Die lang ersehnten Olympischen Spiele, das Highlight, auf das alle die letzten vier Jahre hingefiebert haben, steht nun kurz bevor. Wer dabei ist, erfahrt ihr hier…
Diskussionen um Quotenregelung
Viele Nationen taten sich schwer mit der Nominierung, aber es gab auch generell Diskussionen um die Startquoten. Von den 148 maximal möglichen Startplätzen gingen viele an kleine Nationen, die aber nicht alle genutzt werden könnten. Teilweise gaben die Nationen Startplätze zurück, die dann nach der Nationenwertung an andere Nationen vergeben wurde. Da bei den Herren aber zahlreiche kleine Nationen dabei sind und die entsprechenden Athleten sich für ihren Quotenplatz qualifiziert haben, fehlen diese Startplätze den anderen Nationen. Darum gibt es bei den Herren nur zehn Nationen, die vier oder mehr Startplätze haben – mehr Starter wird es also bei der Herrenstaffel nicht geben. Österreich und Großbritannien gehören zu den Leidtragenden, die bei den Herren nur drei Athleten zu den Olympischen Spielen schicken können. Bei den Damen können es bis zu 19 Teams im Staffelrennen werden.
Deutsches Team hofft auf Rydzek und Gimmler
Das deutsche Team hat vor den Olympischen Spielen viel Licht und Schatten gesehen. Sehr gut lief es bei den Damen, wo sechs von sieben Olympiastarterinnen die erforderliche Norm des DSV knackte – viele davon schon im Dezember. Als Medaillenkandidaten gelten Coletta Rydzek und Laura Gimmler vor allem im Teamsprint, aber möglicherweise auch im Einzelsprint, wenn die favorisierten Schwedinnen patzen. Sofie Krehl holte immerhin noch einen 15. Rang und erhielt grünes Licht vom Deutschen Olympischen Sportbund, das Team zu komplettieren, das auch mit der Staffel um Edelmetall kämpft. Düster sieht es dagegen bei den Herren aus, wo nur Florian Notz und Sprinter Jan Stölben die erforderliche Norm erreicht haben und die anderen auch ohne die entsprechenden Ergebnisse mitgenommen werden, um eine deutsche Staffel stellen zu können. Friedrich Moch quälte sich mit schlechter Form durch die Tour de Ski, aber die Form kam nicht. Seither befand sich der Isnyer im Training. Ob er inzwischen konkurrenzfähig ist, wird sich zeigen müssen. Sein 19-jähriger Bruder Jakob Moch wurde ebenfalls nominiert, nachdem er eine gute Tour de Ski lief und er vorher in Davos als 21. im Weltcup debütierte. Er hat seither einige Reisekilometer hinter sich, weil Mitte Januar sein zweites Semester Business (BWL) am College in Boulder, Colorado, begonnen hat. Nach College-Rennen am letzten Wochenende reiste er Anfang der Woche ins Allgäu, um sich der Trainingsgruppe für die Olympiavorbereitung anzuschließen. Der Fünfte im Bunde ist Janosch Brugger, der als Bestleistung in diesem Winter einen 16. Platz zu Buche stehen hat. Bei den Damen erhielt Theresa Fürstenberg den achten Quotenplatz. Die Halb-Norwegerin fährt aber nicht mit nach Italien, weil sie nur im Notfall als Ersatz für die Staffel nachreisen würde.
