Morgen beginnen die Wettkämpfe des Biathlon Weltcups in Ruhpolding. Mit Staffeln, Sprints und Verfolgungen stehen sechs Bewerbe an fünf Wettkampftagen auf dem Programm und für manchen Athleten bietet sich letztmalig die Chance sich für Olympia in Mailand/Cortina zu empfehlen.
In der Chiemgau-Arena ist alles bereit
Schnee liegt genügend in und um die Chiemgau-Arena, es hat die Tage vor dem Biathlon Weltcup in Ruhpolding kräftig geschneit. Allerdings werden nach Regenfällen in der Nacht zum Dienstag und einem Temperaturanstieg für die Weltcupwoche täglich Plustemperaturen vorhergesagt. Meist wird sich tagsüber die Sonne mit Wolken abwechseln. Niederschläge werden keine mehr erwartet und nachts sinken die Werte unter den Gefrierpunkt. Das Areal selbst liegt auf circa 700 Meter über dem Meeresspiegel und ist eingebettet zwischen dem Zirmberg und dem Unternberg. Im Stadion und an den Strecken finden um die 30.000 Zuschauer Platz, circa 14.000 davon auf den Tribünen. Parkplätze stehen an der Chiemgau-Arena nicht zur Verfügung. Der Veranstalter erwartet an den Wettkampftagen an die 70.000 Fans und bittet darum mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen und für den Weg ins Stadion die eingesetzten kostenlosen Shuttle-Busse zu nutzen. Rucksäcke sind erlaubt, allerdings sollte man sich vorher informieren, was nicht mitgeführt werden darf. Zwischen Traunstein und Ruhpolding sind Sonderzüge eingesetzt und vom Bahnhof in Ruhpolding werden Shuttle-Busse zur Chiemgau-Arena fahren. Die Nutzung der Sonderzüge sind mit einem Veranstaltungsticket kostenfrei und auch der Bus-Shuttle-Service ist kostenlos. Seit 1985 ist „Beppo“ das Maskottchen beim Biathlon Weltcup in Ruhpolding. Die kuscheligen Füchse sorgen für Spaß und Stimmung bei den Fans. Es sind 271 Athleten angemeldet, davon 135 Damen und 136 Herren aus 31 Nationen; dazu kommen 353 Offizielle.
Championspark – das Party-Areal in Ruhpolding
Heute Abend öffnet zum Biathlon Weltcup in Ruhpolding auch der Championspark in der Ortsmitte von Ruhpolding. Um 19.30 Uhr ist die Eröffnungsfeier mit dem Einmarsch der Nationen geplant. An den Tagen danach ist das Party-Areal täglich von 17 Uhr bis 2 Uhr früh mit viel Rahmenprogramm und zahlreichen Essens- und Getränkeständen geöffnet. Neben täglichen Party-Acts werden dort am Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Samstag auch die Sieger auf der großen Bühne geehrt. Der Eintritt in den Championspark kostet 10 Euro. Akkreditierte, Inhaber von Biathlon-Tickets und Ruhpoldinger Bürger haben dort Dienstag, Mittwoch, Donnerstag mit Ausweis freien Eintritt. Eine Flowerceremony gibt es nach jedem Rennen in der Chiemgauarena. Zu beachten ist, dass die B 305 zwischen Ruhpolding und Reit im Winkl circa 1,5 Std. vor Wettkampfbeginn gesperrt wird und eine Durchfahrt nur noch für Shuttle Busse oder mit Durchfahrtsschein möglich ist. Direkt an der Chiemgau-Arena lädt in diesem Jahr von Mittwoch bis Sonntag ein noch größeres Fan-Zelt zum Aufwärmen oder Feiern ein. Für Stimmung sorgt dort die Band Brandig. Darüber hinaus gibt es am Freitag Abend eine Autorgrammstunde mit Biathlon-Legenden auf dem so genannten „Stachus“ in Ruhpolding und tags darauf, am Samstag, den beliebten etwa sieben Kilometer langen Fan-Marsch zur Chiemgau-Arena.
