Nationale Meisterschaften: So verliefen die letzten Langlauf-Rennen in Schweden und Finnland - xc-ski.de Langlauf

Nationale Meisterschaften: So verliefen die letzten Langlauf-Rennen in Schweden und Finnland

Inzwischen ist auch die Langlauf-Saison in Schweden und Finnland beendet. Am letzten Wochenende wurde noch um nationale Medaillen gekämpft, obwohl einige erkrankt oder erschöpft fehlten. Außerdem wurde bekannt, dass Krista Pärmäkoski dem Langlauf erhalten bleibt. Wie die Rennen ausgingen, könnt ihr hier nachlesen…

Schwedische Meisterschaften in Idre

Zum Abschluss standen bei den schwedischen Meisterschaften noch die Teamsprints Klassisch und die langen Distanzen auf dem Programm über 30 und 50 Kilometer in der klassischen Technik. Ausgetragen wurden sie in Idre und auch hier führte kein Weg an Jonna Sundling vorbei, die bei dieser nationalen Meisterschaft am Saisonende in allen sechs Rennen ungeschlagen blieb. Piteå Elit verteidigte seinen Titel und Sofia Henriksson hätte gar nicht so nervös sein müssen, denn Teamkollegin Jonna Sundling hatte ja alles im Griff. Elin Henriksson (Skellefteå) sagte schon nach dem Halbfinale, Jonna Sundling würde mit allen spielen und so kam es dann auch im Finale. Mit Skellefteås Evelina Crüsell auf den Fernsen kam Sofia Henriksson zum letzten Wechsel und Sundling gab sofort Vollgas, so dass Elin Henriksson nicht mehr folgen konnte. Sofia Henriksson freute sich sehr über die Goldmedaille, nachdem sie erstmals seit langer Zeit im ersten Team eine Chance bekam. Skellefteå konnte nicht mal Silber retten und wurde noch vom Östersunder Duo Jenny Larsson und Linn Svahn eingeholt. Bei den Herren setzte sich das Team aus Mora mit den Sprinttalenten Anton Grahn und Jonatan Lindberg durch, nachdem auf der Schlussrunde noch sechs Teams um die Medaillen gekämpft hatten. Silber ging überraschend noch an Rehn Bk mit Erik Bergström und Truls Gisselman, obwohl Gisselman beim Spurwechsel stürzte und von der Strecke fiel, weil plötzlich der Ski griff. Bronze ging an das zweite Team aus Mora mit Gustaf Berglund und Johan Ekberg. Frida Karlsson trat nach dem gemeinsamen Teamsprint mit ihrer Freundin Jenny Sohlin, die ihre Karriere beendet, nicht mehr zu den abschließenden 30 Kilometern an, während Ebba Andersson ungewöhnlich nervös an der Startlinie stand, nachdem sie sich vor einem Jahr in diesem Rennen verlaufen und dabei mehr als eine Minute verloren hatte. Um Gold und Silber kämpften diesmal Jonna Sundling und Linn Svahn und am Ende holte Sundling sich mit 7,9 Sekunden Vorsprung den Sieg und damit den sechsten Titel im sechsten Rennen, was noch nie einer Athletin gelungen war. Die Athletinnen hatten in der letzen Runde plötzlich mit Verkehr zu kämpfen, weil überrundete Athletinnen in der Technikzone den gesamten Platz beanspruchten und die Medaillenkandidatinnen nicht vorbei kamen. Den Kampf um Gold habe das aber nicht beeinflusst, gab Svahn zu, die auf den letzten drei Kilometern noch stark aufholte. Bronze ging mit 1:23 Minuten Rückstand an Moa Lundgren, die Ebba Andersson mit ihren Knieproblemen klar hinter sich ließ. Außerdem hatte sie in den letzten Wochen Schulterprobleme, wie sie sagte und konnte nicht gut trainieren. Zudem stürzte sie auch diesmal wieder, aber bergauf, weil sie im Schnee hängen blieb. Bei den Herren holte sich Skimarathonläufer Oskar Kardin seine erste nationale Medaille überhaupt und dominierte dabei die 50 Kilometer. Zweiter wurde mit Axel Jutterström ebenfalls ein Skimarathonläufer, was für große Kritik vom drittplatzierten Fredrik Andersson sorgte. Viele Athleten bemängelten, dass die Strecke viel zu flach war und damit den Skimarathonläufern entgegenkam. Kurzfristig richteten die Veranstalter deswegen mehrere Technikzonen auf der Runde ein, damit die Skimarathonläufer nicht zu große Vorteile hatten.

