Langlauf Weltcup News

Langlauf Kurznews: Weitere News vom FIS Meeting, Karriereende, norwegisches Nationalteam, Knie-OP bei Ogden und Trauer bei Checchi

In der heutigen Zusammenfassung geht es um weitere Neuigkeiten von der FIS, drei beendete Karrieren, Infos zum norwegischen Team, eine Knie-OP und Trauer bei einem frĂŒheren italienischen LanglĂ€ufer.

Weitere News von der FIS

Neben den PlĂ€nen fĂŒr den Weltcupkalender der kommenden Saison wurden inzwischen auch weitere Entscheidungen der FIS vom Sprint Meeting in PortoroĆŸ bekannt und der eine Punkt gefĂ€llt den Norwegern gar nicht. * Die wichtigste Änderung betrifft die Anzahl der Athleten, die ein Land pro Weltcup-Wochenende anmelden darf. Jede Nation darf nun pro Geschlecht maximal doppelt so viele Athleten anmelden, wie ihre regulĂ€re Quote vorsieht. Hinzu kommen lediglich die festen PlĂ€tze fĂŒr die FĂŒhrenden der Continental-Cups. Bisher hat Norwegen fĂŒr Weltcups mit drei Renntagen viele Athleten mitgenommen, die dann nur an einem Tag eine Chance bekommen, um möglichst viele Athleten mitzunehmen. Das erschwert den Einsatz junger Talente und ist ein bewusster Versuch, die Dominanz der norwegischen Mannschaft zu brechen, was dort auf scharfen Protest stĂ¶ĂŸt. „Wir sind dagegen, wir sind der Meinung, es ist nicht richtig, die besten Athleten zu limitieren. Das liegt an der ĂŒberragenden Dominanz mĂ€nnlicher Norweger“, sagte Nationalteam-Koordinator Ulf Morten Aune. „Sie sorgen sich um die Zukunft des Langlaufs. Wir sind anderer Meinung, aber unsere Worte wurden nicht erhört. Der Grund, warum die FIS das will ist, dass es gĂŒnstiger fĂŒr die Veranstalter ist, aber es schrĂ€nkt die besten Nationalteams im Weltcup ein.“ * In Distanzrennen gibt es kĂŒnftig eine neue Option fĂŒr Bestrafungen. Bei Behinderungen in Distanzrennen konnte man bisher nur eine Disqualifikation aussprechen. Die Jury kann Athleten nun nach hinten versetzen – entweder hinter den behinderten LĂ€ufer oder ans Ende der jeweiligen Gruppe. ZusĂ€tzlich gibt es eine schriftliche Verwarnung (Gelbe Karte).* Bei Rennen mit Skiwechsel-Option wie bei den 50 Kilometern kann man in Zukunft beliebig oft zum Skiwechsel reinkommen. Das Material bleibt aber bei zwei Paar Ski begrenzt. Hat der Athlet also auf Paar B gewechselt, kann das Wachsteam das benutzte Paar A erneut prĂ€parieren und wieder in die Box legen. * Die FIS hat den umstrittenen Heat Mass Start bestĂ€tigt, der bei der letzten Tour de Ski getestet wurde und der viele Athleten nach vorne spĂŒlte, die ihr bestes Weltcupresultat realisieren konnten. Im neuen Weltcupkalender ist der Heat Massenstart gleich zweimal geplant – in Davos und bei der Tour de Ski in Oberstdorf.

