Langlauf U23-WM: Elias Keck gewinnt Sprint-Silber und Roman Alder holt Bronze - xc-ski.de Langlauf

Langlauf U23-WM: Elias Keck gewinnt Sprint-Silber und Roman Alder holt Bronze

Das deutsche und das Schweizer Team können sich am zweiten Wettkampftag der Junioren- und U23-WM in Lillehammer nach dem österreichischen Triumph gestern nun ebenfalls über Edelmetall freuen. Die Titel gingen an Elin Henriksson und Filip Skari.

Henriksson zwingt Norwegerinnen

Mina Sofie Kjaeraas Moland (NOR), Elin Henriksson (SWE), Helene Ekrheim Haugen (NOR), (l-r) © Claes-Tommy Herland

Der Freistilsprint U23-Klasse fand in strahlendem Sonnenschein statt und einige Mitfavoritinnen scheiterten schon vor dem Finale wie Nora Falster und Katja Veit durch Stürze im Viertelfinale oder eine Runde später die Prolog-Schnellste Elin Näslund, Gina Del Rio oder Sammy Smith und Evelina Crüsell. Ins Finale schafften es dann zwei Norwegerinnen, eine Schwedin, zwei Französinnen und die Schweizerin Fabienne Alder. Das Geschehen um die Medaillenentscheidung wurde von Elin Henriksson und Mina Sofie Kjærås Moland bestimmt, später reihte sich die großgewachsene Helene Ekrheim Haugen hinter ihnen ein, nachdem sie am Start schwer in die Gänge kam. Im letzten Anstieg kämpften Henriksson und Moland Seite an Seite, die Stöcke verhakten sich und die Norwegerin verlor an Tempo. So ging die Schwedin zuerst in die Abfahrt und ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen. „Ich stehe noch ein bisschen unter Schock. Das ist so ein tolles Gefühl. Nun muss ich nur noch alles genießen und auf dem Boden bleiben, aber das wird nicht leicht. Ich hatte keinen speziellen Plan für das Finale, ich habe nur versucht, vorne zu laufen. Im letzten Anstieg bekam ich etwas Angst, ich würde mich mit der Norwegerin verhaken. Aber es war wichtig, dass ich klar vorne war, so habe ich weiter Gas gegeben und habe nur nach vorne geschaut“, sagte die neue U23-Weltmeisterin. Mina Sofie Moland war aber auch mit Silber vor heimischem Publikum sehr zufrieden und erzählte strahlend im Interview, dass ihre ganze Familie da wäre und sie seit sechs Jahren auf diesen Strecken trainiert. Helene Ekrheim Haugen sicherte sich die Bronzemedaille. Für die Sprintspezialistin war das heutige Rennen voraussichtlich der einzige Start in Lillehammer. Margot Tirloy und Leonie Perry gingen heute als Vierte und Fünfte leer aus, sie sind aber auch beide bessere Distanzläuferinnen, so dass ihre Rennen noch kommen. Fabienne Alder beendete das Sprintfinale als Sechste.

Sprintfinale endet dramatisch

Filip Skari (NOR), Elias Keck (GER), (l-r) © Claes-Tommy Herland

Oskar Opstad Vike war nach seiner Bronzemedaille im olympischen Sprint als klarer Favorit in den U23-Sprint gegangen, obwohl das Rennen enorm stark besetzt war, so dass viele starke Läufer zwangsläufig im Viertelfinale schon die Segel strichen wie Isai Näff, Erik Johansson nach Stockbruch, Simon Jung nach Beinahe-Sturz, Xavier McKeever nach Sturz auf der Zielgeraden oder Klassikspezialist Anton Grahn. Topfavorit Oskar Opstad Vike zog unbeirrt seinen Weg durch die Runden und ins Finale, das er ebenfalls dominiert. Als Erster bezwang er den letzten Anstieg und ging mit kleinem Vorsprung vor Filip Skari in die Abfahrt ins Stadion. Dort passierte dann aber das Drama: Die Ski des Norwegers stoppten in einer kleinen Senke und Vike fiel nach vorne und auf die rechte Seite. Filip Skari musste seinen Weg fortsetzen und hole sich den Weltmeistertitel, über den er sich nicht freuen konnte. „Es war ein tolles Rennen, aber ich kann einfach nicht glücklich sein, weil ich nicht der Beste war. Das ist so schade für Oskar, weil er so ein toller Kerl ist. Er war heute der Beste. Es ist Gold, aber… sorry…“, meinte Skari im Siegerinterview, wurde aber abgelenkt, weil Vike gerade mit dem Skidoo ins Ziel gebracht wurde. Über den Teamkollegen sagte er: „Er hat gezeigt, was er kann im Weltcup und mit der olympischen Medaille und er war auch heute der Beste. Er hätte heute den Sieg verdient, weil er der Beste war.“ Zu seinem eigenen Rennen meinte er: „Ich wollte heute um Gold laufen und bin sehr zufrieden mit meiner Leistung. Ich konzentriere mich jetzt auf den Einzelstart am Samstag.“ Als die Kamera Vike nach dem Zieleinlauf wieder zeigte, krümmte er sich mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Boden. Er stieg aber selbstständig auf das Schneemobil, mit dem er ins Ziel gebracht wurde. Vike wurde direkt ins Krankenhaus nach Lillehammer gebracht wegen eines Verdachts auf Rippenbruch. Laut Cheftrainer Arild Monsen passierte die Verletzung, als er nach seinem Sturz von einem anderen Athleten getroffen wurde. Dabei muss es sich um den Schweden Erik Bergström gehandelt haben, der an der Sturz-Stelle sehr langsam wurde. Direkt im Bild zu sehen war es aber nicht.