Letzter Staffelbewerb vor Olympia
In Ruhpolding findet der vierte und damit auch letzte Staffelbewerb vor den Olympischen Winterspielen in Mailand/Cortina statt. Die Staffelwertung bei den Damen führen die Französinnen an. Drei Staffeln wurden in dieser Saison bereits gelaufen und Frankreich gewann in Östersund und in Oberhof. Die Schwedinnen an der zweiten Position siegten in Hochfilzen. Das deutsche Team war nach einem schwachen Start in Östersund mit einem enttäuschenden elften Platz anschließend in Hochfilzen und Oberhof jeweils auf den dritten Rang gelaufen und liegen derzeit 18 Punkte hinter Norwegen auf Rang vier in der Gesamtstaffelwertung. Vielleicht ist ja in Ruhpolding, wie auch im letzten Jahr, ein Sieg vor heimischer Kulisse für das DSV-Quartett drin. Die deutschen Herren erreichten im letzten Jahr in Ruhpolding ebenfalls das Podest. Hinter Frankreich und Schweden wurden sie Dritte noch vor Norwegen. In dieser Saison führen die Norweger aber in der Staffelwertung, nachdem sie in allen drei bisherigen Bewerben siegten. Egal in welcher Besetzung sie antraten, sie liefen zum Sieg. Wenn ihnen das auch in Ruhpolding gelingt, dann zeigt das von enormer mentaler Stärke. Die komplette norwegische Mannschaft reiste von Oberhof direkt nach Lillehammer um dort an der Beerdigung ihres Teamkameraden Sivert Guttorm Bakken teilzunehmen und ihm damit die letzte Ehre zu erweisen um dann anschließend wieder zurück nach Deutschland zu fliegen. Hinter den Norwegern sicherten sich in jedem bisherigen Staffelrennen die Franzosen den zweiten Platz vor den Schweden. Die DSV-Herren liegen derzeit in der Staffelwertung auf dem vierten Platz.
Das deutsche Team für den Heimweltcup in Ruhpolding
Die Favoriten in den Einzelrennen
Damen
Die Französin Lou Jeanmonnot geht im Sprint im gelb-roten Trikot ins Rennen. Die Finnin Suvi Minkkinen liegt in der Gesamtweltcupwertung und auch in der Sprintwertung dicht hinter Jeanmonnot und führt sogar in der Verfolgungswertung. Auf die beiden Athletinnen kann also besonderes Augenmerk gelegt werden. In Ruhpolding kommen auch die beiden Italienerinnen Dorothea Wierer und Lisa Vittozzi nach einer Pause zurück. Oberhof haben beide bewusst ausgelassen um ein besonderes Training im Hinblick auf Olympia einzulegen. Ihr Fokus dürfte demnach klar auf einer olympischen Medaille im heimischen Stadion von Antholz liegen. Aus deutscher Sicht ist weiterhin Vanessa Voigt auf Rang 13 Beste in der Gesamtweltcupwertung.
Herren
Der Italiener Tommaso Giacomel hat nach dem Sprint- und Verfolgungssieg in Oberhof das gelbe Trikot übernommen. Bis dahin trug es der Norweger Johan-Olav Botn. Er und auch der Gesamtweltcupsieger des Vorjahres, Sturla Holm Laegreid, mussten krankheitsbedingt in Oberhof aussetzen. Ob Botn die Kraft hat, sich das gelbe Trikot in Ruhpolding zurückzuholen wird auch von seiner mentalen Stärke abhängen. Er hatte seinen Teamkollegen Sivert Guttorm Bakken am 23.12.2025 tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden. Vielleicht gelingt ihm aber ähnlich wie Giacomel, der enger Freund von Bakken war, seine Trauer in besondere Stärke umzuwandeln. Sowohl in der Gesamtweltcupwertung als auch in der Sprintwertung liegen Giacomel und Botn eng beieinander, der Italiener führt auch in der Verfolgung, wo der nicht zu unterschätzende Franzose Eric Perrot dicht hinter ihm eingereiht ist.
Start von Johan-Olav Botn noch ungewiss
Für Norwegen werden in Ruhpolding an den Start gehen, bei denDamen: Ingrid Landmark Tandrevold, Marthe Krakstad Johansen, Karoline Offigstad Knotten, Siri Skar, Maren Kirkeeide, Juni Arnekleiv. Arnekleiv kehrt diese Saison erstmals in den Weltcup zurück und die 22jährige Siri Skar wird ihr Weltcupdebüt geben. Es starten bei denHerren: Vetle Sjaastad Christiansen, Isak Frey, Martin Uldal, Sturla Holm Laegreid, Johannes Dale-Skjevdal, Johan-Olav Botn. Laegreid scheint wieder ganz fit zu sein, aber ob Botn tatsächlich in Ruhpolding starten kann ist noch nicht fix und wird laufend untersucht. Für ihn wurde Ersatzmann Kasper Kalkenberg nominiert, der in jedem Fall aber am Sonntag im Massenstart60 beim IBU Cup in Brezno-Osrblie starten wird.