DEUTSCHLAND (8/5)
Coletta Rydzek
Laura Gimmler
Katharina Hennig Dotzler
Pia Fink
Katherine Sauerbrey
Helen Hoffmann
Sofie Krehl
Theresa Fürstenberg (nur Ersatz für Staffel)
–
Florian Notz
Jan Stölben
Friedrich Moch
Jakob Moch
Janosch Brugger
Viele Diskussionen um norwegisches Team
Wohl am härtesten umkämpft waren die Plätze bei den Norwegern, wo aber Mathilde Myhrvold ihren Platz verletzungsbedingt aufgeben musste. Im Dezember war sie in so guter Form, dass auch eine olympische Medaille möglich gewesen wäre – aber dann kam die Tour de Ski. Bei einem kleinen Wegrutscher in der letzten Kurve des Sprintfinals kugelte sie sich die Schulter aus und eine genaue Diagnose wurde nie bekannt. Zwei Wochen später hieß es, ihre Teilnahme an den Olympischen Spielen sei in Gefahr und bei der offiziellen Nominierung tauchte sie nicht mehr auf. Größere Diskussionen gab es aber bei den Herren, wo sich auch Athleten ungerecht behandelt fühlen wie Andreas Fjorden Ree und Didrik Tønseth, der die Nominierungskriterien kritisierte und inzwischen sein Karriereende ankündigte. Auch Emil Iversen meckerte über den Verband, weil sie ihm nicht schon nach der Tour de Ski sein Ticket zusicherten. Der erfahrene Athlet ging auf Risiko und ins Höhentraining und wurde später auch ohne Teilnahme an nationalen Meisterschaften und Weltcup Oberhof ins Olympiateam berufen. Inzwischen hält er es sogar für möglich, dass er seine Karriere auch nach den Olympischen Spielen doch noch fortsetzt. Riskant war es auch für Sprinter Oskar Opstad Vike, der aber nicht absichtlich Meisterschaft und Oberhof ausließ, sondern wegen einer Erkältung. Dennoch erhielt er auch ohne aktuellen Leistungsnachweis bei der Nominierung den Vorzug vor Athleten wie Lars Heggen. Der 20-jährige Youngster hätte eigentlich die deutlich besseren Ergebnisse inklusive eines Sieges gehabt und war zum Zeitpunkt der Nominierung fit, so dass seine Nicht-Nominierung allgemeines Unverständnis auslöste. Warum Vike den Vorzug erhielt, wurde nicht kommuniziert. Auch sein junges Alter und dass er noch drei oder vier Olympische Spiele vor sich hat, kann keine ausreichende Erklärung sein, denn auch Vike ist nur zwei Jahre älter. Heggen selbst sagte nun einer Lokalzeitung, dass er natürlich enttäuscht sei, die nominierten Athleten die Spiele aber mehr verdient hätten als er. Er sei nach dem Oberhofer Weltcup sehr müde gewesen, so dass er aus dem Goms abgereist sei. Einar Hedegart könnte im Val di Fiemme groß abräumen als Langläufer ohne Gewehr auf dem Rücken. Im Einzelstart ist er ohnehin der klare Topfavorit, aber seit Goms hat er auch große Chancen im Teamsprint den Platz von Valnes neben Klæbo zu bekommen. Für die Staffel, die zwischen Einzelstart und Teamsprint auf dem Programm steht, wird er sicher nicht in Frage kommen, da gibt es andere Kandidaten wie Amundsen, die Position drei verdient haben. Als Entschädigung könnte aber der Teamsprint möglich sein, für den er eine eindrucksvolle Bewerbung abgeliefert hat. Streckenkenntnis hat der Freistilspezialist vermutlich mehr als andere. Denn wie bekannt wurde, kletterte er während seines Trainingslagers am Lavazé über den Zaun der abgesperrten Langlaufstrecken und verschaffte sich somit unbefugt Zugang. Hedegart selbst gab gegenüber Medien an, dass die dort arbeitenden Pistenhelfer und Techniker „ziemlich dumm geguckt“ hätten, als er plötzlich auf den Brettern vor ihnen stand. Da er keine offiziellen Trainingsläufe absolvierte, sondern lediglich die Streckenführung besichtigte, kam er ohne offizielle Strafe davon. Die Aktion unterstrich jedoch seinen unbedingten Siegeswillen für die Spiele in Milano-Cortina 2026. Im Zuge der Nominierungen wurde in Norwegen wieder die Einführung von Privatteams im Weltcup diskutiert und der Sinn von Nationalteams. Der Grund dafür ist, dass von den 16 nominierten Norwegern neun außerhalb des Nationalteams im Privatteam wie Aker Dæhlie oder Anlegg Øst oder in Regionalteams trainieren. Einen Rückschlag vor den Spielen musste Davos-Siegerin Karoline Simpson-Larsen hinnehmen, die wie ihr Lebensgefährte, der Biathlet Johan-Olav Botn, im Höhentraining am Lavazé an einem Magen-Darm-Infekt erkrankte.
