Französische Damen Staffel gewinnt bei Saisonauftakt - xc-ski.de Langlauf

Französische Damen Staffel gewinnt bei Saisonauftakt

Das favorisierte französische Damenteam gewinnt das erste Staffelrennen der Saison beim Biathlon Weltcup in Östersund. Die Österreicherinnen liegen lange in Podestnähe und werden Fünfte hinter Italien, Tschechien und Schweden, während das DSV-Team mit Rang elf in die Saison startet. 

Französische Damenstaffel setzt sich durch 

Justine Braisaz-Bouchet (FRA), Lisa Vittozzi (ITA), (l-r) © Manzoni/NordicFocus

21 Damenstaffeln starteten beim Biathlon Weltcup in die Saison 2025/26. Bis kurz vor dem Rennen hatte es in Östersund genieselt, die Strecke war daher an einigen Stellen relativ tief und Neuschnee ist dort derzeit Mangelware. Die Französinnen waren klare Favoriten, obwohl nach dem Vorfall mit Julia Simon (verurteilte Kreditkartenbetrügerin) ein weiterer das Damenteam belastet. Es gab im Vorfeld keine Interviews dazu, ein sprichwörtlicher Maulkorb scheint verordnet zu sein und dennoch ist es erstaunlich, wie professionell das Team im Wettkampf nach außen agiert und auftritt. Jeanne Richard, Oceane Michelon, Justine Braisaz-Bouchet und Schlussläuferin Lou Jeanmonnot entscheiden den ersten Staffelbewerb der Saison für sich. Nach neun Nachladern haben sie im Ziel einen Vorsprung 13,8 Sekunden auf das Team aus Italien.

Italien und Tschechien auf dem Podest

Jessica Jislova (CZE), Lucie Charvatova (CZE), Tereza Vobornikova (CZE), Marketa Davidova (CZE), (l-r) © Nordnes/NordicFocus

Dorothea Wierer, Michela Carrara, Lisa Vittozzi und Hannah Auchentaller sichern sich trotz einer Strafrunde und ebenfalls neun Nachladern den Silberrang. Ein beachtliches Rennen zeigten die vier Damen aus Tschechien mit Jessica Jislova, Lucie Charvatova, Tereza Vobornikova und ihrer Rückkehrerin nach einem Bandscheibenvorfall, Marketa Davidova. Nach acht Nachladern erreichten sie 30,8 Sekunden hinter den siegreichen Französinnen das Ziel auf dem Bronzerang. Die Schwedinnen Johanna Skottheim, Anna Magnusson, Ella Halvarsson und Hanna Oeberg belegten Rang vier (+ 45,5 Sekunden, 2 Strafrunden/10 Nachlader). Sie waren ohne ihre laufstarke Elvira Oeberg angetreten. Dunja Zdouc, Lisa Theresa Hauser, Anna Gandler und Anna Andexer lagen lange in aussichtsreicher Position und mussten sich am Ende nach einer Strafrunde und zwölf Nachladern mit einem Rückstand von 1:31,8 Minuten mit Rang fünf zufrieden geben. Das finnische Damenteam kam auf Platz sechs vor der Schweiz, mit Amy Baserga, Aita Gasparin, Lydia Mettler und Lena Häcki-Gross (8 NL, + 2:17,5 Min.). Ein weniger guter Start gelang den Norwegerinnen. Karoline Offigstad Knotten, Ingrid Landmark Tandrevold, Ragnhild Femsteinevik und Maren Kirkeeide leisteten sich vier Strafrunden und 14 Nachlader und belegten Rang 14 mit einem Rückstand von vier Minuten. 

