Der schwedische Biathlon-Verband hat die Kader für die nächste Saison vorgestellt. Acht Damen und sechs Herren gehören zur Auswahl der A-Nationalmannschaft für den Biathlon Weltcup und elf Athleten bilden das nationale Entwicklungsteam. Der ehemalige Trainer der deutschen Langläuferinnen, Per Nilsson, übernimmt die neu geschaffene Position des Entwicklungsmanagers.
Auswahl der A-Nationalmannschaft 2026/2027
Der schwedische Biathlon blickt auf eine Rekordsaison zurück: 34 Podiumsplätze im Weltcup, drei olympische Medaillen, 15 Podiumsplätze im IBU-Cup sowie sechs Medaillen bei den Junioren-Weltmeisterschaften und Junioren-Europameisterschaften. Hanna Oeberg beendete letzte Saison auf dem zweiten Rang der Gesamtweltcupwertung und ihre Schwester Elvira wurde Vierte. Ab dem Sommer 2026 übernimmt ihre Mutter Viktoria die Rolle der Managerin in Vollzeit für die beiden Schwestern. Neben Hanna und Elvira Oeberg finden sich sechs weitere Damen in der A-Nationalmannschaft:
Damen: Anna Magnusson, Anna-Karin Heijdenberg, Ella Halvarsson, Elvira Öberg, Hanna Öberg, Johanna Skottheim, Linn Gestblom und Sara Andersson.
Anna Magnusson hat eine starke Saison hinter sich, in der sie zeitweise die Gesamtwertung des Weltcups anführte. Vor Saisonende war ihre Zukunft ungewiss, doch nun hat Anna erfreulicherweise beschlossen, mindestens ein weiteres Jahr weiterzumachen,“ schreibt der Verband in seiner Pressemitteilung.
In die höchste Gruppe der Herren sind sechs Athleten berufen. Neben bekannten, etablierten Namen wurde der Nachwuchsathlet Philip Lindkvist Flötten berufen. „Philip machte sich mit drei Medaillen bei den Junioren-Weltmeisterschaften einen Namen, was ihm sein Weltcup-Debüt in Holmenkollen einbrachte,“ so der Verband. „Es ist ein tolles Gefühl, Teil der A-Nationalmannschaft zu sein. Das war ein lang gehegter Traum von mir, und es ist großartig, jetzt dabei zu sein. Ich freue mich darauf, nach Östersund zu ziehen und mit den anderen im Team zu trainieren“, wird Philip Lindkvist Flötten zitiert.
Herren: Jesper Nelin, Malte Stefansson, Martin Ponsiluoma, Philip Lindkvist Flötten, Sebastian Samuelsson und Viktor Brandt.
„Wir stehen auf einem soliden Fundament, sind aber noch lange nicht am Ziel. Bei der Auswahl für diese Saison geht es sowohl um die Leistung im Hier und Jetzt als auch um die Entwicklung von Athleten und Führungskräften für die Zukunft“, sagt Anna-Maria Uusitalo, Sportdirektorin des Schwedischen Biathlonverbandes. Mit der Schaffung neuer Positionen, wie etwa einem Entwicklungsmanager (ab Mai 2026), wird verstärkt in langfristige Strukturen und die Förderung von Talenten investiert.
Geballte Erfahrung im Trainerteam
Das A-Nationalteam wird von einem erfahrenen Trainerteam geleitet. Johannes Lukas verantwortet die Arbeit gemeinsam mit den Biathlontrainern Jonne Kähkönen, Johan Hagström und Mattias Nilsson. Sie bilden das Zentrum für die besten Biathleten und verfolgen dabei einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem der aktive Athlet im Mittelpunkt steht und durch eine Reihe von Spezialkompetenzen im täglichen Training unterstützt wird. Im medizinischen Bereich bleiben Nationalmannschaftsarzt Magnus Oscarsson und Physiotherapeut Marcus Bystedt in ihren Funktionen. Gleichzeitig wird das Team durch die qualifizierte Physiotherapeutin Erika Nilsson verstärkt, die künftig in Östersund tätig sein wird. Dadurch können aktivere Spielerinnen und Spieler gezielt bei der Verletzungsprävention und einem angepassten Krafttraining unterstützt werden. Diese Initiative zielt darauf ab, den aktiven Athletinnen und Athleten noch bessere Bedingungen für ihre Entwicklung, Regeneration und Leistungsfähigkeit zu bieten.
„Vision 2031“
Die „Vision 2031“ ist das klare Ziel des schwedischen Biathlon-Verbands. Schweden will Weltmarktführer im Biathlon werden, wie es der Verband im Strategieplan 2031 zu Papier gebracht hat. Dort ist konkretisiert: „Wenn wir von Weltmarktführerschaft sprechen, meinen wir das im weitesten Sinne. Es geht darum, unsere Organisation und unsere Arbeitsmethoden auf allen Ebenen weiterzuentwickeln – und in den Bereichen Bildungsarbeit, Sportförderung, Führungskräfteentwicklung und der Durchführung unserer Veranstaltungen weltweit führend zu werden.“ Schweden bewirbt sich mit Östersund um die Ausrichtung der Biathlon Weltmeisterschaft 2031. Als Grundlage für die WM-Bewerbung soll die Arena in Östersund für circa 13 Millionen Euro ausgebaut und ein modernes Trainingszentrum für Profis und Nachwuchs entstehen. Das neue Zentrum in Östersund soll bis Oktober 2027 fertiggestellt sein und beinhaltet ein Fitnessstudio, einen Indoor-Schießstand sowie Biathlon-Laufbänder, um die Trainingsbedingungen auf Weltklasse-Niveau zu heben.
