Die Damenstaffel aus Schweden siegt im letzten Rennen der Saison beim Biathlon Weltcup in Kontiolahti, die kleine Kristallkugel in der Gesamtwertung geht an Frankreich. Deutschland wird mit einer Zeitstrafe wegen eines Regelverstosses am Schießstand belegt und landet am Ende der Wertung.
Letzter Staffelbewerb der Saison
Der Staffelbewerb der Damen ist der letzte in der laufenden Saison und vor dem Wettkampf in Kontiolahti liegt Frankreich mit 280 Punkten vor den Norwegerinnen, die 268 Zähler in der Liste stehen haben. Die Schwedinnen auf dem dritten Rang sind mit 260 Punkten noch dicht dran und es entscheidet sich, wer die kleine Kristallkugel in dieser Wertung gewinnt. Zwei Siege haben die Französinnen diese Saison erreicht, einen Norwegen und einen die Schwedinnen und vergangene Saison haben sich die Französinnen die Trophäe geholt. Die DSV-Staffel liegt mit 205 Punkten auf dem fünften Rang und kann eher nicht mehr in den Kampf um die Kugel eingreifen, aber dennoch, will man beim letzten Staffelwettkampf noch ein gutes Ergebnis erzielen. Olympiasieger mit der Staffel wurden die Französinnen, die in Kontiolahti in der gleichen Zusammenstellung und als große Favoriten antraten.
Zeitstrafe wegen Regelverstoß gegen Marlene Fichtner
Marlene Fichtner begann bei ihrem ersten Einsatz in einer Weltcup-Staffel mit einem Fehler, und nachdem sie zuvor eine Patrone rausrepetiert hat, lud sie nur zwei Zusatzpatronen nach und lief in die Strafrunde. An der Spitze lag Frankreich vor Tschechien, der Schweiz und Schweden, die alle eine fehlerfreie Fünferserie schossen. Nach dem Stehendanschlag setzte sich mit einer schnellen Serie Schweden an die Spitze vor Frankreich, Norwegen und der Schweiz. Zwischenzeitlich wurde von den Kampfrichtern eine Zweiminuten-Strafe für Deutschland ausgesprochen und die Staffel bildete damit das Schlusslicht, obwohl Fichtner stehend schnell ihre fünf Scheiben weiß werden ließ. Beim Wechsel lag Schweden 3,9 Sekunden vor den Norwegern und Frankreich hatte 10,6 Sekunden Rückstand auf die Spitze. „Ich habe zwei Schuss abgegeben, die zweite Scheibe ist aber nicht gefallen. Dann habe ich gedreht und anscheinend vorher schon repetiert, also zwei Mal. Dann ist der eine Schuss rausgefallen. Dann habe ich noch zwei Patronen nachgeladen und in meinem Kopf war, Hauptsache keine Strafrunde. Dann bin ich in die Strafrunde und dann ist mir aufgefallen, dass ich ja noch eine Patrone nachladen hätte müssen. Ich war gar nicht in meinem Ablauf drinnen und bin natürlich überhaupt nicht zufrieden. Es tut mir total leid, weil ja noch die anderen Mädels dran hängen. In meinem Kopf war schon die ganze Zeit, dass wir eine Zeitstrafe bekommen müssen. Ich habe versucht, es wenigstens stehend noch einigermaßen hinzubekommen,“ so die völlig enttäuschte Marlene Fichtner.
Dreikampf an der Spitze
Für Julia Tannheimer war das Rennen eine Sisyphos-Arbeit. An der Spitze kam Tandrevold als Erste zum Schießen und auch die Schwedin war bereits am Stand. Tandrevold hatte ihren Fehler schnell mit einem Nachlader ausgebessert, ebenso Magnusson und währenddessen blieb Lou Jeanmonnot fehlerfrei und fast gemeinsam verließen sie den Schießstand. Mit nahezu zwanzig Sekunden Rückstand folgte Italien. Tannheimer verfehlte liegend zwei Scheiben, verhinderte mit dem dritten Nachlader die Strafrunde, hatte dadurch nichts gut machen können und bildete weiterhin das Schlusslicht der 19 gestarteten Staffeln. Auch stehend waren Norwegen, Schweden und Frankreich zeitgleich am Stand und bogen auch gemeinsam in die Schlussrunde. Mit 25,8 Sekunden hielt Carrara die italienische Staffel auf der vierten Position, knapp vor der Schweizerin Lea Meier. Stehend benötigte Tannheimer für einen Fehler erneut zwei Nachlader und hinter Lampic hatte die Deutsche auf der Schlussrunde ein gutes Zugpferd. Es blieb beim Dreikampf an der Spitze und Schweden, Frankreich und Norwegen wechselten zeitgleich in Führung liegend. Julia Tannheimer sagte nach dem Rennen, dass sie trotz der verhängten Zeitstrafe ein gutes Rennen für sich machen wollte. „Mich ärgert es, dass es leider auch gar nicht hingehauen hat. Ich habe von der ersten Sekunde an versucht Gas zu geben, aber war von mir leider auch kein gutes Rennen. Ich habe versucht zu treffen, hat leider nicht funktioniert.“
Schweden setzt sich ab
Nach dem Wechsel bildete sich hinter der Spitze eine Dreiergruppe aus Slowakei, Italien und der Schweiz, mit einem Rückstand von gut dreißig Sekunden und die junge Schweizerin Lea Meier hat ihre Staffel durch die zweitschnellste Gesamtlaufzeit in ihrem Leg in Schlagdistanz an Lena Häcki-Groß übergeben. Oceane Michelon, Hanna Oeberg und Karoline Offigstad Knotten lagen zum Einschuss bereit. Hanna Oeberg erarbeitete sich durch fünf Treffer in 19,5 Sekunden einen guten Vorsprung. Frankreich und Norwegen kämpften. Oceane Michelon kam mit zwei Nachladern aus und hatte 20 Sekunden Rückstand. Knotten benötigte mehr Zeit, sie kämpfte gegen die Strafrunde und ließ sich besonders viel Zeit für den letzten Treffer. Mit 31,9 Sekunden Rückstand bog sie auf der dritten Position in die nächste Runde. Hanna Oeberg hat ihren Vorsprung auf der Runde vergrößert und mit fünf Treffern im Stehen lief sie bereits aus dem Schießstand, bevor Frankreich dort ankam. Auch Michelon hielt sich schadlos und folgte Hanna Oeberg mit einem Rückstand von 24,5 Sekunden. Knotten hatte stehend erneut Probleme, kassierte eine Strafrunde und damit war die Chance für Tschechien und die Schweiz aufzuschließen. Tereza Vobornikova verließ den Schießstand an dritter Position mit einem Rückstand von 1:16 Minuten und hinter ihr die Slowakin Zuzana Remenova und danach reihte sich aus der Strafrunde kommend Karoline Offigstad Knotten ein. Janina Hettich-Walz benötigte liegend zwei und stehend einen Nachlader und Deutschland bildete weiterhin das Schlusslicht. „Wir sind Menschen, das kann jedem passieren,“ so Janina Hettich-Walz, „das ist ein absolut gebrauchter Tag. Wir wollten heute ums Podium mitkämpfen, da sind wir ganz weit entfernt.“
Wer gewinnt das Rennen und wer die Kugel?