Wierer bringt italienische Staffel in Führung

Dorothea Wierer (ITA) © Manzoni/NordicFocus

Nach fünf Treffern ging die Deutsche Vanessa Voigt als Vierte mit nur 7,2 Sekunden Rückstand auf die führende Polin Natalia Sidorowicz in die zweite Runde. Weniger erfolgreich lief es beim ersten Anschlag für die Schwedin Skottheim. Nach zwei Strafrunden lag sie 1:20 Minuten zurück und nahezu am Ende des Feldes. Sidorowicz war schnell in der Spur, baute ihren Vorsprung auf ihre Verfolger aus der Schweiz und Norwegen leicht aus. Die Französin Richard holte mit einer schnellen zweiten Runde nach vorne zum Verfolgerteam auf, während Sidorowicz sich als Erste zum Stehendanschlag bereit machte und die ersten drei Scheiben verfehlte. Währenddessen räumte die Italienerin Dorothea Wierer schnell ab und bog als Führende in ihre Schlussrunde ein. Vanessa Voigt hielt sich erneut fehlerfrei und verließ den Schießstand 13,8 Sekunden nach Wierer, an sechster Position hinter der Österreicherin Dunja Zdouc. Wierer hielt das Tempo hoch, ließ keiner ihrer Verfolgerinnen eine Chance und wechselte als Erste mit einem Vorsprung von 11,2 Sekunden auf Michela Carrara. Dahinter wechselte die Schweiz, die Esten, Frankreich, Österreich, Norwegen und Vanessa Voigt auf Janina Hettich-Walz, die mit einem Rückstand von 20,8 Sekunden die Staffel übernahm. Österreich und Frankreich kamen sich beim Wechsel in die Quere und sowohl Lisa Theresa Hauser als auch Jeanne Richard kamen im Wechselbereich zu Sturz. „Die Strecke war besser als gedacht. Die haben einen sehr guten Job gemacht. Ich hätte nicht gedacht, dass die Strecke so gut hält,“ so Vanessa Voigt zur Strecke nach ihrem Einsatz, und weiter: „Ich habe versucht meine Nervosität in Griff zu kriegen, ich war sehr aufgeregt, es kam auf einmal vor dem Start. Aber es ist schön wieder dabei zu sein und diese Nervosität zu spüren.“ 

Lucie Charvatova und Lisa Theresa Hauser an der Spitze

Lisa Theresa Hauser (AUT) © Nordnes/NordicFocus

Michela Carrara hielt den Vorsprung bis zu ihrem ersten Schießen, während sich sechs Verfolgerinnen, darunter auch Janina Hettich-Walz, zusammen im Pulk an den Schießstand kamen. Carrara verfehlte drei Scheiben, Gasparin blieb als erste fehlerfrei und bog als Erste in die nächste Runde. Lisa Theresa Hauser folgte als Zweite (+ 7,2 Sekunden) und die Französin Oceane Michelon kam als Dritte zurück in die Spur. Janina Hettich Walz benötigte zwei Nachlader und verließ den Schießstand mit 16,2 Sekunden Rückstand als Vierte. Die Norwegerin Tandrevold war als Zweite an den Schießstand gekommen und etwas konfus. Sie war sich nicht sicher, ob sie alle Nachlader verwendet hat, setzte erst das Gewehr auf, nahm es dann wieder ab um festzustellen: alle Nachlader verbraucht, und bog für eine Strafrunde ab. Auf der Runde setzte sich die Österreicherin an die Spitze, dicht gefolgt von Gasparin, Michelon und Charvatova, die an Janina Hettich-Walz vorbeigezogen war. Im Stehendanschlag wurden viele Fehler von den Führenden geschossen, Hauser schaffte es mit Nachlader als Erste und dicht hinter ihr Janina Hettich-Walz, Oceane Michelon sowie Lucie Charvatova und die Schweizerin Aita Gasparin. Ingrid Landmark Tandrevold kassierte stehend zwei weitere Strafrunden und fiel deutlich zurück während es für die Schwedinnen langsam durch gute Arbeit am Schießstand von Anna Magnusson nach vorne ging. Tschechien wechselte 2,3 Sekunden vor Österreich und weitere zwei Sekunden dahinter die Französinnen. Janina Hettich-Walz übergab als Vierte mit 6,7 Sekunden Rückstand auf Selina Grotian. Hettich-Walz kehrte nach einem Jahr Babypause in den Weltcup zurück und sagte nach dem Rennen in der ARD, dass es heute wie immer war. „Ich war nervös, aber das ist am Anfang von der Saison immer. Auf der Strecke hat es sich angefühlt, als wäre ich nie weg gewesen.“ Mit ihrem Liegendanschlag zeigte sie sich nicht zufrieden. „Da habe ich im Training deutlich besser geschossen. Und auf der letzten Runde haben mir ein bißchen die Körner gefehlt.“  

Frankreich, Italien oder Österreich?

