U23 WM Oberwiesenthal: Brugger und Fräbel verpassen Medaillen - xc-ski.de Langlauf

U23 WM Oberwiesenthal: Brugger und Fräbel verpassen Medaillen

Harald Oestberg Amundsen (NOR), Sergey Ardashev (RUS), Hugo Lapalus (FRA), (l-r) © Studio2media | Marko Unger

Antonia Fräbel und Janosch Brugger haben im Klassik-Einzelstart über zehn und 15 Kilometer Platz sechs und vier belegt. Die Titel gingen an Ebba Andersson und Sergey Ardashev. 

Skandinavisches Podium, Fräbel Sechste

Marte Maehlum Johansen (NOR), Ebba Andersson (SWE), Emma Ribom (SWE), (l-r) © Studio2media | Marko Unger

Vor dem Rennen der Damen hatte es kräftig geschneit, im Wettkampf ließ der Schneefall aber nach, was die Skiwahl zu einer wichtigen Entscheidung machte. „Ich habe mich für No Wax entschieden und ich glaube, das war heute eher die falsche Variante, weil es beim Test noch geschneit hat und beim Rennen nicht mehr“, meinte zum Beispiel Celine Mayer. Besser zurecht kam Weltcupstarterin Ebba Andersson, die zur Rennmitte noch gleichauf mit ihrer Teamkollegin Emma Ribom lag. Auf den zweiten fünf Kilometern konnte Ribom ihr hohes Anfangstempo aber nicht durchhalten, so dass Ebba Andersson einen klaren Sieg mit 24 Sekunden Vorsprung feierte. „Ich musste mich wirklich anstrengen. Emma war zu Beginn richtig stark. Also wusste ich, dass ich Gas geben muss. Aber es war ganz schön hart. Im Ziel war ich total erschöpft“, meinte die glückliche Siegerin. Dank einer besseren Renneinteilung ging Platz zwei an Marte Mæhlum Johansen aus Norwegen vor Emma Ribom, die immerhin noch Bronze gewann. „Ich war bisher noch nicht so gut in Form und hatte im letzten Herbst mit Verletzungen zu kämpfen. Aber heute habe ich alles gegeben. Ich hatte super Ski und den nötigen Ansporn und bin am Ende an Emma vorbei gekommen“, so die Norwegerin. Vor den Augen ihrer deutschen Großmutter Gertraude verpasste die 22-jährige Amerikanerin Julia Kern diesmal die Medaille als Vierte um acht Sekunden auf einer Strecke, die man als ihre Heimstrecke bezeichnen kann. Nur wenige Kilometer entfernt stand sie im jährlichen Weihnachtsurlaub bei den Großeltern 2000 oder 2001 das erste Mal auf Ski. Rang fünf ging an die Russin Hristina Matsokina gefolgt von der besten Deutschen Antonia Fräbel: „Mein Horrorszenario ist eingetreten. Ich habe mich so lange auf diesen Tag vorbereitet und das Schlimmste, was ich mir vorstellen konnte, ist Neuschnee. No Wax oder kein No Wax? Darum war ich vor dem Rennen schon sehr nervös, weil ich nicht wusste, wie ich mich entscheiden soll. Ich bin nicht ganz zufrieden mit dem Rennen, ich bin zu schnell angegangen und das habe ich hintenraus ganz schön zu spüren bekommen.“

Deutsche Damen enttäuscht

Die übrigen deutschen Damen haderten mit den Bedingungen und dem Schnee und waren mit ihren Leistungen nicht zufrieden. „Ich habe heute keinen guten Tag erwischt. Ich bin momentan eher sehr enttäuscht von meinem Rennen. Nichtsdestotrotz war es eine mega Stimmung und ich bin froh, dass ich starten durfte“, meinte Celine Mayer zu ihrem Rennen, das sie nach nahezu konstanten Platzierungen in den drei Runden als 27. beendete. Julia Richter wurde 35. „Das war sehr schwer heute. Es ging einfach beschissen. Es war kein gutes Rennen von mir. Die Bedingungen waren nicht einfach: Schneefall, eisige Spur… Da war es schwierig mit der Skiauswahl, aber so ist es im Sport. Es hatten alle die gleichen Bedingungen“, meinte sie. Beste Schweizerin wurde Desiree Steiner als 21. mit etwas mehr als zwei Minuten Rückstand. Lea Fischer landete als 29. zwei Ränge vor der besten Österreicherin Barbara Walchhofer. Als dritte Schweizerin kam Giuliana Werro als 48. von 55 Damen ins Ziel.

