Franziska Preuß sprintet auf Rang fünf beim Biathlon Weltcup in Ruhpolding - xc-ski.de Langlauf

Franziska Preuß sprintet auf Rang fünf beim Biathlon Weltcup in Ruhpolding

Die Schwedin Hanna Oeberg gewinnt den Sprint der Damen beim Biathlon Weltcup in Ruhpolding und feiert damit ihren zweiten Sprinterfolg in dieser Saison. Franziska Preuß wurde auf Rang fünf beste Deutsche und Selina Grotian erfüllte eine Hälfte der Olympia-Qualifikation. 

Zweiter Sprintsieg der Saison

Hanna Oeberg (SWE) © Vanzetta/NordicFocus

Bisher wurden vier Sprints gelaufen und mit Suvi Minkkinen, Lou Jeanmonnot, Hanna Oeberg und Elvira Oeberg gab es vier verschiedene Siegerinnen. Die Französin Lou Jeanmonnot startete als Favoritin im gelb-roten Trikot als Führende in der Gesamtweltcup- und auch in der Sprintwertung in den Sprint beim Biathlon Weltcup in Ruhpolding. Die Finnin Suvi Minkkinen und die Norwegerin Maren Kirkeeide waren vor Ruhpolding in beiden Wertungen nah an Jeanmonnot dran. Hanna Oeberg war eine der letzten aus dem Startblock der starken Athletinnen und setzte sich bereits nach dem ersten Schießen an die Spitze. Läuferisch lag sie hinter den beiden aktuell Schnellsten Justine Braisaz-Bouchet und Anamarija Lampic, die allerdings am Schießstand deutlich mehr Fehler schossen. Mit der Null im zweiten Anschlag behauptete sich Hanna Oeberg in der Spitzenposition und brachte den Sieg vor 13.400 Zuschauern in der Chiemgau-Arena mit einem Vorsprung von 7,5 Sekunden ins Ziel. „Es war ein schönes Rennen, ich habe es geschafft etwas entspannter zu sein“ so die Siegerin am ZDF-Mikrofon nach dem Rennen. Hanna Oeberg schwärmte von den Strecken und den vielen Zuschauern in Ruhpolding: „Ich liebe es hier in Ruhpolding zu starten. Es hat alles gut zusammengepasst, das Laufen und das Schießen.“ Hanna Oeberg gab zu, dass ihr die Strecken von Ruhpolding besser gefallen als in Oberhof. „Weil ich hier in einer höheren Geschwindigkeit laufen kann.“ Mit ihrem zweiten Sprintsieg in dieser Saison rückte die Schwedin Hanna Oeberg in den Favoritenkreis für den olympischen Sprint in Antholz. Das ist die Kunst, „entspannt schnell zu Laufen und entspannt schnell zu Schießen,“ meinte auch Denise Herrmann-Wick, Biathlon-Expertin.

Lou Jeanmonnot verteidigt gelb-rotes Trikot  

Lou Jeanmonnot (FRA), Hanna Oeberg (SWE), Lisa Vittozzi (ITA), (l-r) © Thibaut/NordicFocus

Lisa Vittozzi hatte nach zehn Treffern minimalen Vorsprung auf Lou Jeanmonnot, kam aber an die schnelle Schlussrunde der Französin nicht heran und sortierte sich schließlich 4,2 Sekunden hinter Jeanmonnot auf dem dritten Rang ein. Mit dem dritten Rang hat Lou Jeanmonnot neben der Gesamtweltcupwertung auch in der Sprintwertung ihren Vorsprung zu ihren Verfolgerinnen ausgebaut. Suvi Minkkinen überzeugte mit zehn Treffern am Schießstand, kam allerdings läuferisch nicht an die Bestzeiten heran und belegte am Ende den sechsten Rang. Maren Kirkeeide vergab ein besseres Ergebnis mit einem Schießfehler im Stehen nachdem sie zuvor liegend alle fünf Patronen ins Ziel brachte und sortierte sich mit der sechsten Laufzeit auf dem neunten Rang ein. 

