Biathlon Weltcup Östersund: Simon Eder mit Top-Ergebnis in der Verfolgung - xc-ski.de Langlauf

Biathlon Weltcup Östersund: Simon Eder mit Top-Ergebnis in der Verfolgung

Simon Eder (AUT) © Manzoni/NordicFocus

Der Norweger Vetle Sjaastad Christiansen gewann die Verfolgung der Herren beim Biathlon-Weltcup in Östersund vor dem Schweden Sebastian Samuelsson. Simon Eder wird Sechster sowie weitere Überraschungen in den Top-10-Platzierungen, die keiner der deutschen Starter erreichte. Johannes Kühn und Roman Rees knackten die Olympia-Norm. 

Zweiter Weltcupsieg von Vetle Sjaastad Christiansen

Der letzte Weltcupsieg in einem Einzelrennen des Norwegers Vetle Sajaastad Christiansen liegt schon etwas zurück. Im Januar 2019 gewann er den Sprint in Soldier Hollow und feierte damit seinen ersten Weltcupsieg. Als zuverlässiges Staffelmitglied der norwegischen Herrenstaffel feierte er bisher viele Erfolge und heute gelang ihm bei der Verfolgung von Östersund über 12,5 km sein zweiter Weltcupsieg in einem Einzelbewerb. Trotz eines Fehlschusses im dritten Anschlag blieb er in der Spitzenposition zusammen mit dem schwedischen Sprintsieger Sebastian Samuelsson und dem Franzosen Emilien Jacquelin. In der Reihenfolge Samuelsson, Christiansen und Jacquelin kamen die drei Führenden zum entscheidenden Schießen. Christiansen begann seine Serie als letzter, blieb aber fehlerlos. Samuelsson setzte den letzten Schuss daneben und bog zusammen mit Jacquelin in die Strafrunde ein, während Christiansen nach fünf Treffern als Erster auf die Schlussrunde ging. Jacquelin kam mit 15,9 Sek. Rückstand aus der Strafrunde und weitere 3 Sek. dahinter Samuelsson. In einem spannenden Zweikampf auf der letzten Runde hielt sich Samuelsson dicht an den Skienden von Jacquelin und ging noch vor der Spitzkehre in Kenntnis seiner Heimstrecke im richtigen Moment und wohl an der richtigen Stelle vorbei. Entscheidend lösen konnte sich Samuelsson zwar nicht, lag aber in der letzten Abfahrt vorne und wählte als Erster den Zielkorridor und belegte 1,2 Sek. vor dem Franzosen den Silberrang.

Simon Eder trifft alle Scheiben und wird Sechster 

In den schießlastigen Einzelbewerben ist der Österreicher Simon Eder (38) immer stark. Als 27. ins Rennen gestartet versenkte nur er im gesamten Starterfeld seine zwanzig Schüsse und lief als Sechster aus dem Schießstand. Auf der Schlussrunde erwehrte er sich noch des jungen Italieners Tommaso Giacomel und behauptete Rang sechs und damit die Ehrung bei der Flower-Ceremonie. „Das ist heute einfach wirklich cool, auch in Hinblick auf die Olympia-Qualifikation. Ich habe mich während der letzten Runde schon richtig über dieses Top-6-Resultat gefreut. Es sieht so aus, als würde auch die Laufform schon richtig gut passen und das ist sicher eine sehr wichtige Erkenntnis und eine Bestätigung dafür, dass wir gut trainiert haben. Jetzt können wir hoffentlich diesen Schwung nach Hochfilzen mitnehmen und dort vorne mitzukämpfen, macht sowieso immer am meisten Spaß. Wenn man mit so einer schlechten Ausgangsposition so weit nach vorne kommt, dann hat alles gepasst – der Ski, die Laufform und das Schießen,“ so Simon Eder nach dem Rennen. Überraschend war auch der vierte Platz des Tschechen Michal Krcmar und Rang fünf des Finnen Tero Seppala, der damit seine beste Weltcupplatzierung erreichte. Johannes Thingnes Boe hatte mit der Podestplatzierung in der Verfolgung von Östersund nichts zu tun. Drei Fehlschüssen im liegenden Anschlag folgten zwar zwei fehlerfreie Serien im Stehen aber der Abstand nach vorne war bereits zu groß. Die Ziellinie überquerte er auf Rang neun. 