NORWEGEN (8/8)
Heidi Weng
Kristine Stavås Skistad
Karoline Simpson-Larsen
Astrid Øyre Slind
Milla Grosberghaugen Andreassen
Ingrid Bergene Aabrekk
Julie Bjervig Drivenes
Kristin Austgulen Fosnæs
–
Johannes Høsflot Klæbo
Martin Løwstrøm Nyenget
Harald Østberg Amundsen
Einar Hedegart
Erik Valnes
Mattis Stenshagen
Emil Iversen
Oskar Opstad Vike
Wer darf für Schweden sprinten?
Mit dem Sichern des Olympiatickets ist in Schweden noch nicht alles entschieden, denn zum Aufgebot gehören fünf Athletinnen, die für den Einzelsprint in Frage kommen. Offenbar entscheidet sich der vierte Startplatz zwischen Johanna Hagström und Emma Ribom, was Hagström, die in Trondheim immerhin einen Saisonsieg holte, nicht ganz versteht – allerdings war Ribom als Zweite des Trondheim-Sprints nicht wesentlich schlechter im Bestresultat und beide haben insgesamt schwankende Ergebnisse in dieser Saison. Sonst gab es bei den schwedischen Damen nicht viel zu diskutieren, die drei Distanzläuferinnen Ebba Andersson, Frida Karlsson und Moa Ilar standen nicht in Frage und auch Karlsson meldete sich nach einer Langlauf-Pause wieder komplett schmerzfrei. Ob das auch während der Spiele so bleibt oder ob die Fußverletzung, die starke Schmerzen im Gesäß verursacht, wieder auftritt, wird man abwarten müssen. Bei den schwedischen Herren war die Lage ähnlich wie im deutschen Team und schwache Leistungen machten es schwer, ein konkurrenzfähiges Team zusammenzustellen. Am Ende löste auch der 36-jährige Calle Halfvarsson noch ein Ticket nach einer starken Vorstellung in Oberhof. Den letzten Platz für den Sprint neben Anger, Myhlback und Grahn sicherte sich Johan Häggström, der den Vorzug vor Jesper Persson erhielt. Aber auch eigentliche Leistungsträger wie William Poromaa haben Sorgenfalten auf der Stirn, denn der 25-Jährige hat immer noch Schmerzen durch seine Rippenprellung nach Sturz in Toblach.
SCHWEDEN (8/8)
Ebba Andersson
Maja Dahlqvist
Johanna Hagström
Frida Karlsson
Moa Ilar
Emma Ribom
Jonna Sundling
Linn Svahn
–
Edvin Anger
Gustaf Berglund
Truls Gisselman
Anton Grahn
Calle Halfvarsson
Johan Häggström
Alvar Myhlback
William Poromaa
Finnland muss auf die Sprinter setzen
Im finnischen Team konnten zuletzt Jasmi Joensuu und Johanna Matintalo mit ihren ersten Siegen Selbstvertrauen tanken, während die Stars eher mit gemischten Gefühlen anreisen. Weder die Niskanen-Geschwister noch vor allem Krista Pärmäkoski sind bisher zufrieden mit ihrer Saison und vor allem Pärmäkoski, die ihre Karriere definitiv beenden wird, hatte sich für ihre letzten Spiele eine bessere Form erhofft. Die besten Medaillenchancen haben die Finnen sicher in den Teamsprints und durch Jasmi Joensuu. Kerttu und Iivo Niskanen hätten sich einen Klassik-Einzelstart gewünscht, ohne den sieht es mit Medaillen schlecht aus bei ihnen. Bei der Nominierung Finnlands gab es keine Überraschungen.
