Heidi Weng heißt die Sieger des Skiathlons von Falun. Die Norwegerin bezwang im Zielsprint Jessie Diggins und Frida Karlsson.
Weng heute klar die Stärkste
Olympiasiegerin Frida Karlsson konnte ihrer Favoritenrolle nicht gerecht werden und musste sich im Skiathlon mit dem dritten Platz zufrieden geben. Der Sieg ging an Heidi Weng, die das ganze Rennen einen bärenstarken Eindruck machte. Zweite wurde Jessie Diggins vor der Schwedin, die nächstes Jahr nach der Heim-WM mit nur 27 Jahren ihre Karriere beenden wird. Linn Svahn setzte sich im Kampf um Platz vier gegen Dariya Nepryaeva durch. Nadja Kälin wurde erneut starke Siebte. Helen Hoffmann, Pia Fink und Laura Gimmler kamen alle unter die besten 20.
Weng macht klassisch die Arbeit…
Frida Karlsson wusste, was sie tun muss: Von Anfang an Gas geben, um Jessie Diggins nicht bis auf die Schlussrunde mitzuschleppen. Selbst musste die 26-Jährige aber gar nichts tun, denn auf allen drei Klassikrunden machte Heidi Weng das Tempo, die ihrerseits die Chance für einen Weltcupsieg oder ein Podium nutzen wollte. Unter dieser Tempoarbeit zerriss das Feld innerhalb kurzer Zeit und nach zwei Kilometern gehörten nur noch sieben Athletinnen zur Spitzengruppe. Auf dem flächigen Teil zum Stadion lief aber alles wieder zusammen und auch in den nächsten Runden konnten immer wieder Läuferinnen zu den ersten sieben oder acht Damen in der Spitzengruppe aufschließen. Beim Skiwechsel gehörten zehn Athletinnen zur ersten Gruppe, mit dabei eine überraschend starke Kendall Kramer, die Klassisch noch nie unter den besten 40 war, aber auch beim Skiwechsel einige Sekunden und damit den Anschluss verlor.
… und greift auch in letzter Runde an
Während Frida Karlsson nach dem Wechsel auf die Skatingtechnik das Kommando an der Spitze übernahm, veränderten sich die Gruppen ständig. Vorne bei den ersten Acht war nach dem Mördarbakken das Tempo raus, so dass die von Nora Sanness angeführten Verfolger immer näher kamen. Als im Stadion nach 15 Kilometern niemand die Führungsarbeit machen wollte, drehte Frida Karlsson sich um und verschärfte direkt das Tempo, so dass die Lücke für Sanness und auch Simpson-Larsen, Dahlqvist und Kramer einige Sekunden dahinter wieder größer wurde. Im letzten Mördarbakken war es dann aber Heidi Weng, die einen Angriff versuchte und sich sogar von Karlsson leicht absetzte. Aber auch diesmal war es, wie es kommen musste: Obwohl es in Falun den gefürchteten Mördarbakken gibt, sind die Strecken sonst sehr wellig und ohne große Schwierigkeiten, so dass Karlsson und auch die schon einige Sekunden abgehängte Jessie Diggins am entlegensten Punkt am roten Dalahus wieder herankamen.
Knappe Entscheidung auf der Zielgeraden
Zu dritt ging es also auf den Sprintkurs, wo noch zwei kleine Anstiege auf dem Programm standen. Inzwischen hatte Frida Karlsson die Führung übernommen, wollte aber Weng vor der Abfahrt in die Führungsposition drängen. Als das misslang, versuchte sie den Sieg von vorne zu holen. Diggins hatte schon seit einigen Kilometern sichtlich gelitten und war am Sprintanstieg völlig k.o. und strauchelte erschöpft. Die entstehende Lücke konnte sie bis zur Brücke im Stadion wieder schließen, so dass in der Zielkurve alle drei wieder zusammen waren. Weng ging als Erste auf die Zielgerade, wo alle drei Seite an Seite um die Plätze kämpften. Heidi Weng holte sich um Haaresbreite vor Diggins den Sieg, Karlsson wurde vor heimischem Publikum und ohne starke nationale Konkurrenz wie die erkrankten Ebba Andersson und Jonna Sundling nur Dritte. Möglicherweise hat sich da der fieberhafte Infekt vom letzten Wochenende noch ausgewirkt. „Das fühlt sich so gut an. Auf den letzten Metern wusste ich nicht, ob ich vorne bin oder nicht. Ich habe mich heute gefühlt als ob ich alles schaffen könnte. Ich habe versucht, in der letzten Runde im Mördarbakken zu attackieren und ich habe gehofft, dass die anderen schwerere Beine als ich haben. Ich denke, das war ein guter Plan. Als ich merkte, dass nur noch Frida und Jessie bei mir sind, habe ich mich gefreut, dass ich heute ein Podium hole. Ich habe gemerkt, dass heute mein Tag ist und das ist großartig“, freute sich die Norwegerin über ihren 14. Weltcupsieg – den letzten holte sie im März 2021 beim Finale im Engadin. Mit elf Sekunden Rückstand holte sich Linn Svahn den vierten Rang, nachdem sie wie auch Nepryaeva, Fosnæs, Ilar und Kälin bei der Tempoverschärfung im finalen Mördarbakken den Anschluss verloren. Die neutrale Russin Dariya Nepryaeva sicherte sich als Fünfte ihr bestes Weltcupresultat vor Kristin Austgulen Fosnæs. Nadja Kälin wurde erneut sehr gute Siebte vor Moa Ilar.
