Nachdem wir gestern schon die Rennen in Skandinavien zusammenfassten, erfahrt ihr heute, wie die Meisterschaften in anderen Ländern ausgingen und wer sich dort alles verabschiedete.
Zwei Goldene zum Abschluss für Nadine Fähndrich
Die Schweizer Meisterschaften fanden dieses Jahr über drei Tage im Dorfzentrum von Les Diablerets auf 1200 Meter Höhe unweit des Les Diablerets-Gletschers im Kanton Waadt östlich des Genfer Sees statt und stand im Zeichen des Abschieds. Neben Nadine Fähndrich verabschiedeten sich auch Candide Pralong, Jason Rüesch und Désirée Steiner vom Leistungssport. Den Auftakt machte ein Klassiksprint, den Nadine Fähndrich und Valerio Grond für sich entschieden. Die 30-Jährige ließ im Finale Fabienne Alder und Marina Kälin hinter sich. Lea Fischer, Alina Meier und Giuliana Werro schafften ebenfalls den Sprung ins Finale, das Désirée Steiner in ihrem letzten Sprint knapp verpasste. Nach Platz zwei im Prolog hinter Isai Näff holte sich im Finale dann Valerio Grond den Sieg, während Janik Riebli schon im Viertelfinale ausschied. Silber ging an Niclas Steiger und Bronze an Mario Bässler. Silvan Lauber, Beda Klee und Isai Näff belegten die Plätze vier bis sechs. Näff war nach einem Sturz chancenlos, seine Prologbestzeit in eine Goldmedaille umzuwandeln. Am Samstag stand das lange Rennen im Massenstart auf dem Programm, 30 Kilometer Klassisch für die Damen, 50 für die Herren. Erneut ging der Titel an Nadine Fähndrich, die sich auf den letzten zehn Kilometern von Giuliana Werro löste und eine weitere Goldmedaille holte. Bronze ging an Fabienne Alder, die im zweiten Renndrittel den Anschluss verloren hatte, aber eine halbe Minute vor Marina Kälin blieb. Lea Fischer wurde Fünfte vor Carla Nina Wohler und Desirée Steiner. Auch bei den Herren fiel die Entscheidung um den Titel erst in der Schlussphase, wo sich Cyril Fähndrich von Antonin Savary lösen konnte und sich mit 36 Sekunden Vorsprung den Sieg holte. Bei Candide Pralong kam in seinem letzten 50er der Mann mit dem Hammer schon vor Kilometer 40, so dass er am Ende 1:40 Minuten Rückstand ansammelte, aber sich mit Bronze verabschiedete. Nicola Wigger konnte mit ihm nicht ganz mithalten, was Platz vier bedeutete vor Isai Näff, Jon-Fadri Nufer, Beda Klee und Pierrick Cottier. Zum Saisonabschluss stand die 3×5 Kilometer Staffel auf dem Plan, die komplett in der freien Technik gelaufen wurde. Bei den Damen gewannen die Athletinnen aus St. Moritz Ilaria Gruber, Marina und Nadja Kälin den Titel, bei denen vor allem Marina Kälin den Unterschied machte gegen die Bernerinnen Helena Guntern, Carla Nina Wohler und Lea Fischer. Auch Platz drei und vier ging nach St. Moritz und Bern an die Staffeln mit Leandra Beck, Chiara Fröhlich und Lina Bundi sowie Malia Elmer, Delia Giezendanner und Gianna Chiara Wohler. Beide kamen aber mit mehr als zwei Minuten Rückstand ins Ziel. Die Davoserinnen Alina Meier, Anna Schneuwly und Désirée Steiner wurden Fünfte. Während Nadine Fähndrich mit ihrem Horwer Team und Silvia und Bianca Buholzer nur Zehnte wurde, konnte sich ihr Bruder Cyril Fähndrich über einen weiteren Titel freuen. Zusammen mit Sven Buholzer und Silvan Lauber war er 30 Sekunden schneller als Dajan Danuser und die Brüder Samuel und Gabriel Maes aus Vättis. Ab Platz zwei ging es jedoch recht eng zu und zwischen Vättis und Platz fünf lagen nur 13 Sekunden. Bronze ging an die Engadiner Silvan Durrer, Elia Beti und Roman Alder vor den Engadinern Isai und Noe Näff zusammen mit Andri Aebi, wobei die Brüder die beiden schnellsten Zeiten überhaupt liefen. Rang fünf holten sich die Berner Jan Lauenstein, Maxime Bégun und Evan Gertsch.