Nationales Entwicklungsteam 2026/2027
Das diesjährige Team besteht aus elf Athleten mit Erfahrung aus verschiedenen Nationalmannschaftsaktivitäten. Bei den Herren ist das Niveau hoch, und in diesem Jahr sind mehrere erfahrene Läufer dabei, die große Fortschritte in Richtung Weltspitze gemacht haben. Bei den Damen liegt der Fokus klarer auf der Entwicklung; die Mannschaft steht am Anfang ihres Weges zur internationalen Weltspitze. Ein wichtiger Bestandteil der Kontinuität im Team ist, dass das Trainerduo Elisabeth Juudas und Ola Ravald ihre Positionen fortführt. Sie gehen nun in ihr fünftes Jahr als Leiter des nationalen Nachwuchsteams. Elisabeth konzentriert sich dabei hauptsächlich auf das Schießen, während Ola für das Konditionstraining und die Technik verantwortlich ist. Gemeinsam schaffen sie eine solide Grundlage für die Entwicklung hin zur Weltspitze.
Damen: Astrid Karlstedt, Elsa Brandt, Elsa Tänglander, Greta Lindqvist Seldahl, Ida Eriksson und Lydia Hägg Eveby.
Herren: Jacob Larsson, Martin Höiby, Melker Nordgren, Oscar Andersson und Victor Berglund.
„Wir haben zwei Teams mit leicht unterschiedlichen Profilen. Bei den Herren gibt es Läufer, die fast das Niveau der A-Nationalmannschaft haben, während die Damen eher ein reines Nachwuchsteam sind. Das sorgt für eine spannende Dynamik, in der sich die aktiven Läufer gegenseitig herausfordern und zu Höchstleistungen anspornen können. Ich freue mich sehr auf die Arbeit mit dieser Gruppe und glaube, dass uns ein wirklich interessantes Jahr bevorsteht“, sagt Elisabeth Juudas.
Enge Zusammenarbeit
In der kommenden Trainingssaison wird das Nachwuchsteam noch enger mit der A-Nationalmannschaft zusammenarbeiten. Unter anderem findet Mitte Juni ein gemeinsames Trainingslager in Meraker statt. Ziel ist es, beide Teams zu stärken, den Erfahrungsaustausch zu intensivieren und den Weg vom Nachwuchsbereich zur Weltspitze noch klarer zu gestalten. Zusätzlich zu seiner Rolle im Nachwuchsnationalteam wird Ola Ravald auch als technischer Trainer in der A-Nationalmannschaft mitwirken und so den Erfahrungsaustausch zwischen den Ebenen innerhalb der Organisation stärken. „Ich freue mich darauf, weiterhin mit einer motivierten Gruppe von Mädchen und Jungen zusammenzuarbeiten, die sich als Biathleten weiterentwickeln wollen. Wir haben ein ehrgeiziges Team, das sowohl in der Loipe als auch auf dem Schießstand Höchstleistungen erbringen möchte“, sagt Ola Ravald. Die Investition ist ein wichtiger Bestandteil der langfristigen Bemühungen, den Nachwuchs der etablierten Athleten zu fördern und den schwedischen Biathlon langfristig an die Weltspitze heranzuführen. Das Ziel ist klar: Schweden soll bis 2031 zu einer der drei führenden Nationen im IBU-Cup werden.
Geänderter Trainingsplan
Im Vorfeld der kommenden Saison wird der Trainingsplan angepasst, wobei der Fokus im Sommer und in der Vorbereitung verstärkt auf dem heimischen Platz in Östersund liegt. Nach einem intensiven Olympiajahr soll die Anzahl der Reisetage reduziert und gleichzeitig die hervorragenden Trainingsmöglichkeiten in und um Östersund optimal genutzt werden. Jonne Kähkönen und Johannes Lukas werden längere Zeiträume vor Ort sein, was für Kontinuität im Trainingsalltag sorgt. Der Plan bietet den Aktiven bessere Bedingungen für Ausgleich und Regeneration und gibt ihnen gleichzeitig mehr Möglichkeiten, Verantwortung für ihre eigene Entwicklung zu übernehmen. „Innerhalb des neuen Trainerteams und unter der Leitung des Sportdirektors haben wir einen guten Plan für die kommende Trainingssaison entwickelt. Wir werden enger mit den Nationalmannschaften zusammenarbeiten, um den gesamten Spitzensport im schwedischen Biathlon weiterzuentwickeln“, so Cheftrainer Johannes Lukas. „Es ist sehr erfreulich, dass fast alle etablierten aktiven Mitglieder weitermachen wollen. Das schafft ein Gefühl der Sicherheit in der Gruppe, in der sich alle gut kennen und wir bereits eine gute Dynamik haben. Gleichzeitig freuen wir uns, Philip, einen jungen und hochmotivierten Skater, in unserem Team begrüßen zu dürfen, von dem wir überzeugt sind, dass er sich in diesem Umfeld stark weiterentwickeln kann,“ wird Johannes Lukas weiter zitiert.
Per Nilsson neuer Entwicklungsmanager
(Quelle: Schwedischer Biathlonverband)