FINNLAND (8/8)
Jasmi Joensuu
Kerttu Niskanen
Krista Pärmäkoski
Johanna Matintalo
Jasmin Kähärä
Vilma Nissinen
Vilma Ryytty
Amanda Saari
–
Lauri Vuorinen
Iivo Niskanen
Arsi Ruuskanen
Niko Anttola
Ristomatti Hakola
Emil Liekari
Niilo Moilanen
Joni Mäki
Diggins und Kern, Schumacher und Ogden USA’s Medaillenhoffnungen
Für das US Ski Team geht Jessie Diggins in ihre letzten Spiele und auch Rosie Brennan, die nicht mehr die Form vergangener Jahre hat, will sich bei ihrem vermutlich letzten Großereignis noch einmal beweisen. Diggins ist eine klare Medaillenkandidatin, die sicherlich im Freistil-Einzelstart noch einmal Olympiasiegerin werden will. Im Teamsprint mit Julia Kern könnte es auch noch einmal klappen – schließlich wird auch dann geskatet. Ihr Comeback im Team feierte dieses Jahr Nove McCabe nach nicht näher spezifizierten gesundheitlichen Problemen im letzten Winter und mit ihrem nationalen Titel über 20 Kilometer Freistil im Massenstart bewies sie kürzlich ihre Olympiaform. Noch länger musste das Team auf Hailey Swirbul verzichten, die 2023 ihr Karriereende verkündete, wegen mentaler Probleme durch Leistungsdruck. In der Zwischenzeit beendete sie ihr Studium als Bauingenieurin, arbeitete in dem Beruf und erwarb eine private Pilotenlizenz. Im Herbst kam sie zurück, startete bei null FIS-Punkten und qualifizierte sich für die Spiele. Bei den Herren ist Gus Schumacher in der Form seines Lebens. Im Heat Massenstart bei der Tour feierte er seinen zweiten Weltcupsieg und lief zuletzt im Teamsprint mit Ben Ogden und allein im Klassiksprint aufs Podium, was eigentlich seine schwächste Disziplin ist. Was geht da bei Olympia?
USA (8/8)
Jessie Diggins
Rosie Brennan
Lauren Jortberg
Kendall Kramer
Julia Kern
Novie McCabe
Samantha Smith
Hailey Swirbul
–
Gus Schumacher
JC Schoonmaker
Ben Ogden
John Steel Hagenbuch
Zak Ketterson
Zanden McMullen
Hunter Wonders
Jack Young
Italien mit starkem Team bei Spielen in der Heimat
Italien geht mit sieben Damen und sechs Herren in die Spiele zu Hause im Val di Fiemme. Bei den Damen war die Nominierung mit sieben Plätzen kein großes Problem, bei den Herren tat sich Cheftrainer Markus Cramer mit der Beschränkung auf fünf Athleten aber schwer. Letztlich profitierten die Gastgeber davon, dass Irland mit dem Halb-Norweger Thomas Maloney Westgaard nur einen Athleten hat und somit einen Quotenplatz zurückgab, der an Italien ging. So konnte Cramer sowohl den zuverlässigen Staffelläufer Simone Daprà als auch den Klassiksprint-Spezialisten Simone Mocellini, der nach Jahren mit vielen gesundheitlichen Problemen in sehr guter Form ist, in sein Team berufen. Ob der 35-jährige Federico Pellegrino wie angekündigt nach zwei olympischen Silbermedaillen im Sprint 2018 und 2022 den Klassiksprint wirklich auslässt, um sich auf die Teamwettkämpfe und den Klassik-Massenstart zu konzentrieren, wird man sehen.