Auf der Schlussrunde hat Oeberg mit der schnellsten Gesamtlaufzeit den Vorsprung noch ausgebaut und mit 30,8 Sekunden schickte sie ihre Schwester Elvira Oeberg ins Rennen, bevor die Französinnen auf Julia Simon wechselten. Und dann war eine riesengroße Lücke entstanden. Tschechiens Wechsel folgte 1:24 Minuten dahinter nahezu zeitgleich mit Norwegen und der Schweiz. Liegend ging der letzte Schuss bei Elvira Oeberg vorbei aber ohne Probleme erledigte sie das mit einem Nachlader. Julia Simon machte es besser, räumte ab und hat dadurch 20 Sekunden gut gemacht. Mit 23,2 Sekunden Rückstand nahm Simon die Verfolgung von Elvira Oeberg auf. Die Tschechin Vinklarkova brachte ihre Mannschaft durch einen fehlerfreien Anschlag auf die dritte Position, gefolgt von der Norwegerin Maren Kirkeeide. Voigt wollte schon weg, ehe sie bemerkte, dass der letzte nicht gefallen war, aber mit einem Nachlader erledigte sie ihre Arbeit. Julia Simon versuchte nicht unbedingt an die führende Schwedin heranzukommen, während Kirkeeide Dampf machte um sich an die Tschechin heranzusaugen. Elvira Oeberg hatte den Schießstand im letzten Schießen für sich alleine, verfehlte die letzte Scheibe und musste dafür zwei Mal nachladen, während Julia Simon ankam. Mit vollem Risiko wollte auch sie schon weg, denn auch ihre letzte Scheibe war nicht gefallen und mit einem Nachlader benötigte sie nur 22 Sekunden für ihre Schießeinlage. Der Rückstand von Simon zur Schwedin betrug eingangs der Schlussrunde 18,4 Sekunden. Dahinter räumte Maren Kirkeeide deutlich schneller ab als die Tschechin und hat damit für Norwegen den dritten Rang abgesichert.
Sieg für Schweden, Kugel für Frankreich
Linn Gestblom, Anna Magnusson, Hanna Oeberg und Elvira Oeberg gewinnen den letzten Wettkampf einer Damen-Staffel beim Biathlon Weltcup 2025/2026 im finnischen Kontiolahti nach insgesamt nur vier Nachladern und mit einem Vorsprung von 40.6 Sekunden vor Frankreich. Camille Bened, Lou Jeanmonnot, Oceane Michelon und Julia Simon sichern sich mit insgesamt nur drei Nachladern den zweiten Platz. Maren Kirkeeide bringt Norwegens Damenstaffel mit Marthe Krakstad Johansen, Ingrid Landmark Tandrevold und Karoline Offigstad Knotten nach einer Strafrunde und zehn Nachladern auf dem dritten Rang ins Ziel. Tschechien beendet das Rennen auf dem vierten Rang vor Polen. Die Schweiz mit Aita Gasparin, Lea Meier, Lena Häcki-Groß und Lydia Mettler (8 Nachlader) belegte den sechsten Platz und Österreich mit Tamara Steiner, Anna Gandler, Lea Rothschopf und Anna Andexer (8 Nachlader) den achten Platz. Marlene Fichtner, Julia Tannheimer, Janina Hettich-Walz und Vanessa Voigt hatten am Ende eine Strafrunde und zwölf Nachlader und bildeten auf Rang 16 das Schlusslicht. „Heute ist ein Wettkampf für mich, den hake ich sofort ab, den möchte ich auch nicht bewerten. Das müssen wir abhaken. So was kann passieren, darf natürlich nicht passieren,“ so Kristian Mehringer, Cheftrainer der Damen, nach dem Rennen. „Ehrlicherweise habe ich das noch nicht so oft erlebt, dass ich weiß, was das ideales Rezept dafür ist,“ meinte Vanessa Voigt zu der Situation mit der Zeitstrafe. „Wir standen kurz vor der Überrundung, da hieß es erst einmal Vollgas, das sollte Team Deutschland nicht passieren. Ein Team gewinnt und verliert zusammen.“
Weltcupgesamtstand nach Kontiolahti