Frankreichs Emilien Claude zurück im Weltcup
Nach der Operation eines Bandscheibenvorfalls im Herbst kämpfte er sich rechtzeitig zum Weltcupstart in Östersund zurück und infizierte sich dort mit Corona, startete wohl wieder zu früh und erkrankte über Weihnachten erneut. Beim IBU Cup am Arber wurde er im kurzen Einzel und im Sprint Zweiter und bekommt nun in Ruhpolding die Chance, sich möglicherweise sogar noch für Olympia zu qualifizieren. Zwei Startplätze sind bei den Herren noch frei, nachdem Fabien Claude, Emilien Jacquelin, Eric Perrot und Quentin Fillon Maillet das Olympiaticket bereits in der Tasche haben.Das französische Team für Ruhpolding
Damen: Justine Braisaz-Bouchet, Lou Jeanmonnot, Oceane Michelon, Julia Simon, Camille Bened, Jeanne Richard,
Herren: Emilien Claude, Fabien Claude, Quentin Fillon Maillet, Emilien Jacquelin, Eric Perrot, Oscar Lombardot.
Sieben Damen und sechs Herren aus Schweden
Für die Zusammensetzung des olympischen Teams aus Schweden sind die Ergebnisse aus Ruhpolding maßgeblich. Elvira Oeberg reist mit zwei Siegen aus Oberhof an und hat gute Erinnerungen an Ruhpolding, wo sie letzte Saison den Massenstart für sich entschied. Es sind sieben Damen nominiert und wer letztlich startet, wird kurzfristig entschieden.
Damen: Anna-Karin Heijdenberg, Anna Magnusson, Ella Halvarsson, Elvira Oeberg, Hanna Oeberg, Johanna Skottheim, Linn Gestblom.
Herren: Henning Sjökvist, Jesper Nelin, Malte Stefansson, Martin Ponsiluoma, Sebastian Samuelsson, Viktor Brandt.
Veränderungen im Ski-Austria Team
Mannschaftlich kommt es im Vergleich zum vergangenen Wochenende zu Veränderungen. Bei den Herren kehrt David Komatz in das Weltcupteam zurück. Zudem wird der Salzburger Lukas Haslinger in das fünfköpfige Herrenaufgebot aufrücken und Fredrik Mühlbacher ersetzen. Der 22-Jährige wird damit in Bayern erstmals im Weltcup dabei sein. Bei den Damen sind Lisa Hauser und Anna Andexer nach krankheitsbedingter Pause wieder mit von der Partie. Die beiden werden anstelle von Lea Rothschopf und Dunja Zdouc in Ruhpolding an den Start gehen.Herren: Simon Eder, Lukas Haslinger, David Komatz, Fabian Müllauer, Dominic Unterweger,
Damen: Anna Andexer, Anna Gandler, Lisa Hauser, Anna Juppe, Lara Wagner.
Die Athleten aus der Schweiz
Damen: Amy Baserga, Aita Gasparin, Lena Häcki-Groß, Coralie Langel, Lea Meier, Lydia Mettler,
Herren: Joscha Burkhalter, Jeremy Finello, Niklas Hartweg, Matthias Riebli, Sebastian Stalder.
Weltcupstand Damen nach Oberhof
Weltcupstand Herren nach Oberhof
Das Wettkampfprogramm
Mittwoch, 14.01.2026: 14.30 Uhr – Staffel Damen, 4 x 6 km
Donnerstag, 15.01.2026: 14.30 Uhr – Staffel Herren, 4 x 7,5 km
Freitag, 16.01.2026: 14.30 Uhr – Sprint Damen
Samstag, 17.01.2026: 14.30 Uhr – Sprint Herren
Sonntag, 18.01.2026: 12.30 Uhr – Verfolgung Damen
Sonntag, 18.01.2026: 15.00 Uhr – Verfolgung Herren
Die Rennen werden vom ZDF und auf EURSPORT live übertragen. Eine kurzfristige Änderung der Startzeiten ist möglich.