Roman Rees und Johannes Kühn knacken Olympia-Norm

Bester Deutscher wurde Roman Rees mit einem Fehler im ersten liegenden Anschlag und drei weiteren fehlerfreien Schießen. Mit Rang 13 hat er zusammen mit seinem 14. Platz aus dem Einzel von Östersund die Olympianorm erfüllt, ebenso wie Johannes Kühn auf Platz 14 zum 12. Rang aus dem Sprint. Roman Rees zeigte sich mit seiner Top-15-Platzierung zufrieden: „Insgesamt war es ein sehr gutes Rennen für mich. Ich habe gleich ein bißchen einen hektischen Start erwischt, da ich selber auch nicht so gut reinkam und mich beim ersten Liegendanschlag etwas habe stressen lassen. Aber mit drei darauffolgenden Nullern bin ich zufrieden“. Johannes Kühn begann mit zwei fehlerfreien Serien im Liegen und kassierte in der Folge drei Strafrunden im Stehendanschlag. Auch Johannes Kühn zeigte sich zufrieden mit seiner Leistung. „Prinzipiell ging es sehr gut los. In der ersten Runde waren wir richtig schnell unterwegs, liegend eins und zwei waren auch gut, da habe ich mich gut gefühlt am Stand und auch auf der Strecke. Beim ersten Stehendanschlag war es schade, dass gleich die ersten zwei daneben gingen. Das war ein bißchen der Knackpunkt. Das hat mir zum einen Platzierungen gekosten und zum anderen auch Kraft in der Strafrunde. Ich glaube dass, es zum Schluss mit einer halbwegs anständigen Schlussrunde noch ok war.“ Erik Lesser kam mit drei fehlerfreien Schießen gut in den Wettkampf und kassierte ausgerechnet im letzten Anschlag zwei Strafrunden. Letztlich verbesserte er sich um 30 Plätze und kam auf Rang 18 ins Ziel. Benedikt Doll blieb in den beiden Liegendanschlägen fehlerfrei, und kam nach drei Strafrunden aus den Stehendanschlägen auf Rang 22. Philipp Nawrath musste ebenfalls  drei Extrarunden drehen und platzierte sich als 24 und Philipp Horn war schon aus dem Liegendanschlag mit drei Strafrunden belastet, traf stehend die zehn Scheiben und wurde 29. Der Schweizer Benjamin Weger aus dem Team des deutschen Trainers Alexander Wolf kam nach Rang 10 im Sprint auch in der Verfolgung nach zwei Schießfehlern auf Rang 10.    

Bernd Eisenbichler, Sportlicher Leiter Biathlon des Deutschen Skiverbands zur Leistung der DSV-Herren in der Verfolgung:

Die Jungs haben sich gut heran gearbeitet. Leider kam beim letzten Schießen keiner so richtig durch. Ein bißchen schade, aber ich denk der Erik mit der fünften Netto-Zeit hat sich im Laufen stark verbessert. Das war wirklich positiv. Hannes (Kühn) und Roman (Rees) machen die Olympia-Quali fertig mit dem zweiten Top-15-Ergebnis. Das sind sicherlich die positiven Dinge. Und alle anderen haben sich auch nach vorne gearbeitet. Mit der Ausgangsposition vom Sprint war nicht sehr viel mehr drin. Vor allem die Laufleistungen heute im Vergleich zur internationalen Konkurrenz waren gut und konkurrenzfähig. Und so gehen wir positiv in die nächste Woche nach Hochfilzen.

Ergebnis Verfolgung Herren

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