Den Massenstart der Damen beim Biathlon Weltcup im finnischen Kontiolahti gewinnt die Französin Julia Simon. Die Schwedinnen Elvira Oeberg und Anna Magnusson komplettieren das Podest und Marlene Fichtner sichert sich im Zielsprint einen hervorragenden vierten Platz.
Vorletzter Massenstart der Saison
Der Massenstart über 12,5 Kilometer in Kontiolahti der derzeit 30 weltbesten Biathletinnen ist der vorletzte dieser Disziplin, bevor beim Saisonfinale in Oslo endgültig feststeht, wer sich die kleine Kugel im Massenstart holt. Derzeit führt Lou Jeanmonnot mit 130 Punkten und sie war deshalb im gelb-roten Trikot im Rennen. Hinter ihr sind nur Teamkolleginnen platziert, so dass die Trophäe wohl in jedem Fall in französischen Händen landen wird. Julia Simon hat 110 Punkte auf der zweiten Position und Camille Bened ist mit 105 Punkten als Dritte platziert vor Oceane Michelon mit 101 Punkten auf Platz vier. Bisher gab es zwei Massenstarts. In Annecy Le Grand Bornand siegte Maren Kirkeeide und in Nove Mesto na Morave stand Julia Simon als Siegerin auf dem Podest. Auch in dieser Wertung brachte Lou Jeanmonnot mit Platz zwei und vier die konstanteren Ergebnisse und liegt deshalb zu Recht in Führung. Mit Vanessa Voigt, Janina Hettich-Walz, Marlene Fichtner und Selina Grotian waren vier Deutsche qualifiziert.
Elvira Oeberg geht nach erstem Anschlag in Führung
Auf der ersten Runde kam es zu einem Sturz von Vanessa Voigt, die der Norwegerin Maren Kirkeeide ausweichen wollte, in den in der Folge auch Lou Jeanmonnot verwickelt wurde. Die Athletinnen kamen mit einem Schrecken davon und es schien zumindest an den Waffen nichts passiert zu sein. Zum ersten Schießen von vier, im Liegen, wo für jeden Schießfehler eine Strafrunde zu laufen ist, kamen von den 30 Athletinnen sechs etwas abgesetzt vom Rest. Elvira Oeberg war als Erste zurück in die Spur mit einem Vorsprung von 11,9 Sekunden auf Lisa Vittozzi, knapp dahinter Suvi Minkinnen und Anna Magnusson. Von den deutschen Athletinnen kassierte nur Marlene Fichtner eine Strafrunde, Hettich-Walz, Grotian und Voigt brachten die Null und waren mitten im Geschehen, wobei Janina Hettich-Walz mit der schnellsten Schießzeit abräumte.
Die Schwedin bleibt an der Spitze
Elvira Oeberg baute ihren Vorsprung in der nächsten Runde minimal aus und Jeanmonnot führte ein großes Verfolgerfeld an. Das zweite Schießen, das erneut im Liegen zu absolvieren war, begann Oeberg als Erste und ihre fünf Scheiben waren weiß, noch bevor eine der Verfolgerinnen den ersten Schuss setzte. Hinter Elvira Oeberg sortierte sich das Feld neu und Julia Simon, die bereits mit einer Strafrunde aus dem ersten Anschlag belastet war, lag nun mit einem Rückstand von 13,6 Sekunden an der zweiten Position. Es folgte Karoline Offigstad Knotten. Eine Vierergruppe, an der Spitze Lisa Theresa Hauser, Lea Meier (SUI), Oceane Michelon (FRA) und Paulina Batovska Fialkova lag dahinter innerhalb dreißig Sekunden. Aus dem deutschen Team blieb nur Marlene Fichtner im zweiten Anschlag fehlerfrei, die anderen drei kreiselten in der Strafrunde. Janina Hettich-Walz war von ihnen auf der neunten Position mit 37,6 Sekunden am Besten platziert.
Julia Simon führt
In der dritten Runde lief die Schwedin Elvira Oeberg weiterhin hohes Tempo, die Verfolgerinnen fielen einige Sekunden weiter zurück. Elvira Oeberg ist bekannt dafür, dass der Stehendanschlag ihr schwächerer ist. Sie ließ sich viel Zeit, aber dennoch kam eine Patrone nicht ins Ziel und die Tür für die Verfolgerinnen war auf. Julia Simon zog ihr Schießen sauber durch und bog als Erste in die nächste Runde, gefolgt mit einem Abstand von 10,1 Sekunden von Elvira Oeberg. Anna Magnusson hatte auf der dritten Position einen Rückstand von 25,6 Sekunden, aber nur zwei Sekunden nach ihr verließ Marlene Fichtner nach einer weiteren schnellen Null den Schießstand. Janina Hettich-Walz fiel nach zwei Schießfehlern ins Mittelfeld zurück, Selina Grotian lag 49,7 Sekunden zurück und Vanessa Voigt nach einer fehlerfreien Serie 55,1 Sekunden.