Ardashev überragend, Brugger „verdammt enttäuscht“

Sergey Ardashev (RUS) © Studio2media | Marko Unger

Schneefall und ein auffrischender Wind, bei dem sich die 0°C anfühlten wie -6°C machte das 15 Kilometer-Rennen der U23-Herren noch ungemütlicher. Der Russe Sergey Ardashev, der als einer der Topfavoriten angereist war, machte mit seinem No Wax Ski alles richtig. Schon zur Halbzeit nach zwei von vier Runden lag er 30 Sekunden vorne und verdoppelte seinen Vorsprung bis zum Ziel. „Ich habe mich heute wirklich gut gefühlt. Von Beginn an hatte ich die Führungsposition übernommen und konnte mich von Runde zu Runde steigern. Meine Ski waren großartig. Heute hat einfach alles gepasst“, meinte der 21-Jährige im Ziel. Der dreifache Junioren-Weltmeister Harald Østberg Amundsen gewann nach Bronze im Sprint seine zweite U23-Medaille. „Eigentlich bin ich mehr ein Sprinter, deshalb war es besonders überraschend für mich, dass ich beim Distanzrennen auf den zweiten Platz laufen konnte“, meinte der Norweger, der ein Top-6 Ergebnis angepeilt hatte. Um die Bronzemedaille entbrannte ein spannender Kampf: Nie lagen mehr als vier oder fünf Sekunden zwischen Hugo Lapalus und Janosch Brugger und am Ende setzte sich auch im Ziel der Franzose durch, der auf der letzten Runde gemeinsam mit Amundsen unterwegs gewesen war: „Meine Trainer haben mich auf der Strecke informiert, dass ich auf Rang drei liege und nichts mehr verlieren darf. Die Bedingungen waren heute nicht einfach, aber mir liegt das und ich freue mich sehr über diese Medaille, weil es meine erste in dieser Altersklasse ist.“ Dass aber für Janosch Brugger eine Medaille das Ziel gewesen war, sah man spätestens an seiner großen Enttäuschung im Ziel, die er auch im Interview klar zum Ausdruck brachte: „Die Enttäuschung ist verdammt groß. Die Medaille war drin. Es war ein schweres Rennen von Anfang an. Der vierte Platz ist scheiße auf gut Deutsch. Der Ski war okay, 50/50 ob No Wax oder Wachs. Ich habe mich für Wachs entschieden, das war für mich die richtige Entscheidung.“

Fässler, Fähndrich, Leupold und Vermeulen gut platziert

Im Gegensatz zum neuen Weltmeister Ardashev waren die deutschen Herren mit Wachsski unterwegs. Für Josef Fässler reichte es immerhin noch zu Platz 14, sein Rennen kommt im Massenstart im freien Stil. Fässler und der 30 Sekunden früher gestartete Schweizer Cyril Fähndrich konnten in der zweiten Rennhälfte vom Tempo des später Drittplatzierten Hugo Lapalus profitieren und sich gemeinsam nach vorn arbeiten. Im letzten Anstieg verließen den Deutschen aber die Kräfte und der Schweizer konnte sich von ihm lösen und 13 Sekunden seines Rückstands auf Fässler wettmachen, was am Ende Rang 17 bedeutete. Richard Leupold schaffte es als dritter Deutscher unter die besten 20 – ein Ergebnis, mit dem er relativ zufrieden war bei diesen schwierigen Bedingungen: „Ich habe mich für Wachs entschieden, das war in Ordnung, aber kein Überski. Es waren sehr langsame Bedingungen. Ich habe mich gut gehalten, aber am Ende habe ich mich nicht gut gefühlt. Die Fans haben mich nochmal über den letzten Berg gepusht, da konnte ich den Ami noch einmal schnappen. Es war kein spaßiges Rennen, das hat man wohl gesehen, aber nicht so schlecht für mich.“ Einen Rang hinter dem Dresdner reihte sich Mika Vermeulen ein. Der Österreicher mit niederländischen Wurzeln war noch vor zwei Jahren bei der JWM als Nordischer Kombinierer am Start. Dessen Teamkollege Benjamin Moser kämpfte sich als 31. ins Ziel, der Schweizer Livio Matossi wurde 35. vor dem vierten Deutschen Florian Knopf. Der 20-Jährige vom Chiemsee lag zur Halbzeit noch gleichauf mit Fässler und Leupold, verlor auf den letzten beiden Runden aber viel Zeit. Der Österreicher Philipp Leodolter wurde 39. vor dem Schweizer Janik Riebli.

=> Ergebnis 10 Kilometer KT U23 Damen
=> Ergebnis 15 Kilometer KT U23 Herren

 

 

 

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