Skar, Burman und HÀggström hören auf

Zwei Schweden und ein Norweger haben nach zahlreichen anderen Athleten ebenfalls ihren RĂŒcktritt erklĂ€rt. Im schwedischen Team fehlen kĂŒnftig Jens Burman und Johan HĂ€ggström. Der 31-jĂ€hrige Burman gab Motivationsprobleme als Grund an, nachdem es nach Staffel-Bronze 2025 gar nicht mehr lief und er letzten Winter nicht in Form kam: „Ich bin sehr zufrieden, dass ich viele Jahre einen so guten Job machen und die Motivation und Disziplin aufbringen konnte. Darauf bin ich stolz.“ Johan HĂ€ggström, der langjĂ€hrige LebensgefĂ€hrte von Linn Svahn, zieht nun mit 34 Jahren den Schlussstrich. Bei ihm ist der Grund, dass er fĂŒr den kommenden Winter keinen Platz mehr im Nationalteam gefunden hat. Da dieser RĂŒcktritt nicht geplant war, wusste er Mitte April bei den schwedischen Meisterschaften selbst noch nicht, dass dieser fĂŒnfte Platz sein letztes Rennen bedeuten wĂŒrde. Dass er keinen Platz im Team bekommen wĂŒrde, hatte der Schwede schon erwartet: „Damit habe ich gerechnet. Es gibt viele junge Sprinter, auf die man setzen kann. Ich habe hin und her ĂŒberlegt und dann vor einer Woche die Entscheidung getroffen. Mein Traum war es, eine WM-Medaille zu holen und ich stand nun vor der Entscheidung, dieses oder nĂ€chstes Jahr aufzuhören. Am Ende habe ich entschieden, dass die Unsicherheit zu groß ist, ob ich mich nochmal steigern kann.“ Zuletzt erklĂ€rte auch noch der Norweger Sindre BjĂžrnestad Skar seinen RĂŒcktritt. „Es ist merkwĂŒrdig, melancholisch, aber auch wunderschön, wenn ein Kapitel eines Lebens endet. Ich war immer ein Athlet, habe immer um das nĂ€chste Ziel bekĂ€mpft, um das Bestmögliche zu erreichen. Das war mein Hobby, meine Leidenschaft, mein Beruf. Es gab so viel Auf und Ab. Nun wird es auch schön sein, lĂ€nger zu Hause zu sein“, sagte er. Nach zwei Weltcupsiegen in Einzelsprints 2017 udn 2019 ging es zuletzt eher bergab und er bekam in den letzten drei Jahren nur noch einen Weltcupstart pro Saison – zuletzt in Lahti, wo er fĂŒr den verletzten Oskar Opstad Vike einsprang.

Norwegen findet neuen Trainer

Inzwischen hat das norwegische Team auch einen neuen zweiten Trainer neben Eirik Myhr Nossum als Ersatz fĂŒr Arild Monsen gefunden, dessen Vertrag nicht verlĂ€ngert wurde. Wie TV2 am Samstag erfuhr, heißt der neue Mann Ånund Lid Byggland. Der 35-JĂ€hrige war zuletzt Trainer des Regionalteams Elon Oslofjord und war bis 2025 13 Jahre lang mit Ex-Biathletin Tiril Eckhoff liiert und teilweise verlobt. „Ånund hat gezeigt, dass er motiviert und gewillt ist, mit seinem Coaching an der Entwicklung der Athleten mitzuarbeiten. Seine Persönlichkeit und Sprinterfahrung wird er nun mit Norwegens besten LanglĂ€ufern teilen“, sagte Team Manager Per Elias Kalfoss zu NTB.

VerstĂ€ndnis fĂŒr Training außerhalb der Nationalmannschaft

In Norwegen war es vor der Bekanntgabe der Nationalteams wieder hoch hergegangen. Astrid Øyre Slind, Karoline Simpson-Larsen und Karoline GrĂžtting waren genötigt worden, Teil der Nationalmannschaft zu werden, sonst wĂŒrde es fĂŒr sie keine Weltcupstarts geben. Teilweises Training mit ihren Privatteams war ihnen zugestanden worden und inzwischen scheinen sich die Fronten weiter aufgeweicht zu haben. Dazu beigetragen hat ein Treffen hinter verschlossenen TĂŒren in Oslo, das von Athletensprecherin Julie Bjervig Drivenes initiiert worden war. „Ich glaube, es war wichtig fĂŒr mich, noch einmal zu erklĂ€ren, was ich denke und wie ich ĂŒber mein Team denke. Ich bin definitiv ein Teamplayer und bin seit vielen Jahren Teil eines Skimarathonteams. Ich sehe die Vorteile eines Teams. Damen-Trainerin Marit BjĂžrgen gibt ihr nach dem Meeting gegenĂŒber der Presse recht. Sie ist der Meinung, man solle den Athleten grĂ¶ĂŸtmögliche UnterstĂŒtzung in dem geben, was sie fĂŒr einen Erfolg brauchen. „Ich denke, das GesprĂ€ch war wichtig, vor allem nach der medialen Aufmerksamkeit zuletzt, dass die Athletinnen miteinander reden und sich die Meinungen der anderen anhören konnten. Das ist ein guter Anfang. Wir haben VerstĂ€ndnis fĂŒr ihre WĂŒnsche mit gewissen EinschrĂ€nkungen, weil wir auch den Teamzusammenhalt fördern wollen.“ Nach diesem Treffen wurde auch bekannt, dass Kristine StavĂ„s Skistad weiterhin im Sommer allein in Konnerud trainieren darf statt wie die Teamkolleginnen in Oslo. Das war ihr schon letztes Jahr zugestanden worden, als sie ebenfalls schon Ja zur Nationalmannschaft gesagt hatte. Ihr Trainer Lage Sofienlund hatte zuvor ein Angebot des Skiverbandes, ins Trainerteam der Nationalmannschaft aufzusteigen. Er wollte aber in Konnerud bleiben. „Der Plan fĂŒr sie ist, weiter in Konnerud zu trainieren, so dass wir sie wohl nicht bei Trainingslagern sehen werden“, sagte Sjur Ole Svarstad. „Sie meint, das ist das Beste fĂŒr sie. Auf lĂ€ngeren Strecken sehen wir die Möglichkeit, dass sie noch besser werden könnte. Aber sie hat wahrscheinlich Recht, dass es keine Entscheidung ist, die in nĂ€chster Zeit getroffen werden muss.“ Marit BjĂžrgen wird sie im Training immer wieder beobachten und sie hofft, Skistad fĂŒr die Zukunft besser integrieren zu können. Eine mögliche Intensivierung ihres Ausdauertrainings soll erst nach der WM in Falun angegangen werden. Auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2030 sollen die Athleten ĂŒbrigens ein strukturiertes Höhentraining absolvieren, was im letzten Olympiazyklus vermieden wurde, so dass einige Athleten eigene Wege gingen. Diese PlanĂ€nderung gab Herren-Trainer Eirik Myhr Nossum bekannt.

