Jeanmonnot gewinnt Verfolgung beim Biathlon Weltcup Ruhpolding – Grotian erfüllt Olympiaqualifikation - xc-ski.de Langlauf

Jeanmonnot gewinnt Verfolgung beim Biathlon Weltcup Ruhpolding – Grotian erfüllt Olympiaqualifikation

Lou Jeanmonnot gewinnt die Verfolgung beim Biathlon Weltcup in Ruhpolding und baut damit ihre Führung in der Gesamtweltcupwertung aus. Hanna Oeberg kämpft sich nach drei Strafrunden durch ausgezeichnetes Stehendschießen zurück und wird Zweite vor Camille Bened. Selina Grotian erfüllt die zweite Hälfte der Olympiaqualifikation. 

Die Ausgangssituation

Suvi Minkkinen (FIN) © Thibaut/NordicFocus

Hanna Oeberg war als Sprintsiegerin die Gejagte im abschließenden Verfolgungsrennen in Ruhpolding. Der Vorsprung zu ihren Verfolgerinnen Lou Jeanmonnot, Lisa Vittozzi, Elvira Oeberg, Franziska Preuß und Suvi Minkkinen war nur gering. Jeanmonnot im gelben Trikot der Gesamtweltcupführenden und die Finnin Suvi Minkkinen im roten. Sie führt derzeit in der Verfolgungswertung. Bisher gab es vier Verfolgungen und Minkinnen erreichte nach einem Ausrutscher in Hochfilzen (Platz 13) in Östersund, in Annecy Le Grand Bornand und in Oberhof den zweiten Platz. Die Verfolgung von Östersund gewann die Österreicherin Lisa Theresa Hauser, in Hochfilzen siegte Lisa Vittozzi, in Frankreich Lou Jeanmonnot und zuletzt in Oberhof stand Elvira Oeberg ganz oben auf dem Podest, wo ihre Schwester Hanna von Platz 13 aus den dritten Podestrang erreichte.

Jeanmonnot geht in Führung

Lou Jeanmonnot (FRA) © Thibaut/NordicFocus

Richtung ersten Liegendanschlag veränderten sich die Positionen im vorderen Bereich nicht, aber Hanna Oeberg bauten ihren Vorsprung minimal aus. Sie verfehlte eine Scheibe und drehte in die Strafrunde ab, aber von ihren Verfolgerinnen kam nur Lou Jeanmonnot fehlerfrei durch und übernahm die Führung. Julia Tannheimer, die wohl etwas zu forsch anging, hatte zwar viele Plätze in der ersten Runde gut gemacht aber mit vier Fehlern im ersten Anschlag alle Chancen auf eine vordere Platzierung vergeben. 

Hanna Oeberg kreiselt

Auf der nächsten Runde konnte Hanna Oeberg zu Lou Jeanmonnot aufschließen und war beim Schießstand wieder dran. Dahinter kam als Dritte Elvira Oeberg, dann Lisa Vittozzi und Maren Kirkeeide und an deren Skienden Franziska Preuß. Beim zweiten Liegendanschlag wartete Jeanmonnot lang mit ihrem ersten Schuss und gab die weiteren Treffer konzentriert ab. Hanna Oeberg kassierte zwei weitere Extrarunden und während die Französin enteilt war, folgten die fehlerfrei gebliebenen Elvira Oeberg und Lisa Vittozzi. Auch Franziska Preuß hielt sich schadlos und war in einer größeren Gruppe hinter dem Trio in die Spur zurück gekommen.  

Hanna Oeberg kommt wieder in den Podestbereich

Richtung erstem Stehendanschlag lief Jeanmonnot an der Spitze hohes Tempo, aber die Verfolgerinnen hielten mit. Die Französin stand allein auf Schießbahn eins und ließ mit fünf Treffern keine Zweifel aufkommen. Elvira Oeberg musste in die Strafrunde abbiegen, auch Lisa Vittozzi und Maren Kirkeeide. Aber Hanna Oeberg, die zuvor schon drei Strafrunden kassierte, brachte die Null und verließ den Schießstand 33,6 Sekunden hinter der führenden Französin an zweiter Position. Dahinter kam mit Anna Magnusson, Camille Bened, Franziska Preuß und Elvira Oeberg eine starke Verfolgergruppe.    

