Frankreichs Mixed Staffel siegt nach starker Teamleistung in Östersund - xc-ski.de Langlauf

Frankreichs Mixed Staffel siegt nach starker Teamleistung in Östersund

Frankreich siegt auch im Team mit der Mixed-Staffel beim Biathlon Weltcup in Östersund und erfüllt damit alle Erwartungen. Ein starkes Team aus Italien gewinnt Silber vor den Norwegern auf dem Bronzerang. Das DSV-Team landet auf dem achten Platz und hat damit am ersten Wettkampfwochenende die Erwartungen nicht erfüllt. 

Frankreich setzt sich durch

Emilien Jacquelin (FRA), Eric Perrot (FRA), Justine Braisaz-Bouchet (FRA), Lou Jeanmonnot (FRA), (l-r) © Manzoni/NordicFocus

Das französische Team mit Emilien Jacquelin, Eric Perrot, Justine Braisaz-Bouchet und Schlussläuferin Lou Jeanmonnot beweist auch, dass sie zusammen funktionieren. Jeder stark in der Spur, abgeklärt und treffsicher am Schießstand, führt Jeanmonnot die Staffel nach insgesamt sechs Nachladern die Staffel zum Sieg. Italien mit Tommaso Giacomel, Lukas Hofer, Dorothea Wierer und Lisa Vittozzi benötigten insgesamt acht Nachlader und hatten im Ziel auf dem Silberrang einen Rückstand von 25,2 Sekunden. Das Podest komplettierte Norwegen mit Endre Stroemsheim, Johan Olav Botn, Karoline Offigstad Knotten und Ingrid Landmark Tandrevold. Letztere kassierte im entscheidenden Anschlag eine Strafrunde, hielt aber den Bronzerang, als sie mit einem Rückstand von 1:05,3 Minuten das Ziel erreichte. Finnland belegte den vierten Rang vor Tschechien und den Vereinigten Staaten. Die Schweden wurden Siebte und das deutsche Team sortierte sich nach zwei Strafrunden und neun Nachladern mit einem Rückstand von 2:24,5 Minuten dahinter auf dem achten Rang ein.

  

Der Rennverlauf

Justus Strelow bringt Staffel in Führungsposition

Justus Strelow (GER) © Nordnes/NordicFocus

23 Gemischte Staffeln gingen am späten Nachmittag in Östersund an den Start, die Herren zuerst. Nach dem Liegendschießen war das Feld noch relativ geschlossen, aber im Stehendanschlag wurden viele Zusatzpatronen gebraucht. Justus Strelow ging nach fünf Treffern als Führender in seine letzte Runde, hinter ihm der Finne Harjula und der Norweger Endre Stroemsheim. Emilien Jacquelin hat mit dem letzten Nachlader die Strafrunde umgangen, war aber etwas zurückgefallen. Der Schwede Jesper Nelin kassierte eine Strafrunde und war weit nach hinten gespült worden. Strelow konnte sich Richtung Wechsel dem Angriff des Franzosen Jacquelin und des Italieners Giacomel nicht mehr erwehren. Nahezu zeitgleich wechselten dann Italien, Frankreich, Deutschland und Norwegen. Gerade in der dritten Runde hat der Deutsche das Tempo nicht halten können. „Es waren deutlich leichtere Bedingungen heute. Beim Stehendschießen konnte ich abliefern, was ich vorgenommen hatte. Es war eine schöne Schlussrunde, ich hatte noch ein bißchen was im Tank, konnte aber nicht ganz dagegen halten,“ so Strelow nach seinem Wettkampf in der ARD. 

Simon Kaiser muss in die Strafrunde

Simon Kaiser (GER) © Nordnes/NordicFocus

In seiner ersten Runde hielt sich der Deutsche noch im Spitzenbereich, verfehlte liegend drei Scheiben und kassierte in der Folge eine Strafrunde. Der Italiener Lukas Hofer blieb ebenfalls im vorderen Bereich auf, räumte seine fünf Scheiben sicher ab und verließ den Schießstand als Führender, hinter ihm Eric Perrot und Johan Olav Botn. Der US-Amerikaner Cambell Wright sortierte sich als Vierter ein mit einem Rückstand von knapp zehn Sekunden. Simon Kaiser hatte sich nahezu eine Minute durch die Strafrunde eingehandelt und lief um Position zehn. „Ich war die erste Runde am Limit, herzlich Willkommen im Weltcup, es war brutal. Ich war so nervös und so unter Strom, erschöpft und vom Kopf nicht bereit, dementsprechend ging es schief,“ so Kaiser nach dem Rennen dazu. Der Schwede Martin Ponsiluoma lag nach seiner Strafrunde aus dem Liegendanschlag noch hinter Simon Kaiser. Das Führungsquartett aus USA, Italien, Norwegen und Frankreich kam gemeinsam zum Stehendanschlag und bog auch gemeinsam in die Schlussrunde ein. Simon Kaiser räumte hier fehlerfrei ab, rückte auf die sechste Position vor während der Schwede Ponsiluoma auf der Runde wohl zu viel investiert hatte und in der Folge zwei weitere Extrarunden verpasst bekam. Die vier an der Spitze hatten sich mittlerweile einen deutlichen Vorsprung von mehr als 40 Sekunden erarbeitet.