Knie-OP bei Ogden

Wie Laura Gimmler musste sich auch Ben Ogden im April einer Meniskus-OP unterziehen. WĂ€hrend die Beschwerden bei der Oberstdorferin aber schon lĂ€nger angedauert hatten und die OP fĂŒr Mitte April nach ihrem Frankreich-Urlaub geplant wurde, musste die OP bei dem zweifachen Silber-Gewinner nach einem Sturz auf FrĂŒhjahrsschnee vorgenommen werden. „Die OP verlief gut und ich erhole mich gut. Aber eine Verletzung ist schwer zu akzeptieren“, meinte der 26-JĂ€hrige, der mit Ausnahme seines Pfeifferschen DrĂŒsenfiebers 2024 noch nie lĂ€ngere AusfĂ€lle hatte. „Ich hatte noch nie eine Verletzung, die mich zu einer lĂ€ngeren Pause gezwungen hat von dem Sport, den ich liebe. Ich hoffe, ich bin geduldig genug, um es richtig ausheilen zu lassen, aber mir ist klar, dass das schwer wird, wenn das Sommertraining richtig beginnt. Diese Verletzung bedeutet, dass ich meine PlĂ€ne fĂŒr die nĂ€chste Zeit drastisch Ă€ndern muss. Aber meine Karriereziele werde ich nicht Ă€ndern. Es wird seine Zeit brauchen, aber ich werde stĂ€rker und besser vorbereitet als je zuvor zurĂŒckkommen.“ Auch wenn Ben Ogden in seinem Post keine weiteren Details nennt, ist anhand der langen Rehabilitationszeit davon auszugehen, dass im Gegensatz zu Laura Gimmler bei ihm Risse im Meniskus genĂ€ht werden musste, die durch seinen aktuen Sturz entstanden. Eine Meniskusnaht benötigt viel Zeit, um biologisch zu verheilen. Das Knie darf oft sechs Wochen lang nur teilbelastet werden (KrĂŒcken). Eine RĂŒckkehr zum Leistungssport dauert hier deutlich lĂ€nger – im Schnitt etwa vier bis sechs Monate.

Valerio Checchi trauert um Sohn

Valerio Checchi, der von 2001 bis 2014 fĂŒr Italien im Langlauf Weltcup startete und der jetzt in seiner Heimat Lazio-Sardinien bei Rom als Trainer arbeitet, trauert um seinen Sohn. Wie der italienische Verband in einer Pressemeldung bekannt gab, wurde Filippo Checchi nur 14 Jahre alt und litt an einer unheilbaren Krankheit, die nicht nĂ€her benannt wurde. „PrĂ€sident Flavio Roda und der Verband sprechen Valerio, seiner Ehefrau Francesca und seiner Tochter Beatrice ihr tief empfundenes Beileid aus“, heißt es in der Pressemitteilung. Sohn Filippo war ein fußballbegeisterter junger Bub, der fĂŒr den Klub Nuova Tor Tre Teste (in der NĂ€he von Rom) spielte. „Deine Kraft, dein LĂ€cheln werden fĂŒr immer bei uns bleiben“, schrieb der Verein auf Instagram.