Lou Jeanmonnot gewinnt vor Hanna Oeberg

Hanna Oeberg (SWE), Lou Jeanmonnot (FRA), Camille Bened (FRA), (l-r) © Thibaut/NordicFocus

Zum entscheidenden Schießen hat Lou Jeanmonnot ihren Vorsprung an der Spitze deutlich ausgebaut. Mit einem Fehlschuss machte sie es noch einmal spannend. Die Französin war aber bereits aus der Strafrunde zurück bevor die Verfolgerinnen die Chance nutzen konnten. Mit 9,1 Sekunden Rückstand folgte Hanna Oeberg nach der Null als Zweite. Camille Bened brachte auch im letzten Anschlag die Null und lief nach zwanzig Treffern mit einem Rückstand von 14,9 Sekunden an dritter Position. Hanna Oeberg kam immer näher an Jeanmonnot heran und sah sie bereits vor sich. Am Ende reichte es nicht mehr, vor allem über den Schießstandberg, den Jeanmonnot deutlich stärker bewältigte, verschaffte sie sich den entscheidenden Vorteil. Mit einem Vorsprung von 10,5 Sekunden gewinnt schließlich Lou Jeanmonnot die Verfolgung vor Hanna Oeberg, die zwei Strafrunden mehr zu laufen hatte. Nach der Verfolgung von Annecy und den Sprint in Oberhof feiert Lou Jeanmonnot mit dem Verfolgungssieg den dritten Weltcupsieg in dieser Saison. Die Französin hat damit ihren Vorsprung in der Gesamtweltcupwertung ausgebaut und möglicherweise klappt es für sie ja dieses Jahr, nachdem sie in den Jahren zuvor einmal Zweite hinter Lisa Vittozzi und im letzten Jahr Zweite hinter Franziska Preuß wurde. Nach dem Rennen sagte Lou Jeanmonnot, dass sie die Strecken in Ruhpolding sehr gerne mag. „Ja, die Strecke ist einfach, aber du musst jedes Mal deine perfekte Leistung abrufen. Du musst wirklich perfekt sein, sowohl im Laufen als auch im Schießen.“ Von den 22.800 Zuschauern wurden in der Chiemgau-Arena nicht nur die deutschen Läuferinnen angefeuert, sondern alle Athletinnen, insbesondere auch die Siegerin Lou Jeanmonnot: „Die deutschen Fans sind nach den französischen die Besten. Sie haben auch mich toll angefeuert und das hat mir gut gefallen.“ 

Camille Bened komplettiert das Podest

Camille Bened (FRA) © Thibaut/NordicFocus

Die 25jährige Französin Camille Bened schaffte als Einzige aller Starterinnen ihre zwanzig Scheiben weiß werden zu lassen. Von Platz zehn aus ins Rennen gestartet verbesserte sie sich damit auf den dritten Rang, nur 2,4 Sekunden hinter Hanna Oeberg. Bened erreichte damit nach ihrem dritten Rang im Einzel vom Östersund zum zweiten Mal in dieser Saison eine Podestplatzierung. Nur knapp dahinter auf Rang vier platzierte sich mit einem Fehlschuss die Norwegerin Maren Kirkeeide. Amy Baserga machte einen großen Sprung von Rang 22 auf die fünfte Position. Insbesondere auf der Schlussrunde zählte sie zu den Schnellsten und machte dadurch noch vier Positionen gut. Sie und auch die Französin Oceane Michelon zogen auf der Schlussrunde noch an Franziska Preuß vorbei, die schließlich einen Wimpernschlag später als Siebte die Ziellinie überquerte.  

