Portrait - Justyna Kowalczyk

Steckbrief
Name: Kowalczyk, Justyna
Geburtstag: 19.01.1983
Geburtsort: Limanowa/POL
Wohnort: Kasina Wielka/POL
Heimatverein: AZS AWF Katowice
Ausbildung: Studentin an der Sportakademie
Sprachen: Polnisch
Hobbys: Lesen, Musik
Spitzname: Justysia
Homepage: www.justyna-kowalczyk.pl
Erste Jahre in der internationalen Szene
Justyna Kowalczyk begann mit zehn Jahren mit dem Langlaufsport und sammelte sieben Jahre später bei den Junioren-Weltmeisterschaften erste internationale Erfahrungen. Doch auch wenn sie in den nächsten Jahren in FIS-Rennen zu den Besten gehörte, war bis in die Weltspitze noch ein weiter Weg für die junge Polin. Wenige Wochen vor ihrem 19. Geburtstag debütierte sie im Weltcup und bestritt einige Rennen, wobei ein erster Weltcuppunkt für sie heraussprang. Im Frühjahr 2003 erreichte sie eine erste Leistungssteigerung, wo sie bei den Junioren- Weltmeisterschaften erstmals mit den Besten mithalten konnte und die Silbermedaille im Sprint gewann.
Dopingsperre
Die gute Form setzte sich auch im folgenden Winter fort, wo sie jedoch auch einen großen Rückschlag hinnehmen musste. Mitte Juni 2005 verurteilte die FIS Anti Doping Jury sie zu einer zweijährigen Sperre wegen Dopings. Bereits im Januar war nach dem Sieg bei den U23 Intercontinental- Meisterschaften eine verbotene Substanz festgestellt und ihr alle Resultate der weiteren Rennen des Winters, unter anderem auch ein vierter Platz bei der WM, aberkannt worden. Wenig später wurde die Sperre jedoch auf ein Jahr verkürzt, da der eingenommene Stoff Dexamethason laut WADA zu den Stoffen gehört, die meist entweder unabssichtlich eingenommen werden oder keine Leistungssteigerung bewirken. Nach einer Begnadigung durch den Sportgerichtshof war sie allerdings bereits im Dezember 2005 wieder am Start.
Erfolgreiches Comeback
Mit einem sechsten Platz im Weltcupsprint Ende Dezember meldete sich Justyna Kowalczyk eindrucksvoll zurück und stieg wenige Tage später als Dritte über die 10km-Distanz von Otepää erstmals auf ein Weltcuppodest. Diese Form konnte die Polin weitgehend konservieren und sich in der Weltspitze festsetzen. Nach zwei Siegen bei den U23-Meisterschaften folgte wenig überraschend die olympische Bronzemedaille über die 30km Freistil, wo sie sich nur im Zielsprint geschlagen geben musste. Nach Problemen zu beginn des nacholympischen Winters wurde Kowalczyk zur absoluten Dominatorin der Universiade, als sie in drei Rennen die Goldmedaille abräumte. Diese Topform brachte sie auch zum Weltcup mit, wo sie ihren ersten Weltcupsieg erreichte.
Dominierende Athletin
Immer mehr entwickelte sich die Polin als DIE Überfliegerin der Gegenwart. Nachdem sie 2008 noch Dritte im Gesamtweltcup war, kam 2009 und 2010 niemand mehr auf Dauer an ihre Leistungen heran: 2010 siegte sie sogar mit sagenhaften 744 Punkten Vorsprung vor Marit Bjørgen. Natürlich waren Kowalczyk auch die beiden kleinen Kristallkugeln nicht zu nehmen. Zudem ging der Schlagabtausch Bjørgen-Kowalczyk auch bei den Olympischen Spielen weiter, wo Kowalczyk sich allerdings 'nur' einmal durchsetzen konnte. Aussagen von Kowalczyk im Sommer 2010 zu Folge, habe sie eine harte Vorbereitung absolviert - wer soll diese Athletin noch schlagen?
Kowalczyk wird ewige Zweite
Schon zu Beginn der Saison stellte sich heraus, dass Justyna trotz ihrer intensiven Vorbereitung nur die ewige Zweite sein würde - hinter Marit Bjørgen, die sich als unschlagbar erwies. Da die Norwegerin auf die Tour de Ski verzichtete, konnte sich die Polin über den Gewinn der Tour de Ski freuen, was den wichtigen Grundstein zum erneuten Triumph im Gesamtweltcup bedeutete. Auch bei den Weltmeisterschaften in Oslo fand sie keinen Weg vorbei an Marit Bjørgen. Wenn die erste Enttäuschung auch oft groß war, konnte sie sich dennoch zumindest im Nachhinein über zweimal Silber und einmal Bronze freuen.
Top-Leistungen trotz gesundheitlicher Probleme
Im Juni 2011 bei einem Trainingslager in den Bergen bei Zakopane zog sich die Polin eine Knieverletzung zu, die sie auch in den folgenden Monaten immer wieder beeinträchtigte. So kam sie zu Saisonbeginn schwer in die Gänge, Ende des Jahres zahlte sich dann aber die spezielle Vorbereitung auf die Tour de Ski aus: Obwohl sie abseits der Rennen immer wieder mit einem Eisbeutel auf dem Knie gesichtet wurde, kämpfte sie sich mit fünf Etappensiegen nach einem harten Duell mit Bjoergen zu ihrem dritten Tour de Ski-Sieg in Folge. Im weiteren Saisonverlauf war oftmals aber die Norwegerin die Stärkere, die sich im Gesamtweltcup immer weiter an die Polin heranpirschte und sich schließlich die große Kristallkugel sicherte. Wenige Tage nach dem Weltcupfinale in Schweden unterzog sich Justyna in Warschau der dringend notwendigen Arthroskopie. Im Winter war sie bald zurück in alter Form und gewann zum vierten Mal in Folge die Tour de Ski. Das war auch die Grundlage für ihren Sieg im Gesamtweltcup, wenngleich sie die Weltmeisterschaften 2013 im Val di Fiemme mit nur einer Medaille verließ. Im Laufe des Winters klagte die Polin immer wieder über Schmerzen in der freien Technik - wegen zu großer Muskelmassen, wie sie erklärte.
Saison |
Gesamt | Distanz | Sprint | |||
2012/2013 |
1. | 1857 | 1. | 1027 | 2. | 430 |
2011/2012 |
2. | 2329 | 2. | 1414 | 4. | 515 |
2010/2011 |
1. | 1753 | 1. | 1039 | 5. | 314 |
2009/2010 |
1. | 2064 | 1. | 1089 | 1. | 575 |
2008/2009 |
2. | 1412 | 1. | 1006 | 5. | 406 |
2007/2008 |
3. | 1106 | 3. | 661 | 8. | 301 |
2006/2007 |
8. | 450 | 10. | 242 | 17. | 112 |
grau = Weltcup-Punkte
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