Hoffmann und Fink in besten 15
Das Trio hinter der ehemaligen Spitzengruppe konnte nicht mehr nach vorne aufschließen, alle drei hielten sich aber vor der nächsten Gruppe auf den Plätzen neun bis elf. Kendall Kramer wurde nach ihrer bockstarken Leistung als Neunte im Ziel von Jessie Diggins beglückwünscht, die sich inzwischen wieder erholt hatte. Rang zehn ging an Karoline Simpson-Larsen vor ihrer Landsfrau Nora Sanness. Maja Dahlqvist kam als Zwölfte ins Ziel und der nächsten Gruppe, die von Moa Lundgren über die Linie geführt wurde. Dann folgten die beiden besten DSV-Läuferinnen Helen Hoffmann und Pia Fink, die das gesamte Rennen zusammen absolvierten. „Ich habe mich heute gut gefühlt, gerade nach dem Sprint. Ich bin jetzt nicht der größte Sprinter, aber es ist immer ein guter Auftakt für mich und eine gute Vorbelastung“, sagte Helen Hoffmann. „Heute bin ich das erste Mal im Weltcup oder bei ähnlichen Rennen mit No Wax Ski gelaufen. Das ist dann immer ein bisschen Aufregung vor dem Wettkampf, weil man das nicht so oft macht. Aber es ging ganz gut und ich konnte gut mitlaufen. Ich bin viel mit Pia zusammen gelaufen im Klassischen und im Skating. Im Skating hat sich nicht mehr viel verändert. Wir hatten unser Grüppchen und sind so ins Ziel gelaufen.“ Pia Fink hatte sich dagegen nicht so gut gefühlt und sagte: „Mir ist es heute nicht so leicht gefallen, ins Rennen reinzukommen. Nach dem Start hatte ich leider eine langsame Spur und hatte schnell einige Positionen verloren. Ich habe das dann versucht, nach und nach wieder zu schließen. Heute waren sehr anspruchsvolle Bedingungen, gerade im Klassisch waren wir mit No Wax Ski unterwegs. Das fällt mir manchmal auch nicht so leicht zu entscheiden, ob es außerhalb oder innerhalb der Spur schneller ist. Im Skating habe ich mir erhofft, dass ich noch ein paar Positionen gutmachen kann, aber körperlich war es heute auch nicht so einfach. Von daher bin ich mit dem 15. Platz schon ganz zufrieden. Ich bin froh, dass ich dieses Jahr so konstant unterwegs bin. Das stimmt mich zuversichtlich für die nächsten Rennen.“ Auf den ersten beiden Klassikrunden war auch Katherine Sauerbrey noch Teil dieser DSV-Laufgemeinschaft, die sich aber übernahm und 20 Sekunden nach den Teamkolleginnen als 19. zum Skiwechsel kam. In ihrer schwächeren Technik verlor sie noch ein paar Positionen und endete als 27. Dadurch kam Sprintspezialistin Laura Gimmler, die zehn Sekunden nach ihr zum Skiwechsel gekommen war, noch deutlich vor der Thüringerin ins Ziel und wurde mit zwei Minuten Rückstand 19. Rang 31 ging an Sofie Krehl und Weltcupneuling Saskia Nürnberger wurde mit vier Minuten Rückstand 36. von 46 Starterinnen.
Kälin und Weber überzeugen
Für das Schweizer Team war das Rennen wieder ein Erfolg. Nadja Kälin, die Vierte des olympischen Skiathlons, war als Siebte wieder mitten in der Weltspitze unterwegs und auch Anja Weber hielt gut mit. In der ersten Runde gehörte sie sogar zu den sieben Athletinnen, die sich vorübergehend absetzen konnten, später musste sie sich etwas weiterhinten einreihen. Beim Skiwechsel lag sie an der guten 16. Position und dieses Ergebnis behauptete sie auch bis zum Ziel.
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