Bei der Biathlon Europameisterschaft in Sjusjoen (NOR) standen heute die Sprints auf dem Programm. Damien Levet und Gilonne Guigonnat holen die Titel nach Frankreich und bei den Damen gab es sogar ein rein französisches Podest. Aus deutscher Sicht erreichten Leonhard Pfund und Julia Kink die Top-6 und damit eine gute Ausgangsposition für die Verfolgung.
Frankreich räumt auch in den Sprints ab
Am zweiten Wettkampftag standen bei der offenen Biathlon Europameisterschaft 2026 in Sjusjoen (NOR) die Sprints auf dem Programm. Die winterlichen Verhältnisse halten dort an und sowohl während dem Herren- als auch während des Damenwettkampfs herrschte Schneefall und Temperaturen um minus zehn Grad. Frankreich dominiert die Wettkämpfe beliebig und hat mit Ausnahme des Damen-Einzels, wo der Titel mit Anastasiya Merkushyna in die Ukraine ging, bisher alle Titel geholt und führt demgemäß im Medaillenspiegel. Die Ergebnisse der EM zählen zur IBU Cup-Gesamtwertung und in den bisher gelaufenen Disziplinen führen die Französinnen und die Franzosen in der Wertung. Letztes Jahr gewann bei der EM in Martell Sivert Guttorm Bakken den Titel. Für die Norweger dürfte diese Erinnerung erneut den schmerzlichen Verlust ihres Teamkameraden in die Gedanken gerufen haben.
Damien Levet ist Europameister im Sprint
Bei den Herren am Vormittag starteten 146 Athleten in den Sprint und nur wer am Schießstand fehlerfrei blieb hatte letztlich eine Chance auf eine Medaille. Erst führte der Franzose Gaetan Paturel, der von dem später gestarteten Isak Frey aus Norwegen verdrängt wurde. Am Ende siegte der Franzose Damien Levet mit 9,7 Sekunden Vorsprung vor Isak Frey auf dem Silberrang. Paturel landete auf dem Bronzerang nur 3,7 Sekunden hinter Frey. Alle drei Podestplatzierten brachten ihre zehn Schüsse ins Ziel. Der Finne Arttu Heikkinen verfehlte im stehenden Anschlag eine Scheibe und hatte im Ziel auf dem vierten Rang einen Rückstand von 37 Sekunden auf den Sieger. Nur 2,9 Sekunden dahinter platzierte sich nach zehn Treffern der Ukrainer Denys Nasyko. Auch er hielt sich am Schießstand schadlos.
Leonhard Pfund wird Sechster
Nur einen Schuss brachte Leonhard Pfund nicht ins Ziel, aber dieser eine Schuss hat ihn letztlich um eine Podestplatzierung gebracht. Nach der fehlerfreien Liegendserie und auch ansprechender Laufleistung verfehlte Pfund im Stehendanschlag eine Scheibe und musste in die Strafrunde abbiegen. Im Endergebnis steht Rang sechs mit einem Rückstand von 43,9 Sekunden auf den Sieger, aber nur 3,8 Sekunden auf den Fünftplatzierten. Die Top-10 liegen innerhalb einer Minute was eine spannende Verfolgung verspricht. Nur 6,8 Sekunden hinter Leonhard Pfund platzierte sich Simon Kaiser, der sowohl nach dem Liegend- als auch nach dem Stehendanschlag eine Strafrunde kassierte und mit der schnellsten Schlussrunde aller Läufer sich noch einen guten Ausgangsplatz für die Verfolgung sicherte. Weniger zufriedenstellend lief es am Schießstand erneut für Danilo Riethmüller. Ein Fehler im Liegen, zwei weitere im Stehen ließen am Ende nur Rang 13 zu. In der Gesamtlaufzeit lag der Deutsche nur 3,1 Sekunden hinter dem Sieger. Riethmüller hat auf der Schlussrunde durch volles Engagement in der Spur Platz um Platz gut gemacht. Roman Rees verfehlte nur eine Scheibe, lag läuferisch mehr als eine Minute zurück und wird von Platz 18 aus in die Verfolgung starten. Auch Elias Seidl (1:0) als 24. und Johannes Kühn (0:3) als 27. haben die EM-Verfolgung erreicht.
Gilonne Guigonnat gewinnt Titel im Sprint
Am Nachmittag bei den Damen gab es einen Vierfacherfolg für die Französinnen. Den Titel holte sich Gilonne Guigonnat nur zwei Tage nachdem ihr Bruder Antonin Einzel-Europameister wurde. „Es war sehr hart auf der Strecke wegen dem Schneefall,“ sagte die Siegerin im IBU-Interview nach dem Rennen. Mit zehn Treffer schob sie mit einem Vorsprung von 14,1 Sekunden Celia Henaff auf den Silberrang. Läuferisch unschlagbar war die weitere Französin Sophie Chauveau. Nach fünf Treffern im Liegen traf sie stehend eine Scheibe nicht, gab auf der Schlussrunde nicht auf und erkämpfte sich 1,9 Sekunden hinter Henaff den Bronzerang. Amandine Mengin komplettierte den Vierfacherfolg auf Platz vier. Sie blieb zwar fehlerfrei, war in der Loipe nicht ganz so schnell und hatte im Ziel 32,9 Sekunden Rückstand auf die Siegerin. Martina Trabucchi aus Italien sicherte sich mit zehn Treffern den fünften Platz nur 4,3 Sekunden hinter Mengin. Letztes Jahr wurde die Schwedin Anna-Karin Heijdenberg Europameisterin im Sprint. Sie konnte ihren Titel nicht verteidigen und hat Größeres vor. Sie steht im Aufgebot der Olympioniken für Schweden.
Julia Kink auf Rang sechs
Aus deutscher Sicht kamen die laufstarken Damen nicht fehlerfrei durch und diejenige, die fehlerfrei blieb, war läuferisch keine Konkurrenz. Julia Kink ließ nach der Null im Stehendanschlag eine Scheibe schwarz und sicherte sich mit einem Rückstand von einer Minute den sechsten Platz als beste Deutsche. Marlene Fichtner verfehlte ebenfalls nur eine Scheibe und wurde Zehnte. Dasselbe Schießergebnis hatte Mareike Braun auf Rang 16. Selina Kastl schaffte es mit der späten Startnummer 109 von insgesamt 116 Starterinnen als einzige der fünf Deutschen ihre zehn Scheiben abzuräumen. Am Ende hat sie sich auf Platz 28 eingereiht und damit für die EM-Verfolgung qualifiziert. Hanna Kebinger gelang dies leider nicht. Drei Fehler liegend und drei weitere im Stehen ließen am Ende nur Rang 73 zu. Lisa Spark startete nicht.
Der Wettkampfplan der EM in Sjusjoen




