Am Wochenende geht es endlich los mit den XXV. Olympischen Spielen 2026 in Mailand-Cortina und den ersten Entscheidungen im Langlauf und Biathlon. Für die Nordischen Kombinierer startet Mittwoch der erste Wettkampf. Was ihr vorher wissen solltet, erfahrt ihr hier….
Langläufer in Hotels in Tesero
Die Athleten der Olympischen Spiele von Mailand-Cortina verteilen sich in sechs olympische Dörfer in Mailand, wo 1700 Athleten und Betreuer beherbergt werden, Cortina d’Ampezzo (Alpin Damen und Eiskanal), Livigno/Bormio (Alpin Herren, Freestyle, Snowboard, Skibergsteigen), Antholz (Biathlon) und Predazzo (Nordisch). Manche leben aber auch außerhalb der Olympischen Dörfer wie nahezu sämtliche Langläufer, die in Tesero in Hotels und alpinen Lodges untergebracht sind. Das hat den Vorteil der Nähe zum Stadion, ohne auf einen Transfer für die sieben Kilometer angewiesen zu sein. Außerdem haben die Teams, die oft ganze Etagen oder kleinere Hotels mieten, ihre Ruhe und sind besser vor Infektionen geschützt. Allerdings entgeht ihnen auch ein Teil des olympischen Spirits, wenn sie nur in ihrer eigenen Langlauf-Bubble unterwegs sind und keine Athleten anderer Sportarten treffen. Das wäre bei diesen Spielen mit gesondertem Dorf im Val di Fiemme aber auch nur bei den Skispringern und Kombinierern der Fall gewesen.
Kombinierer und Skispringer im Predazzo-Dorf
Dagegen leben die meisten Kombinierer zusammen mit den Skispringern im kleinen Olympischen Dorf in Predazzo, das etwa 900 Personen beherbergen kann. Ausnahmen gibt es sicherlich, wenn zum Beispiel ein Team lieber ruhiger oder mit weniger Ansteckungsgefahr leben will. Das Dorf ist auf dem Gelände der Finanzpolizei untergebracht und die ursprüngliche Zahl von 713 oder später auch 750 genannten Betten wurde noch bis auf 900 nach oben korrigiert, was nur für Kombinierer und Skispringer/innen, inklusive Betreuer, Techniker und Sicherheitspersonal, das während der Spiele im Februar 2026 direkt im gesperrten Bereich des Dorfes untergebracht ist, kaum notwendig erscheint. Das Dorf besteht nun aus insgesamt fünf Gebäuden. Nach den Spielen wird die Anlage wieder vollständig der Finanzpolizei übergeben, inklusive der neu errichteten bzw. renovierten Musto-Pavillons, der vorher der Finanzwache als Ausbildungs- und Veranstaltungsraum diente und nach den Olympischen Spielen ein dauerhaftes Unterkunftsgebäude für die Schule darstellt. Langläufer Matt Smith aus Südafrika ist eine Ausnahme und zog ins Olympische Dorf ein. Dort gibt er Einblicke in seine Unterkunft.
Biathleten im „Hotel-Dorf“
Die Biathleten leben im Antholzertal noch dezentraler und werden von den Olympischen Spielen abseits ihrer Wettkämpfe kaum etwas mitbekommen. Dennoch gibt es für die Skijäger ein Olympisches Dorf, das aus fünf Hotels besteht. Diese fünf Gebäude liegen unten im Tal in Niederrasen und wurden am 25. Januar vorübergehend von der Olympiastiftung übernommen und den Olympia-Standards entsprechend umgebaut. „Wir übergeben unser Hotel der ‚Fondazione‘ und sie richten das Hotel dann so ein, wie sie es für die Olympischen Spiele brauchen. Das heißt, bei uns werden derzeit zum Beispiel Spielräume in Büroräume umgewandelt, das Restaurant wird in eine Art Mensa umgebaut, die Zimmer werden nach IOC-Standards umgebaut. Genauso, wie es die Regeln besagen, wird das Hotel für den besagten Zeitraum hergerichtet, Ende Februar gibt es einen Stichtag, ab dem die normalen Hotelgäste wieder anreisen und das Hotel so ausschaut, wie sie es vorgefunden haben“, erklärt Annalisa Preindl, Ortsobfrau des Hoteliers- und Gastwirteverbandes von Rasen-Antholz der RAI. Die Athleten bekommen eigene Waschmaschinen zur Verfügung gestellt, die später wieder aus dem Hotel abgeholt werden. Die Sicherheitsauflagen in den