Achleitner und Moser österreichische Meister
Die österreichischen Meisterschaften und das Austria Cup Finale standen zunächst unter einem schlechten Stern und mussten von Galtür nach Obertilliach verlegt werden. Und auch dort standen nach einem Orkan Fragezeichen hinter der Austragung. Bürgermeister und Geschäftsführer Matthias Scherer lobte sein Team: „Es war Teamgeist pur. Die Sprintrennen waren für Freitag und die Langdistanzrennen für gestern angesetzt. Am Donnerstag kam ein Orkan und zerstörte viele Abschnitte der Loipen. Wir alle haben gemeinsam alles wieder in perfekten Zustand gebracht.“ Die nationalen Meisterschaften sind in Österreich über den ganzen Winter verteilt, so dass die Stars oft nicht dabei sein können. Das war diesmal nach der Weltcupsaison anders, aber nur das Distanzrennen über 28 Kilometer hatte Meisterschaftsstatus. Den Sprint am Freitag hatten bereits Lisa Achleitner und Benjamin Moser für sich entschieden und auch im Massenstart liefen sie in Abwesenheit von Teresa Stadlober und Mika Vermeulen als Sieger über die Ziellinie. Die Tirolerin setzte sich kurz vor Schluss von Magdalena Engelhardt ab, die mit zehn Sekunden Rückstand Silber holte. Im Kampf um Bronze war ebenfalls ein Duo unterwegs und Anna-Lena Taxer setzte sich knapp gegen Eva Schmidhofer durch. Bei den Herren waren immerhin 20 Athleten in der Elite unterwegs und Benjamin Moser setzte sich schließlich aus einer sechsköpfigen Spitzengruppe ab. Im Sprint um Silber und Bronze setzte sich Tobias Ganner gegen Michael Föttinger durch. Fabio Obermeyr wurde Vierter vor Kilian Kehrer und Alexander Brandner.
Drei Tage Abschied von Pellegrino im Aostatal
Der Abschied von Federico Pellegrino fand noch einmal im ganz großen Rahmen statt. Der italienische Wintersportverband hatte zur nationalen Meisterschaft nach Saint-Barthélemy ins Aostatal geladen – genau dorthin, wo der kleine Chicco Anfang der Neunziger das Langlaufen lernte. Für Pellegrinos „Gran Finale“ war eine gleichnamige Internetseite eingerichtet worden und das dreitägige Wettkampfprogramm begann mit einer Eröffnungsfeier, dem Einlauf der Delegationen und Reden. Ein halber Meter Neuschnee sorgte noch einmal für winterliche Verhältnisse. Pellegrino selbst hatte im Laufe des letzten Jahres offenbar zahlreiche internationale Weggefährten eingeladen, mit ihm seinen Abschied zu begehen. Aber der Einladung kamen nur Mika Vermeulen und Jimmy Clugnet sowie der ehemalige schwedische Sprinter Robin Bryntesson nach.
Di Centa und Salvadori feiern Titel zum Karriereende
Am ersten Wettkampftag wurden Einzelstarts über zehn Kilometer in der freien Technik ausgetragen, in dem Martina Di Centa noch einmal einen Sieg feiern konnte. Die 26-jährige Tochter von Giorgio Di Centa hatte unmittelbar nach der Olympiastaffel ihren Rücktritt erklärt, um sich ihrem Privatleben zu widmen und die ständige Herumreiserei zu vermeiden. Über die zehn Kilometer war sie 46 Sekunden schneller als Iris De Martin Pinter. Auf den Plätzen dahinter ging es sehr eng zu mit vier Athletinnen innerhalb von vier Sekunden. Bronze sicherte sich Caterina Ganz vor der Lettin Patricija Eiduka, die sich vor einem Jahr dem Team von Markus Cramer anschloss. Martina Bellini wurde Fünfte vor Virginia Cena. Bei den Herren gab es einen ebenso klaren Sieger mit Giovanni Ticco‘. Der Trentiner holte sich mit 26 Sekunden Vorsprung auf Fabrizio Poli den Titel. Bronzemedaillen-Gewinner Lorenzo Romano und der viertplatzierte Davide Graz waren jeweils etwa fünf Sekunden langsamer. Paolo Ventura als Fünfter hatte schon mehr als eine Minute Rückstand wie auch Giandomenica Salvadori, Giacomo Petrini und Elia Barp. James Clugnet und Mika Vermeulen belegten die Plätze 23 und 30. An Tag zwei war das große Abschiedsrennen von Pellegrino und einigen Teamkollegen, bei dem 50 Kilometer im Klassik-Massenstart zu absolvieren waren. Nach 2:31:39 Stunden überquerte Caterina Ganz als Siegerin die Ziellinie, nachdem sie sich im Endspurt gegen Martina De Centa und Iris De Martin Pinter durchgesetzt hatte. Früh im Rennen hatte sie wegen ihres Jetlags den Anschluss an die Spitzengruppe verloren, konnte aber in der zweiten Runde wieder heranlaufen und sich den