Dorothea Wierer hält italienische Staffel im Spitzenbereich

Lukas Hofer (ITA) © Manzoni/NordicFocus

Nach den beiden Männern waren die Frauen an der Reihe und für Norwegen an der Spitze kam Karoline Offigstad Knotten, zeitgleich mit der US-Amerikanerin Chloe Levins. Dorothea Wierer übernahm für die Italiener und für Frankreich Justine Braisasz-Bouchet. Finnland wechselte noch vor Deutschland, wobei der Rückstand, mit dem Janina Hettich-Walz ins Rennen ging beim Wechsel 1:11,5 Minuten betrug, nachdem Kaiser wie Strelow zuvor in der Schlussrunde deutlich auf die Spitze einbüßte. Die vier Damen an der Spitze blieben zusammen, die Finnin und Janina Hettich-Walz lagen auf den Positionen fünf und sechs über eine Minute zurück. Im Liegendanschlag räumte Wierer mit einer schnellen fehlerlosen Serie ab, aber auch Karoline Offigstad Knotten hielt sich schadlos. Sie waren schnell zurück in der nächsten Runde, während Levins und Braisaz-Bouchet nachladen mussten und erst 26,2 Sekunden bzw. 33,4 Sekunden später in die Loipe zurück waren. Nach einem Nachlader wuchs der Rückstand für das deutsche Team auf Position sechs auf 1:19 Minuten an. Richtung Stehendanschlag blieb Dorothea Wierer an der Spitze, stand auf Schießbahn eins, verfehlte zwei Scheiben, Knotten neben ihr verfehlte eine Scheibe und es wurde spannend, als Wierer mit dem ersten Nachlader nicht traf. Sie ließ die beiden Scheiben schließlich weiß werden, während Knotten und Braisaz-Bouchet an ihr vorbeizogen. Levins, die Amerikanerin benötigte auch zwei Ersatzpatronen, und kam erst 46,2 Sekunden nach der Spitze zurück in die Spur. Janina Hettich-Walz traf schnell ihre fünf Scheiben und war nun Fünfte mit einem Rückstand von 20 Sekunden auf den vierten Rang. Auf der Schlussrunde konnte Wierer erst zu Knotten und Braisaz-Bouchet aufschließen bis die beiden das Tempo anzogen und sich von Wierer absetzten. „Ich hatte einen flotten Ski und ich denke heute war es am Schießstand besser als gestern. Ich glaube, ich habe ein ganz gutes Rennen gemacht,“ resümierte Janina Hettich-Walz.

Lou Jeanmonnot führt französische Mixed-Staffel zum Sieg

Lou Jeanmonnot (FRA) © Manzoni/NordicFocus

Die Italienerin Lisa Vittozzi kam mit einem Rückstand von zehn Sekunden auf die in Führung liegenden Norwegerinnen und Franzosen ins Rennen. Janina Hettich-Walz hat die US-Amerikanerin noch überholt und Julia Tannheimer übernahm an fünfter Position mit einem Rückstand von 1:13,8 Minuten. Die Schweden lagen zum Wechsel auf dem zehnten Platz mit einem nahezu uneinholbaren Rückstand von 2:13 Minuten. Unter den Schlussläuferinnen übernahm schnell die Französin Lou Jeanmonnot die Spitze, hinter ihr Ingrid Landmark Tandrevold in hohem Tempo, während die Italienerin Lisa Vittozzi auf die Spitze etwas einbüßte. Lou Jeanmonnot räumte ab und Lisa Vittozzi folgte nach fünf Treffern als Zweite. Ingrid Landmark Tandrevold benötigte einen Nachlader und war nun Dritte. Julia Tannheimer machte auf der Strecke gemeinsame Sache mit der US-Amerikanerin Dedra Irwin. Letztere traf ihre Scheiben und war deutlich weg bevor Tannheimer nach einem Nachlader zurückkam. In der Zwischenzeit hatte der Schneefall deutlich zugenommen bevor es im entscheidenden Schießen zum Showdown zwischen Frankreich, Italien und Norwegen kam. Lou Jeanmonnot setzte den ersten Schuss, Vittozzi folgte, beiden schossen schnell, aber in den Kampf um den Sieg konnte Vittozzi nicht mehr eingreifen, nachdem ihr letzter Schuss das Ziel verfehlte. Die Italienerin verlor mit Problemen beim Nachladen wertvolle Zeit, traf aber und mit 21,4 Sekunden Rückstand bog sie als Zweite in die Schlussrunde ein. Ingrid Landmark Tandrevold kassierte eine Strafrunde und war eine Minute zurück als sie auf der dritten Position zurück ins Rennen kam. Irwin und Tannheimer verfehlten nur eine Scheibe, aber hatten Schwierigkeiten diese mit den Nachladern weiß werden zu lassen. Irwin schaffte es mit der letzten Patrone, Tannheimer nicht, und eine Extrarunde war die Strafe. Währenddessen war die Tschechin Marketa Davidova auf die vierte Position vorgerückt und auch die schwedische Staffel war durch ein gutes Rennen von Hanna Oeberg an Deutschland vorbeigezogen. Am Ende brachte Tannheimer die deutsche Mixed-Staffel auf dem achten Platz ins Ziel. „Ich hatte eigentlich gar nicht so viel Druck, es ging ja gar nicht mehr um das Podest,“ so Tannheimer in der ARD. „Einen Fehler kann man in der Staffel schon mal schießen, aber dass ich mit den drei Nachlader nicht treffe, das darf eigentlich nicht passieren.“ Tannheimer gab auch an, dass sie die erste Runde schneller hätte laufen können, sie das Rennen brauchte, um reinzukommen, und Angst hatte, dass ihr hinten raus die Körner fehlen. 

Das Mixed-Quartett aus Österreich mit Fredrik Mühlbacher, David Komatz, Anna Juppe und Anna Gandler landete nach acht Nachladern auf dem neunten Rang. Die Schweizer James Pacal, Joscha Burkhalter, Aita Gasparin und Lena Häcki-Groß benötigten dreizehn Zusatzpatronen und kamen auf Rang 15 ins Ziel. 

Ergebnis

Der weitere Wettkampfplan in Östersund

Bildergalerie

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