Simon bleibt vorne – Fichtner im Medaillenkampf
Auf der Runde zum entscheidenden Schießen lief vor allem Marlene Fichtner ihr Tempo, verlor zwar Platzierungen, aber der Abstand nach vorne blieb gleich. An der Spitze musste Elvira Oeberg mehr investieren um sich an Julia Simon heranzuschieben. Oeberg stapfte direkt hinter Simon die „Kontiolahti Wall“ hoch und die beiden hatten nahezu zwanzig Sekunden Vorsprung auf ihre Verfolgerinnen, die im Fünferpack liefen, dabei Marlene Fichtner. Gemeinsam kamen Simon und Elvira Oeberg zum letzten Schießen, wobei Oeberg taktierte und sich hinter Simon hielt. Simon begann zu schießen, war schneller, und war weg, während Oeberg ihre erste Strafrunde kassierte. Dann witterte Vittozzi ihre Chance, aber auch sie traf die letzte Scheibe nicht. Marlene Fichtner räumte ihre fünf Scheiben ab und zusammen mit der Schwedin Anna Magnusson bog sie als erste Verfolgerin von Julia Simon in die Schlussrunde. Elvira Oeberg war direkt hinter Fichtner und Magnusson aus der Strafrunde in die Loipe zurückgekommen.
Julia Simon gewinnt und Marlene Fichtner wird Vierte
Julia Simon lief vorne weg, aber dahinter war es richtig spannend. Schnell waren die beiden Schwedinnen an Fichtner vorbeigezogen aber die Deutsche hielt sich erst an deren Skienden, dann entstand allerdings eine kleine Lücke. An den Anstiegen hielt Fichtner dennoch gut mit, aber eingangs der Wand war der Abstand deutlich größer. Hinter ihr kam Suvi Minkkinen näher heran und vorne waren die beiden Schwedinnen deutlich an Simon herangekommen. Angefeuert von Jens Filbrich kämpfte Fichtner sich über die Wand und behauptete sich. „Da habe ich nicht mehr so viel gespürt, ich habe mir nur gedacht, Hauptsache schnell ins Ziel,“ so die erfrischende Antwort nach dem Rennen im ZDF von Marlene Fichtner, die auch angab, dass sie über ihre Position keinen Überblick hatte. „Ich bin um mein Leben gerannt.“ Julia Simon gewinnt den Massenstart von Kontiolahti. Mit nur einem Schießfehler hatte sie im Ziel einen Vorsprung von 5,6 Sekunden vor Elvira Oeberg, die mit zwei Strafrunden belastet war. Anna Magnusson (1 Fehler) sicherte sich den dritten Rang (+8,9 Sek.). Im Zielsprint setzte sich Marlene Fichtner gegen die Tschechin Tereza Vobornikova und die Französin Oceane Michelon durch und erreichte einen hervorragenden vierten Platz. „Heute bei dem schönen Wetter war es traumhaft zu laufen und ich bin froh, dass es so gut gelaufen ist,“ so Marlene Fichtner, die mit dem vierten Rang nach dem fünften Platz im Einzel erneut ihr bestes Weltcupergebnis erreichte. Zu ihrem Schießen meinte sie: „Ich habe versucht konsequente Serien zu schießen. Die erste war noch nicht ganz so selbstbewusst, weil ich etwas verunsichert war wegen dem Wind. Hinten raus habe ich mir vorgenommen einen sauberen Rhythmus durchzuziehen.“ Hinter Marlene Fichtner belegte Tereza Vobornikova (2 Fehler) den fünften Platz und Oceane Michelon (3 Fehler) komplettierte das Feld der Top-6.
Vanessa Voigt mit hervorragender Laufzeit
Vanessa Voigt blieb in drei Schießen fehlerfrei, nur im zweiten Anschlag kassierte sie zwei Strafrunden. Dennoch gab sie nicht auf und brachte innerhalb des DSV-Teams die schnellste Gesamtlaufzeit. Am Ende hatte sie nur 30,6 Sekunden Rückstand und wurde auf dem zwölften Platz zweitbeste Deutsche. Selina Grotian begann mit der Null, in der Folge ließ sie jeweils eine Scheibe stehen und nach den drei Strafrunden überquerte sie die Ziellinie als 15. Janina Hettich-Walz begann mit der Null und endete mit der Null, dazwischen kassierte sie drei Strafrunden und landete auf dem 17. Patz. Getröstet werden musste nach dem Rennen die Französin Lou Jeanmonnot. Sie beendete das Rennen mit drei Schießfehlern zwischen Grotian und Hettich-Walz auf dem 16. Rang. Dennoch bleibt sie in der Gesamtwertung in Führung, aber die Führung in der Massenstartwertung hat nun mit einem Vorsprung von 45 Punkten Julia Simon übernommen. Aus dem österreichischen Team war nur Lisa Theresa Hauser qualifiziert. Sie blieb in den ersten beiden Schießen schadlos, kassierte dann eine Strafrunde und im letzten Anschlag verfehlte sie drei Scheiben. Das Ziel erreichte sie auf Platz 26. Lea Meier aus der Schweiz lieferte drei fehlerfrei Serien, nur im dritten Anschlag ließ sie drei Scheiben schwarz und mit guter Laufleistung kam sie auf Platz 19 ins Ziel.
Der weitere Wettkampfplan in Kontiolahti
