Leonhard Pfund mischt in dieser Saison erstmals auf den großen Bühnen des Biathlons mit. Ob im IBU Cup, bei den IBU Open European Championships oder im Weltcup, der Bad Tölzer zeigt, dass er das Zeug hat, sich mit den Besten zu messen.
Der Start in ein aufregendes Jahr
Der erste IBU Cup-Sieg. Die ersten Vizeeuropameister-Titel. Der erste Weltcup-Einsatz. Für Leonhard Pfund ist diese Saison voller solcher ersten Male. Momente, die zeigen, dass sich all die Arbeit und die langen Stunden auf Skiern und am Schießstand auszahlen.Schon während der Sommervorbereitung, spätestens aber im Dezember beim Saisonstart in Obertilliach (Österreich), spürte Pfund, dass etwas möglich ist. „Bei jedem Rennen war ich motiviert, habe mich darauf gefreut und es hat einfach gut funktioniert“, erzählte der Bad Tölzer, der mit drei Jahren erstmals auf Skiern stand.
Ein Tiefpunkt, der stärker macht und unglaubliche Chancen bereithält
Im Januar erlebte er jedoch im IBU Cup am Arber einen Tiefpunkt: Rang 69 im Sprint. Ein Ergebnis, das wehtat, aber den Athleten des Skiclubs Bad Tölz zugleich stärker machte. „Dann habe ich eine Woche daheim trainiert, viele Stunden gemacht und einfach den Kopf frei bekommen. Das hat mir die nötige Frische gegeben für die nächsten Wochen“, erinnerte sich der 22-Jährige.
Mit diesem Rückenwind gab das Mitglied der Spitzenförderung der Bayerischen Polizei in Nové Město na Moravě (Tschechien) sein Weltcup-Debüt. Möglich wurde es, weil ein Großteil der deutschen Mannschaft sich bereits auf die Olympischen Spiele vorbereitete. Dort zeigte er direkt, dass er mithalten kann: ein 13. Platz im Kurzen Einzel und ein 15. Platz im Massenstart. Unvergessen blieb die Single-Mixed-Staffel an der Seite von Marlene Fichtner. Deutschland lief zunächst als Sieger ins Ziel, doch später folgte die Disqualifikation, weil Fichtner nach dem letzten Liegendschießen das Gewehr nicht korrekt geschultert hatte. Trotz des bitteren Moments schöpfte der Einzel-Juniorenweltmeister dennoch Positives aus dem Erlebnis: „Die Viertelstunde, wo wir Sieger waren, das war so schön. Ein richtig schönes Gefühl, einfach das zusammen zu erleben. Wir haben uns beide wahnsinnig gefreut“.
Meilensteine im eisigen Norden
Noch bevor der DSV-Athlet richtig durchatmen konnte, ging es für ihn direkt weiter nach Sjusjøen (Norwegen) zu den IBU Open European Championships, wo er weitere Meilensteine feierte: Silber mit der Staffel und in der Verfolgung. Eine Woche später gewann Pfund in derselben Disziplin seinen ersten IBU Cup-Sieg. Und wie bei jeder Verfolgung ging es darum, die direkten Konkurrenten im Blick zu behalten und die eigene Ausgangsposition clever zu nutzen. „Ich habe es irgendwie ganz gut geschafft, dass ich zum letzten Schießen hingelaufen bin und so richtig Bock hatte auf den Druck, auf das Schießen und auf die Null. Und es hat geklappt“, berichtete der Mountainbikeliebhaber.
„Weltcup ist einfach das Allergrößte. Das will ich unbedingt wieder erleben“
Mit diesen Leistungen empfiehlt er sich nun für größere Aufgaben. Und eine davon steht bereits bevor: der nächste Weltcup in Kontiolahti, Finnland (05.03.–08.03.2026). „Wenn ich dort wieder solche Top-15-Resultate feiern könnte, das wäre schon richtig cool“, betont Pfund.
Auch abseits der Rennen merkt der Spitzensportler, dass seine Leistungen nicht unbemerkt bleiben. Beim Training in Reit im Winkl fragte ihn erstmals ein Kind nach einem Foto. „Ich habe mich richtig gefreut“, erzählte der Vize-Europameister.
Und diese ersten Male markieren für Leonhard Pfund den Anfang eines Jahres, das gerade erst beginnt und das schon jetzt zeigt, wohin die Reise gehen kann.