ITALIEN (7/6)
Maria Gismondi
Caterina Ganz
Anna Comarella
Iris De Martin Pinter
Federica Cassol
Nicole Monsorno
Martina Di Centa
–
Federico Pellegrino
Elia Barp
Davide Graz
Martino Carollo
Simone Daprà
Simone Mocellini
Stadlober zuversichtlich, Vermeulen ratlos
Das ÖSV-Team hadert damit, nur drei Herren entsenden und somit keine Staffel im olympischen Rennen stellen zu können. Bei den Damen ist das möglich, man erhielt sogar noch einen fünften Startplatz, nachdem eine andere Nation einen zurückgab. Angeführt wird das Team von Teresa Stadlober, die überraschend Zweite bei der Tour de Ski wurde, die so gar nicht auf sie zugeschnitten war. Hinter Mika Vermeulen steht dagegen ein dickes Fragezeichen, der in der schlechtesten Form seit vielen Jahren ist, wie er selbst sagt, und der nicht weiß, woran es liegt. Wie er nach dem erneut schwachen Abschneiden im Goms in seinem Podcast sagte, wisse er nicht, wo er einen Fehler gemacht habe. „Wenn ich auf mein Training in den letzten sechs Monaten zurückblicke, auf meine Ernährung und mein gesamtes Leben als Leistungssportler, glaube ich nicht, dass ich jemals so engagiert und professionell war“, sagte er. Im Goms ist er jedoch der Meinung, dass auch ein schlechter Ski bei schwierigsten Wachsbedingungen ein Grund war. Wie er und James Clugnet im Gespräch feststellten, findet man manchmal keine Ursache, warum es nicht läuft und genauso schnell kann die Form wieder stimmen. Das ist es, worauf Mika Vermeulen nun hofft. „Ich werde mich nun zwei Wochen entspannen. Ich habe meiner Meinung nach alles getan und vor allem nicht zu wenig verglichen mit anderen Jahren. So hoffe ich, bei den Olympischen Spielen wieder da zu sein“, sagte er.
ÖSTERREICH (5/3)
Teresa Stadlober
Magdalena Scherz
Lisa Achleitner
Heidi Bucher
Katharina Budermann
–
Mika Vermeulen
Benjamin Moser
Michael Föttinger
Schweizer im Sprint mit Medaillen
Das Schweizer Team kann auf sieben Damen und fünf Herren setzen. Voraussetzung ist unter anderem ein Ergebnis unter den besten 15 in der aktuellen Saison oder zweimal Top25, aber auch mit einem Podium im FESA Cup hat man in der Schweiz schon einen großen Schritt bei den Qualifikationsrichtlinien getan. Zudem gelten für U24-Athleten gesonderte Regeln wegen mittelfristigem Medaillen- oder Diplom-Potential (also Top8) in der Zukunft. Für Mailand-Cortina haben die Schweizer aber nur in den Sprintentscheidungen Medaillenchancen vor allem durch Nadine Fähndrich, die im Teamsprint wohl wieder mit Anja Weber antreten wird. Bei den Herren lief in diesem Jahr nicht viel nach Plan, auch bei den Top-Sprintern Valerio Grond und Janik Riebli nicht. Dennoch könnte auch für sie eine Medaille möglich sein, wenn alles passt. In der Staffel wäre ein Medaillengewinn wie im letzten Jahr eine große Sensation, denn die Form bei den Distanzläufern ist nicht gut. Beda Klee sicherte sich mit Platz zehn im Goms gerade noch in letzter Sekunde Selbstvertrauen und das Ticket, aber ob er das auf den Olympiastrecken bestätigen kann? Nicola Wigger wurde für seine guten Leistungen nach dem Mittelfußbruch im August mit einem Startplatz belohnt, während andere wie Jason Rüesch, Candide Pralong und Cyril Fähndrich sich nicht qualifizieren konnten, aber Noe Näff sich im Sprint beweisen darf.
