Biathlon Weltcup Oslo: Laegreid gewinnt Verfolgung im Zielsprint - Perrot sichert sich Verfolgungskugel - xc-ski.de Langlauf

Biathlon Weltcup Oslo: Laegreid gewinnt Verfolgung im Zielsprint – Perrot sichert sich Verfolgungskugel

Sturla Holm Laegreid gewinnt nach dem Sprint auch die letzte Verfolgung beim Saisonfinale des Biathlon Weltcups am Holmenkollen in Oslo. Die kleine Kristallkugel gewinnt Eric Perrot. Niklas Hartweg (SUI) und Justus Strelow (GER) erreichen ein Top-10-Ergebnis. 

Die Ausgangssituation

Der Franzose Eric Perrot, der sich bereits vorzeitig den Sieg in der Gesamtweltcupwertung sicherte, war im gelb-roten Trikot im Rennen. Sein Vorsprung auf den Schweden Sebastian Samuelsson betrug 23 Punkte, der Norweger Johannes Dale-Skjevdal lag 43 Punkte zurück. Die letzte Verfolgung der Saison wurde also insbesondere im Hinblick auf die Disziplinwertung spannend. Sturla Holm Laegreid, der Sprintsieger, konnte als der Gejagte in der Verfolgung nicht mehr in den Kampf um diese kleine Kugel eingreifen. Laegreid stand in den letzten sechs Bewerben, ob Einzelrennen oder im Team, stets ganz oben auf dem Podest, aber 98 Punkte Rückstand in der Verfolgungswertung waren auch mit einem weiteren Sieg nicht mehr aufholbar. Unter den derzeit 60 weltbesten Athleten waren sieben DSV-Athleten und Philipp Nawrath hatte mit einem Rückstand von 36,3 Sekunden die beste Ausgangsposition.    

Dreiergespann an der Spitze

Bis zum ersten Schießen konnten die beiden Franzosen Emilien Jacquelin und Eric Perrot zum führenden Sturla Holm Laegreid aufschließen. Dahinter klaffte eine Lücke zum Schweden Martin Ponsiluoma, die Norweger Johan-Olav Botn und Vetle Sjaastad Christiansen lagen weitere zehn Sekunden dahinter, als sie am Schießstand ankamen. Sowohl Laegreid als auch Perrot hatten innerhalb 25 Sekunden ihre fünf Scheiben weiß werden lassen, Jacquelin benötigte etwas mehr Zeit und hatte eingangs der nächsten Runde 5,8 Sekunden Rückstand auf die beiden an der Spitze. Dahinter hat sich Philipp Nawrath mit der Null um einen Platz verbessert und war knapp hinter Johan-Olav Botn als Sechster in die Spur zurückgekommen. Die beiden machten gemeinsame Sache während sich an der Spitze ein Dreiergespann zusammengefunden hatte.

Aus Dreikampf wird Duell

Zum zweiten Anschlag im Liegen lagen die drei Spitzenläufer bereit, Jacquelin musste als einziger von ihnen in die Runde, Laegreid und Perrot blieben schadlos und aus dem Dreikampf entwickelte sich vorerst ein Duell. Dahinter musste sich Nawrath nach zwei Strafrunden von Botn trennen. Der Norweger räumte ab und verließ den Schießstand auf der vierten Position mit gutem Vorsprung zu Martin Ponsiluoma als Fünftem. Philipp Nawrath kam als Achter zurück ins Rennen und hatte einen Rückstand von 1:31 Minuten angesammelt. Justus Strelow behauptete seine 13. Position, konnte sich wegen einer Strafrunde aus dem ersten Schießen nicht nach vorne arbeiten. 

Perrot beeindruckt am Schießstand

Eric Perrot und Sturla Holm Lagreid haben ihren Vorsprung zu Emilien Jacquelin in der nächsten Runde ausgebaut, der seine Runde alleine, ohne einen Anhaltspunkt zu einem anderen Athleten zu haben, laufen musste. Beim ersten Stehendanschlag agierte Eric Perrot deutlich schneller als Laegreid und obwohl beide fehlerfrei blieben, konnte sich Perrot einen kleinen Vorsprung vor dem Norweger erarbeiten. Emilien Jacquelin ließ eine seiner schnellen Schießeinlagen folgen, hielt sich auch schadlos und war als Dritter aus dem Schießstand gelaufen. Dahinter zog Ponsiluoma an Johan-Olav Botn vorbei und Philipp Nawrath fiel nach zwei weiteren Strafrunden weiter zurück. Justus Strelow rückte mit einer erneuten Null auf Position neun vor. 

