Heimsieg für schwedische Single-Mixed-Staffel in Östersund - xc-ski.de Langlauf

Heimsieg für schwedische Single-Mixed-Staffel in Östersund

Nach einer starken Vorstellung gewinnen Sebastian Samuelsson und Ella Halvarsson den ersten Single-Mixed-Bewerb beim Biathlon Weltcup in Östersund vor Norwegen. Das deutsche Team hält lange mit, verliert den Zielsprint gegen Frankreich und belegt am Ende nur 0,5 Sekunden dahinter den vierten Platz.

Schwedische Single-Mixed dominiert

Ella Halvarsson (SWE), Sebastian Samuelsson (SWE), (l-r) © Manzoni/NordicFocus

24 Single Mixed Staffeln waren beim Biathlon Weltcup in Östersund am Start. Vergangene Saison holten sich die Schweden bei der ersten Single Mixed Staffel in Kontiolahti mit demselben Team den Sieg und ein Jahr später im heimischen Östersund waren es wieder Ella Halvarsson und Sebastian Samuelsson, die zu keiner Zeit an ihrem Siegeswillen zweifeln ließen. Nach insgesamt vier Nachladern überquerte Ella Halvarsson die Ziellinie 19,1 Sekunden vor der Norwegerin Maren Kirkeeide. Bei der Single Mixed Staffel eröffnen mal die Frauen und mal die Männer das Rennen. In Östersund waren es die Herren, was zugleich bedeutete, dass die Frauen nach dem letzten Schießen noch eine Schlussrunde zu laufen hatten. Für das deutsche Team mit Lucas Fratzscher und Marlene Fichtner war der Weltcupstart in der Single Mixed eine Premiere und am Ende fehlten nach insgesamt nur drei Nachlader auf dem vierten Rang nur 0,5 Sekunden auf das ersehnte Podest. Sturla Holm Laegreid und Maren Kirkeeide auf dem Silberrang benötigten insgesamt sechs Nachlader. Fabien Claude und Camille Bened hatten nach einer Strafrunde und sechs Nachladern 37,3 Sekunden Rückstand auf die siegreichen Schweden.

   

Der Rennverlauf

Samuelsson bringt seine Staffel an die Spitze

Sebastian Samuelsson (SWE) © Manzoni/NordicFocus

Frankreich, Schweden und Deutschland kamen in Führung liegend zum ersten Anschlag. Es wurde gut geschossen und viele kamen ohne Nachlader aus. Sturla Holm Laegreid ging als Erster weg, gleich hinter ihm Fabien Claude, Simon Eder und Lucas Fratzscher sowie der Schwede Sebastian Samuelsson. Zum zweiten Schießen, im Stehendanschlag, kamen acht Athleten innerhalb von fünf Sekunden an. Nach dem Schießen wurde sofort auf die Frauen gewechselt und Sebastian Samuelsson kam als Erster und übergab nahezu zeitgleich mit Frankreich. Der Schweizer Stalder übergab als Dritter, dann Simon Eder, Sturla Holm Laegreid und Jakov Fak. Lucas Fratzscher benötigte eine Zusatzpatrone und wechselte auf Marlene Fichtner, zugleich seine Lebensgefährtin, als Siebter. Der Rückstand auf die Spitze betrug 7,9 Sekunden. 

Halvarsson baut den Vorsprung aus

Amy Baserga (SUI) © Nordnes/NordicFocus

Ella Halvarsson machte Tempo an der Spitze, kam mit einem kleinen Vorsprung zum Liegendanschlag, dann Norwegen, Frankreich, die Schweiz und Marlene Fichtner. Schweden mit Halvarsson blieb in Führung und hat durch eine schnelle Schießeinlage die Führung nochmals minimal ausgebaut. Camille Bened und Amy Baserga waren die nächsten und als Vierte 10,3 Sekunden hinter den Schweden bog Marlene Fichtner in die nächste Runde ein. Obwohl die Runde sehr kurz ist, gelang es Halvarsson erneut ihren Vorsprung auszubauen. Dennoch war auf der Strecke wenig möglich und die Leistung am Schießstand ausschlaggebend. Halvarsson traf mit einem Nachlader, dadurch schmolz der Vorsprung und schickte ihren Team-Partner Sebastian Samuelsson 5,9  Sekunden vor Norwegen ins Rennen. Amy Baserga hielt für die Schweiz den dritten Rang, knapp vor Frankreich, Österreich und Lucas Fratzscher übernahm mit 19,5 Sekunden Rückstand an sechster Position.