Sieg holen. Für die 21-jährige De Martin Pinter bedeutete die Bronzemedaille gleichzeitig den Gewinn des U23-Titels. Francesca Franchi auf Platz vier hatte bereits über zwei Minuten Rückstand. Ylvie Folie kam als Fünfte ins Ziel. Auch bei den Herren gab es einen Dreikampf um die Medaillen. Davide Graz setzte sich mit zehn Sekunden Vorsprung gegen Giandomenico Salvadori durch, der im Endspurt einsah, dass er gegen den starken Graz keine Chance hatte. Paolo Ventura hatte das Duo im letzten Anstieg abgehängt, er holte die Bronzemedaille. Mit mehr als zweieinhalb Minuten Rückstand überquerte Giovanni Ticco‘ als Vierter die Ziellinie. Martin Coradazzi wurde Fünfter vor Dietmar Nöckler, der wie Pellegrino sein letztes Rennen lief. Pellegrino selbst erreichte das Ziel aber offiziell nicht wegen völliger Erschöpfung nach der Saison, ließ sich aber dennoch am Ende von allen Freunden, Kollegen und hunderten Fans feiern. Jimmy Clugnet verlor als 19. 13 Minuten, Robin Bryntesson wurde 33. und Mika Vermeulen trat nicht mehr an. Am Sonntag wurde ohne Pellegrino und Nöckler aber mit Giandomenico Salvadori, der ebenfalls seine sportliche Karriere beendet, um den Sieg in der Mixed-Staffel über 3×2,5 Kilometer gekämpft. Den konnte sich der 33-Jährige als Startläufer der Finanzwache zusammen mit den beiden Siegern der 50 Kilometer, Caterina Ganz und Davide Graz, sichern. Silber ging an die Carabinieri Lorenzo Romano, Martina Di Centa und Teo Galli vor dem ersten Armee-Team mit Paolo Ventura, Cristina Pittin und Martin Coradazzi.
Sprint, Massenstart und Staffel in Prémanon
Für die Franzosen ging es im französischen Jura um Titel. Im nordischen Zentrum in Prémanon (im Weltcup als Les Rousses bekannt) wurde klassisch gesprintet und Mélissa Gal und Rémi Bourdin konnten sich über die Goldmedaille freuen. Gal dominierte das Finale, Léna Quintin gewann Silber und Justine Gaillard Bronze, was auch den Gewinn des U23-Titels bedeutete. Daphné Patois, Clémence Didierlaurent und Liv Coupat belegten die Plätze vier bis sechs. Bei den Herren wurde es ein enges und taktisches Finale. Bourdin verschärfte schließlich entscheidend das Tempo und sprintete zum Titel. Victor Cullet Calderini jubelte über Silber und U23-Gold, während Jules Chappaz das Podium als Dritter komplettierte. Julien Arnaud, Lucas Chanavat und Lucas Gaillard belegten die Plätze vier bis sechs. Richard Jouve, der letzte Woche sein Karriereende ankündigte, verpasste das Finale in seinem letzten Sprint. „Das Feuer für den Sport ist immer noch da, aber das tägliche Training wurde immer mehr zur mentalen Herausforderung“, sagte er. An Tag zwei wurden bei starkem Schneefall die kurzen Massenstarts über zehn Kilometer ausgetragen, bei denen Mattéo Correia mit seinem Titelgewinn für eine Überraschung sorgte. Der großgewachsene Lothringer. versteckte sich immer im Feld und setzte sich im Zielsprint gegen Mathieu Blanc aus den Savoyen durch, den U23-Weltmeister in der Mixed-Staffel. Victor Lovera, der immer viel Arbeit verrichtet hatte, musste sich mit Bronze begnügen. Auch Gaspard Rousset, Jules Lapierre und Milhan Laissus gehörten noch zu der Spitzengruppe, die um den Sieg sprintete. Bei den Damen gab es einen Favoritensieg von Léonie Perry, die wie Correia aus La Bresse kommt. Silber ging an Margot Tirloy und Bronze an Clémence Didierlaurent. Delphine Claudel wurde mit elf Sekunden Rückstand Vierte vor Lena Quintin und Melissa Gal. Am Finaltag wurde um Staffelmedaillen gekämpft und bei den Damen ging der Titel an Mont Blanc 1 (Baisle, Neuville, Tirloy). Die Entscheidung fiel auf der Schlussstrecke, als Margot Tirloy sich auf der Zielgerade gegen das dritte Team vom Mont Blanc mit den Nachwuchsläuferinnen (Remillon, Missillier, Pierrel) durchsetzte. Bronze holte das Team aus den Savoyen (Pradel Mayer, Coutaz, Convard), die mit 23 Sekunden Rückstand einkamen. Bei den Herren wurde es eine klare Angelegenheit für Dauphiné 1 (Charrier, Cottaz Lovera), die die Athleten vom Team Mont Blanc 1 (Lafrasse, Calandry, Lapalus) klar hinter sich ließen. Sie sprinteten mit Mont Blanc 2 (Calandry, Perillat Collomb, Parisse) und Dauphiné 2 (Perrier-Gustin, Vergnolle, Lapierre) um Silber und Bronze.
