Biathlon

Gold für Guigonnat und Merkushyna bei der Biathlon EM in Sjusjoen – Deutsche knapp geschlagen

Bei der Biathlon Europameisterschaft in Sjusjoen (NOR) holen sich der Franzose Antonin Guigonnat und Anastasiya Merkushyna aus der Ukraine den Titel im Einzel. Marlene Fichtner und Elias Seidl schrammen jeweils auf dem vierten Rang um Haaresbreite am Podest vorbei.

Antonin Guigonnat und Anastasiya Merkushyna holen Titel im Einzel

Mit dem Einzel der Herren wurden die Offenen Biathlon Europameisterschaften im norwegischen Sjusjoen eröffnet. Wälder und Umgebung sind verschneit und wenn auch die Athleten durch anhaltenden Schneefall beeinträchtigt waren, so hatte man endlich das Gefühl, dass Biathlon ein Wintersport ist. Zwanzig Treffer am Schießstand waren die Grundlage für den Sieg im Einzel sowohl beim Franzosen Antonin Guigonnat als auch später bei den Damen bei Anastasiya Merkushyna (UKR). Nachdem für jeden Fehlschuss eine Zeitstrafe von einer Minute auf die Laufzeit addiert wird, musste das Hauptaugenmerk auf ein gutes Schießergebnis gelegt werden.

 

Knappes Ergebnis bei den Herren

Antonin Guigonnat (FRA) © Nordnes/IBU

Das saubere Schießen von Antonin Guigonnat hat ihm den Europameistertitel gesichert. Hinter ihm erreichte Isak Frey das Ziel mit einem Rückstand von 1:11 Minuten, allerdings war der Norweger mit zwei Strafminuten belastet. Knapp wurde es dann noch einmal für Frey als der später Gestartete Franzose Valentin Lejeune zum Abschluss die Null brachte und zuvor lediglich eine Minute im zweiten Anschlag kassierte. Frey war deutlich stärker in der Loipe und hatte auch für die letzte Runde noch genügend Körner. Lejeune fiel auf den letzten Metern hinter Frey zurück und sicherte sich Bronze nur 2,3 Sekunden hinter dem Norweger auf dem Silberrang.

Elias Seidl schnuppert am Podest

Lange sah es so aus, als könnte der 21jährige Elias Seidl gleich zu Beginn der Biathlon Europameisterschaften in Sjusjoen den ersten Podestplatz für Deutschland einfahren. Seidl eröffnete das Rennen mit Startnummer eins und hat sich auch lange auf einem Podestplatz gehalten. Der Franzose Valentin Lejeune mit Startnummer 54 überquerte die Ziellinie nur 0,8 Sekunden vor dem Deutschen und schob Seidl auf den vierten Rang. Hinter Elias Seidl sortierte sich der Italiener Didier Bionaz (2 Fehler) auf dem fünften Rang ein und der Norweger Vetle Paulsen komplettierte das Feld der sechs Besten (1 Fehler).

Vier DSV-Herren in den Top 11

Neben Elias Seidl haben sich drei weitere Deutsche sehr gut platziert, aber letztlich ein noch besseres Ergebnis am Schießstand vergeben. Leonhard Pfund begann mit zwei Fehlern, brachte in der Folge drei Mal die Null und wurde Siebter, zeitgleich mit dem Italiener Christoph Pircher. Auf den Bronzerang fehlten den beiden nur 21,5 Sekunden. Simon Kaiser belegte nach drei Schießfehlern mit starker Laufleistung, er war Schnellster im ganzen Feld, Platz zehn. Bei Danilo Riethmüller verfehlte auch im letzten Anschlag ein Schuss das Ziel und war daher wie Kaiser, mit drei Strafzeiten belastet. Beide haben mit dem Fehler im letzten Schießen die Aussicht auf eine Podestplatzierung vergeben und Riethmüller hat sich mit der schnellsten Schlussrunde den elften Rang gesichert.Roman Rees brachte drei Mal die Null und ausgerechnet im letzten Anschlag blieben zwei Scheiben schwarz und damit hat auch er sich einen Platz auf dem Podest verballert. Ins Ziel kam Roman Rees als 22. Johannes Kühn begann mit einer Null, ließ in der Folge vier Scheiben stehen und kam auf Platz 26. 

Ergebnis Herren

Enges Damen-Einzel

Anastasiya Merkushyna (UKR) © Nordnes/IBU

Die Damen am Nachmittag trennten auf dem Podest nur wenige Sekunden. Mit der deutlich schnelleren Schlussrunde kam die Italienerin Samuela Comola bei jeder Zwischenzeit näher an die Ukrainerin heran. Am Ende kam das Ziel zu früh und Comola überquerte die Ziellinie nur drei Sekunden hinter Merkushyna auf dem Silberrang. Sowohl Comola (1 Fehler) als auch die später gestartete Französin Voldiya Galmace Paulin schoben die Deutsche Marlene Fichtner vom Podest. Die Französin war mit zwei Strafzeiten belastet und hatte im Ziel nur mehr 1,8 Sekunden Rückstand auf den Silberrang der Italienerin. Marlene Fichtner hielt sich in den ersten drei Schießen fehlerfrei und ausgerechnet im entscheidenden Anschlag kam ein Schuss nicht ins Ziel. Auf dem vierten Platz war sie nur 6,8 Sekunden vom Bronzerang entfernt und war beste Deutsche. Mit Amandine Mengin schaffte es eine weitere Französin auf Rang fünf in das Feld der sechs Besten. Mit lediglich einem Schießfehler hatte sie im Ziel 24,1 Sekunden Rückstand auf die Siegerin. Einen hervorragenden sechsten Platz erreichte die Lettin Elza Bleidele. Mit erst 21 Jahren war sie in der Woche zuvor noch bei der Junioren-Europameisterschaft in Imatra am Start und legte mit zwei fehlerfreien Schießen eine Grundlage. Zwei Fehler im dritten Schießen ließen sie zurückfallen und mit der Null am Schluss und auch mit ansprechender Laufleistung sicherte sie sich nur 48,9 Sekunden hinter der siegreichen Ukrainerin den sechsten Platz. 

Die weiteren Platzierungen der deutschen Damen

Julia Kink begann mit zwei Fehlern, brachte dann zwei Mal die Null und im letzten Schießen blieb nochmals eine Scheibe schwarz. Mit drei Minuten belastet belegte sie im Ziel Rang 13. Mareike Braun verfehlte zwei Scheiben und wurde 15. Selina Kastl hatte nach drei Nullern erst im letzten Schießen eine Scheibe verfehlt, konnte aber läuferisch nicht ganz mithalten und musste sich mit Platz 25 zufrieden geben. Hanna Kebinger (1:2:1:1) dürfte zwar läuferisch, nicht aber mit dem Schießergebnis zufrieden sein. Für sie blieb Platz 33 und Lisa Maria Spark (0:3:0:2) belegte am Ende Rang 53.

Ergebnis Damen

Aktueller Medaillenspiegel

Der Wettkampfplan der EM in Sjusjoen