Biathlon Weltcup Ruhpolding: Norwegen jubelt - Strafrunde kostet DSV-Damen das Podest - xc-ski.de Langlauf

Biathlon Weltcup Ruhpolding: Norwegen jubelt – Strafrunde kostet DSV-Damen das Podest

Erst auf der Schlussrunde entscheidet sich das Staffelrennen der Damen beim Biathlon Weltcup in Ruhpolding. Am Ende setzt sich die Norwegerin Maren Kirkeeide mit einer phänomenalen Schlussrunde durch und verweist die Italienerin Lisa Vittozzi auf den zweiten Rang. Schweden komplettiert das Podest, die DSV-Damen führen zur Halbzeit und müssen sich am Ende nach einer Strafrunde mit dem sechsten Rang zufrieden geben.  

Maren Kirkeeide sichert Norwegen den Staffelsieg 

Maren Kirkeeide (NOR) © Vanzetta/NordicFocus

In Ruhpolding fand der vierte und damit auch letzte Staffelbewerb vor den Olympischen Winterspielen in Mailand/Cortina statt. Die Staffelwertung bei den Damen führen die Französinnen an. Drei Staffeln wurden in dieser Saison bereits gelaufen und Frankreich gewann in Östersund und in Oberhof. Die Schwedinnen an der zweiten Position siegten in Hochfilzen. Das deutsche Team war nach einem schwachen Start in Östersund mit einem enttäuschenden elften Platz anschließend in Hochfilzen und Oberhof jeweils auf den dritten Rang gelaufen und lag vor Ruhpolding 18 Punkte hinter Norwegen auf Rang vier in der Gesamtstaffelwertung. Letztes Jahr siegte das DSV-Quartett vor heimischer Kulisse. Und es sah lange so aus, als wäre ein Podestplatz für die DSV-Staffel drin. Am Ende ging der Sieg an das norwegische Team Marthe Krakstad Johansen, Juni Arnekleiv, Karoline Offigstad Knotten und Maren Kirkeeide. Die Schlussläuferin der Norwegerinnen war Schnellste in der Spur und mit hervorragenden Skiern kam sie immer näher an Vittozzi heran. Aus dem Windschatten heraus zog sie im Zielkorridor an Lisa Vittozzi vorbei und nach insgesamt neun Nachladern überquerte Norwegen die Ziellinie nur 0,9 Sekunden vor der Italienerin. Hannah Auchentaller, Dorothea Wierer, Michela Carrara und Lisa Vittozzi benötigten zusammen nur vier Nachlader. Hanna Oeberg sicherte der schwedischen Staffel mit Johanna Skottheim, Linn Gestblom und Elvira Oeberg den dritten Rang.  

Vanessa Voigt bringt deutsche Staffel gut ins Rennen

Vanessa Voigt (GER) © Thibaut/NordicFocus

19 Staffeln gingen beim Biathlon Weltcup in Ruhpolding an den Start und von Beginn an machte die Französin Lou Jeanmonnot Druck. Ohne einen Nachlader übergab sie mit einem Vorsprung von 5,5 Sekunden vor Italien. Vanessa Voigt blieb liegend und stehend fehlerfrei und übergab mit elf Sekunden Rückstand als Sechste. Vanessa Voigt war zum zweiten Mal in diesem Winter Startläuferin. „Der Start der taugt mir ganz gut. Ich mag es im Tumult ein bißchen meine Sachen zu machen. Ich wollte unbedingt die Null,“ so Vanessa Voigt nach dem Rennen im ZDF. 