Franziska Preuß beste Deutsche auf dem fünften Platz

Franziska Preuss (GER), Suvi Minkkinen (FIN), (l-r) © Vanzetta/NordicFocus

Nach Rang fünf in Sprint und Verfolgung von Oberhof erreichte Franziska Preuß im Sprint von Ruhpolding zum dritten Mal in der Saison einen fünften Platz. Die später gestartete Elvira Oeberg hat sie mit einem Wimpernschlag-Vorsprung von 1,9 Sekunden von Platz vier verdrängt. Elvira Oeberg war auf der Runde informiert über den knappen Abstand und ihr deutscher Trainer Johannes Lukas trieb sie auf der Strecke an und Elvira Oeberg holte auf den letzten Metern mit entscheidendem Willen den Vorsprung. Im Gegensatz zur Damen-Staffel, wo Preuß im Stehendanschlag Probleme hatte, kam sie heute sowohl liegend als auch stehend mit der Null durch. Mit der Null im Liegen in schnellen 24,2 Sekunden setzte sie die Basis für den weiteren Wettkampf, räumte dann stehend in 21,9 Sekunden ab und sicherte sich mit der sechsten Laufzeit in der Schlussrunde schließlich den fünften Rang und damit eine hervorragende Ausgangsposition für die Verfolgung am Sonntag. „Ich habe ganz bewusst Schuss für Schuss abgearbeitet und es ist definitiv schön, so aus dem Stadion rauszulaufen, als wenn man in die Strafrunde abbiegen muss,“ so Preuß nach dem Rennen im ZDF, in Bezug auf das Staffelrennen der Damen, wo sie als Schlussläuferin eine Strafrunde kassierte. „Die Laufzeit ist ok, aber man sieht, wie hoch das Niveau ist und wieviele Null geschossen haben. Es reicht gar nicht mehr, dass man Null schießt, man muss schnell Null schießen,“ so Preuß, die zugab, dass es am Schießstand auch eine mentale Geschichte ist und sie viele Gespräche geführt hat, in denen es gut tat, „sich mal alles von der Seele zu reden.“ 

Selina Grotian erreicht halbe Olympia-Qualifikation

Selina Grotian (GER) © Thibaut/NordicFocus

Für Selina Grotian war es die vorletzte Chance sich im Sprint von Ruhpolding, neben der am Sonntag zu laufenden Verfolgung, sich mit einem Top-8 oder zwei Top-15-Ergebnissen für Olympia zu qualifizieren. Eine Hälfte davon hat sie heute erreicht. Nach einer schnellen ersten Runde verfehlte Selina Grotian liegend eine Scheibe und wartete stehend nach vier Treffern kurz ab, um auch die fünfte Scheibe weiß werden zu lassen. Am Ende hielt sie Rang 15 mit einem Rückstand von 51,3 Sekunden auf die Siegerin und war damit zweitbeste Deutsche hinter Preuß. „Ich habe echt lange gebangt und gedacht, vielleicht geht es sich um einen Platz wieder nicht aus,“ so eine erleichterte Grotian nach dem Rennen, die darüber hinaus zugab dass es sie in den letzten Rennen sehr beschäftigt hat, die Olymianorm noch nicht erfüllt zu haben. „Wenn man weiß, es sind nur noch zwei Rennen, wo es funktionieren muss, hat man es im Kopf. Es ist schon eine Kopfsache.“ Nach der Null im Stehen ging Grotian, wie sie selbst sagte, beflügelt in die letzte Runde. „Dann läuft es sich gleich viel leichter.“ Grotian gab auch an, „dass ich mit Druck eigentlich nicht funktioniere.“ Es liegt nun an Grotian in der Verfolgung die zweite Hälfte der Olympianorm zu erfüllen, denn, wie Felix Bitterling, Sportdirektor Biathlon beim Deutschen Skiverband, sagte, wird die Entscheidung vom Deutschen Olympischen Sportbund, wer für die olympischen Winterspiele in Mailand/Cortina nominiert wird, nach Ruhpolding und auf Vorschlag des DSV getroffen. Eventuell gibt es ein kleines Hintertürchen nach dem Biathlon Weltcup in Nove Mesto, wenn jemand die Kriterien noch nicht erfüllt hat, so Bitterling. 