Olympia-Hotels sind enorm. Wegen der strengen Marken- und Sponsorenrechte während der Olympischen Spiele wird der Barbetrieb komplett eingestellt. Eigene Kaffeemaschinen werden abgedeckt und durch Kaffeeautomaten ersetzt. „Es wird kein normaler Kaffeeservice stattfinden. Man kann sich den Kaffee selbst machen. Wasser und Säfte stellt Coca Cola zur Verfügung“, erklärt Preindl. Das heißt: Alkoholische Getränke, Säfte, Kaffee – alles muss raus. Auch Lebensmittel dürfen nur nach strenger Kontrolle ins Haus: Jede Lieferung passiert Sicherheitsscanner. Denn während der Spiele gelten kompromisslose Kontrollen – nur zugelassene Marken, keine Ausnahmen. Sogar neue Fitness-Geräte werden vereinheitlicht. Die Eingänge werden von Bodyguards kontrolliert. Ganze Zimmer werden umgebaut, angepasst an olympische Standards. Der gewohnte Hotelbetrieb existiert nicht mehr. Es braucht eigene Menüs, ein 24-Stunden-Buffet. Ob da aber ein Olympiafeeling aufkommt, ist fraglich. Denn die Olympia-Hotels stehen nicht direkt beieinander, sondern sind über den ganzen Ort verteilt. Zwischen Hotel Brunnerhof und Hotel Frida liegt ein Kilometer Entfernung, die anderen drei Hotels liegen dazwischen. Die Entfernung zum Biathlonstadion beträgt 16 Kilometer und 20 bis 30 Minuten Fahrzeit. Das deutsche Team nächtigt aber in der Höhe auf 1600 Meter direkt am Biathlon-Stadion – business as usual ohne spezielles Olympiafeeling.
Anspruchsvolle Strecken im Langlauf-Stadion Tesero
Das Fleimstal, italienisch Val di Fiemme, beherbergt die olympischen Wettkämpfe der nordischen Athleten. Mit Ausnahme der Südtiroler Gemeinde Altrei im Westen gehört das 28 Kilometer lange und auf einer Höhe von 800 bis 1200 Meter gelegene Tal zur Provinz Trentino, die umliegenden Berggipfel der Lagorai-Kette sind über 2800 Meter hoch. Das Tesero Cross-Country Skiing Stadium (offiziell: Centro del fondo e del biathlon Fabio Canal) ist das Herzstück der nordischen Ausdauerwettbewerbe im Fleimstal. Es wurde für die ersten Weltmeisterschaften im Val di Fiemme 1991 gebaut und liegt im Ortsteil Lago, etwa zwei Kilometer südlich des Hauptortes Tesero, in einer sonnigen Lage direkt am linken Ufer des Flusses Avisio. Auf einer Höhe von 850 Metern über dem Meeresspiegel profitiert das Zentrum von einer idealen Lage und einem modernen Beschneiungssystem, das einen Betrieb von Dezember bis Mitte März ermöglicht. Die 19 Kilometer langen Loipen sind für ihr anspruchsvolles Gelände bekannt und eignen sich größtenteils sowohl für die Skating- als auch für die klassische Technik im Skilanglauf. Im Vorfeld der Olympischen Winterspiele wurden umfangreiche Modernisierungen vorgenommen, von der Überarbeitung der Loipen bis hin zur Erweiterung bestehender Einrichtungen. Charakteristische Anstiege wie der Brink-Anstieg und der Zorzi-Anstieg blieben aber erhalten. Neue unterirdische Räume wurden für Umkleidekabinen, Skitechniker, Testbereiche für Athletinnen und Athleten sowie ein Ausrüstungs-Vorbereitungszentrum geschaffen. Die Tribüne im Zielbereich wurde ab- und neu aufgebaut, zudem wurde eine neue Unterkunftseinrichtung und Büros für die Zeitmessung sowie Kampfrichterinnen und Kampfrichter fertiggestellt. Zusätzlich wurden die Beschneiungsanlagen, die Beleuchtung und die Veranstaltungstechnik modernisiert und optimiert. Die Kosten sind von den ursprünglich geplanten 12,5 Million auf 22 Millionen Euro angestiegen. Die Zuschauertribünen bieten Platz für 15.000 Menschen. Mit diesen Verbesserungen wird diese Weltklasse-Anlage, die seit über 50 Jahren ein Wahrzeichen des nordischen Skisports ist, auch lange nach den Olympischen und Paralympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 ein bedeutender Anziehungspunkt für das Val di Fiemme und die umliegenden Regionen bleiben.
