Elias Keck heißt der neue U23-Weltmeister im Massenstart. Der Allgäuer setzte sich im Zielsprint gegen den Topfavoriten Savelii Korostelev durch. Bei den Damen triumphierte Alison Mackie.
Kleine Gruppe Ende dritte Runde
Das Rennen der U23-Damen verlief ähnlich wie gestern die Medaillenentscheidungen der jüngeren Athleten. Bei -3,3°C und einem Sonne-Wolken-Mix blieben auf den ersten zehn Kilometern noch fast 30 Athletinnen zusammen, auch wenn zwischenzeitlich immer wieder Lücken aufgingen. Dazu gehörten in der ersten Rennhälfte aus deutschsprachiger Sicht Marina Kälin auf den vorderen Position sowie Katja Veit, Siri Wigger und ganz am Ende Anne Buchmann. In der dritten Runde machte dann wieder Leonie Perry, die Athletin mit den besten FIS-Punken und somit Startnummer eins, das Tempo, aber auch Marina Kälin zeigte sich in der Führungsarbeit. In den leichten Anstiegen in der zweiten Hälfte der Runde verschärfte Perry erneut das Tempo und setzte sich zeitweise zusammen mit Evelina Crüsell ab, aber Alison Mackie und weitere Athletinnen konnten den Anschluss wieder herstellen.
Alison Mackie wird U23-Weltmeisterin
Aus einer einer fünfköpfigen Gruppe wurde im Laufe der finalen Runde wieder eine 17-köpfige Gruppe, aber wirklich nur unmittelbar an der 17,6 Kilometer-Zwischenzeit – unmittelbar danach sorgten die ersten Fünf wieder für den nötigen Abstand, um die Medaillen unter sich auszumachen. Eva Ingebrigten sorgte vorne für das Tempo gefolgt von Leonie Perry und Alison Mackie, die Evelina Crüsell und Oline Vetstad hinter sich lassen konnten. Dann übernahm die Kanadierin das Kommando und fuhr als Erste ins Stadion ein gefolgt von Ingebrigten und Perry. Im Zielsprint konnte keine mehr ihre Position verbessern, so dass der Weltmeistertitel an die starke Kanadierin ging, die auch im Weltcup mit ihren 20 Jahren erstklassige Resultate liefert. „Das ist ein ganz besonderes Gefühl. Es war ein tolles Rennen. U23-Weltmeisterin zu werden war ein Ziel für mich seit vielen Jahren. Ich bin so glücklich, das heute geschafft zu haben. Ich bin ein relaxtes Rennen gelaufen und habe meinen Move in der letztehn Runde gemacht. Ob ich nun nach Lahti weiterreise, ist noch nicht entschieden. Ich möchte das Team Kanada hier so gut wie möglich vertreten, aber das U23 Trikot im Weltcup ist auch ein Ziel für mich“, sagte die 20-Jährige. Evelina Crüsell kam als Vierte ins Ziel vor Oline Vestad. U23-Weltmeisterin im Sprint Elin Henriksson wurde Sechste vor Nora Falster und Mali Eidnes Bakken.
Kälin wird Elfte
Marina Kälin konnte am Schluss nicht mehr mit den Besten mithalten. Die Engadinerin kam hinter Ava Thurston und Beatrice Laurent als Elfte ins Ziel. Die Oberstdorferin Katja Veit, die im Sprint gestürzt war, wurde diesmal mit etwas mehr als einer Minute Rückstand 17. vor Siri Wigger aus dem Zürcher Oberland. Die Erzgebirglerin Anne Buchmann konnte direkt nach der Halbzeit nicht mehr mithalten und belegte den 28. Rang, während Charlotte Böhme, ebenfalls aus dem Erzgebirge, 40. wurde. Die Ramsauerin Magdalena Engelhardt belegte Position 42.
