News

Olympia 2026: Showdown auf der Schlussrunde – Maren Kirkeeide sprintet zu Olympia-Gold

Im spannenden Sprintrennen der Damen in Antholz schnappt die Norwegerin Maren Kirkeeide der Französin Oceane Michelon am Ende den Olympiasieg mit knappem Vorsprung weg. Lou Jeanmonnot gewinnt die Bronzemedaille und Franziska Preuß wird auf Rang sieben beste Deutsche.     

Die Ausgangssituation

Bisher wurden im Weltcup fünf Sprints gelaufen. Im ersten Sprint siegte die Finnin Suvi Minkkinen, den zweiten in Hochfilzen entschied Lou Jeanmonnot für sich, den nächsten in Annecy Le Grand Bornand Hanna Oeberg, in Oberhof gewann Elvira Oeberg und zuletzt in Ruhpolding nochmals Elvira Oeberg. Die aktuelle Weltcupwertung im Sprint führt aber durch die konstanteren Ergebnisse die Französin Lou Jeanmonnot. Bei den olympischen Winterspielen 2022 in Peking wurde die Norwegerin Marte Olsbu Roeiseland Sprint-Olympiasiegerin und zuletzt in der Lenzerheide krönte sich Justine Braisaz-Bouchet zur Sprint-Weltmeisterin. 91 Starterinnen gingen in Antholz bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, schwierigen Sichtverhältnissen und etwas Neuschnee ins Rennen um olympisches Edelmetall. Aus deutscher Sicht musste Janina Hettich-Walz kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen passen, an ihre Stelle rückte Selina Grotian, neben Vanessa Voigt, Julia Tannheimer und Franziska Preuß. „Janina Hettich-Walz kann das heutige Olympische Sprintrennen leider nicht bestreiten. Grund hierfür sind anhaltende Ausläufer von Magenbeschwerden. Dies ist im Kontext zu sehen mit dem Fakt, dass die Wettkämpfe in Antholz auf ca. 1600m Höhe stattfinden. Um sich die Chance auf einen Staffeleinsatz und ggf. im Massenstart nicht vorzeitig zu nehmen, wurde diese Entscheidung gemeinsam von Athletin, Trainern und der medizinischen Leitung vor Ort getroffen. Für Janina Hettich-Walz rückt Selina in die Aufstellung,“ so das Statement von Mannschaftsarzt Dr. Sebastian Torka.

Vorerst Jeanmonnot vor Preuß

Vanessa Voigt war die Erste der vier Deutschen und räumte sowohl liegend und stehend in schnellem Rhythmus ab. Sie kam vorerst als Dritte ins Ziel, aber die Top-Athletinnen waren alle noch in der Spur. Franziska Preuß startete mit der Nummer 40 als Erste der roten Gruppe der Top-Athleten. Liegend räumte sie in gutem Rhythmus ab und Lou Jeanmonnot machte es ihr kurz darauf nach, lag läuferisch zu diesem Zeitpunkt aber vor Preuß und war auch auf der zweiten Runde deutlich schneller unterwegs als Preuß. Beide ließen im Stehendanschlag eine Scheibe stehen und eingangs der Schlussrunde lag Preuss bereits 29,7 Sekunden hinter Jeanmonnot, die zu ihrem starken Laufvermögen offensichtlich auch mit hervorragendem Material ausgestattet war. Jeanmonnot flog Richtung Ziel, kam direkt nach Franziska Preuß an und übernahm die Führung mit einem Vorsprung von 36,4 Sekunden auf Preuß.

Wer erreicht eine Podestplatzierung?

Oceane Michelon (FRA) © Thibaut/NordicFocus

Von den noch folgenden Athletinnen drohte aber bald Gefahr und für Jeanmonnot sogar aus dem eigenen Team. Oceane Michelon hielt sich in beiden Schießen schadlos und lag bei allen Zwischenzeiten vor Jeanmonnot. Durch hervorragende Schießeinlagen hatten sich zwischenzeitlich hinter den beiden Französinnen, aber vor Preuß, die Finnin Suvi Minkkinen, Lisa Vittozzi aus Italien und die Bulgarin Milena Todorova geschoben. Die Norwegerin Maren Kirkeeide setzte nach der Null im Liegen auch fünf Treffer im Stehen und lag eingangs der Schlussrunde nur 9,2 Sekunden hinter Oceane Michelon an zweiter Position. Erst schob Vittozzi Preuß auf den vierten Rang und dann übernahm Michelon die Führung vor Jeanmonnot. Die Bulgarin Todorova kam noch vor Vittozzi ins Ziel bevor Michelon im Ziel um den Sieg bangen musste. Die Norwegerin Kirkeeide hatte schnell ihren Rückstand halbiert und 500 Meter vor dem Ziel waren es nur noch 1,1 Sekunden. Sie kam schließlich völlig entkräftet aber mit einem Vorsprung von 3,8 Sekunden als Olympiasiegerin ins Ziel. Kirkeeide lief schnellste Schlussrunde und auch beste Gesamtlaufzeit. 