Sprungschanze im Spätherbst erneut modifiziert
Auch das Skisprungstadion „Giuseppe Dal Ben“ wurde in den späten 1980ern errichtet und für die Olympischen Spiele teilweise komplett überarbeitet und modernisiert. Beide Hauptschanzen mit einem Hillsize von HS104 und HS143 sind mit Keramik-Anlaufspuren und Mattenbelegung ausgestattet, so dass sie auch im Sommer genutzt werden können. Ein wichtiger Teil der Modernisierung für 2026 war die Installation neuer Windschutznetze, da die Schanzen durch ihre Lage im Talboden (ca. 1.018 Meter) anfällig für Böen sein können. Das Stadion verfügt über eine leistungsstarke Flutlichtanlage für die Abendwettbewerbe, die bei Olympia für die Primetime-Sendezeiten wichtig sind und bietet Platz für ca. 15.000 bis 20.000 Fans. Die Schanzen sind fast senkrecht in den Hang gebaut, was eine beeindruckende Akustik im Kessel erzeugt, wenn die Athleten im Auslauf ankommen. Erst Ende 2025 fanden die finalen Abnahmeprüfungen durch die FIS statt. Dabei wurden die Anlaufgeschwindigkeiten und die neuen Aufsprungwinkel gelobt, die das Springen in Predazzo sicherer und spektakulärer machen sollen. Leider war es im September 2025 zu einer Serie schwerer Stürze von drei prominenten Athletinnen (Alexandria Loutitt (Kanada), Eva Pinkelnig (Österreich), Haruka Kasai (Japan)) gekommen, die eine heftige Sicherheitsdebatte auslösten. Anschließend kam es zu den Anpassungen am Schanzentisch-Winkel um ein halbes Grad, um die Flugkurve flacher und die Landung damit sicherer zu machen. Die Athleten bestätigten anschließend, dass das Fluggefühl nun deutlich kalkulierbarer sei.
Südtirol Arena für 52 Millionen Euro umgebaut
Die Südtirol Arena Alto Adige wurde für insgesamt 52 Millionen Euro umgebaut. Die auffälligste Neuerung ist eine zusätzliche finale Schleife, die nun direkt oberhalb des Schießstands verläuft. Durch neue Gebäude links vom Schießstand und einen Zaun rechts von Bahn 1 hat sich das Windverhalten am Schießstand verändert, was für die Athleten eine neue taktische Herausforderung darstellt. Eine komplett neue Beschneiungsanlage inklusive eines großen Speicherbeckens, für das 2,5 Hektar Wald gerodet werden mussten, garantiert Schneesicherheit auf olympischem Niveau. Der gesamte Zielbereich wurde neu gestaltet, um den Fluss für die Athleten und die Sichtbarkeit für die bis zu 19.000 Zuschauer vor Ort zu optimieren. Die Biathlon Arena Antholz wird die größte Zuschauerkapazität aller Wettkampfstätten der Olympischen Winterspiele Milano Cortina 2026 haben. Diese beeindruckende Zahl spiegelt die enorme Begeisterung rund um Biathlon wider und verspricht, die Rennen zu einem unvergesslichen Erlebnis für Athletinnen und Athleten, Fans und Zuschauer zu machen. Ein Großteil der 52 Millionen Euro floss in „unsichtbare“ Infrastruktur: Es gibt nun einen Indoor-Schießraum, eine Kältekammer für Materialtests sowie neue Tunnel für die Logistik. Für das Aufwärmen und Training direkt am Stadion wurde ein hochmodernes Rollenlaufband sowie ein Trockenschießraum installiert, in dem die Waffen während der Spiele sicher verbleiben können. Das Stadion gilt durch diese Maßnahmen nun als die modernste Biathlon-Anlage der Welt. Seit 1971 und damit seit über 50 Jahren ist sie Schauplatz hochkarätiger internationaler Wettkämpfe, darunter Weltcup-Rennen und sechs Weltmeisterschaften. Bei Antholz handelt es sich um den höchstgelegenen Austragungsort im aktuellen Biathlon-Zirkus auf einer Höhe von etwa 1.600 Metern. Ab 1.500 Metern beginnt die sogenannte moderate Höhe. Die Luft ist dünner, der Sauerstoffgehalt geringer. Das bedeutet: Der Puls steigt schneller an. Die Regenerationsphase dauert länger. Athleten, die nicht an die Höhe gewöhnt sind, schießen in Antholz statistisch gesehen häufiger Fehler, weil sie „blau“ (völlig übersäuert) an den Schießstand kommen. Darum entschied man sich, das Olympische Dorf in Niederrasen auf etwa 1.000 Meter zu errichten. „Live High – Train High – Sleep Low“: Viele Teams bevorzugen es, auf 1.000 Meter zu schlafen, da der Körper sich dort besser erholt und der Schlaf tiefer ist als auf 1.600 Meter.
