Portrait - Petter Northug

© Hemmersbach/Nordic Focus
Steckbrief
Name: Northug, Petter
Geburtstag: 06.01.1986
Geburtsort: Levanger/NOR
Wohnort: Meråker/NOR
Heimatverein: Strindheim
Größe: 185cm
Gewicht: 82kg
Sprachen: Norwegisch, Englisch
Homepage: www.teamnorthug.no
Sportlich top - aber menschlich?
Petter Northug ist seit seiner Jugend einer der Shootingstars der norwegischen Langlaufszene - DER Langläufer der Zukunft, wie man schon damals in Norwegen glaubte. Doch nachdem er seit Jahren immer als Norwegens Liebling gefeiert wurde, hat er sich diese Gunst inzwischen immer mehr verscherzt: Northug wird immer unbeliebter, die Sympathie eines Teils seiner Landsleute hat er verloren. Bei seinen Konkurrenten ist er inzwischen als feige verschrieen, der andere die Arbeit machen lässt und sich selbst im Feld ausruht, um den Sprint zu gewinnen. Er ist oft zu selbstbewusst und sieht sich selber als Star. Dass sein Sohn schon zu sehr abgehoben hat, denkt auch Northugs eigener Vater, der sich um die Vorbildfunktion auf Kinder sorgt. Denn Petter Northug ist inzwischen in der norwegischen Presse außer durch Top-Leistungen nicht zuletzt auch durch seine Sprüche bekannt geworden, wie "Ob ich unschlagbar bin? Ich muss auf jeden Fall einen schlechten Tag haben, wenn jemand mich schlagen möchte!" schon nach seinem ersten Junioren-Weltmeisterschaftstitel 2005.
Biathlonkarriere früh gescheitert
Zuvor er erstmals international in der Langlaufszene auftauchte, machte der kommende Langlaufstar auch einige Erfahrungen mit dem Biathlonsport. Im Winter 2001/2002 wurde Northug im "Hovedlandsrennet" im Biathlon eingesetzt - eine Erfahrung, die das ehrgeizige Talent sicher schnell vergessen möchte. Denn er traf nur wenige Ziele, was ein schnelles Ende seiner Biathlonlaufbahn zur Folge hatte und er sich ganz auf das Laufen konzentrierte. Im Jahr darauf bekam er schließlich seine ersten internationalen Einsätze als Langläufer im Continentalcup und in FIS-Rennen, in denen er jedoch - wie auch bei seiner ersten Junioren-WM - noch nicht auf den vorderen Plätzen landen konnte. Weitere Einsätze bei FIS-Rennen oder im Scan-Cup folgten bis zu den Junioren-Weltmeisterschaften des Jahres 2005 im finnischen Rovaniemi.
Eine Erfolgskarriere nimmt ihren Lauf
In Rovaniemi begann die Erfolgskarriere Petter Northugs, als er Titelträger in der Doppelverfolgung und über 10km Freistil und Silbermedaillengewinner im Klassik-Sprint wurde. Nach den Junioren-Weltmeisterschaften im Jahr darauf, wo er drei Titel abräumte, wurde er regelmäßig im Weltcup eingesetzt, wo er kurz darauf auuch den ersten Weltcupsieg einfuhr. Im Februar 2007 reiste er mit dem Team nach Sapporo, wo er nach einem "kräftesparenden" Rennen als Schlussläufer WM-Gold mit der Staffel gewann. Weiterhin ging er mit den Rängen fünf und sieben jedoch leer aus.
Wer schlägt Northug?
Doch trotz aller menschlichen Defizite - sportlich ist dem jungen Norweger absolut nichts vorzuwerfen. Auf der Zielgeraden erweist sich das Talent im Spurt als nahezu unschlagbar und das bewies er im Laufe der Jahre immer öfter. Nachdem Northug im Dezember 2008 seinen zweiten Weltcupsieg eingefahren hatte, war er anschließend immer wieder für einen Podestplatz gut. Bei der Tour de Ski und auch im Gesamtweltcup musste er sich allerdings seinem Konkurrenten Dario Cologna geschlagen geben. Zuversichtlich reiste er nach Liberec zu den Weltmeisterschaften, die er mit drei Goldmedaillen wieder verließ. Ein Jahr später lag der Fokus natürlich auf den Olympischen Spielen, nachdem kurz zuvor bei der Tour de Ski erneut den Kürzeren gezogen hatte. In Vancouver lief es für Northug mit "nur" zwei Goldmedaillen nicht so gut wie von allen erwartet, außerden nahm er eine Silber- und eine Bronzemedaille mit. Auch beim Weltcupfinale in Falun war er wieder der Beste, was den souveränen Sieg im Gesamt- und Distanzweltcup bedeutete.