SCHWEIZ (7/5)
Fabienne Alder
Nadine Fähndrich
Lea Fischer
Nadja Kälin
Marina Kälin
Alina Meier
Anja Weber
–
Valerio Grond
Beda Klee
Noe Näff
Janik Riebli
Nicola Wigger
Französisches Edelmetall in Sprints oder Staffel?
Im französischen Team musste Victor Lovera, der in der Vergangenheit von vielen gesundheitlichen Problemen zurückgeworfen wurde, lange zittern, ob er bei den Olympischen Spielen dabei sein darf. „Du bist unsere Nummer acht“, war ihm nach der Tour de Ski gesagt worden, das französische Team hatte zu diesem Zeitpunkt aber nur eine Startquote von sieben Athleten. Vor wenigen Tagen erhielten die Franzosen noch einen weiteren Startplatz und Lovera hatte endlich Planungssicherheit. Medaillenchancen hat er höchstens mit der Staffel, während Chanavat, Chappaz und Jouve in den Sprints hoffen dürfen. Bei den Damen ist keine Medaille in Sichtweite, vor allem nach der Verletzungsvorgeschichte von Delphine Claudel, die ab Weihnachten eine Pause einlegen musste wegen Überlastungsbeschwerden im Fuß.
FRANKREICH (7/8)
Leonie Perry
Delphine Claudel
Melissa Gal
Julie Pierrel
Clémence Didierlaurent
Justine Gaillard
Cloé Pagnier
–
Lucas Chavanat
Jules Chappaz
Mathis Desloges
Richard Jouve
Hugo Lapalus
Jules Lapierre
Théo Schely
Victor Lovera
20-Jährige in starker Form
Die Kanadier kamen mit Ausnahme der vorqualifizierten Katherine Stewart-Jones erst zur Tour de Ski in den Weltcup, weil sie vor Weihnachten noch ihre Olympia-Ausscheidung liefen. Nach ihrem Einstieg in den Weltcup überzeugte vor allem die erst 20-jährige Alison Mackie, die ihre erste Tour de Ski als exzellente Zwölfte beendete und aktuell die U23-Wertung anführt. Insgesamt sind sechs Damen und fünf Herren bei den Olympischen Spielen dabei. Von Medaillenchancen kann man natürlich nicht reden.
KANADA (6/5)
Jasmine Drolet
Liliane Gagnon
Alison Mackie
Sonjaa Schmidt
Katherine Stewart-Jones
Amelia Wells
–
Antoine Cyr
Rémi Drolet
Max Hollmann
Xavier McKeever
Tom Stephen
Vier Slowenen dabei
Ohne die zu den Biathleten abgewanderte Anamarija Lampic und die vor Weihnachten zurückgetretene Eva Urevc sieht es bei den slowenischen Damen düster aus. Anja Mandeljc besetzt den einzigen Platz bei den Damen, zusätzlich vertreten drei Herren die slowenischen Farben. Nejc Stern ist im Sprint immer für ein Viertelfinale gut, mehr sollte man aber natürlich nicht erwarten.
SLOWENIEN (1/3)
Anja Mandeljc
–
Vili Crv
Miha Simenc
Nejc Stern
Auch Briten ohne Staffelchance
Die seit 2022 von Aker Dæhlie unterstützten Briten stehen vor demselben Problem wie die Österreicher und können mit nur drei Athleten keine Staffel an den Start schicken. Andrew ‚Muzzy‘ Musgrave und James Clugnet sollen unter anderem im Teamsprint den Union Jack vertreten, unterstützt werden sie in den Einzelrennen von dem gebürtigen Kanadier Joe Davies, der 2022 die Nation wechselte, um für die Heimat seines walisischen Vaters bessere Startchancen im Weltcup zu haben. Zusätzlich zu den drei Herren sicherte sich Anna Pryce einen Startplatz bei den Damen.