Hermeline sind Olympia-Maskottchen
Die Maskottchen der XXV. Olympischen Spiele in Mailand und Cortina sind zwei Hermelin-Geschwister namens Tina und Milo. Die Namen sind Kurzformen der beiden namensgebenden Austragungsorte der Spiele. Tina ist das Hermelin mit dem hellen Fell und die offizielle Botschafterin der Olympischen Spiele. Ihr Name leitet sich von Cortina d’Ampezzo ab und ihr Motto lautet: „Dream big!“ (Träume groß). Milo, das Hermelin mit dem braunen Fell, ist das Gesicht der Paralympischen Spiele. Sein Name ist von Milano/Mailand abgeleitet und er verkörpert das Motto „Obstacles are trampolines“ (Hindernisse sind Trampoline). Milo wurde ohne eine Vorderpfote geboren, heißt es in der Beschreibung, was aber in Grafiken oder auch bei den Stoffmaskottchen gar nicht auffällt. Es heißt, er nutzt seinen Schwanz als Stütze, um Hindernisse zu überwinden, was die Resilienz und Anpassungsfähigkeit paralympischer Athleten symbolisieren soll. Tina wird als eine „Träumerin“ beschrieben, die aber gleichzeitig sehr bodenständig und zupackend ist. Ihre Geschichte besagt, dass sie in den Bergen geboren wurde, aber beschlossen hat, in die Stadt zu ziehen, um Neues zu lernen. Während Milo zeigt, dass man trotz Einschränkungen alles erreichen kann, steht Tina für die Fähigkeit, sich anzupassen. Das weiße Fell des Hermelins (das Winterkleid) symbolisiert Reinheit, aber auch die Fähigkeit, sich zu verwandeln, um in einer neuen Umgebung zu überleben. Tina repräsentiert die tiefe Verbundenheit mit dem Schnee und den Bergen von Cortina, weshalb sie das klassische weiße Winterfell trägt. Während Milo die Botschaft trägt, dass Defizite einen nicht aufhalten, vermittelt Tina, dass Träume und Neugier der Motor für Erfolg sind. Begleitet werden die Geschwister von sechs Schneeglöckchen (The Flo). Sie sind die Sidekicks und stehen für die Fans und Zuschauer. Das Schneeglöckchen ist die erste Blume, die am Ende des Winters buchstäblich durch den Schnee bricht. Das soll zeigen, dass man mit Hartnäckigkeit selbst die kältesten und schwierigsten Bedingungen überwinden kann. Sie treten fast immer als Gruppe auf. Damit wollen die Organisatoren von Milano-Cortina 2026 verdeutlichen, dass man große Ziele nur gemeinsam erreicht. Die Entwürfe stammen von Schülern des Istituto Comprensivo di Taverna in Kalabrien. Die Hermeline wurden in einer öffentlichen Abstimmung unter 1.600 eingereichten Design-Ideen ausgewählt.