Julia Tannheimer geht an die Spitze

Julia Tannheimer (GER) © Thibaut/NordicFocus

Julia Tannheimer lief in einer Sechsergruppe, die bis zum Liegenanschlag zur Französin Oceane Michelon aufschließen konnte. Mit einer Schnellfeuereinlage, wie man es von Dorothea Wierer gewohnt ist, feuerte sie ihre fünf Schüsse ins Ziel und übernahm die Führung vor der Norwegerin Juni Arnekleiv. Tschechien, Österreich, Frankreich, Schweden und Estland bogen vor Tannheimer in die nächste Runde, die nach einem Nachlader 16,9 Sekunden Rückstand auf die Spitze hatte. „Man muss sich mehr anstrengen, wenn man wieder ranlaufen muss. Aber ich weiß, dass ich liegend langsamer schieße als die anderen, dann noch mit dem Nachlader,“ so Julia Tannheimer nach ihrem Rennen im ZDF. Tannheimer konnte aufschließen. Zum Stehendanschlag kamen sieben Athletinnen innerhalb 2,5 Sekunden und Tannheimer räumte ihre fünf Scheiben sensationell in schnellem Rhythmus ab, ging in Führung und hatte Dorothea Wierer an den Skienden. Tannheimer war Schnellste in ihrem Leg und wechselte gemeinsam mit Schweden, Italien und Tschechien. Mit dem Material zeigt sich Julia Tannheimer mehr als zufrieden. „Ich hatte das Gefühl, wir hatten mega Ski, das habe ich versucht auszunutzen.“ 

Janina Hettich-Walz kann Strafrunde noch vermeiden

Janina Hettich-Walz (GER) © Vanzetta/NordicFocus

Janina Hettich-Walz kam in Führung liegend zu ihrem Liegendanschlag und nach einem Nachlader mit 6,2 Sekunden zurück in die Runde. Frankreich, Schweden und Tschechien setzten sich auf dem Weg zum Stehendanschlag leicht ab und machten sich gemeinsam zum Stehendanschlag bereit. Viele Scheiben blieben erst einmal schwarz und Janina Hettich-Walz hätte die Führung übernehmen können, benötigte aber alle drei Nachlader für eine verfehlte Scheibe und verließ mit 28 Sekunden Rückstand den Schießstand erst als Siebte. Die Tschechin Vobornikova lag in Führung vor Karoline Offigstad Knotten und Michela Carrara. Mit einer Laufzeit im Bereich von Elvira Oeberg und Justine Braisaz-Bouchet hat Janina Hettich-Walz auf ihrer Schlussrunde den Rückstand halbiert. „Vom Rückstand her war es noch ok, Nachlader waren es einige zu viel,“ so Hettich-Walz nach dem Rennen. 

Franziska Preuß muss in die Strafrunde

Franziska Preuss (GER) © Thibaut/NordicFocus

Italien wechselte zeitgleich mit Schweden auf die Schlussläuferin, dicht gefolgt von Tschechien, Norwegen sowie Frankreich mit einer kleinen Lücke und mit einem Rückstand von 13,1 Sekunden übernahm Franziska Preuß das Rennen. Lisa Vittozzi an der Spitze mit Hanna Oeberg und Maren Kirkeeide wechselten sich Richtung Liegendschießen an der Spitze ab und Franziska Preuß machte einige Meter nach vorne gut. Vittozzi hatte ihre fünf Scheiben im Liegen schnell abgeräumt, Julia Simon folgte mit einer Null und 11,6 Sekunden dahinter bog schon Franziska Preuß als Dritte in die nächste Runde. Sie hatte ihre fünf Treffer in 22 Sekunden gesetzt. Auf dem Weg zum entscheidenden Schießen lagen Lisa Vittozzi und Julia Simon gleichauf an der Spitze. Franziska Preuß lief in einem Trio mit einem Abstand von circa fünf Sekunden. Vittozzi, im Stehendschießen eine Bank, brachte die Null und neben ihr ließ sich auch Julia Simon nicht aus der Ruhe bringen. Vittozzi bog als Erste in die Schlussrunde aber nur 2,9 Sekunden hinter ihr folgte bereits Julia Simon. Schweden und Norwegen benötigten noch einen Nachlader und waren weg, als Franziska Preuß für zwei Fehlschüsse ihre drei Zusatzpatronen nicht ausreichten und eine Strafrunde kassierte.