Selina Grotian (GER) © Nordnes/NordicFocus

Für die Französinnen kam als Dritte die erfahrene Justine Braisaz-Bouchet. Sie eroberte schnell die Spitzenposition und bestimmte das Rennen von vorne. Ein Trio mit Anna Gandler, Tereza Vobornikova und Selina Grotian war an ihren Skienden und als Quartett machten sie sich zum ersten Schießen bereit. Anna Gandler war blitzschnell fertig, kam als Erste zurück in die Loipe und hatte einen Vorsprung von 13,4 Sekunden auf die Italienerin Lisa Vittozzi. Die Französin Braisaz-Bouchet schoss langsam, hielt sich fehlerfrei und bog zusammen mit der Tschechin in die nächste Runde ein. Selina Grotian kassierte trotz der drei Nachlader zwei Strafrunden und fiel mit einem Rückstand von 1.19 Minuten auf den elften Rang zurück, im Bereich der Schwedinnen. Gandler an der Spitze lief ihr Tempo, Braisaz-Bouchet halbierte Richtung Stehendanschlag ihren Rückstand und setzte sich von Vittozzi und Vobornikova ab. Bei beherrschbaren Windverhältnissen machte sich Anna Gandler auf Schießbahn eins bereit, verfehlte eine Scheibe und verließ dennoch nach einem Nachlader zusammen mit Braisaz-Bouchet und Lisa Vittozzi den Schießstand. Vobornikova hatte nach fünf Treffern einen minimalen Rückstand und kam als Vierte zurück in ihre Schlussrunde. Selina Grotian räumte stehend in gutem Rhythmus ihre fünf Scheiben in einem Zug ab und hat sich dennoch nur minimal auf den zehnten Rang verbessert. Das Tempo an der Spitze war enorm hoch und das Trio mit Frankreich, Italien und Österreich setzte sich deutlich von den Verfolgerinnen ab. Tschechien verlor auf der letzten Runde mehr als 20 Sekunden auf das Führungstrio. Hinter Vobornikova hat Slowenien gewechselt und auch die Schwedin Ella Halvarsson konnte ihr Team nach vorne bringen. Selina Grotian verlor auf der Schlussrunde weitere wertvolle Zeit und mit einem Rückstand von 1.39 Minuten übernahm Franziska Preuß als Zehnte. Nach dem Rennen äußerte sich Selina Grotian in der ARD zu ihren Strafrunden: „Ich habe gesehen, dass der Wind ein bißchen stärker ist als beim Anschießen. Nach den zwei Fehlern war ich verunsichert, das hätte nicht passieren dürfen. Ich war auch total aufgeregt heute. Mir tut es total leid für die anderen. Ich weiß, dass ich momentan gut schießen kann, darum hat es mich gewundert, dass ich so viele Fehler geschossen habe.“ 

Lou Jeanmonnot führt französische Staffel zum Sieg

Lou Jeanmonnot (FRA) © Manzoni/NordicFocus

Für Frankreich war als Schlussläuferin Lou Jeanmonnot in der Spur und sie legte gleich einige Meter zwischen sich und ihre Verfolgerinnen Anna Andexer aus Österreich und Hannah Auchentaller aus Österreich. Marketa Davidova konnte auf ihrer vierten Position nichts nach vorne gutmachen, allerdings rückte Hanna Oeberg einen Platz vor. Im Liegendanschlag zeigte sich Jeanmonnot treffsicher, konzentriert ließ sie ihre fünf Scheiben weiß werden, während Andexer drei Scheiben verfehlte. Auchentaller kam mit einem Nachlader durch und rückte wieder auf Rang zwei vor, während Marketa Davidova am Schießstand nach fünf sauberen Treffern an Andexer, die lange mit ihrem letzten Nachlader wartete, vorbeizog. Franziska Preuß kam mit einem Nachlader aus, der Rückstand auf die Spitze auf der zehnten Position wuchs allerdings auf über zwei Minuten an. Lou Jeanmonnot lief eine einsame zweite Runde an der Spitze. Auchentaller Davidova und auch Andexer kamen nicht näher an sie heran. Mit gutem Vorsprung kam die Französin zum entscheidenden Anschlag, stand allein auf Schießbahn eins, begann mit einem Fehler, ließ vier Treffer folgen, benötigte dann zwei Nachlader für die erste Scheibe, und war weg Richtung Ziel, bevor ihre Verfolgerinnen sich bereit machen konnten. Auchentaller für Italien räumte ab und war als Zweite in die Schlussrunde gekommen. Dahinter kämpfte Anna Andexer neben der erfahrenen Schwedin und während Andexer eine Strafrunde kassierte kam Hanna Oeberg als Vierte hinter Tschechien zurück. Oebergs Rückstand auf Davidova betrug uneinholbare 19 Sekunden eingangs der letzten Runde. Zu allem Überfluss kassierte Franziska Preuß auch noch eine Strafrunde im letzten Anschlag und so wurde es nichts mehr für die deutsche Damenstaffel mit einer Aufholjagd. Sie mussten sich zum Saisonbeginn mit einem elften Rang begnügen.

Ergebnis

Der weitere Wettkampfplan in Östersund

Bildergalerie

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