Olympisches Feuer reist durch ganz Italien
Der olympische Fackel machte in den vergangenen Wochen in allen 110 Provinzen Italiens Station und legte dabei 12.000 Kilometer zurück. Los ging es am 06. Dezember in Rom, wo am Kolosseum das Feuer feierlich entzündet wurde. Über Neapel, Bari und die Inseln Sizilien und Sardinien ging es die Ostküste an der Adria hinauf, passierte San Marino und die Emilia Romagna. Nach Überquerung des Apennin folgten die Provinzen im Westen und Nordwesten mit Toskana, Ligurien, Piemont und Aostatal bis hinauf zum Mont Blanc. In der Poebene zog die Flamme durch die Lombardei südlich von Mailand nach Venetien und nach Verona, wo am 22. Februar die Schlussfeier stattfindet, und Venedig. Am 26. Januar erreichte das olympische Feuer schließlich von Süden kommend Cortina d’Ampezzo. Zum 70. Jubiläum der Spiele von 1956 wurde das Feuer auf der historischen Piazza Dibona gefeiert. Von Cortina ging es über den Pordoi-Pass ins Antholzertal. Die Fackel wurde direkt durch das Biathlonstadion getragen. Am 28. Januar erreichte die Flamme Predazzo und Tesero. Die Route führte direkt an der Schule der Finanzwache, wo das olympische Dorf untergebracht ist, und den Sprungschanzen vorbei. Über den Tonale-Pass kam das Feuer nach Livigno und Bormio, den Zentren für Freestyle und Ski Alpin. In den ersten Februartagen umrundete die Fackel die oberitalienischen Seen, den Comer See und den Lago Maggiore, und zog durch Städte wie Bergamo und Monza mit einer Runde auf der Formel-1-Strecke. Am Freitag erreicht die Fackel das Stadtzentrum von Mailand. Sie passiert den Dom und das Castello Sforzesco, bevor sie am Abend zur Eröffnungsfeier ins San-Siro-Stadion einzieht. Zu den bekannten Fackelträgern des nordischen Bereichs gehörten Federico Pellegrino und Azianna Follis im Aostatal, Dorothea Wierer und Lukas Hofer in Antholz und Stefania Belmondo, Franco Nones, Manuela Di Centa und lokale Nachwuchstalente von der Scuola Alpina della Guardia di Finanza in Predazzo. Viele namhafte Medaillengewinner wurden aber nicht eingeladen, am Fackellauf teilzunehmen. Silvio Fauner, Olympia-Sieger im Langlauf 1994, wurde zuerst ein- und dann wieder ausgeladen. Grund ist offiziell sein politisches Engagement als stellvertretender Bürgermeister seiner Heimat Sappada. Fauner und andere Legenden wie Kristian Ghedina kritisierten öffentlich, dass Influencer und Prominente aus der Unterhaltungsbranche offenbar den Vorzug erhielten vor namhaften Sportlern. Außerdem habe auf Sizilien sehr wohl ein Politiker das Feuer getragen, so dass sie eine Doppelmoral anprangerten.
Eröffnung im San Siro, Schluss in Verona
Am Freitag ab 20 Uhr werden die XXV. Olympischen Spiele im Milano San Siro Olympic Stadium (Giuseppe-Meazza-Stadion) feierlich eröffnet. Die Zeremonie steht unter dem Motto „Armonia“ (Harmonie) und thematisiert das Zusammenspiel von Mensch, Natur, Kunst und Technik. Pop-Ikone Mariah Carey wird als einer der Haupt-Acts erwartet und soll Gerüchten zufolge sogar auf Italienisch singen. Flankiert wird sie von weiteren Weltstars wie dem Tenor Andrea Bocelli, der Sängerin Laura Pausini, dem Pianisten Lang Lang und dem italienischen Rapper Ghali. Tänzer der berühmten Mailänder Scala und Freiwillige aus der Region gestalten das künstlerische Programm, das die italienische Eleganz und Mode feiert. 1200 Freiwillige wirken an der Eröffnungszeremonie mit aus 27 Nationen. Insgesamt wurde mehr als 700 Stunden geprobt für die Zeremonien in Mailand und den anderen Orten. Der jüngste Teilnehmer ist zehn Jahre alt, der älteste 70 Jahre. Über 500 Musiker haben an den Musikaufnahmen mitgewirkt. Es gibt bei der Feier 182 unterschiedliche Kostüme zu sehen und 110 Make Up Artists und 70 Frisöre sorgen dafür, dass alle Teilnehmer gut aussehen. Um die Athleten trotz der weiten Entfernungen einzubinden, finden zeitgleich Zeremonien und Athleten-Paraden in Mailand, Cortina d’Ampezzo, Livigno und Predazzo statt. Die olympischen Flammen werden zeitgleich im Mailänder Arco della Pace und auf der Piazza Dibona in Cortina d’Ampezzo entfacht. Aktuellen Medienberichten zufolge sollen die italienischen Skilegenden Deborah Compagnoni und Alberto Tomba die Ehre haben, das Feuer im Stadion zu entzünden. Im Fiemme-Tal finden die Feierlichkeiten für die nordischen Athleten auf dem Hauptplatz von Predazzo (Piazza SS. Filippo e Giacomo) sowie im Skisprungstadion „Giuseppe Dal Ben“ statt. Es gibt einen feierlichen Einmarsch der Nationen für die Sportler, die im olympischen Dorf in der Schule der Finanzwache untergebracht sind und für die Langläufer aus Tesero. Über riesige LED-Leinwände wird Predazzo live in das San-Siro-Stadion nach Mailand geschaltet, wenn dort die Nationalhymne gesungen und die Flagge gehisst wird. So werden die Athleten im Fleimstal Teil des weltweiten TV-Bildes. Anders als die Pop-Show in Mailand setzt Predazzo auf lokale Traditionen. Erwartet werden Auftritte der lokalen Musikkapellen und Vorführungen, die die alpin-sportliche Geschichte des Tals betonen. Die Abschlussfeier findet in der Arena di Verona, einem antiken römischen Amphitheater, statt unter dem Motto „Beauty in Action“ und feiert die italienische Kultur und den Sport. Die Show verbindet Oper, Musik und Tanz. Der weltbekannte Balletttänzer Roberto Bolle wurde als erster Stargast bestätigt. Im Rahmen der Feier findet die traditionelle Übergabe an die Gastgeber der nächsten Winterspiele 2030 (Französische Alpen) statt.
