Bei den Langläufern gibt es diesmal gute und schlechte Neuigkeiten. Iivo Niskanen erhielt die Diagnose Hautkrebs, Maja Dahlqvist und Kevin Bolger haben sich verlobt und Savelii Korostelev fehlt auf der neu veröffentlichten Liste neutraler Athleten.
Frühzeitige Krebsdiagnose
Einen großen Schock erlebte Iivo Niskanen im Mai, wie er erst jetzt öffentlich machte. Bei einer Routineuntersuchung eines Muttermals unter seinem Fuß im Mai wurde ein sogenanntes „akrales Melanom in situ“ festgestellt. In situ bedeutet, dass der Tumor in einem extrem frühen Stadium entdeckt wurde. Die veränderten Krebszellen waren rein oberflächlich und befanden sich ausschließlich in der obersten Hautschicht (Epidermis). Sie waren noch nicht in tiefere Gewebeschichten vorgedrungen und hatten somit keine Möglichkeit, Metastasen im Körper zu bilden. Niskanen musste sich im Sommer zwei Operationen unterziehen, um das betroffene Gewebe am Fuß mit genügend Sicherheitsabstand vollständig zu entfernen. „Während einer Hautkrebsvorsorge im Mai fand der Hautarzt ein auffälliges Muttermal an der Fußsohle. Weitere Untersuchungen zeigten ein akrales Melanom in situ, das erneut operiert wurde, um alle krankhaften Zellen zu erwischen“, so der 34-Jährige in einer Presseerklärung des finnischen Skiverbandes. Da der Fuß sein primäres „Arbeitswerkzeug“ ist, musste er seine Saisonvorbereitung anpassen und verpasste die Sommertrainingslager der Nationalmannschaft. Niskanen betonte in seinem Statement, dass die Situation durch die rechtzeitige Diagnose inzwischen vollständig unter Kontrolle ist, er das Training wieder aufgenommen hat und normal in die kommende Weltcup-Saison starten will. Als er im Mai die Diagnose erhielt und operiert wurde, behielt er dies zunächst komplett privat. Selbst im finnischen Nationalteam wussten nur der Cheftrainer und ein minimaler Kreis über den wahren Grund seiner Abwesenheit Bescheid. „Ich möchte mich ausdrücklich bei Cheftrainer Joakim Abrahamsson bedanken, der mich diesen Sommer unterstützt hat und mein Heimtraining entsprechend angepasst hat“, sagte er. „Das Warten auf die Ergebnisse war natürlich sehr stressig. Ich bin sehr dankbar, dass ich diese Vorsorge rechtzeitig gemacht habe, exzellente Behandlung erhielt und dass ich nun mein normales Leben und Arbeit fortführen kann. Weitere Angaben zu meinem Gesundheitszustand werde ich nicht machen.“ Jetzt im Herbst hätte Iivo Niskanen ohnehin nicht an den Trainingslagern mit dem Team teilgenommen, weil er vor wenigen Wochen wieder Vater wurde und Zeit mit der Familie verbringen will. Dabei bleibt es auch nun. Erst im November beim Schneetraining in Muonio stößt er wieder zum Team.
Verlobung im Sonnenuntergang
„Das wurde auch endlich Zeit“, schreibt Maja Dahlqvist auf Instagram und meint damit den Antrag ihres amerikanischen Langzeit-Freundes Kevin Bolger. Das Paar hatte sich im Spätsommer ein gemeinsames Traumhaus am Vällan-See in Falun geleistet und plant dort das Leben nach der Karriere, die wohl für beide nach der Heim-WM in Falun enden wird. Verliebt hatte sich das Paar in der schwierigen Corona-Zeit, als sie in der Einsamkeit des Hotelzimmers in Ruka ein Match auf Tinder hatten. Nun wird also das gemeinsame Leben bald einen offiziellen Anstrich bekommen. „Da bleibt kein Auge trocken“, kommentierte Emma Ribom und Anna Dyvik kündigte an: „Ich habe schon mit meiner Rede begonnen!“
Korostelev plötzlich nicht mehr neutral?
Am 1. Oktober veröffentlichte die FIS eine neue Liste mit neutralen Athleten. Überraschend fehlte dabei aber Savelii Korostelev, der bei den Olympischen Spielen zweimal eine Medaille nur knapp verpasste. In Russland macht man sich aber keine Sorgen und vermutet bürokratische Gründe. Der 22-jährige Langläufer hat sich gegenüber SVT Sport bereits selbst zu Wort gemeldet und den Vorfall komplett heruntergespielt: Korostelev betonte ausdrücklich, dass er keine Ablehnung seines Antrags erhalten hat. Er und sein Trainerteam gehen fest von einem rein administrativen Grund aus. Da die FIS im Herbst mit Anträgen überschwemmt wird, vermutet er, dass seine E-Mail schlicht noch nicht bearbeitet oder im System verschoben wurde. Der Russe erklärte, er sei sich absolut sicher, dass er rechtzeitig vor dem Weltcup-Auftakt am 27. November in Ruka seine Freigabe erhalten wird. „Daria und Savelii hatten schon den neutralen Status und sind im Weltcup und bei den Olympischen Spielen gestartet. Daria hat den Status nun schon erhalten und Savelii wird der Nächste sein“, sagte ihr Trainer Egor Sorin zu TASS. Korostelev und Nepryaeva sind seit dem letzten Winter ein Paar, wie sie nach der Saison öffentlich machten. Darias Ex-Freund Sergey Volkov, von dem sie sich in der Weihnachtspause trennte, gehört nun zu den Athleten, die bereits neu den neutralen Status erhielten. Dazu kommen noch Nikita Denisov und Ksenia Shorokhova, so dass aktuell vier Russen den neutralen Status haben – mit Korostelev wären es dann fünf. Bewerben um den Status will sich auch Alexander Bolshunov, der aber nach aktuellem Kenntnisstand keine Chance haben dürfte.