GROßBRITANNIEN (1/3)
Anna Pryce
–
Andrew Musgrave
James Clugnet
Joe Davies
Zwei Russen und eine Belarussin als neutrale Athleten –
Bolshunov erneut abgelehnt
Drei Athleten, zwei weibliche und ein männlicher Langläufer, dürfen als neutrale Athleten bei den Olympischen Spielen starten. Ohne Flagge, Farben und sonstige nationale Symbole. Alle drei sind aus dem Weltcup bereits bekannt, nämlich die beiden Russen Dariya Nepryaeva und Savelii Korostelev und die Belarussin Hanna Karaliova. Nepryaeva und Korostelev sind inzwischen voll im Weltcup angekommen und haben sich an das Renntempo gewöhnt, wie sie selbst sagen. Das merkt man auch an den erstklassigen Resultaten, die die beiden Russen inzwischen liefern. Anders sieht es bei den beiden Belarussinnen aus, von denen nur eine die Startchance bei den Olympischen Spielen erhält. Die zweite Belarussin Hanna Machakhina hatte in der Vergangenheit bessere Resultate gehabt und den Startplatz erlaufen, laut belarussischen Medienberichten war es aber eine Trainerentscheidung, die sich für Hanna Karaliova als Olympiastarterin entschieden, die als Teamleaderin angesehen wird und in dieser Saison meist besser war. In letzter Minute versuchte noch Alexander Bolshunov, sich seinen Platz als neutraler Athlet vor dem CAS einzuklagen, aber auch in der Ad-hoc-Verhandlung entschied der Sportgerichtshof wie zuvor das FIS-Gremium, dass Bolshunov nicht als neutraler Athlet in Frage kommt, hieß es am 29. Januar in einer Pressemeldung. Trainer Yuri Borodavko zeigte sich von der Entscheidung überrascht, offenbar hatte er ernsthaft mit einer positiven Entscheidung des CAS gerechnet, nachdem die FIS den Athleten am 24. Dezember als neutral abgelehnt hatte.
NEUTRALE ATHLETEN (2/1)
Dariya Nepryaeva (RUS)
Hanna Karaliova (BLR)
–
Savelii Korostelev (RUS)
Slowakei verhindert olympisches Familientreffen
Die Slowakei sicherte sich zwei Quotenplätze bei den Herren, die an Peter Hinds und Tomáš Cenek gingen. Sehr zum Unverständnis von Biathletin Anastasiya Kuzmina, die ihren 18-jährigen Sohn Elisey Kuzmin auf einem Olympiastartplatz gesehen hätte. Nun kommt es nicht zum Familientreffen, das mit den vielen Wettkämpfen und der Entfernung zwischen Antholz und dem Val di Fiemme aber auch nicht sehr wahrscheinlich gewesen wäre.
SLOWAKEI (0/2)
Peter Hinds
Tomáš Cenek
Janatova mit Top10-Potential
Im tschechischen Skiverband sieht es auch wegen finanzieller Probleme nicht gerade rosig aus, was genau im Argen liegt, ist der Öffentlichkeit aber nicht bekannt, weil Athleten „lieber nichts Falsches sagen“ wollen. Bekannt ist aber, dass einige lieber außerhalb des Nationalteams trainieren. Prominentestes Beispiel ist Katerina „Katschi“ Janatova, die seit Jahren in Norwegen lebt und sich dem Team Aker Dæhlie angeschlossen hat, in dem auch ihr Lebensgefährte Jimmy Clugnet integriert ist. Sie hat sicherlich die besten Chancen, für Tschechien eine Top-Platzierung zu holen, weil ihr Teamkollege Michal Novak in diesem Winter in keiner guten Form ist, obwohl er im Heat Massenstart als Sechster sein bestes Saisonergebnis einlaufen konnte, aber natürlich vom schnellsten Lauf profitierte. Im olympischen Sprint wird für die Tschechen sicher spätestens im Viertelfinale Schluss sein – Jiri Tuz hätte sich sicher eher einen Freistilsprint gewünscht.