Prestigeträchtige Medaillen und erhöhte Prämie
Medaillen sind es, worum es bei Olympischen Spielen geht. Vom Slogan „Dabeisein ist alles“ fühlt sich nur ein Teil der Athleten angesprochen, die anderen wollen vorne mitlaufen und möglichst Medaillen holen. Sie wurden im Jahr 2025 offiziell vorgestellt und spiegeln die Dualität der Spiele wider. Die Medaillen sind kreisrund, haben aber eine markante, geometrische Vertiefung in der Mitte, die an ein antikes Amphitheater (wie die Arena di Verona, Ort der Schlussfeier) erinnert. Die Vorderseite zeigt das offizielle Logo von Milano Cortina 2026: Die verschlungene Zahl „26“, die in einem einzigen Pinselstrich gezeichnet wirkt. Auf der Rückseite ist die jeweilige Disziplin eingraviert. Das Besondere ist ein eingearbeitetes Bergpanorama, das die Dolomiten und die Alpen symbolisiert. Die Medaillen bestehen zu 100 % aus recyceltem Edelmetall (Gold, Silber, Bronze), das teilweise aus Elektroschrott gewonnen wurde. Gefertigt werden die Stücke von der traditionsreichen italienischen Münzprägeanstalt Zecca dello Stato in Rom. Mit etwa 500 bis 600 Gramm gehören sie zu den schwereren Medaillen der Olympia-Geschichte. Direkt nach den Wettkämpfen findet die „Flower Ceremony“ im Langlauf-Stadion oder an der Schanze statt. Die echten Medaillen werden jedoch erst am Abend auf der Medal Plaza auf der Piazza SS. Filippo e Giacomo in Predazzo verliehen. Antholz nimmt eine Sonderstellung ein. Hier gibt es keine Medal Plaza im Ort, sondern die Medaillen werden direkt im Stadion verteilt. Zusätzlich zum prestigeträchtigen Edelmetall und dem Titel Olympiasieger gibt es auch noch Bares für den Erfolg. Für die deutschen Olympioniken hat die Stiftung Deutsche Sporthilfe seine Prämien aufgestockt. Ein Olympiasieg wird nun mit 30.000 Euro statt bisher 20.000 Euro honoriert, für Silber gibt es 20.000 Euro (statt 15.000) und Bronze unverändert 10.000 Euro. Nach einem Beschluss des Bundestages sind diese Prämien steuerfrei. „Olympischer Erfolg muss lange und akribisch vorbereitet werden. Die Aufgabe der Sporthilfe ist es, Talente frühzeitig zu begleiten und sie über ihre gesamte Karriere hinweg als verlässlicher Lifetime-Companion zu unterstützen“, sagte Karin Orgeldinger, Vorstand Förderung der Stiftung Deutsche Sporthilfe. Alle deutschen Starterinnen und Starter in Norditalien wurden im Laufe ihrer Karriere von der Stiftung unterstützt, durchschnittlich werden sie „fast neun Jahre von der Sporthilfe begleitet“. Mit einer Förderdauer von 26 Jahren und vier Monaten wird Rodler Tobias Arlt am längsten im deutschen Olympiateam unterstützt, gefolgt von seinem Rodel-Doppelsitzerpartner Tobias Wendl (24 Jahre und ein Monat). Beide haben je sechs Goldmedaillen bei Olympischen Spielen gewonnen. In Cortina gehören sie erneut zum engen Favoritenkreis. Die Wahl der deutschen Fahnenträger fiel nach Zuschauerabstimmung auf Eishockey-Star Leon Draisaitl und die zweimalige Vize-Olympiasiegerin im Skispringen, Katharina Schmid, die die Flagge in Predazzo tragen soll.
