Deutsche Single Mixed disqualifiziert - Finnlands Duo gewinnt beim Biathlon Weltcup in Nove Mesto - xc-ski.de Langlauf

Deutsche Single Mixed disqualifiziert – Finnlands Duo gewinnt beim Biathlon Weltcup in Nove Mesto

Das junge deutsche Single Mixed Team mit Marlene Fichtner und Leonhard Pfund überquerte die Ziellinie mit den wenigsten Nachladern beim Biathlon Weltcup in Nove Mesto na Morave als Erster, wurde aber im Anschluss wegen Verletzung der Sicherheitsbestimmungen am Schießstand disqualifiziert. Finnland gewinnt vor Frankreich und Norwegen. 

Mancher Top-Athlet fehlt in Nove Mesto

Bisher gab es nur in Östersund zur Saisoneröffnung des Biathlon Weltcups gemischte Staffelbewerbe. Schweden siegte dort mit der Single Mixed und Frankreich mit der Mixed Staffel. Das DSV-Team brachte in der Besetzung Marlene Fichtner und Lucas Fratzscher die Single Mixed auf dem vierten Platz ins Ziel. Deutschland lag in der Staffelwertung vor den Rennen in Nove Mesto auf dem fünften Platz. Viele Nationen haben die Besetzung der Single Mixed im Vergleich zu Östersund verändert, lediglich Österreich (Lisa Theresa Hauser/Simon Eder) und Schweiz (Amy Baserga/Sebastian Stalder) blieben unverändert und Marlene Fichtner gehörte erneut zum deutschen Team zusammen mit Leonhard Pfund. Im Vergleich zu Östersund sind bei vielen Nationen nicht die Top-Athleten aufgestellt, nachdem einige Nationen gewissermaßen eine B-Mannschaft zum Biathlon Weltcup nach Nove Mesto entsandt haben. In Tschechien finden die letzten Weltcupbewerbe vor den Olympischen Spielen in Mailand/Cortina (08. bis 21.02.2026) statt. 24 Single Mixed Staffeln traten an, wobei die Damen das Rennen eröffneten was zugleich bedeutet, dass die Herren nach dem letzten Schießen noch eine Schlussrunde von 1,5 Km zu laufen haben. 

Disqualifikation für junges deutsches Duo

Erst sah es nach dem ersten deutschen Weltcupsieg aus und Marlene Fichtner und Leonhard Pfund waren überglücklich und gaben bereits Siegerinterviews. Und dann das böse Erwachen: Das deutsche Duo wurde wegen Verletzung der Sicherheitsbestimmungen am Schießstand disqualifiziert. Grund war, dass Marlene Fichtner beim Verlassen des Schießstands nach dem fünften  Schießen (liegend) Probleme hatte, den linken Arm in den Trageriemen zu bekommen. Offensichtlich hatte sich da im Bereich der Schulter, wohl die Brille, etwas verhakt, sie entledigte sich noch ihrer Brille und steckte dann den linken Arm erst außerhalb des Schießstandes in das Tragegestell. Dies war ein Verstoß gegen die Sicherheitsbestimmungen, führte zur Disqualifikation woraufhin dem deutschen Duo der Sieg aberkannt wurde. Marlene Fichtner war untröstlich über das Geschehene und Leonhard Pfund sagte: „Das ist ziemlich hart. Es ist echt schade, wir haben uns so gefreut, dass alles so hingehauen hat. Jetzt hätten wir uns auf alles gefreut, was noch kommt, dass einfach der 1. Weltcupsieg dasteht. Man muss das jetzt so anerkennen, wie es ist. Es tut mir so leid für Marlene. Das kann einfach mal passieren. Aus Versehen. Ich hoffe, die Marlene kann das gut abschließen und morgen auch mit Selbstvertrauen an den Start gehen. Sie kann stolz auf sich sein. Schnell abhaken und einfach weitermachen.“ Marlene Fichtner hätte stehen bleiben und das Problem noch auf der Matte lösen müssen und erst als sie beide Arme im Tragegurt hatte, loslaufen dürfen. 

Finnland gewinnt vor Frankreich und Norwegen

Das finnische Team Suvi Minkkinen und Tero Seppala werden als Sieger der Single Mixed Staffel gewertet. Nach acht Nachladern hatten sie im Ziel einen Vorsprung von 11,3 Sekunden auf Frankreich mit Jeanne Richard und Emilien Claude (6 NL). Norwegen mit Juni Arnekleiv und Martin Nevland hatten auf dem dritten Rang nach acht Nachladern einen Rückstand von 16,7 Sekunden auf die Sieger.