Selina Grotian schafft zweiten Teil der Olympiaqualifikation

Selina Grotian (GER) © Thibaut/NordicFocus

Selina Grotian, die noch gemeinsam mit Franziska Preuß zum letzten Anschlag kam, kassierte zum Abschluss noch einmal zwei Strafrunden und fiel mit einem Rückstand von einer Minute auf die 14. Position zurück. Aus dem deutschen Team hatte sie die schnellste Verfolgungszeit, wenn auch die knapp eine Minute hinter der Schnellsten, von Oceane Michelon, lag. Die Ziellinie überquerte Selina Grotian auf Rang 13 und damit hat sie auch den noch fehlenden Teil der Olympiaqualifikation erfüllt. Auf die Frage am ZDF-Mikrofon, wieviel Steine ihr nach dem Zieleinlauf vom Herzen gefallen seien, meinte sie „hundert Millionen.“ Grotian erklärte aber auch, dass die zwei Fehler zum Schluss nicht unbedingt mit dem Druck die Olympianorm zu erfüllen zusammenhingen. „Ich glaube nicht, dass es an der Norm lag. Mir fehlt einfach die Praxis Frau gegen Frau schießen. Ich glaube es lag an der nicht ganz so guten Praxis als an der Norm.“ Selina Grotian musste ja wegen einer Corona-Infektion die beiden Weltcups in Hochfilzen und in Annecy auslassen. „Man weiß nie daheim, wenn man alleine trainiert, wo steht man eigentlich.“ Dennoch ärgerte sie sich über die zwei Fehler. „Es war ein ganz schön hartes Rennen hinten raus. Mich ärgern die zwei Fehler, aber ich bin sehr erleichtert und froh, dass die Kämpferei vorbei ist.“   

Gemischtes Fazit von Franziska Preuß

Franziska Preuss (GER) © Thibaut/NordicFocus

Nachdem Franziska Preuß während des ganzen Rennen auf Lauerstellung Richtung Podest lief und die Strafrunde aus dem ersten Anschlag in etwa kompensiert hatte, war mit einer Null im letzten Anschlag alles möglich. Genau da fiel eine Scheibe nicht und die gute Position nach der Strafrunde dahin. „Das war gerade der letzte Schuss. Der war nicht weit weg hoch, aber daneben ist daben. 150 Extrameter, dann läuft man wieder den Ticken hinterher,“ so eine etwas enttäuschte Franziska Preuß nach dem Rennen im ZDF. Ihr Fazit fiel eher gemischt aus. „Es gibt einfach noch Baustellen, die man in den Griff kriegen muss, um wieder eine Top-Platzierung zu haben.“ Franziska Preuß gab auch an, dass, wenn auch viele Top-Athleten nicht beim Biathlon Weltcup in Nove Mesto pausieren, sie auf jeden Fall dort starten wird. „Ich brauche noch ein paar Rennkilometer. Mir fehlt im Dezember einiges.“ Nach ihren Angaben geht es von dort nach Obertilliach zur finalen Vorbereitung. „Und dann sind wir bei den Ringen.“ 

Die weiteren deutschen Ergebnisse

Julia Tannheimer (GER) © Thibaut/NordicFocus

Für Julia Tannheimer begann die Verfolgung mit vier Strafrunden im ersten Anschlag denkbar schlecht. Auch im zweiten Schießen verfehlten sie noch eine Scheibe, bevor sie dann in den beiden Stehendanschlägen jeweils die Null brachte. In der Schlussrunde lief sie nur 2,3 Sekunden hinter Elvira Oeberg und sicherte sich durch die gute Laufleistung am Ende Rang 23. Vanessa Voigt hielt sich in den beiden Liegendanschlägen schadlos, kassierte stehend in jedem Anschlag eine Strafrunde und verbesserte sich am Ende von Rang 45 auf 26. Sophia Schneider blieb in keinem Schießen fehlerfrei. Mit insgesamt fünf Strafrunden überquerte sie die Ziellinie als 44. Für Janina Hettich-Walz lief es am Schießstand nicht besser. Mit dem Schießergebnis 0:3:1:2 hatte sie mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun und platzierte sich schließlich als 48.
Aus dem österreichischen Team behauptete Anna Gandler den 14. Rang aus dem Sprint und war damit beste Österreicherin. Die Schweizerin Amy Baserga hat sich trotz zwei Strafrunden von Rang 22 aus mit überzeugender Vorstellung in der Spur bis auf fünf nach vorne gekämpft. Auch Lea Meier konnte Plätze nach vorne gut machen und überquerte die Ziellinie als Zwölfte. Ganz anders Lena Häcki-Groß. Sie hatte erneut großes Sturzpech und am Ende war für sie nicht mehr drin als der 40. Platz.  

Ergebnis

Weltcupstand Damen nach Ruhpolding

Bildergalerie

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