Zwei neue Mitglieder für Athletenkommission gesucht
Neben Edelmetall, Prämien und guten Leistungen geht es aber auch darum, die olympischen Werte auch in der Zukunft gut zu vertreten. Dafür gibt es die Athletenkommission des IOC, die aus insgesamt 19 Mitgliedern besteht. Die Kommission dient als wichtigstes Sprachrohr der Sportler innerhalb des IOC und berät das Exekutivkomitee in allen Belangen, die das Leben und die Wettkämpfe der Athleten betreffen. Zwölf Mitglieder wurden von Athleten gewählt, die anderen vom IOC und IPC (Internationalen Paralympischen Komitee) ernannt. Für vier von ihnen, zwei gewählte und zwei ernannte Mitglieder, endet nun ihre Amtszeit nach den Spielen nach acht Jahren. Somit müssen zwei neue Mitglieder als Ersatz für die ehemalige finnische Eishockeyspielerin Emma Terho und Ex-Langläuferin Astrid Uhrenholdt Jacobsen gewählt werden, die aus den elf Kandidaten ausgewählt werden können. Darunter findet sich auch Ex-Langläufer Dario Cologna sowie der Nordische Kombinierer Ilkka Herola oder die estnische Biathletin Johanna Talihärm wie auch der ungarische Langläufer Ádám Kónya. Die Stimmabgabe begann mit der Öffnung der olympischen Dörfer am 30. Januar 2026 und läuft bis zum 18. Februar 2026. Gewählt werden kann in allen sechs olympischen Dörfern (u. a. in Predazzo, Antholz und Mailand) in Wahlstationen in den sogenannten „Athlete365 Houses“. Alle akkreditierten Athleten, die an den Spielen 2026 teilnehmen, dürfen abstimmen. Die Ergebnisse werden am 19. Februar 2026, drei Tage vor der Schlussfeier, verkündet.
Wetter wechselhaft und winterlich
Für die Olympischen Winterspiele 2026 zeigt sich das Wetter in den nordischen Zentren zum Auftakt unbeständig und winterlich. Ein Adriatief führt aktuell feuchte Luftmassen in die Region. Im Fleimstal bleibt es in den ersten Tagen der Spiele wechselhaft mit häufigen Schneeschauern bei Tagestemperaturen bis +2 °C und Nachttemperaturen bis -7 °C. Ab Sonntag lockert die Bewölkung etwas auf, es bleibt aber meist bewölkt. Die Temperaturen liegen tagsüber stabil bei 1 °C bis 2 °C. Ab Mittwoch, dem 11. Februar, nimmt die Wahrscheinlichkeit für leichten Schneefall wieder zu. Die Nächte bleiben im gesamten Zeitraum frostig, mit Tiefstwerten bis zu -11 °C Mitte Februar. In Antholz wird es durch die Höhenlage kälter und windanfälliger. Das erste Wochenende zeigt sich freundlicher mit einem Mix aus Sonne und Wolken bei Höchstwerten um 2 °C und nachts bis zu -6 °C. Die Woche beginnt am Montag bewölkt mit leichtem Schneefall. Zur Wochenmitte bleibt es wechselhaft; am Freitag, den 13. Februar, steigen die Temperaturen leicht auf 3 °C an, bevor ein Temperatursturz erwartet wird. Nachts wird es dann in der Höhe bis zu -15 °C kalt, im Val di Fiemme nicht ganz so kalt. Aber auch dort liegen die Tagestemperaturen dann bei etwa -4°C. Für die Techniker wird das Wachsen zur Herausforderung. Bei -12 °C wird der Schnee sehr stumpf und aggressiv („wie Sand“), was völlig andere Wachsmischungen erfordert als bei dem feuchten Schneefall der ersten Tage. Aber auch beim Skispringen sind Veränderungen zu spüren: Die Luft wird durch die Kälte „dünner“ und trockener, was den Auftrieb leicht verändern kann. Zudem wird der Anlauf auf der Eisspur bei diesen Minustemperaturen extrem schnell. Mit der Kältefront zieht aber meist trockenere Luft ein, was bedeutet, dass die Sonne öfter rauskommt und die Sicht an den Schanzen besser wird als während der Schneeschauer zur Eröffnung.
