Biathlon

DSV jubelt über Doppelpodium in der Verfolgung bei der Biathlon EM in Sjusjoen

Erfolgreiche Verfolgungswettkämpfe für das DSV-Team bei der Biathlon Europameisterschaft in Sjusjoen. Leonhard Pfund holt Silber hinter dem Norweger Isak Frey und Simon Kaiser sichert sich Bronze. Bei den Damen gewinnt Gilonne Guigonnat ihren zweiten Titel in der Verfolgung und Marlene Fichtner wird Sechste hinter fünf Französinnen. 

Isak Frey´s Ziel: Gold in der Verfolgung

Leonhard Pfund (GER), Isak Leknes Frey (NOR), Simon Kaiser (GER), (l-r) © Nordnes/IBU

Der Franzose Damien Levet war der Gejagte in der Verfolgung bei der Biathlon Europameisterschaft in Sjusjoen. Er baute seinen Vorsprung Richtung erstes Schießen leicht aus und ließ seinen Verfolgern auch am Schießstand keine Chance. Mit fünf Treffern blieb er an der Spitze, aber auch Isak Frey, Gaetan Paturel und Arttu Heikkinen räumten ab. Auf der nächsten Runde hat Levet etwas Tempo rausgenommen und Isak Frey konnte zum Führenden aufschließen. Gemeinsam machten sie sich zum zweiten Anschlag im Liegen bereit, Frey begann, Levet zögerte und während der Norweger seine fünf Scheiben schnell abräumte kassierte Levet unter Druck gesetzt zwei Strafrunden. Frey übernahm die Führung und hinter ihm mit einer weiteren Null hat sich der Finne Heikkinen einsortiert, gefolgt vom Franzosen Gaetan Paturel. Frey hatte schon vom Schießstand weg einen großen Vorsprung, dahinter liefen Heikkinen und Paturel dicht an dicht und arbeiteten sich an den Norweger heran. Alleine auf Schießbahn eins räumte Isak Frey sicher seine fünf Scheiben im Stehen ab und war in der nächsten Runde bevor die Verfolger ankamen. Paturel folgte aus der Strafrunde kommend mit einem Abstand von  50,3 Sekunden an zweiter Position.

 

Pfund und Kaiser nutzen ihre Chance im entscheidenden Schießen

Leonhard Pfund (GER) © Nordnes/IBU

Während der Norweger Frey mit gutem Vorsprung zum entscheidenden Schießen ansetzte und, nachdem der erste und der letzte Schuss nicht ins Ziel kam, in der Strafrunde kreiselte, verballerten seine engsten Verfolger ihre Podestchancen. Paturel verfehlte drei Scheiben, Heikkinen neben ihm auch und nachdem beide ihre Strafrunden absolvierten lag es an den Verfolgern die gebotene Chance zu nutzen. Leonhard Pfund hatte bis dahin erst eine Strafrunde aus dem ersten Anschlag im Gepäck, im zweiten und dritten Schießen blieb er fehlerfrei und eine ebenso fehlerfreie Serie gelang ihm im entscheidenden Schießen. Als Vierter zum Schießen gekommen ließ er Scheibe für Scheibe weiß werden und bog 29,9 Sekunden hinter dem aus der Strafrunde kommenden Isak Frey an zweiter Position in die Schlussrunde. Simon Kaiser, der neben dem Norweger Martin Nevland zum Schießen ansetzte, schaffte eine perfekte Serie und lief nur 0,5 Sekunden vor dem aus der Strafrunde zurückkommenden Nevland in die letzte Runde. Angefeuert vom deutschen Lauftrainer Andi Stitzl kamen die beiden Deutschen sogar noch auf Sichtkontakt zu Frey heran. Der Norweger brachte den Sieg mit 16,9 Sekunden Vorsprung sicher ins Ziel. Nach Silber im Sprint und in der Verfolgung sicherte sich Isak Frey die Goldmedaille in der Verfolgung. „Ich habe zwei Silbermedaillen und ich habe um eine Goldmedaille gekämpft,“ so Isak Frey im IBU-Interview nach dem Rennen, wo er auch berichtete, dass seine Familie und seine Freundin vor Ort seien und ihn angefeuert haben. Leonhard Pfund überquerte die Ziellinie auf dem Silberrang und Simon Kaiser war in der Spur deutlich stärker als der Norweger Nevland, hängte diesen ab und komplettierte das Podest auf dem Bronzerang. Martin Nevland wurde Vierter vor dem Franzosen Gaetan Paturel auf Rang fünf und dem Italiener Didier Bionaz auf Platz sechs. 

Die Platzierungen der weiteren DSV-Starter  

Simon Kaiser (GER) © Nordnes/IBU

Neben Leonhard Pfund und Simon Kaiser hatten sich auch die vier weiteren DSV-Starter für die Verfolgung qualifiziert und mit Ausnahme von Roman Rees sich gut nach vorne gearbeitet. Elias Seidl hat die beiden Schießen im Liegen fehlerfrei absolviert, stehend verfehlte er jeweils eine Scheibe, dennoch konnte er sich von Platz 24 auf den zehnten Rang verbessern. Hinter ihm kam Danilo Riethmüller als Elfter ins Ziel. Mit drei Strafrunden belastet und der schnellsten Laufzeit in der Schlussrunde verbesserte er sich um zwei Positionen gegenüber dem Sprint. Johannes Kühn blieb drei Mal fehlerfrei und im entscheidenden Schießen kassierte er zwei Strafrunden und hat sich damit um einen Podestplatz gebracht. In der Schlussrunde ebenso schnell wie Riethmüller hat Kühn noch Plätze gut gemacht und das Ziel als Zwölfter überquert. Roman Rees dürfte mit seinem Rennen nicht zufrieden sein. Bei den ersten drei Schießen kassierte er jeweils eine Extrarunde und im letzten Schießen blieben dann weitere drei Scheiben stehen. Damit war das Rennen für ihn definitiv gelaufen und in der Schlussrunde musste er auch nicht mehr alles geben. Rees überquerte die Ziellinie auf Platz 43. 