Mit Problemen in den Winter
Ganz anders als erhofft startete Petter in seinen Winter, der mit der Heim-WM in Oslo ein ganz klares Ziel hatte. Doch zu Saisonbeginn lief es gar nicht rund: Der Norweger zeigte sich völlig außer Form und lieferte nur enttäuschende Ergebnisse ab - Infekt, Übertraining oder beides? Endgültige Klärung gab es nicht, aber nach einer mehrwöchigen Pause stieg Northug erholt in Davos in den Weltcupwinter ein - schon eine Woche später schaffte er in La Clusaz den Sprung aufs Podium. Anders als ursprünglich geplant nahm Petter Northug nun doch die Tour de Ski in Angriff, um die Form im Hinblick auf die Weltmeisterschaften aufzubauen. Mit nur 27 Sekunden Rückstand auf Sieger Dario Cologna war er schon dort sehr erfolgreich und reiste zuversichtlich zu den Titelkämpfen an den Holmenkollen. Von sechs Starts und sechs Goldmedaillen, wie er es noch vor einem Jahr angekündigt hatte, war zwar inzwischen keine Rede mehr - dennoch konnte er die Heim-WM mit dreimal Gold und zweimal Silber bei fünf Starts sehr erfolgreich beenden. Anschließend trat er nur noch beim Weltcupfinale an, wo er die Mini-Tour gewann und wurde Norwegischer Meister auf der langen Distanz. Im Gesamtweltcup schloss er trotz seines "Fehlstarts" als Gesamt-Zweiter ab.
Wieder kein Toursieg und gesundheitliche Probleme
Für 2011/2012 gab der Norweger zwei große Ziele an: Endlich ein Sieg bei der Tour de Ski, außerdem der Vasalauf. Der Norweger startete recht gut in den Winter, feierte einen Sieg bei der Mini-Tour in Kuusamo und zwei weitere Weltcuperfolge. Mit der Tour de Ski sollte es erneut nicht klappen für den Norweger, mit zwei Einbrüchen auf neun Etappen musste er sich wieder Dario Cologna geschlagen geben und belegte sogar nur den enttäuschenden dritten Rang. Nach der Tour stieg er in die Vorbereitung auf Marcialonga und Vasalauf ein und zeigte sich nur noch im Februar in Nove Mesto im Weltcup. Zuvor hatte er beim Marcialonga den zehnten Rang belegt, den Vasalauf musste er dann allerdings wie auch den Heim-Weltcup am Holmenkollen und das Weltcupfinale wegen andauernder Magenbeschwerden absagen und die Saison vorzeitig beenden.
Toursieg erneut verpasst, aber Gesamtweltcup und WM-Medaillen gesichert
Zwar verpasste Petter Northug 2012/13 erneut den langersehnten Sieg bei der Tour de Ski, dennoch gab er sich im Gesamtweltcup nie geschlagen und legte nach der WM eine Aufholjagd hin und holte Punkt um Punkt gegen Dario Cologna und Tour-Sieger Alexander Legkov auf. Erst beim Weltcupfinale fiel die Entscheidung zu Gunsten des Norwegers. Bei der WM hatte Northug mit der Staffel und im 15 Kilometer Einzelstart triumphiert, war im Sprint Zweiter und im Skiathlon Vierter. Erst nach der Saison wurde bekannt, dass Northug während des gesamten Winters unter Kniebeschwerden gelitten hatte. Im April unterzog er sich einer Arthroskopie, bei der der Knorpelschaden beseitigt wurde.
Saison |
Gesamt | Sprint | Distanz | |||
2012/2013 |
3. | 1161 | 2. | 329 | 3. | 632 |
2011/2012 |
3. | 999 | 21. | 140 | 6. | 619 |
2010/2011 |
2. | 1036 | 7. | 204 | 4. | 512 |
2009/2010 |
1. | 1621 | 2. | 352 | 1. | 949 |
2008/2009 |
3. | 2145 | 5. | 308 | 3. | 489 |
2007/2008 |
12. | 475 | 14. | 181 | 23. | 166 |
2006/2007 |
6. | 412 | 16. | 124 | 27. | 88 |
grau = Weltcup-Punkte
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