Die weiteren deutschen Platzierungen

Julia Tannheimer (GER) © Vanzetta/NordicFocus

Julia Tannheimer überquerte die Ziellinie nur 0,5 Sekunden hinter Selina Grotian auf Rang 16. Liegend hielt sie sich schadlos, stehend blieb eine Scheibe stehen. Sophia Schneider, die in Ruhpolding in dieser Saison erstmals im Weltcup startete, kam nach je einer Strafrunde aus dem liegenden und dem stehenden Anschlag auf Rang 30 ins Ziel. Für sie wird es schwierig werden, die Qualifikationskriterien zu erfüllen. Janina Hettich-Walz räumte liegend ab, brachte allerdings stehend zwei Schüsse nicht ins Ziel und hatte im Ziel auf Rang 44 einen Rückstand von 1:40 Minuten. „Ich habe gerade ein bißchen muskuläre Probleme im rechten Oberschenkel,“ so Hettich-Walz und ergänzte: „war heute nicht mein Tag. Stehend, das ging mir die letzten Rennen auch so, dass ich die Nähmaschine hatte, weil ich zu zu viel Spannung am Oberschenkel hatte. Man weiß, dass man in Ruhpolding 0:0 braucht um vorne dabei zu sein.“ Vanessa Voigt schoss heute schneller als man das von ihr gewöhnt ist, ließ aber in jedem Anschlag eine Scheibe stehen. Das Ziel erreichte sie nach zwei Strafrunden zwei Sekunden hinter Hettich-Walz auf dem 45. Platz.

Anna Gandler beste Österreicherin

Anna Gandler (AUT) © Manzoni/NordicFocus

Anna Gandler war nach dem ersten Schießen mit knappem Abstand in den Top-10 unterwegs, hielt dies auch bis zum Stehendanschlag, musste dann aber in die Strafrunde abbiegen und wurde als 14. mit einem Rückstand von 50,5 Sekunden beste Österreicherin. Die 25jährige durfte sich damit über ihr bisher bestes Saisonergebnis freuen. „Das Rennen war heute gut und vor allem läuferisch habe ich mich richtig stark gefühlt. Am Schießplatz war es mein Ziel, zweimal die Null zu bringen. Ich habe beim Stehendschießen allerdings leider ein bisschen gezittert, weshalb vermutlich auch gleich der erste Schuss daneben ging. Das tut jetzt natürlich umso mehr weh, wenn man sieht, wo die Reise heute hingehen hätte können. Im Großen und Ganzen war es aber ein absolut gutes Rennen und so kann es gerne weitergehen.“ (Quelle: PM Ski Austria) Anna Juppe (1:0) auf Rang 36, Anna Andexer (0:1) auf Platz 43 und auch Lisa Theresa Hauser (1:1) als 46. haben die Verfolgung erreicht.
Die Schweizerin Lea Meier wurde auf Platz 18 beste ihres Teams. Nach zehn Treffern betrug ihr Rückstand im Ziel 59,9 Sekunden. Vielleicht gelingt ihr ja, ähnlich wie in der Verfolgung von Hochfilzen, wo sie von Rang 26 auf 14 stürmte und damit ihr bestes Weltcupergebnis erzielte, am Sonntag in Ruhpolding eine ähnliche Aufholjagd. Amy Baserga (0:2) startet von Platz 21 in die Verfolgung und Lena Häcki-Groß (0:1) von Rang 35 aus. Aita Gasparin hat sich nach drei Fehlschüssen im Stehendanschlag als 66. nicht für das Jagdrennen qualifiziert.    

Ergebnis

Der weitere Wettkampfplan in Ruhpolding

Bildergalerie

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