Alles live im Free TV und Streams
An Live-Übertragungen jeder Sportart herrscht bei den Olympischen Spielen kein Mangel. ARD und ZDF übertragen die Entscheidungen von früh bis spät live und wechseln sich im TV im täglichen Rhythmus ab. Insgesamt sind rund 220 Stunden Live-Berichterstattung im Free-TV geplant. Auch im digitalen Bereich kooperieren sie massiv: ARD und ZDF bieten synergetisch die gleichen Livestreams auf ihren Plattformen an. Wenn das ZDF den TV-Tag hat, findet man die Einzelstreams trotzdem auch in der ARD Mediathek und auf sportschau.de – und umgekehrt. Es stehen bis zu zehn parallele Livestreams zur Verfügung, was insgesamt rund 700 Stunden Live-Web-TV ergibt. Die Streams werden wechselseitig kommentiert – an ZDF-TV-Tagen sitzen oft ARD-Reporter an den Mikrofonen der Streams und umgekehrt. Eurosport ist bei den Olympischen Winterspielen 2026 der primäre Rechteinhaber und bietet die umfassendste Berichterstattung aller Sender. Das Konzept trennt strikt zwischen einer kuratierten Free-TV-Übertragung und einem lückenlosen Streaming-Angebot. Der Sender zeigt rund um die Uhr Live-Wettbewerbe mit einem starken Fokus auf deutsche Medaillenentscheidungen. Gelegentlich werden zusätzliche Inhalte auf Sendern der Warner Bros. Discovery-Gruppe (wie DMAX) gezeigt. Während ARD/ZDF ca. zehn parallele Streams anbieten, überträgt Discovery+ (und teilweise HBO Max) jeden einzelnen produzierten Feed live und auf Abruf. Abonnenten können zwischen verschiedenen Kameraperspektiven wählen und Wettbewerbe ohne Werbeunterbrechung sehen. Durch eine Kooperation sind die Eurosport-Kanäle 1 und 2 auch für DAZN-Nutzer ohne Zusatzkosten verfügbar.
Wettkampfübersicht
Samstag, 7. Februar 2026
13:00 Uhr – Skilanglauf: 10 + 10 Kilometer Skiathlon Damen
Sonntag, 8. Februar 2026
12:30 Uhr – Skilanglauf: 10 + 10 Kilometer Skiathlon Herren
14:00 Uhr – Biathlon: Mixed-Staffel
Dienstag, 10. Februar 2026
11:45 Uhr – Skilanglauf: Sprint Klassisch Damen und Herren
13:30 Uhr – Biathlon: Einzel Herren
Mittwoch, 11. Februar 2026
10:00/13:45 Uhr – Nordische Kombination: Gundersen Normalschanze
14:15 Uhr – Biathlon: Einzel Damen
Donnerstag, 12. Februar 2026
13:00 Uhr – Skilanglauf: 10 Kilometer Freistil Einzelstart Damen
Freitag, 13. Februar 2026
11:45 Uhr – Skilanglauf: 10 Kilometer Freistil Einzelstart Herren
14:00 Uhr – Biathlon: Sprint Herren
Samstag, 14. Februar 2026
12:00 Uhr – Skilanglauf: 4 x 7,5 Kilometer Staffel Damen
14:00 Uhr – Biathlon: Sprint Damen
Sonntag, 15. Februar 2026
11:15 Uhr – Biathlon: Verfolgung Herren
14:45 Uhr – Biathlon: Verfolgung Damen
12:00 Uhr – Skilanglauf: 4 x 7,5 Kilometer Staffel Herren
Dienstag, 17. Februar 2026
10:00/13:45 Uhr – Nordische Kombination: Gundersen Großschanze
14:30 Uhr – Biathlon: Staffel Herren
Mittwoch, 18. Februar 2026
11:45 Uhr – Skilanglauf: Teamsprint Freistil Damen und Herren
14:45 Uhr – Biathlon: Staffel Damen
Donnerstag, 19. Februar 2026
10:00/14:00 Uhr – Nordische Kombination: Teamsprint
Freitag, 20. Februar 2026
14:15 Uhr – Biathlon: Massenstart Herren
Samstag, 21. Februar 2026
11:00 Uhr – Skilanglauf: 50 Kilometer Klassik Massenstart Herren
14:15 Uhr – Biathlon: Massenstart Damen
Sonntag, 22. Februar 2026
10:00 Uhr – Skilanglauf: 50 Kilometer Klassik Massenstart Damen
