Das gab es noch nie! Laut Vertretern der FIS konnte sich das FIS-Council heute nicht wie geplant auf einen Ausrichter der Nordischen Ski-WM 2031 einigen und vertagte die Entscheidung auf unbestimmte Zeit bis zum nächsten Council-Meeting.
Keine Entscheidung trotz Verspätung
Eigentlich hätte die Entscheidung, wer die Nordische Ski-WM 2031 austragen darf, um 18:30 Uhr verkündet werden sollen. Mit fast zweistündiger Verspätung wurde schließlich durch FIS-TV Direktor Nick Fellows bekanntgegeben, dass sich das FIS-Council nicht auf einen der beiden Bewerber, Oberstdorf (Deutschland) und Planica (Slowenien) verständigen konnte und die Entscheidung auf unbestimmte Zeit verschoben sei. Dies ist insofern eine unbefriedigende Antwort auf die Frage nach dem Ausrichter, da das Wahlprozedere bei Stimmengleichheit der 22 Council-Mitglieder eine Entscheidung durch die Stimme des Präsidenten vorsieht. Dadurch ist ein Unentschieden eigentlich ausgeschlossen. Im Saal vor Ort in Belgrad gab es jedenfalls Buh-Rufe und Pfiffe der versammelten Vertreter der Ski-Familie.
Spekulationen um FIS-Präsident
Hinter den Kulissen wird derweil spekuliert, wie es zu dieser Nicht-Wahl kommen konnte. Hoch im Kurs steht die Vermutung, dass die Wahl des FIS-Präsidenten am morgigen Tag dabei eine Rolle spielt. Der Deutsche Skiverband, der mit Oberstdorf als klarem Favoriten ins Rennen um die WM 2031 gegangen ist, stellte sich offen gegen eine Wiederwahl von Johan Eliasch. Dieser geht für Georgien ins Rennen, nachdem ihn weder sein Heimatland Schweden noch Großbritannien nominieren wollte. Einziger Gegenkandidat ist der Liechtensteiner Alexander Ospelt, der von den bedeutenden Skinationen Österreich, Schweiz und Deutschland unterstützt wird.
Statement des DSV
Im Liveticker der Allgäuer Zeitung, die durch Sportchef Thomas Weiß vor Ort in Belgrad vertreten ist, wurde inzwischen eine erste Reaktion des Deutschen Skiverbands veröffentlicht: „Wir akzeptieren die Entscheidung, auch wenn sie bei uns auf großes Unverständnis stößt. Aus unserer Sicht waren die Voraussetzungen für eine Vergabe gegeben. Deshalb fällt es schwer nachzuvollziehen, warum trotz überzeugender Konzepte und der notwendigen Planungssicherheit für alle Beteiligten heute keine Klarheit geschaffen wurde. Wenn andere Faktoren am Ende stärker gewichtet werden als die Qualität einer Bewerbung, dann sollte dies offen und transparent kommuniziert werden. Genau das erwarten wir für die weiteren Schritte.“
Weitere Infos folgen, sobald sie uns vorliegen!