Keck und Alder holen Medaillen

Elias Keck (GER), Roman Alder (SUI), (l-r) © Claes-Tommy Herland

Von dem Sturz profitierten Elias Keck und Roman Alder, die dadurch noch einen Platz aufrückten und als Zweiter und Dritter ins Ziel einliefen und sich gegenseitig feierten. Keck machte den entscheidenden Move im Anstieg vor dem Stadion, als er sich auf den dritten Platz hinter die Norweger schob. „Ich habe das nicht erwartet. Ich habe mich am Anfang nicht so gut gefühlt. Aber im Laufe des Tages wurde es besser. Das war gut für mich. Ich wolte immer vorne mitlaufen. Das hat zunächst nicht geklappt, aber im Finale dann sehr gut und darüber bin ich sehr froh“, sagte Elias Keck. „Die Saison war schwer für das deutsche Team insgesamt. Aber wir haben mit Jan einen guten Sprinter, das ist immer gut und bringt das Team nach vorne.“ Roman Alder freute sich ebenfalls sehr über das Edelmetall, nachdem es bei seiner Schwester nicht geklappt hatte. „Das ist richtig richtig gut. Es war ein verrückter Sprint und es fühlt sich sehr gut an, nun eine Medaille gewonnen zu haben. Ich war zuversichtlich, einen guten Prolog zu machen. Aber im Weltcup habe ich nie das Viertelfinale überstanden. Heute sagte ich mir, dass das Halbfinale Pflicht ist und nach dem Prolog dachte ich, dass auch das Finale drin ist. Und im Finale ist dann alles möglich, wie wir gesehen haben.“ Der Italiener Teo Galli wurde Vierter vor Erik Bergström und dem gestürzten Vike.

Veit nach Sturz ausgeschieden

Deutschlands einzige Hoffnung auf ein gutes Ergebnis war bei den Damen Katja Veit gewesen, die anderen DSV-Damen hatten sich teilweise sehr knapp nicht qualifiziert. Die Oberstdorferin vergab aber ihre Halbfinalchancen durch einen Sturz in einer Kurve, die durch das Umtreten sehr tief wurde und vielen Athleten zum Verhängnis wurde. Sie wurde als 33. gewertet. Etwas besser klassierte sich Siri Wigger bei ihrem Comeback auf internationale Bühne als 19. vor Noémie Charrière. Marina Kälin belegte Rang 25. Bei den Herren hätten die Schweizer fast noch einen Finalisten gehabt, aber Noe Näff musste sich im Fotofinish im Halbfinale Roman Alder geschlagen geben, so dass der eine Schweizer weiter kam und der andere nicht. Das bedeutete Platz sieben für den Engadiner. Der zweite Deutsche im Viertelfinale war Simon Jung, der auf einem guten Weg ins Halbfinale war, aber in der besagten Kurve einen Sturz nur knapp vermeiden konnte und dadurch aussichtsreicher Position bis an Ende des Feldes durchgereicht wurde. Er endete auf Rang 17 und verpasste somit recht knapp die nächste Runde. 18. wurde der Schweizer Silvan Hauser und 20. der Österreicher Christian Steiner vor dem nächsten Schweizer Isai Näff.

=> Ergebnisse Freistilsprint U23 Damen
=> Ergebnisse Freistilsprint U23 Herren

 

Junioren- und U23-WM zum Nachlesen

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=> Langlauf JWM Lillehammer: Heidi Bucher wird Junioren-Weltmeisterin im Sprint

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