Finnland übernimmt früh die Spitzenposition

Die Norwegerin Juni Arnekleiv übernahm nach dem ersten Schießen die Spitzenposition, dicht gefolgt von Amy Baserga und Marlene Fichtner. Bei festen Bedingungen auf der 1,5 km-Strecke blieb Arnekleiv lange in Führung, aber Richtung des ersten Stehendanschlags ging Minkkinen an die Spitze. Suvi Minkkinen wechselte als Erste und hinter ihr die Französin und die Ukraine. Mit etwas Abstand auf die führenden Athletinnen kamen Lisa Theresa Hauser, Juni Arnekleiv und auch Marlene Fichtner, die stehend einen Nachlader benötigte.     

Pfund mit bärenstarker Laufleistung

Leonhard Pfund schob sich an die Spitze einer größeren Verfolgergruppe als es zum Liegendanschlag ging. Obwohl die Läufer neben Leonhard Pfund schon mehrere Schüsse abgegeben haben, blieb er ruhig und setzte Treffer für Treffer und behauptete die dritte Position mit 12 Sekunden Rückstand zum führenden Ukrainer Mandzyn, der Emilien Claude und Tero Seppala an den Skienden hatte. Während Pfund nach vorne aufholte, konnten die Läufer hinter ihm auf der Runde zum Stehendschießen nicht entscheidend zu ihm aufschließen. Frankreich, Ukraine und Finnland machten sich aufgereiht zum Stehendschießen bereit. Der Finne kam als Erster weg, gefolgt von der Ukraine und Frankreich. Nur minimal dahinter kam Leonhard Pfund nach zwei Nachladern zum Wechsel. Der Deutsche lief in der Spur auch schnellste Laufzeit in diesem Heat und Andi Birnbacher, als Trainer vor Ort, hatte Sorge, dass sein Schützling zu viel in der Spur investiert.   

Finnland bleibt in Führung

Minkkinen vorneweg bestimmte das Tempo und Marlene Fichtner hielt sich im Windschatten hinter der Französin Richard. Bei ohrenbetäubendem Lärm von der Tribüne hielt die Finnin nach einem Nachlader die Spitzenposition, gefolgt von der Ukraine und wie zuvor blieb Fichtner dicht hinter Frankreich auf der vierten Position und hatte Norwegens Arnekleiv an den Skienden. Die Norwegerin lief hohes Tempo, zog an Frankreich, Deutschland und auch der Ukraine vorbei auf die zweite Position. Suvi Minkkinen machte sich auf Schießbahn eins bereit, war mit einem Nachlader schnell fertig, bevor die Verfolgerinnen zu schießen begannen. Finnland wechselte in Führung liegend mit einem Vorsprung von 11,9 Sekunden vor Norwegen und nahezu zeitgleich wechselten Frankreich und Deutschland. Dahinter zur Ukraine entstand bereits eine deutliche Lücke und auch zur Schweiz und Österreich auf den Positionen sechs und sieben.  

Positionskämpfe

Der Finne Seppala hielt den Abstand zu seinen Verfolgern, wo sich Frankreich, Norwegen und Deutschland zu einer Dreiergruppe formiert hatten. Seppala blieb nach einem Nachlader in Führung und Norwegen und Deutschland, die ihre Treffer konzentriert setzten, folgten ihm im Abstand von wenig mehr als zehn Sekunden. Emilien Claude konnte mit drei Nachlader die auf 75 Meter verkürzte Strafrunde vermeiden, hatte aber 14 Sekunden Rückstand auf das Podest an der vierten Position. Am Anstieg nach dem Tunnel machte Pfund richtig Druck und schob sich vor den Norweger, der sich im Windschatten von Pfund halten konnte. Bis zum letzten Schießen hatten Deutschland und Norwegen gut zum führenden Finnen aufgeholt. Der Finne ließ wieder die letzte Scheibe stehen, aber auch Pfund musste einmal nachladen und Nevland verfehlte zwei Scheiben. Nur 3,5 Sekunden hinter Seppala bog Leonhard Pfund in die Schlussrunde und dahinter spitzte es sich auf einen Zweikampf zwischen Norwegen und Frankreich zu. Und wieder am Anstieg hinter dem Tunnel sprang Pfund an riss eine Lücke und überquerte die Ziellinie als Erster vor Finnland. Dahinter gewann der Franzose Emilien Claude den Kampf gegen Martin Nevland. Nach Disqualifikation des DSV-Duos ist Finnland Sieger vor Frankreich und Norwegen.

Das Schweizer Duo Amy Baserga und Sebastian Stalder benötigte zehn Nachlader und erreichte mit 35,7 Sekunden Rückstand auf die Gewinner einen hervorragenden vierten Rang. Lisa Hauser und Simon Eder benötigten ebenfalls zehn Nachlader und wurden Siebte hinter dem Heimteam Lucie Charvatova und Tomas Mikyska (1 Strafrunde/13 NL) auf dem sechsten Platz.

Ergebnis

Der Wettkampfplan von Nove Mesto

Bildergalerie

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