Maren Kirkeeide ist Olympiasiegerin im Sprint

Maren Kirkeeide (NOR) © Thibaut/NordicFocus

Die 22jährige Norwegerin Maren Kirkeeide gewinnt verdient die Goldmedaille beim olympischen Sprint in Antholz. Die zwei perfekten Serien am Schießstand absolvierte sie konzentriert und nicht unbedingt mit der schnellsten Schießzeit. Aber in der Spur holte sie alles wieder auf. Informiert über die Zeiten gelang es ihr mit der schnellsten Schlussrunde an Oceane Michelon vorbeizuziehen. Mit 3,8 Sekunden Vorsprung wurde Maren Kirkeeide Spirnt-Olympiasiegerin. Mit Kirkeeide war nicht unbedingt zu rechnen, nachdem sie im Einzel zwei Tage zuvor nach fünf Schießfehlern nur auf einem für sie enttäuschenden 49. Rang landete. Zu Beginn der olympischen Wettkämpfe war sie Teil der norwegischen Mixed-Staffel, die auf Rang vier eine Medaille knapp verpasste. 

Silber und Bronze gehen nach Frankreich

Oceane Michelon (FRA), Lou Jeanmonnot (FRA), (l-r) © Thibaut/NordicFocus

Aus dem starken französischen Team hatte Oceane Michelon ihren ersten Auftritt im Sprint und der führte sie gleich auf das Podest. Am Schießstand zwei Mal schadlos gehalten und deutlich schneller abgeräumt als Kirkeeide, reichte es in der Spur nicht ganz zum Sieg. Mit der dritten Laufzeit in der ersten und zweiten Runde und auch insgesamt, hat Michelon vor allem auf der Schlussrunde gegenüber Kirkeeide eingebüßt. Am Ende zeigte sich die 23jährige Französin überglücklich auf dem Silberrang. Das Podest komplettierte Lou Jeanmonnot. Fünf Treffer im Liegen folgte ein Fehlschuss im Stehen. Jeanmonnot bestimmte die Laufzeit in der ersten und zweiten Runde und auch sie lag in der Schlussrunde deutlich hinter Kirkeeide. Im Ziel betrug der Rückstand auf dem Silberrang 23,7 Sekunden auf Kirkeeide. Jeanmonnot hat nun nach Gold mit der Mixed Staffel, Silber im Einzel mit der Bronzemedaille im Sprint bereits einen kompletten Medaillensatz in Antholz gewonnen. Die Bulgarin Milena Todorova wurde mit einer Strafrunde belastet Vierte (+ 40 Sek.) und Lisa Vittozzi sortierte sich nach zehn Treffern nur 0,6 Sekunden dahinter auf Rang fünf ein. Die Finnin Suvi Minkkinen blieb in beiden Schießen fehlerfrei und hatte im Ziel auf Rang sechs einen Rückstand von 49,6 Sekunden. 

Franziska Preuß wird Siebte

Franziska Preuss (GER) © Thibaut/NordicFocus

Nach der Null im Liegen verfehlte Franziska Preuß im Stehen eine Scheibe und mit einer Strafrunde belegte sie im Ziel mit Rückstand von einer Minute den siebten Rang. „Klar schwingt eine Enttäuschung mit. Jedes Rennen ist eine coole Chance und jetzt hat man es wieder nicht geschafft,“ so Franziska Preuß nach dem Rennen in der ARD. Ihr großes Ziel vor Ende ihrer Karriere war ja eine olympische Einzelmedaille. Zwei Chancen bleiben noch: Die Verfolgung, in der sie bei der letzten WM in der Lenzerheide den Titel holte, und zum Abschluss der Massenstart. Für die Verfolgung sagt Preuß: „Man darf nie aufgeben und morgen ist wieder ein neuer Tag. Man muss es schaffen, das Thema Medaillen komplett auszublenden,“ so Franzi Preuß, die auch angibt, dass es ein perfektes Rennen in der Verfolgung braucht. „Das ist das Ziel und für was es reicht, das hat man nicht selbst in der Hand.“ 

