Nach der Sommerleistungskontrolle in Oberstdorf wurden die Herbstwettkämpfe auch diesmal wieder in Oberhof ausgetragen. Es gab jedoch keine Anwesenheitspflicht der Kaderathleten mehr, so dass das deutsche A-Team fast komplett fehlte und sich auf die Saison vorbereitet.
Anna Endreß dominiert Crosslauf
Wie jedes Jahr war ein Teil des Wettkampfprogramms der traditionelle Crosslauf im Wald oberhalb des Stadions. Die U20-Juniorinnen, die gemeinsam mit den Elite Damen antraten, absolvierten wie auch die jüngeren Athletinnen eine Distanz von fünf Kilometern. Dabei war die 18-jährige Allgäuerin Anna Endreß klar die Schnellste und sicherte sich mit 20 Sekunden Vorsprung in 18:10,6 Minuten den Sieg. Die Sonthofnerin war 2025 überraschend Vize-Junioren-Weltmeisterin geworden und gewann 2026 den Engadiner Skimarathon. Vor einem Jahr war sie bereits in 18:45 Minuten Siebte in einem damals stark besetzten Damen-Feld. Rang zwei ging diesmal an Caterina Ganz, die sich als Teil des italienischen Teams zu einem Trainingslager in Oberhof befindet. Die Lettin Patricija Eiduka, die ebenfalls unter Markus Cramer trainiert, wurde mit 29 Sekunden Rückstand Dritte. Vierte und damit zweitbeste Deutsche wurde Helen Hoffmann, die seit zehn Jahre in Oberhof lebt und trainiert. Mit genau 19 Minuten konnte sie nicht an ihre Zeit von letzten Jahr anknüpfen, wo sie 18:29 Minuten lief und ihre Bestzeit aus dem Jahr 2022 nur knapp verfehlte. Mehr als eine Minute Rückstand wiesen die drei Italienerinnen Veronica Silvestri, Nadine Laurent und Iris De Martin Pinter auf. Aus deutscher Sicht blieben noch Lara Dellit, Cecil Kümpel und Laura Lange auf den Plätzen acht bis zehn unter 90 Sekunden Rückstand auf die Siegerin. In der U18 war die Klingenthalerin Lilly Bogler in 19:36 Minuten sieben Sekunden schneller als die Oberhoferin Selma Teichmann. Die U16 gewann Anna Herrmann aus Pfullingen klar in 20:25 Minuten.
Neue Bestzeit für Tom Emilio Wagner
Beim kombinierten Ergebnis der U20 Junioren und Herren setzte sich Tom Emilio Wagner gegen Italiens Weltcupstarter Elia Barp durch und verbesserte seine persönliche Bestzeit aus dem Jahr 2024 um etwa fünf Sekunden auf 34:06,9 Minuten über die vier Runden von je 2,5 Kilometer Länge. Elia Barp fehlten vier Sekunden auf den Sieger und auch seine eigene Bestzeit konnte er nicht erreichen. Stark präsentierte sich auch der 19-jährige Daniel Pedranzini, der im Februar Vize-Junioren-Weltmeister wurde. Bei seinem ersten Start in Oberhof fehlten ihm als Dritter nur elf Sekunden auf den Sieger. Knapp dahinter reihte sich der Partenkirchner Tilman Hartlieb auf dem vierten Platz ein. Die Positionen fünf bis sieben gingen nach Italien an Simone Daprà, Simone Mocellini und Federico Pozzi. Max Haseney, der Sohn von Ex-Kombinierer Sebastian Haseney, kam mit 44 Sekunden Rückstand als Achter in die Wertung knapp vor dem Italiener Davide Negroni. Die Klasse U18 lief nur drei Runden und der Thüringer Erik Schreier setzte sich mit wenigen Sekunden Vorsprung gegen Korbinian Seiler und Magnus Danz durch. In der U16 über fünf Kilometer war der Regensburger Theo Morgott unschlagbar in einer absoluten Fabelzeit von 17:07 Minuten. Historisch gesehen gehört dieses Ergebnis zu den schnellsten jemals gelaufenen Zeiten eines U16-Athleten auf der berüchtigten Oberhofer Crossrunde.
Helen Hoffmann klare Siegerin im Klassik-Wellenstart
Auch am Sonntag herrschten in Oberhof 12°C und auf dem Programm stand ein Klassikrennen auf Skirollern. Das Rennen wurde im Wellenstart ausgetragen, so dass alle 30 Sekunden je sechs Läuferinnen oder Läufer auf die Strecke geschickt wurden, damit es auf der Rollskibahn nicht zu eng wurde. Während Lisa Lohmann und Anna Endreß in einer Gruppe starteten, ging Helen Hoffmann eine Minute später ins Rennen und hatte ein einsames Rennen vor sich. Auf den 8,9 Kilometern der Damen setzte sie sich schnell aus ihrer Gruppe ab und sammelte die vor ihr gestarteten Athletinnen ein. Lohmann und Endreß konnte sie aber nicht ganz einholen und vor allem die 18-jährige Anna Endreß machte ein tolles Rennen, in dem sie nur 18 Sekunden langsamer war als Siegerin Helen Hoffmann. Die früh gestartete Italienerin Maria Gismondi erreichte als Erste das Ziel und belegte mit 34 Sekunden Rückstand Rang drei knapp vor Charlotte Böhme, Kim Hager und Sarah Hofmann. Lisa Lohmann kam mit 54 Sekunden Rückstand ins Ziel und wurde Siebte vor Lara Dellit, Nicole Monsorno und Luisa Dahlke. In der U18 über 6,4 Kilometer war Hanna Hennig, die Schwester von Katharina Hennig-Dotzler, nicht zu schlagen und siegte mit knapp 40 Sekunden Vorsprung auf Carla Müller und Emma Dornaus. Die U16 lief über dieselbe Distanz und Julia Christin Schumann benötigte rund eine Minute länger als Hennig. In ihrer Altersklasse schlug sie Anna Herrmann um zehn Sekunden.
Davide Graz knapp vor Jakob Walther
Das letzte Rennen des Wochenendes war das Einzige, das mit einem italienischen Sieg endete. Die Herren und die U20 hatten 11,5 Kilometer zu absolvieren und Davide Graz war nur 4,5 Sekunden schneller als Jakob Walther. Beide waren in der letzten Startgruppe ins Rennen gegangen und profitierten im Rennen davon, dass sie zusammenarbeiten konnten. Ebenso war es bei Daniel Pedranzini und Martino Carollo, die eine Minute früher starteten und am Schluss 18 und 19 Sekunden Rückstand aufwiesen. Davide Ghio war in der Gruppe vor Graz/Walther auf die Strecke geschickt worden und konnte nach der Einholung bis zum Ziel mit ihnen mitlaufen, so dass er mit 31 Sekunden Rückstand Rang fünf belegte vor Alessandro Chiochetti. Der Allgäuer Robin Fischer wurde Siebter vor Marco Pinzani und Tom Emilio Wagner. Die U18 lief 8,9 Kilometer wie die Damen und der Chiemgauer Veit Reithmeier holte sich mit 20 Sekunden Vorsprung den Sieg vor dem Duo Korbinian Seiler und Silas Laur, die in einer Startgruppe zusammen unterwegs waren. Bei der U16 über 6,4 Kilometer ging es um Hundertstelsekunden und der Gräfenrodaer Constantin Drößler war schließlich 0,2 Sekunden schneller als Theo Morgott, der eine Startgruppe vor ihm ins Rennen gegangen war.