Samuelsson lässt Verfolgern keine Chance

Sturla Holm Laegreid (NOR), Lucas Fratzscher (GER), (l-r) © Nordnes/NordicFocus

Samuelsson räumte liegend mit einer fehlerfreien Fünferserie ab. Nach ihm kam Sturla Holm Laegreid (+ 4,7 Sek.) zurück, Frankreich folgte und Lucas Fratzschers Abstand zu den führenden Schweden betrug nach dem Liegendanschlag 27 Sekunden auf der vierten Position, dicht gefolgt vom Österreicher Simon Eder. Samuelsson lief an der Spitze hohes Tempo und vergrößerte den Vorsprung auf seine Verfolger. Samuelsson und Laegreid standen Seite an Seite bei ihrem letzten Anschlag mit dem besseren Ende für den Schweden, der wiederum fehlerfrei abräumte und Halvarsson 12,9 Sekunden vor den Verfolgern aus Norwegen auf die Strecke schickte. Der Franzose Fabien Claude musste in die Strafrunde und dadurch konnte Lucas Fratzscher mit einer fehlerfreien Serie an ihm vorbeiziehen. Marlene Fichtner übernahm mit 30,6 Sekunden Rückstand an dritter Position mit leichtem Vorsprung vor Österreich, Frankreich und der Schweiz. 

Schweden wiederholt Vorjahressieg zum Saisonbeginn

Camille Bened (FRA) © Manzoni/NordicFocus

Wie Samuelsson zuvor ließ auch Halvarsson ihren Verfolgerinnen auf der Strecke keine Chance, kam deutlich vor Norwegen zum Liegendanschlag. Der erste Schuss verfehlte das Ziel, mit der Zusatzpatrone wurde die Scheibe weiß, bevor Kirkeeide den ersten Treffer setzte. Norwegen benötigte zwei Nachladepatronen, Fichtner eine, und Kirkeeide kam 24,9 Sekunden nach Halvarsson in die Spur, 13,6 Sekunden nach ihr bog Marlene Fichtner in die nächste Runde ein. Sie hatte ein Polster von 12,2 Sekunden auf die hinter ihr laufende Lisa Theresa Hauser und 15,5 Sekunden auf die Französin Camille Bened auf Rang fünf. Richtung Stehendanschlag hielt die Norwegerin ihren Rückstand gleich, Fichtner, Bened und Hauser waren nicht so schnell unterwegs, ihr Rückstand wuchs. Halvarsson verfehlte eine Scheibe, benötigte dafür aber zwei Nachlader und ging vom Schießstand weg, während Kirkeeide neben ihr ein Mal nachladen musste. Fichtner räumte ihre fünf Scheiben ab und bog als Dritte in die Schlussrunde ein, mit nur vier Sekunden Vorsprung auf die Französin, auf die Österreicherin Lisa Theresa Hauser betrug ihr Vorsprung 9,5 Sekunden. Bened saugte sich schnell an Fichtner heran, blieb vorerst im Windschatten um dann in der Abfahrt vorbeizuziehen. Fichtner eroberte vorerst wieder Rang drei, ein erbitterter Kampf entbrannte und Fichtner hatte dann im Zielsprint doch das Nachsehen. Camille Bened mit mehr Power in den Beinen holte sich 0,5 Sekunden vor Marlene Fichtner den Bronzerang.

Deutsches Team Fratzscher/Fichtner zufrieden

Marlene Fichtner (GER) © Manzoni/NordicFocus

Auch im realen Leben sind Lucas Fratzscher und Marlene Fichtner ein Paar. Ein gemeinsamer Start bei einer Single-Mixed im Weltcup war ihre Premiere und wenn sich vor allem Marlene Fichtner bei ihrem Zieleinlauf kurz geärgert hat, über das knappe Ergebnis, sind beide unisono zufrieden mit ihrer Leistung. „Zufrieden sind wir auf jeden Fall. Marlene hat es schon geärgert, weil es so knapp war, für den dritten Platz. Wir haben uns beide Vollgas reingehauen und waren so nah dran,“ so Lucas Fratzscher nach dem Wettkampf in der ARD. Marlene Fichtner bestätigte dies: „Zuerst habe ich mich ein bißchen geärgert, dass es so knapp war. Die Französin hatte mehr Schwung, als sie aus meinem Windschatten gekommen ist. So hatte sie mehr Geschwindigkeit, aber wir freuen uns sehr, dass es so gut geklappt hat.“ Vor allem am Schießstand arbeitete das deutsche Team mit nur drei Nachladern am Besten. Hinter Deutschland überquerte das österreichische Team mit Lisa Theresa Hauser und Simon Eder (4 NL) die Ziellinie auf dem fünften Rang vor den Schweizern Sebastian Stalder und Amy Baserga (9 NL).

Ergebnis

Der weitere Wettkampfplan in Östersund

Bildergalerie

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