TSCHECHIEN (7/5)
Barbora Antošová
Barbora Havlícková
Anna Marie Jaklová
Katerina Janatová
Anna Milerská
Sandra Schützová
Tereza Beranová
–
Ondrej Cerný
Matyáš Bauer
Michal Novák
Mike Ophoff
Jiri Tuž
36-Jähriger ist aussichtsreichster Pole
Die Polen haben mit Maciej Starega und Izabela Marcisz und Monika Skinder durchaus klangvolle Namen im Team, aber für vordere Platzierungen wird es definitiv nicht reichen. Im WM-Sprint von Trondheim wurde Starega 15. – etwas Ähnliches könnte wieder möglich sein, aber das ist das Maximum. Die beiden erwähnten Damen sammelten Medaillen im Nachwuchsbereich, haben aber nie wirklich den Sprung in die Weltspitze bei der Elite geschafft.
POLEN (4/3)
Aleksandra Kolodziej
Izabela Marcisz
Eliza Rucka-Michalek
Monika Skinder
–
Sebastian Bryja
Dominik Bury
Maciej Starega
Alvar Alev hält estnische Fahnen hoch
Estland startet mit fünf Damen und drei Herren in die Olympischen Spiele, darunter die Kaasiku-Zwillinge Kaidy und Keidy, die immer erstaunlich ähnliche Ergebnisse abliefern und Mariel Merli Pulles, die in der Vergangenheit schon gute Rennen zeigte. Alvar Johannes Alev sollte aber der beste Este sein, der sich im Massenstart im Goms dank seines exzellenten Skis zweimal ganz vorne zeigte und 17. wurde. Im Freistil-Einzelstart in Davos zeigte er als 18. sein bestes Rennen in einem Format, das auch bei den Olympischen Spielen auf dem Programm steht.
ESTLAND (5/3)
Kaidy Kaasiku
Keidy Kaasiku
Mariel Merlii Pulles
Teesi Tuul
Teiloora Ojaste
–
Alvar Johannes Alev
Karl Sebastian Dremljuga
Martin Himma
Unpassendes Programm für Del Rio
Andorra hat mit Gina Del Rio und Irineu Esteve Altimiras nur zwei Athleten, die für Olympiastarts in Frage kommen, so dass man je einen Platz an andere Nationen abgeben konnte. Die mittlerweile 22-jährige Junioren-Weltmeisterin im Freistilsprint 2024 ist aber die klar bessere Skaterin, so dass man die Hoffnungen nicht zu hoch hängen sollte im Klassiksprint, wo sie sich noch nie qualifiziert hat. Ihr 29-jähriger Teamkollege hat immer wieder gesundheitliche Probleme, die bessere Ergebnisse verhindern wie eine Hüft-OP im Frühjahr 2025 mit einer Ausfallzeit von zwei Monaten und immer wiederkehrenden Schmerzen im unteren Rücken.
ANDORRA (1/1)
Gina Del Rio
–
Irineu Esteve Altimiras
Jaume Pueyo größte spanische Zukunftshoffnung
Die kleine Langlauf-Nation Spanien hat fünf männliche Athleten, die die meistens zusammen in und um Andorra trainieren. Drei von ihnen im Alter von 20 bis 24 Jahren wurden für die Olympischen Spiele nominiert, aber der Katalane Jaume Pueyo ist klar der aussichtsreichste Kandidat, der in Oberhof sein erstes Finale nur knapp verpasste – allerdings in der freien Technik, seiner deutlich besseren Technik. Bei seine Teamkollegen Marc Colell und Bernat Selles geht es darum, sich überhaupt erstmal für ein Viertelfinale zu qualifizieren.
SPANIEN (0/3)
Bernat Selles Gasch
Jaume Pueyo
Marc Colell Pantebre