Showdown

Rein von den Abständen zu den Verfolgern dahinter als Perrot, Laegreid und Jacquelin zum entscheidenden Schießen einliefen, sah es so aus, als wäre das Podest vergeben. Aber es konnte nach der Belastung beim letzten Anschlag viel passieren und Ponsiluoma ließ nicht locker und sah noch eine Minimalchance auf einen Podestplatz. Wie von der Leine gezogen räumte Eric Perrot seine fünf letzten Scheiben ab und Laegreid neben ihm hatte zu tun, um die letzte Scheibe während des Wegfahrens von Perrot zu treffen. Es gelang ihm und mit 4,5 Sekunden Rückstand bog er hinter Perrot in die Schlussrunde. Jacquelin leistete sich noch einen Fehler, war aber als Dritter in die Schlussrunde gelaufen mit über dreißig Sekunden Vorsprung vor Martin Ponsiluoma, der mit Johan-Olav Botn in der Spur um den vierten Rang kämpfte. Justus Strelow schaffte auch im letzten Anschlag eine Null und lief als Siebter 2,1 Sekunden vor Isak Frey durch die Zwischenzeitanzeige.

Start-Ziel-Erfolg von Sturla Holm Laegreid

Wie bei den Frauen zuvor kam es auch bei den Herren zu einem Zweikampf auf der letzten Runde zwischen Eric Perrot und Sturla Holm Laegreid. Erst war der eine vorne, dann wieder der andere. Im letzten langen Anstieg startete Laegreid seinen Angriff, mit starkem Antritt versuchte er von Perrot wegzukommen, der beim letzten Anstieg über den Schießstand an den Skienden von Laegreid dran war. Es kam zu einem beeindruckenden Zielsprint, jeder in seiner Zielspur, schob Perrot seinen Ski weit über die Ziellinie aber Sieger in der Verfolgung war Sturla Holm Laegreid, der damit seinen siebten Sieg in Folge in einem Einzel- oder Teamwettbewerb feierte. Das Endergebnis weist zwei gleiche Endzeiten auf aber Laegreid als Sieger und Perrot als Zweitplatzierten. Beide brachten ihre zwanzig Schüsse ins Ziel und der Franzose lief auch schnellste Netto-Laufzeit. Sein Teamkollege Emilien Jacquelin komplettierte das Podest (2 Fehler). Den vierten Platz sicherte sich Martin Ponsiluoma vor Johan- Olav Botn, Vetle Sjaastad Christiansen und Isak Frey. Der Schweizer Niklas Hartweg sicherte sich um zehn Plätze verbessert den achten Rang.

Justus Strelow in Top-10

Blumen gab es für die DSV-Athleten nicht, aber Justus Strelow schaffte es als bester Deutscher auf den neunten Platz und sicherte sich damit kurz vor Abschluss der Saison noch ein Top-10-Ergebnis. „Ich habe mir vorgenommen gerade am Schießstand die Saison gerade zu rücken, ein gutes Ergebnis ins Ziel zu bringen ist ein gutes Gefühl,“ so Justus Strelow am ZDF-Mikrofon. Philipp Nawrath hat durch insgesamt vier Strafrunden seine gute Ausgangsposition nicht nutzen können. Nach der Null im letzten Schießen hat er mit einer laufstarken Schlussrunde noch zwei Plätze gut gemacht und die Ziellinie als 15. überquert. Bei Philipp Horn lief es am Schießstand erneut nicht nach Vorstellung. Mit 1:1:1:2 waren es schließlich fünf Strafrunden und am Ende Platz 31. Franz Schaser fiel mit ebenfalls fünf Strafrunden auf den 39. Platz zurück. Lucas Fratzscher begann mit zwei fehlerfreien Schießen im Liegen, ließ stehend jeweils eine Scheibe stehen und kam als 46. ins Ziel. Leonhard Pfund (1:0:0:2) wurde 48. und Elias Seidl (1:3:2:0) bildete als 54. das Schlusslicht, nachdem vier Athleten überrundet und zwei nicht an den Start gingen.

Eric Perrot gewinnt Verfolgungswertung

Die große Kristallkugel für den Sieg in der Gesamtweltcupwertung ist dem Franzosen Eric Perrot bereits sicher. Heute wurde er auch mit der kleinen Kugel für den Sieg in der Verfolgungswertung geehrt. 23 Punkte betrug sein Vorsprung auf Sebastian Samuelsson. Der Schwede hat mit Rang 12 in der letzten Verfolgung nicht genügend Punkte erreicht um an Perrot heranzukommen. Neben der Verfolgungskugel wurde er tags zuvor bereits mit der Trophäe für den Sieg in der Einzelwertung ausgezeichnet. Nach dem abschließenden Massenstart kommt eine weitere hinzu. Denn auch in der Massenstartwertung liegt er mit 94 Punkten unerreichbar vorne. 

Für den Gewinn in der Staffelwertung wurden die Norweger mit der kleinen Kristallkugel ausgezeichnet. 

Ergebnis

Weltcupstand der Herren

Der weitere Wettkampfplan

Sonntag, 22.03.2026: 13.45 Uhr – Massenstart Damen
danach Trophäe für die beste U-23-Athletin, Massenstartkugel, große Kristallkugel

Sonntag, 22.03.2026: 16.30 Uhr – Massenstart Herren
danach Trophäe für den besten U-23-Athleten, Massenstartkugel, große Kristallkugel

Die Wettkämpfe aus Oslo werden vom ZDF und von EUROSPORT live übertragen. Kurzfristige Änderungen in den Startzeiten sind möglich.

Bildergalerie

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