sturla Holm Laegreid (NOR) © Manzoni/NordicFocus

Mit komfortablen Vorsprung kam J. T. Boe zum letzten Schießen. Dass er einmal in die Strafrunde musste, kümmerte ihn nicht, ganz im Gegenteil: Er ließ sich von den 15.000 begeisterten Fans im Stadion auf den 150 Extrametern förmlich feiern und genoss es sichtlich, länger im Stadion unterwegs zu sein. Sturla Holm Lagreid absolvierte auch das vierte Schießen fehlerfrei und behauptete den zweiten Rang. Der Schwede Martin Ponsilouma hielt sich im letzten Anschlag ebenfalls schadlos und blieb an Position drei. Roman Rees traf seine fünf Scheiben, zog damit wieder an Johannes Dale vorbei und lief als Vierter auf die Schlussrunde. Johannes Dale folgte auf der fünften Position ca. 15 Sek. hinter Roman Rees. Überlegen, keinesfalls arrogant, lief Johannes Thingnes Boe nahezu die komplette Runde in aufrechter Haltung und ließ sich von den vielen Zuschauern am Streckenrand feiern. Er musste sich in keinster Weise mehr anstrengen, es sah eher nach einer genüsslichen Ehrenrunde aus und mit einem breiten Grinsen überquerte er die Ziellinie. Seine Laufzeit auf der Schlussrunde ist daher wenig aussagekräftig. Bereits ausgeruht empfing er seinen Teamkollegen Sturla Holm Laegreid im Ziel auf dem Silberrang. 

Roman Rees behauptet Rang vier

Roman Rees (GER) © Manzoni/NordicFocus

Als bester Deutscher hatte Roman Rees mit 56,7 Sek. Rückstand und Orientierung nach vorne das Rennen aufgenommen. Nur im ersten Anschlag verfehlte eine Patrone das Ziel, in den weiteren drei Schießen räumte er sicher ab und verteidigte seinen vierten Rang aus dem Sprint. Nach dem Rennen meinte Roman Rees, dass er sich stehend schwer getan hat. „Auf der Strecke geht es mir definitiv besser und ich kann auch hinten raus immer noch einen draufsetzen; ich fühle mich in gewissem Maß locker und gut und so kommen solche Ergebnisse, auch solche Schießergebnisse zustande.“ Benedikt Doll zog die beiden Liegendschießen sauber mit der Null durch, kassierte im ersten Stehendanschlag eine Runde und fiel nach zwei weiteren Runden im letzten Anschlag nochmals zurück. Auf der Schlussrunde kämpfte er mit Tommaso Giacomel, Quentin Fillon Maillet und Tarjei Boe um die Platzierungen, setzte sich durch und kam vor ihnen auf Rang 10 ins Ziel.Justus Strelow blieb liegend auch schadlos, verfehlte stehend jeweils eine Scheibe, konnte sich nach vorne nicht verbessern und platzierte sich auf Rang 16. David Zobel rückte nach nur einer Extrarunde um 13 Platzierungen nach vorne und überquerte die Ziellinie als 20. Den größten Sprung nach vorne machte Johannes Kühn. Nach drei Fehlern verbesserte er sich von 54 auf 25. Auch Philipp Nawrath machte Plätze gut und nach zwei fehlerfreien Liegendschießen wäre für ihn wesentlich mehr möglich gewesen. Stehend gingen jeweils zwei Schüsse am Ziel vorbei und nach vier Strafrunden musste er sich mit Rang 34 zufrieden geben. 

Zwei Schweizer in den Top-10

Niklas Hartweg (SUI), Sebastian Stalder (SUI), (l-r) © Manzoni/NordicFocus

Aus dem Schweizer Team überzeugte einmal mehr Niklas Hartweg. Aber auch Sebastian Stalder lieferte ein hervorragendes Ergebnis. Hartweg verpasste erst im letzten Anschlag eine Scheibe, bog kurz vor Stalder in die Schlussrunde ein und gemeinsam liefen sie Richtung Ziel. Mit 1 Sek. Vorsprung wurde Niklas Hartweg Siebter vor seinem Teamkollegen, die sich im Ziel nach einem fairen Kampf freundschaftlich umarmten. Hartweg liegt damit in der Gesamtwertung weiterhin als bestplatzierter Athlet unter 25 Jahren auf Rang 12. Der Einfluss ihres neuen Trainers Remo Krug scheint sich bei beiden Schweizern positiv auszuwirken. Aus dem ÖSV-Team leistete sich Simon Eder nur einen Fehlschuss und erreichte erneut auf Rang neun eine Top-Platzierung. „Es war heute wirklich beinhart. Die Schneebedingungen waren sehr kalt und extrem stumpf und man musste wirklich um jeden Meter kämpfen. Auf der Loipe war ich häufig knapp hinter einer größeren Gruppe und ich konnte mich dadurch nie wirklich erholen. Der neunte Platz ist natürlich ein Wahnsinn und ich glaube sogar, dass es das hundertste Top-Ten-Ergebnis meiner Karriere ist. Wenn das stimmt, ist das natürlich ein richtig cooles Jubiläum.“ (Quelle: PM ÖSV) Auch Dominic Unterweger lieferte auf seiner zweiten Weltcupstation ein beachtliches Ergebnis. Nach zwei Fehlern verbesserte er sich von Rang 36 auf 27. 

Ergebnis Verfolgung Herren

Weitere Informationen zum Biathlon Weltcup in Antholz hier 

Weltcupgesamtstand Herren

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