Kirkeeide entreißt Vittozzi den sicher geglaubten Sieg – Frankreich geht leer aus

14.01.2026, Ruhpolding, Germany (GER): Lisa Vittozzi (ITA) - IBU World Cup Biathlon, relay women, Ruhpolding (GER). www.nordicfocus.com. © Vanzetta/NordicFocus. Every downloaded picture is fee-liable. © Vanzetta/NordicFocus

Lisa Vittozzi hatte schnell ein paar Meter zwischen sich und ihrer Verfolgerin aus Frankreich gelegt und dahinter gab es einen harten Kampf zwischen Hanna Oeberg, die an Maren Kirkeeide vorbeizog und beide gingen schließlich an der Französin vorbei. Angetrieben von ihren Betreuern an der Strecke war Kirkeeeide schließlich am letzten Anstieg an Vittozzi dran und im Zielsprint holte sich Maren Kirkeeide den Sieg vor Lisa Vittozzi und Hanna Oeberg. Zu ihrer unglaublichen Schlussrunde sagte Maren Kirkeeide nach dem Rennen: „Ich habe zwischenzeitlich gedacht, ich schaffe es nicht aufs Podium. Ich dachte ich hänge mich an Hanna (Oeberg) und an Julia (Simon) und dann bin ich immer näher an Lisa herangekommen. Das ist mein erster Staffelsieg. Mein Team hat einen guten Job gemacht und mir eine gute Position für meine zwei Runden gegeben und so ist es ein Sieg geworden.“ Julia Simon konnte nicht mehr in den Kampf um das Podest eingreifen, brachte die französische Staffel auf Rang vier ins Ziel und vergoss wegen des verpassten Podestplatzes einige Tränen. Tschechien reihte sich dahinter und Franziska Preuß kam als Sechste (1 Strafrunde/8 Nachlader) ins Ziel vor Österreich, Finnland und der Schweiz. 

„Ein Tag zum Vergessen“

Franziska Preuss (GER) © Vanzetta/NordicFocus

Franziska Preuß zeigte sich nach dem Rennen im ZDF sehr enttäuscht. „Ich stell mich hin, dann schepperts schon neben mir, dann möchte ich natürlich mitziehen.“ Offensichtlich ist Franziska Preuß derzeit im Liegendanschlag sehr sicher, im Stehendanschlag eher nicht. „Liegend weiß ich, ich kann mein Ding durchziehen. Stehend war es heute von Anfang an unruhig. Dann fangen die Beine an. Ich hab auch aktuell ein Problem die Nachlader zu setzen. Man hört es nebenan, man kann nicht ewig rumzaubern. Ja, ein Tag zum Vergessen.“ Auch der Sportdirektor Biathlon des Deutschen Skiverbands zeigte sich verständnisvoll. „Das kann passieren, das ist ärgerlich. Wir hätten lieber die Party hier gestartet. Aber jetzt ist es jetzt so zu akzeptieren. Wenn das Feld so eng zusammen ist, dann zählt jede Sekunde. Hinten drauf läuft man gegen die Allerbesten. Da hat es heute einfach nicht sein sollen.“ Aber vielleicht bewahrheitet sich für das Deutsche Team ja die Annahme, dass wenn eine Generalprobe misslingt, die Premiere grandios wird. 

Das österreichische Team mit Anna Gandler, Lisa Theresa Hauser, Anna Andexer und Anna Juppe belegte nach lediglich vier Nachladern Rang sieben hinter Deutschland und die Schweiz mit Lea Meier, Amy Baserga, Aita Gasparin und Lena Häcki-Groß benötigte ebenso nur vier Nachlader und landete auf dem neunten Platz. 

Ergebnis

Der weitere Wettkampfplan in Ruhpolding

Bildergalerie

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