Biathlon Weltcup: Lisa Theresa Hauser gewinnt Sprint von Östersund - xc-ski.de Langlauf

Biathlon Weltcup: Lisa Theresa Hauser gewinnt Sprint von Östersund

Lisa Theresa Hauser (AUT) © Manzoni/NordicFocus

Zehn Treffer am Schießstand waren die Grundlage für den dritten Weltcupsieg von Lisa Theresa Hauser im Sprint beim zweiten Biathlon-Weltcup in Östersund. Die Österreicherin übernimmt damit die Führung im Gesamtweltcup. Franziska Preuss, Denise Herrmann und Vanessa Voigt erreichen die TOP-10 und erarbeiteten sich damit eine hervorragende Ausgangsposition für die Verfolgung. 

Lisa Theresa Hauser erobert das gelbe Trikot

Lisa Theresa Hauser (AUT) © Manzoni/NordicFocus

Die Österreicherin Lisa Theresa Hauser (27) gewann den Sprint der Damen über 7,5 km beim zweiten Weltcup im schwedischen Östersund. Zur Glanzvorstellung am Schießstand mit zehn schnellen und zielsicheren Treffern reichte die vierte Laufzeit von 113 Starterinnen zum Sieg. Mit 12,5 Sek. Vorsprung verwies Hauser die Schwedin Elvira Oeberg auf den zweiten Rang. Die jüngere der Oeberg-Schwestern war mit Startnummer 1 ins Rennen gegangen, kassierte liegend und stehend eine Strafrunde und muss über die Strecke geflogen sein. In der Spur war sie 20,5 Sek. schneller als Hanna Sola (BLR). Die Weissrussin wurde nach einer Strafrunde Dritte und holte damit ihren ersten Podestplatz bei den Damen. Ihre Teamkollegin Dzinara Alimbekava blieb fehlerfrei und verpasste auf Rang vier das Podest erneut knapp. Schon in den beiden Eröffnungswettkämpfen belegte sie jeweils Rang vier. Dennoch dürfte ihr Trainer, der Österreicher Reinhard Gössweiner, mit der Leistung seiner Damen sehr zufrieden sein. Franziska Preuß wurde Fünfte und die Französin Anais Chevalier-Bouchet Sechste. „Es ist grad unglaublich was Anfang der Saison schon wieder passiert. Letztes Wochenende der Podestplatz (Rang 2 im Einzel). Es ist ein tolles Rennen für mich gewesen, es hat mir in der Spur total Spaß gemacht und Null/Null ist mir total wichtig,“ so Lisa Theresa Hauser nach dem Rennen in der ARD, wo sie auch verriet, dass sie ihr Training so aufgebaut hat, dass sie die ganze Saison gute Ergebnisse bringen kann. Das kann durchaus bedeuten, dass Lisa Theresa Hauser in dieser Saison auf den Gesamtweltcup schielt. „Der Start ist gut gelungen“, meinte sie, und auch, dass der Deutsche Gerald Hönig maßgeblichen Anteil hat an ihrem  Erfolg. „Er ist sehr korrekt, sehr ehrlich, was die Arbeit am Schießstand betrifft und das ehrliche Feedback ist mir sehr wichtig.“ 

 

Drei Deutsche in den Top-10

Franziska Preuss (GER) © Manzoni/NordicFocus

Erneut reichte es für Franziska Preuß knapp nicht für einen Podestplatz. Aber nach einem Fehlschuss und einem Rückstand von 24,2 Sek. wird sie auf Rang fünf erneut beste Deutsche. Preuß kam im Bereich von Lisa Theresa Hauser zum entscheidenden Schießen, riskierte viel und verpasste die vorletzte Scheibe. Wie schon in der letzten Saison ist es immer die „eine“ Scheibe, die nicht fallen will. „Irgendwie ärgert es mich schon“, sagte Preuß nach dem Rennen, „weil ich mich im Anschlag gut gefühlt habe. Ich wollte endlich mal Null/Null schießen. Am Ende bin ich mit Rang fünf aber schon zufrieden.“ Läuferisch fühlte sie sich anfangs etwas träge, aber auf der Schlussrunde konnte sie zusammen mit Dorothea Wierer gut Tempo machen. Am morgigen Ruhetag will Franziska Preuß etwas klassisch laufen, die Beine lockern und die Waffe weitestgehend nicht in die Hand nehmen. Denise Herrmann hatte erneut Probleme am Schießstand. Im liegenden Anschlag ging gleich der erste Schuss weg und für den letzten Schuss musste sie manuell nachladen. Im Stehendanschlag zog sie ihr Schießen sauber und fehlerfrei durch und platzierte sich im Ziel auf Rang neun, nur 1,4 Sek. vor der deutschen Newcomerin Vanessa Voigt. Nach dem Rennen erklärte Denise Herrmann, dass sie am Schießstand im liegenden Anschlag kein Gefühl mehr in ihrem Schießfinger hatte. „Dann ist mir der erste Schuss ausgekommen, ich wollte noch gar nicht schießen. Dann habe ich auch noch einen Schuss rausrepetiert und musste nachladen.“ Beim Laufen fühlt sie sich immer besser, „es ist noch nicht ganz das, wo ich hin will,“ so Denise Herrmann, „es wird immer besser, ich bin optimistisch, das war auch ein bißchen so der Plan, im Dezember langsam in die Belastung rein finden.“ Vanessa Voigt agierte am Schießstand liegend und stehend fehlerfrei und lag nach einer enormen Steigerung in ihrem Laufvermögen auf der Schlussrunde läuferisch bei der Zeit der späteren Siegerin. Mit Rang zehn hat Vanessa Voigt nach ihrem zwölften Platz im Eröffnungs-Einzel neben Franziska Preuß und Denise Herrmann die Olympia-Norm erfüllt. Dennoch möchte Vanessa Voigt „einfach nur von Rennen zu Rennen schauen und zu dem aktuellen Team gehören“. 

Janina Hettich und Vanessa Hinz mit Luft nach oben

Janina Hettich konnte heute zwar am Schießstand ihre Klasse zeigen, aber läuferisch ist noch Luft nach oben. Am Ende wurde es Rang 25. Völlig ratlos zeigte sich Vanessa Hinz nach dem Wettkampf im Hinblick auf ihre Laufform. Schon im liegenden Anschlag kassierte sie zwei Strafrunden und kam stehend fehlerfrei durch, war läuferisch aber nicht konkurrenzfähig. „Ich weiß nicht was los ist, vor zwei Wochen hat alles noch ganz gut ausgeschaut. Ich kanns mir nicht erklären und beim Schießen ist es im Endeffekt nichts anderes. Man wacht nachts auf und denkt sich, was ist nur los.“ Am Ende hat sich Vanessa Hinz mit Rang 53 gerade noch für die Verfolgung qualifiziert. Anna Weidel ging wegen einer leichten Erkältung nicht an den Start und verpasst damit auch die Verfolgung.
Beste Schweizerin mit zehn Treffern wurde Lena Häcki auf Rang 15. Die beiden Italienerinnen Lisa Vittozzi und Dorothea Wierer blieben mit Rang 13 und 15 unter ihren Erwartungen, ebenso die Gesamtweltcupsiegerin des Vorjahres Tiril Eckhoff. Mit zwei Fehlern am Schießstand und einem läuferischen Rückstand von einer Minute kam die Norwegerin auf Rang 32.  

Ergebnis Sprint Damen

Das weitere Programm in Östersund

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