Ergebnis Herren 

Guigonnat nervenstark am Schießstand

Gilonne Guigonnat (FRA) © Nordnes/IBU

Gilonne Guigonnat war als Europameisterin im Sprint die Gejagte. Mit 14 bzw. 16 Sekunden Rückstand waren die Verfolgerinnen Celia Henaff und Sophie Chauveau aus ihrem Team nur minimal hinter der Führenden ins Rennen gestartet. Guigonnat kam mit der Null gut ins Rennen, Henaff blieb knapp hinter ihr, nachdem auch sie ihre fünf Scheiben abräumte, Sophie Chauveau musste zwei Extrarunden drehen. Julia Kink rückte mit fehlerfreiem Schießen auf die vierte Position vor und hatte nun die Französin Chauveau aus der Strafrunde kommend an ihren Skienden.  Henaff holte in der Loipe leicht zu Guigonnat auf, die weiteren Verfolgerinnen kamen aber nicht näher heran. Guigonnat ließ konzentriert die nächsten fünf Scheiben weiß werden, aber auch Henaff hielt sich schadlos und mit neun Sekunden Abstand bogen die beiden Französinnen in die nächste Runde ein. Chauveau und Mengin blieben ebenfalls fehlerfrei und mit Abstand von mittlerweile gut einer Minute kamen sie zurück in die Loipe an Position drei und vier. Julia Kink fiel nach einer Strafrunde zurück auf den siebten Platz.

Start-Ziel-Erfolg von Gilonne Guigonnat – Fünf Französinnen an der Spitze

Celia Henaff (FRA), Gilonne Guigonnat (FRA), Sophie Chauveau (FRA), (l-r) © Nordnes/IBU

Den ersten Stehendanschlag absolvierte Guigonnat fehlerfrei, Henaff kassierte eine Strafrunde, war aber zurück in der Spur, bevor die beiden Teamkolleginnen zum Schießstand kamen. Chauveau, die in der Runde mehr als zehn Sekunden zur Spitze aufholte, verfehlte eine Scheibe, war aber bereits aus der Strafrunde bevor Amandine Mengin nach der Null in die nächste Runde lief. Fichtner rückte nach einer fehlerfreien Serie auf den siebten Rang vor und Kink fiel nach einer weiteren Strafrunde zurück auf die elfte Position. Im entscheidenden Schießen hatte Guigonnat den zweiten Europameistertitel bereits vor Augen, brachte aber den letzten Schuss nicht ins Ziel. Henaff sah das und unter diesem Druck verfehlte auch sie eine Scheibe und bog in die Strafrunde ein als Guigonnat diese bereits verließ. Sophie Chauveau schaffte noch einmal die Null im letzten Anschlag und hatte eingangs der Schlussrunde 15,3 Sekunden Rückstand auf Celia Henaff. Hinter Mengin auf der vierten Position schob sich nach fünf Treffern Marlene Fichtner, aber nur 4,5 Sekunden hinter ihr lief Paula Botet die Trägerin des grünen Trikots als derzeit Führende in der Gesamt-IBU-Cup-Wertung. Gilonne Guigonnat gewann mit einem Start-Ziel-Erfolg nach dem Sprint auch den Europameistertitel in der Verfolgung vor Celia Henaff und Sophie Chauveau und damit gab es in der Verfolgung das identische Podium zum Sprint. Amandine Mengin sicherte sich den vierten Platz vor Paula Botet. „Das war ein guter Tag für mich,“ sagte Gilonne Guigonnat nach dem Rennen am IBU-Interview. „Mein Plan war Step by Step die Schießen abzuarbeiten,“ was ihr hervorragend gelang. Sie verriet auch noch, dass noch nicht gefeiert wird, vielleicht erst nach den Staffelbewerben. 

Marlene Fichtner in Top-6

Marlene Fichtner (GER) © DSV

Das französische Damenteam überzeugte nicht nur am Schießstand sondern auch in der Loipe. Paula Botet schob sich mit der zweitschnellsten Schlussrunde, Schnellste war Sophie Chauveau, noch an Marlene Fichtner vorbei, die schließlich als Sechste ins Ziel kam und damit neben fünf Französinnen zur Flowerzeremonie aufgerufen wurde. Julia Kink begann mit der Null, ließ aber in der Folge bei jeder Schießeinlage eine Scheibe stehen und wurde Achte. Mareike Braun war insgesamt mit vier Fehlern aus den Liegendschießen belastet, räumte stehend jeweils ab und wurde 20. Selina Kastl hielt sich liegend beide Male schadlos, kassierte drei Strafrunden aus den Stehendanschlägen und überquerte die Ziellinie als 33.    

Ergebnis Damen

Aktueller Medaillenspiegel

Der Wettkampfplan der EM in Sjusjoen