Angeschlagene Voigt auf Rang zwölf

Vanessa Voigt (GER) © Thibaut/NordicFocus

„Bis 10.00 Uhr war mein Start noch gar nicht so ganz klar,“ erklärte Vanessa Voigt nach dem Rennen. Vanessa Voigt blieb in beiden Schießeinlagen fehlerfrei, sie hat sich auch weder in der Mixed Staffel noch im Einzelbewerb einen Fehler geleistet, und im Sprint mutig am Schießstand agiert. Liegend in 25,9 Sekunden und stehend in 28,9 Sekunden. In der Spur hat das Tempo nicht ganz gereicht und mit Rang 12 und einem Rückstand von 1:14 Minuten war sie zufrieden. „Ich bin absolut stolz, weil mehr war heute nicht machbar. Ich lag zwei Tage nur im Zimmer, für das ist es ein Wahnsinnssprint für mich gewesen,“ so Vanessa Voigt, die sich im Sprint, wie sie angab, ohnehin keine Medaille ausgerechnet hat. „Ich wusste ich brauche eine gute Ausgangsposition für die Verfolgung. Die habe ich mir erarbeitet. Morgen mit vier mal Schießen: das kann ich, da bin ich parat.“  

Tannheimer und Grotian mit Startschwierigkeiten

Julia Tannheimer (GER) © Thibaut/NordicFocus

Sowohl Julia Tannheimer als auch Selina Grotian begannen mit zwei Fehler im Liegendanschlag und mussten von da an Schadensbegrenzung betreiben, um zumindest noch eine gute Ausgangsposition für die Verfolgung zu erreichen. Im Stehendanschlag gelang Tannheimer die Null, Grotian kassierte eine weitere Strafrunde. Julia Tannheimer hatte im Ziel auf Platz 20 einen Rückstand von 1:32 Minuten. „Ich habe mich ganz gut gefühlt. Vor dem Start war ich deutlich aufgeregter als ich es gedacht habe.“ Mit dem Material zeigte sich Tannheimer durchaus zufrieden, mit ihrem Schießen weniger. „Mich nerven halt die beiden Fehler liegend wirklich sehr, es ist einfach schade.“ Und auch Selina Grotian zeigte sich sehr enttäuscht. Auf Rang 52 mit einem Rückstand von 2:22 Minuten muss es nur mehr Ziel sein, sich nach vorne zu arbeiten; eine Podestchance besteht nicht mehr. „Ich bin einfach enttäuscht. Ich wollte schon zeigen, dass ich es kann. Ich habe es im Einzel bis zur Hälfte gut gemacht. Ich wollte zeigen, dass ich es auch verdient habe, dass ich laufen durfte,“ so Grotian, die erst um halb zehn erfuhr, dass sie für die krankheitsbedingt ausgefallene Janina Hettich-Walz laufen darf.  

Österreicherin Anna Andexer auf Rang neun

Lea Meier (SUI) © Thibaut/NordicFocus

Mit zehn Treffern hat die erst 23jährige Österreicherin Anna Andexer auf dem neunten Rang das beste Ergebnis ihres Teams geholt. Mit 1:09 Minuten Rückstand wird sie knapp hinter Franziska Preuß in die Verfolgung starten. Ob es am Material, an der Höhe oder tatsächlich an einer Formschwäche liegt, dass Lisa Theresa Hauser mit 1:1 und einem Rückstand von 1:50 Minuten auf dem 30 Platz landete, darüber kann spekuliert werden. Anna Gandler hatte nur eine Extrarunde im Gepäck und wurde mit einem Rückstand von 1:54 Minuten 32. Die vierte Österreicherin, Anna Juppe, hat sich als 75. (2:1) nicht für die Verfolgung qualifiziert. Auch bei den Schweizerinnen brachte die Jüngste das beste Ergebnis. Lea Meier lieferte zwei fehlerfreie Fünferserien und belegte mit einem Rückstand von 1:16 Minuten knapp hinter Vanessa Voigt Rang 13. Amy Baserga (0:1) wird von Rang 29 aus auf die Verfolgung gehen und Aita Gasparin (1:0) von Rang 55 aus. Für Lena Häcki-Groß (3:1) kann es in der Verfolgung nur besser werden. Sie hat als 60. die Verfolgung gerade noch erreicht. Einigen sonst starken Athletinnen gelang dies nicht, wie zum Beispiel Justine Braisaz-Bouchet, die zurzeit enorme Probleme am Schießstand hat, aber auch Marketa Davidova, die im olympischen Einzel nicht antrat, kann ihr Leistungsvermögen in Antholz nicht abrufen.      

Ergebnis

Medaillenspiegel

Der Wettkampfplan der olympischen Biathlonbewerbe

Bildergalerie