Favorit Korostelev bestimmt das Renntempo
Bis zum Start der Herren in der Mittagszeit waren die Temperaturen auf +4°C gestiegen. Ab Ende erste Runde zeigte sich Savelii Korostelev für Tempoarbeit verantwortlich, der als Topfavorit ins Rennen gegangen war Der Russe schlug meist ein strammes Tempo an, so dass nach und nach Probleme bei einzelnen Athleten auftraten. Beim letzten Stadiondurchlauf gehörten noch 19 Athleten zur Spitzengruppe, die auf der Schlussrunde weiter reduziert wurde, so dass auch Robin Fischer sich nach hinten verabschieden musste. 1,5 Kilometer vor dem Ziel griff Gabriele Matli an und setzte sich vor den Russen, der in der nächsten Innenkurve wieder vorbei ging. Im letzten Anstieg kämpften vier Athleten Seite an Seite um die Plätze, dahinter folgten weitere Läufer und Korostelev ging vor Matli in die Abfahrt gefolgt von Milhan Laissus, Davide Ghio, Elias Keck, Tobias Ganner und weiteren Athleten. Auf die Zielgerade erwischte Keck die Innenbahn und ließ alle anderen hinter sich. Damit war es das erste Rennen in Lillehammer, bei dem sich im Zielsprint noch etwas am Ergebnis änderte. Savelii Korostelev musste sich mit Silber begnügen, Bronze ging noch an Xavier McKeever. Davide Ghio belegte den vierten Platz vor dem Osttiroler Tobias Ganner und Niko Anttola. Siebter wurde Milhan Laissus aus Frankreich vor dem Schweden Jonatan Lindberg, Gabriele Matli und dem Amerikaner Corbin Carpenter.
Keck kann es nicht glauben
Wie schon nach seiner Silbermedaille im Sprint konnte Elias Keck seinen Erfolg auch diesmal wieder kaum glauben. „Großartig. Ich habe das nicht erwartet. Ich hatte am Ende viel Glück“, sagte er und erzählte weiter: „Das Rennen war so unglaublich hart. Aber nun bin ich überglücklich für das Team. Wir hatten so gute Ski, Danke an die Techniker. Ich hatte eigentlich keine Taktik. Ich hatte am Ende einfach richtig gute Ski und noch etwas Kraft übrig. Ich habe mich nur auf die Ziellinie konzentriert, aber das hatte ich nicht erwartet. Ich werde auch das Klassikrennen noch laufen und Sonntag werden wir dann definitiv eine Party feiern“, kündigte er an. Savelii Korostelev war wegen seiner Favoritenrolle mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden, nachdem er mehr als drei Runden die Arbeit verrichtet hatte an der Spitze. „Mir scheint heute, ich bin zu alt für die U23“, lachte er zund sagte weiter: „Ich habe das Tempo hochgehalten. Ich habe im Rennen mit Xavier gesprochen und er sagte, das Tempo war gut, aber es ist schwierig, das ganze Rennen allein das Tempo zu machen, während die Gruppe sich erholt und wieder aufschließt. Ich habe versucht, die Gruppe auseinanderzulaufen, aber allein war das zu schwierig. Da hätte mir einer helfen müssen“, so Korostelev, für den das das einzige Rennen in Lillehammer war. „Ich fliege heute nach Helsinki und mein nächstes Rennen ist Sonntag in Lahti. Ich werde versuchen, diese Saison noch ein Podium zu holen, aber das ist schwer.“ Wie schon Alison Mackie zuvor erfüllte sich auch ihr Landsmann Xavier McKeever mit dem Medaillengewinn einen Lebenstraum und sagte: „Es ist großartig. Ich habe davon immer geträumt seit Jahren. Heute habe ich mich okay gefühlt, es war ein schneller Start. Ich habe versucht, mich aus Problemen rauszuhalten, aber vielleicht war ich nicht aggressiv genug und fiel zum Schluss etwas zurück. Die Form ist gut, aber ich bin immer noch etwas müde von den Olympischen Spielen. Ich bin sehr froh, dass ich am Schluss noch einen so guten Sprint hatte. Ich hätte Savelii gern geholfen, aber dafür habe ich mich nicht stark genug gefühlt.“
Fischer schafft Top15
Robin Fischer kam als Dritter der in der letzten Runde abgehängten Athleten als guter 15. ins Ziel. Die Näff-Brüder aus dem Engadin waren Mitte der dritten Runde gemeinsam zurückgefallen. Noe belegte den 23. Platz vor dem jüngeren Isai. Gleich dahinter überquerten der Allgäuer Simon Jung und die beiden Österreicher Kilian Kehrer und Janne Walcher die Linie. Die beiden Schweizer Silvan Hauser und Niclas Steiger wurden 40. und 41. Mehr als vier Minuten verloren der Berchtesgadener Korbinian Fagerer und David Fuchs aus Bad Mitterndorf, dessen Schwester Katharina auch in Lillehammer am Start ist, als 58. und 59.
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