Leopold Strand hat den Einzelstart der Junioren über zehn Kilometer in der klassischen Technik völlig dominiert. Bei den Juniorinnen ging der Sieg ebenfalls nach Norwegen an eine dominante Ingrid Wollan Benum, aber Silber an Heidi Bucher. Luisa Dahlke, Sarah Hofmann und Felix Bollwein liefen unter die besten Sechs.
Strand dominiert völlig
Früh im Rennen sah es so aus, als könnte es wieder eine Medaille für einen deutschsprachigen Athleten geben. Aber der Schweizer Nolan Gertsch merkte schnell, dass man sich auf dieser Strecke mit schweren Anstiegen in der ersten Hälfte der Runde seine Kräfte einteilen muss und nicht zu schnell angehen darf. Viel besser gelang das dem Osloer Leopold Strand, dem Vize-Weltmeister aus dem Sprint. Der erst 18-Jährige lag schon nach einer Runde 9,3 Sekunden vorn und gab in der zweiten Runde noch einmal richtig Gas, so dass er sich im Ziel mit fast 30 Sekunden Vorsprung den Titel holte. „Das ist ein großartiges Gefühl und ich hatte unglaublich gute Ski. Ich bin kontrolliert angegangen und wusste, dass ich in der zweiten Runde stark bin und dann jeder andere weit hinter mir ist“, grinste Leopold Strand. Nach seiner Startnummer 44 konnte niemand mehr vorne reinlaufen. Über die Silbermedaille konnte sich der Italiener Daniel Pedranzini freuen, nachdem der 18-Jährige aus Valdisotto im Veltlin im Massenstart als Vierter leer ausgegangen war. Bronze ging ebenfalls nach Norwegen an Torjus Magnus Harbo, ein 20-jähriges Nachwuchstalent aus Bærum bei Oslo. Der Franzose Gaspard Cottaz aus dem Oisans war diesmal der, der um fünf Sekunden eine Medaille verpasste. Jonas Malmo Skogstad wurde Fünfter.
Bollwein Sechster und Gertsch Neunter
Der beste Deutsche, Felix Bollwein aus Oberstaufen, landete auf einem starken sechsten Platz vor Medaillengewinnern aus dem Massenstart, nämlich Marco Pinzani und Emil August Longva. Universiade-Sieger Nolan Gertsch musste sich nach seinem zu schnellen Angang mit Rang neun begnügen. Der erst 17-jährige Davoser Jon Arvid Flury, der Sohn von Christian „Hitsch“ Flury, wurde starker 14. Als zweitbester Deutscher kam der Berchtesgadener Lorenz Hasenknopf als 26. in die Wertung und die Schweizer Jonas Bärfuss und Victor Gailland wurden 31. und 32. Der Thüringer Milan Neukirchner belegte Position 37 vor dem Steirer Niklas Walcher und der Niederösterreicher Elias Eischer wurde 41. Der Halb-Norweger Wilhelm Sjåfjell mit Wurzeln im bayerischen Bodenmais wurde diesmal nur 50., wo sicherlich auch das Material eine Rolle spielte. Der 19-Jährige musste in Anstiegen grätschen, wo alle anderen Läufer um ihn herum weiter klassisch laufen konnten. Rang 65 ging an den Liechteinsteiner Janik Brunhart und der Oberösterreicher Nicolas Höllwirth wurde 68.
Nächste Medaille für Heidi Bucher
Zum dritten Mal in drei Rennen konnte sich Heidi Bucher über einen Medaillengewinn freuen. Mit der Silbernen ist nun ihr Medaillensatz komplett. Die 1,80 Meter große Tirolerin nutzte ihre körperlichen Vorteile im Doppelstockschub und zeigte wieder eine herausragende Leistung. Am Schluss musste sie noch etwas zittern, weil sie beim Überholen im letzten Anstieg beinahe von einer stolpernden Polin zu Fall gebracht wurde, brachte dann aber doch ihren Vorsprung auf Bronze ins Ziel. „Großartig. Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass ich heute Silber gewinne. Ich bin so glücklich. Ich bin jetzt richtig kaputt, aber glücklich. Ich habe versucht, die erste Runde schnell zu laufen, aber die zweite wurde dann sehr hart. Ich habe mich ins Ziel gekämpft, ich war so geschafft in der zweiten Runde. Ich habe Zeit verloren, aber es hat für den zweiten Platz gereicht. Ich weiß noch nicht, ob ich nach Drammen gehe. Ich werde sehen, wie ich mich dann fühle“, so die 19-Jährige. Nicht zu schlagen war heute die Norwegerin Ingrid Wollan Benum. Die Trondheimerin, die auch als Läuferin aktiv ist, war im Ziel 28,6 Sekunden schneller als die Österreicherin. „Das fühlt sich irreal an. Das ist großartig. Ich habe mich heute gut gefühlt, es war ein perfekter Tag. Am Anfang der zweiten Runde habe ich Gas gegeben“, sagte sie. Bronze ging an die Schwedin Tove Norgren, die sieben Sekunden langsamer war als Bucher.
Dahlke und Hofmann verpassen Medaillen knapp
Wie zuvor Felix Bollwein durften auch Luisa Dahlke und Sarah Hofmann an der Siegerehrung teilnehmen – eine Medaille gab es aber auch für sie nicht. Luisa Dahlke wies einen deutlichen zeitlichen Abstand auf das Podium auf, belegte aber den hervorragenden vierten Rang. Hinter der Französin Agathe Margreither wurde die Oberstaufenerin Sarah Hofmann sehr gute Sechste, nur 0,9 Sekunden trennten sie von der Teamkollegin auf Platz vier. Die Schwedin Malva Nisen wurde Siebte vor der Kanadierin Eula Palmer Bird. Dann folgte die beste Schweizerin Nina Cantieni an neunter Stelle. Ihre Engadiner Teamkollegin Ilaria Gruber wurde gute 13. und auch die erst 17-jährige Davoserin Lina Bundi überzeugte als 19. Die Allgäuerin Lena Einsiedler wurde 26. und die Liechtensteinerin Annina Uehli kam als 31. in die Wertung, nachdem sie den Massenstart aufgegeben hatte. Rang 36 steht für Saskia Barbueda zu Buche, die Oberstdorferin Sina Titscher wurde 42. und die Österreicherin Ella Kainz gab das Rennen erneut auf.
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