Amerikanische Meisterschaften in Vermont
Die Amerikaner bestritten ihre nationalen Meisterschaften am Wochenende nach dem Weltcupfinale ebenfalls im Nordosten der USA, im Craftsbury Outdoor Center in Vermont, was zeitgleich das US Super Tour Finale war. Darum waren auch einige Kanadier am Start die sich im Klassiksprint der Damen prompt die ersten beiden Plätze holten. Katherine Weaver gewann vor Olivia Bouffard-Nesbitt, die in Lake Placid ebenfalls aus dem Profisport verabschiedet wurde. Der Titel ging an die drittplatzierte Amerikanerin Emma Albrecht, Silber und Bronze holten Erin Bianco und Alayna Sonnesyn. Überraschend stark präsentierten sich die Biathletinnen Luci Anderson und Margie Freed in der klassischen Technik, während zum Beispiel Kendall Kramer im Viertelfinale ausschied. Bei den Herren war das Finalfeld richtig stark besetzt und Ben Ogden holte sich den Titel vor JC Schoonmaker und Gus Schumacher. Zak Ketterson, Jack Young und Kevin Bolger komplettierten das Finale. Es folgte eine Vereinsstaffel, bei der auch die Colleges der Ostküste vertreten waren. Team Birkie’s erstes Team (Alayna Sonnesyn, Kevin Bolger, Lucy Anderson, Zak Ketterson) gewann mit 46 Sekunden Vorsprung vor APU 1 mit Kendall Kramer, Zanden McMullen, Novie McCabe, Gus Schumacher. Die Lokalmatadoren aus Craftsbury mit Margie Freed, Brian Bushey, Michaela Keller-Miller und Jack Young wurden Dritte. Die Saison in Vermont wurde mit 40 Kilometer Freistil Massenstarts beendet, die auf einer kurvigen fünf Kilometer Runde ausgetragen wurden. Bei den Damen blieb eine Fünfergruppe bis zum Zielsprint zusammen. Dort setzte sich Novie McCabe knapp gegen Kendall Kramer und Alayna Sonnesyn durch. Die Biathletinnen Luci Anderson und Margie Freed wurden Vierte und Fünfte. Bei den Herren kamen 14 Athleten innerhalb einer Minute ins Ziel. Gus Schumacher gewann den Zielsprint gegen John Hagenbuch, Kevin Bolger wurde Dritter. Zanden McMullen verpasste die Medaillen knapp wie auch Tabor Greenberg, Luke Allan und Zak Ketterson.
Jaume Pueyo spanischer Doppelmeister
Auch in Spanien wurden nationale Langlauf Medaillen verteilt. Gelaufen wurde im fast 1800 Meter hoch gelegenen Llanos del Hospital in den zentralen spanischen Pyrenäen. Mit dem Katalanen Jaume Pueyo setzte sich in Sprint und Distanz der Topfavorit durch, der in seiner jungen Trainingsgruppe der erfahrenste ist. Dass es in Spanien aber mehr als nur die fünf Kaderathleten der letzten Saison gibt, beweist das unheimlich große Starterfeld von 160 Athleten bei den spanischen Meisterschaften aller Altersklassen. Im Klassiksprint setzte sich Jaume Pueyo klar gegen Bernat Selles Gasch und Marc Colell Pantebre durch, der junge Peio Anarbe Siguenza wurde Vierter. Pablo Moreno und Aniol Borrell, der Zweite und Dritte des Prologs, schafften es nicht ins Finale. Über zehn Kilometer Freistil war Pueyo 17 Sekunden schneller als Routinier Imanol Rojo Garcia. Bronze ging an Bernat Cadena Serra vor Bernat Selles Gasch. Bei den Damen holte sich Irati Cuadrado Noain den Titel mit 22 Sekunden Vorsprung vor Berta Guitart Fornells. Im Sprint hatte sich die 18-jährige Maddalen Ruiz De Galarreta Torres den Titel geholt vor Irati Cuadrado. Dahinter folgten mit Joana Puig Valenzuela und June Aranburu Arregui junge Talente der Jahrgänge 2008 und 2009. Im Rahmenprogramm der Meisterschaft standen die Kaderathleten in einem bis auf den letzten Platz gefülltes Auditorium den Interessierten Rede und Antwort und schilderten ihre Erfahrungen bei Weltcup und Olympischen Spielen.