Finnische Meisterschaften in Inari und Zukunftsentscheidung

Im finnischen Inari standen noch drei Wettkampftage auf dem Programm, Klassik-Einzelstarts, Staffeln und 30 und 50 Kilometer Freistil. Über die fünf Kilometer Klassisch war Hilla Niemelä knapp die Schnellste und gewann somit Gold vor Krista Pärmäkoski, die drei Sekunden langsamer war und eine Zukunftsentscheidung bekannt gegeben hat: Sie wird Trainerin von der 26-jährigen Tiia Olkkonen. Die Initiative ging dabei von Olkkonen aus, die am Rande des Lahti Weltcups mitbekam, dass Pärmäkoski sich für den Trainerjob interessieren würde. Sie fragte an und man wurde sich einig. Olkkonen war mit ihrer Saison unzufrieden und wollte etwas Neues probieren. „Ich hatte mir schon gedacht, dass es um sowas gehen könnte, als ich von Lahti nach Hause fuhr und auf dem Display sah, dass „Tiipu“ mich anruft“, so Pärmäkoski. Olkkonen stürzte im Einzelstart und wurde 23. Die Herren hatten zehn Kilometer zu absolvieren und Iivo Niskanen holte sich mit 18 Sekunden Vorsprung den Sieg vor Alexander Ståhlberg. Ville Ahonen wurde Dritter. Wie Niskanen sagte, sei er nur wegen des letzten Rennens seines Teamkollegens Perttu Hyvärinen überhaupt nach Inari gekommen, sonst hätte er die Meisterschaft ausgelassen, weil er zuletzt am 19. März auf Schnee trainiert hatte. Gemeinsam mit Petteri Koivisto und Niilo Mäkinen konnten sich Niskanen und Hyvärinen über einen letzten gemeinsamen Sieg freuen. Niskanen zeigte dabei eine beeindruckende Leistung und lag beim zweiten Wechsel schon 47 Sekunden vorne, nachdem Hyvärinen als Vierter an ihn übergeben hatte. „ich war sehr müde, aber glücklicherweise war Rise noch müder“, sagte Niskanen, der damit Jämin Jännets Ristomatti Hakola meinte, der schon die ganze Woche um seinen verstorbenen Hund trauerte. Am Ende blieben nur zwölf Sekunden Vorsprung übrig vor Jämin Jännet mit Markus Vuorela, Hakola, Niko Husu und Lauri Lepistö. Um Bronze wurde mit 1:40 Minuten Rückstand hart gekämpft zwischen Vuokatti und Inari und schließlich setzten sich Vuokattis Juuso Mäkelä, Eero Rantala, Emil Liekari und Veeti Pyykkö gehen die Lokalmatadoren durch. Bei den Damen feierte Krista Pärmäkoski ihren Abschied über die 3×5 Kilometer – aber nicht mit einem Sieg. Nachdem sie Anfang der Woche mit einem grippalen Infekt außer Gefecht war, musste sie sich für Ikaalinen mit Iisalmis Schlussläuferin Vilma Ryytty duellieren und zog auf der Zielgeraden den Kürzeren. Iisalmi gewann mit Nora Kytäjä, Silva Kemppi und Ryytty vor Ikaalinen mit Hilla Niemelä, Katariina Lonka und Pärmäkoski. mit nur zehn Sekunden Rückstand gewannen Katri Lylynperä, Selene Rossi und Jasmin Kähärä aus Vuokatti Bronze. In diesem engen Rennen ging das Team aus Ounasvaara am Schluss leer aus, nachdem Johanna Matintalo enorm schnell angegangen und mit 26 Sekunden Vorsprung zum ersten Wechsel gekommen war. Die 30 Kilometer im Einzelstart gingen dann ohne Topfavoritin Kerttu Niskanen über die Bühne, die erkrankt absagen musste, nachdem sie in den letzten vier Jahren immer den Titel geholt hatte. Ohne sie wurde das Rennen von Johanna Matintalo völlig dominiert, die mit 1:30 Minuten Vorsprung gewann, obwohl sie gegen Ende sichtbar rausnahm und am Freitag noch wegen Krankheit verzichtet hatte. Am Schluss lief sie Hand in Hand mit Krista Pärmäkoski über die Linie, die als Zehnte genau fünf Minuten langsamer war. Oona Kettunen gewann mit 32 Silber und damit ihre erste Medaille in der Elite, was sie sehr emotional werden ließ. Mit geringem Rückstand auf sie ging Bronze an Emmi Lämsä. Bei den Herren ging der Titel überaschend an Alexander Ståhlberg. Der 24-Jährige war 46 Sekunden schneller als Miro Karppanen und klagte im Ziel über schlimme Kopfschmerzen und Unwohlsein. „Die finnische Meisterschaft ist eine Meisterschaft, aber Iivo war nicht mehr am Start“, sagte er nach seinem Titelgewinn. Lauri Mannila sicherte sich die Bronzemedaille, die Emil Liekari knapp verpasste. Perttu Hyvärinen beendete seine Karriere als 34. – aber das Ergebnis war unwichtig. Er wurde von zahlreichen Athleten im Ziel erwartet und gefeiert.

Die mobile Version verlassen
Die mobile Version verlassen