Morgen beginnt das Saisonfinale des Biathlon Weltcups 2025/26. Es geht nicht nur um eine Podestplatzierung in Sprint, Verfolgung und Massenstart. In Oslo am Holmenkollen entscheidet sich vor allem wer Gesamtweltcupsieger wird, wer am Ende in den einzelnen Disziplinen gewinnt und nicht nur mit einer Trophäe sondern auch mit einem stattlichen Geldbetrag belohnt wird. Es wird zum Saisonende noch einmal richtig spannend.
Saisonfinale wieder am traditionsreichen Holmenkollen
Wie schon im letzten Jahr findet das Saisonfinale des Biathlon Weltcups auch zum Abschluss dieser Saison vom 19. bis 22. März 2026 wieder am traditionsreichen Holmenkollen in Oslo statt. Mit dem Sprint der Damen am Donnerstag, dem Sprint der Herren am Freitag, Verfolgungen am Samstag und abschließenden Massenstarts am Sonntag stehen sechs Bewerbe auf dem Programm. Der Holmenkollen liegt 371 Meter hoch und ist die meist besuchte Touristenattraktion der norwegischen Hauptstadt Oslo. Die Stadt zählt um die 700.000 Einwohner. Der Holmenkollen liegt 56 km vom Flughafen Oslo und 10 km westlich vom Stadtzentrum Oslos entfernt. Der höchste Punkt liegt 370 Meter, der niedrigste 315 Meter über dem Meeresspiegel. Die vermutlich älteste Skisprungschanze der Welt, der Holmenkollbakken, befindet sich am Berg selbst und direkt darunter liegt das älteste Skimuseum der Welt. Mit 291 Athleten, 142 Frauen und 149 Herren sowie 384 Offizielle aus 32 Nationen sind deutlich mehr Starter gemeldet als im letzten Jahr. Wettertechnisch werden an allen Wettkampftagen Plusgrade vorhergesagt, nachts fallen die Temperaturen nicht unter den Gefrierpunkt, die Sonne wechselt sich mit den Wolken ab und Niederschläge soll es keine geben.
Wer holt sich den Gesamtsieg, wer den Sieg in den noch offenen Disziplinwertungen?
Damen
Die Französin Lou Jeanmonnot reist mit dem gelben Trikot der Gesamtweltcupführenden zum Saisonfinale nach Oslo. Ihr Vorsprung auf die Finnin Suvi Minkkinen beträgt 201 Punkte. Dieser Vorsprung ist komfortabel, aber alles ist möglich. In drei Einzelbewerben kann in Oslo noch gepunktet werden, wobei es 90 Punkte für einen Sieg, 75 Punkte für den zweiten Platz und 65 für den dritten Rang gibt. Dahinter kann bis zu Rang 40 gepunktet werden. Zuletzt hat Jeanmonnot in Otepää ihr Punktekonto mit zwei dritten Rängen, also insgesamt 130 Punkten aufgefüllt. Minkkinen konnte sich in Otepää mit einem elften und einem zweiten Platz 105 Punkte holen. Die derzeit drittplatzierte in der Weltcupgesamtwertung, Anna Magnusson aus Schweden, mit einem Rückstand von 270 Punkten auf Jeanmonnot, wird eher nicht mehr in den Kampf um die große Kristallkugel eingreifen können. Die Einzelwertung hat Jeanmonnot bereits gewonnen und die Sprintkugel ist ihr ebenfalls bereits sicher. Hier führt sie mit 91 Punkten Vorsprung, ebenfalls vor Minkkinen. In der Verfolgung kommt es definitiv auf das letzte Ergebnis in Oslo an. Minkkinen führt hier mit 20 Punkten Vorsprung vor Jeanmonnot. Im letzten Wettkampf in Oslo, im Massenstart, dürfte es noch einmal spannend werden. Julia Simon führt mit 45 Punkten Vorsprung vor Jeanmonnot. Die Trophäe für den Sieg in der Staffelwertung haben sich die Französinnen im Team gesichert und in der Nationenwertung entscheidet es sich nach dem Sprint in Oslo zwischen Frankreich und Schweden. Nur fünf Punkte trennt die führenden Französinnen von den Schwedinnen.
Weltcupgesamtstand Damen vor Oslo
Herren
Eric Perrot führt in der Gesamtwertung mit einem Vorsprung von 244 Punkten vor dem Schweden Sebastian Samuelsson. Beim letzten Weltcup in Otepää hat Samuelsson mit Rang sieben und fünf besser gepunktet als Perrot, der nur Rang elf und zwölf erreichte. Allerdings waren die Wettkämpfe in Otepää beherrscht vom Wind und ein gutes Ergebnis neben der Erfahrung auch ein klein wenig Glücksache. In der Sprintwertung hat Samuelsson in Otepää die Führung übernommen mit einem Vorsprung von 45 Punkten vor Perrot. Hier wird der Sprint in Oslo entscheidend. Ebenso in der Verfolgung, wo Perrot 23 Punkte Vorsprung vor Samuelsson auf dem Konto hat. Die Einzelwertung hat Perrot bereits für sich entschieden, diese kleine Kristallkugel ist ihm bereits sicher, ebenso die im Massenstart, da sein Vorsprung hier 94 Punkte vor Johan-Olav Botn beträgt. Die Staffelwertung haben die Norweger für sich entschieden, ebenso die Mixed-Staffel-Wertung und im Nationencup steht Norwegen an der Spitze mit einem Vorsprung von 430 Punkten vor den Franzosen. Nach dem Sprint in Oslo steht dann fest, wer sich diese Trophäe verbunden mit einer guten Dotierung holt.
Weltcupgesamtstand Herren vor Oslo
Die U-23-Wertung
Bei den Damen liegt Maren Kirkeeide in der U-23 Wertung deutlich mit 375 Punkten Vorsprung vor der Deutschen Julia Tannheimer in Führung. Kirkeeide wird wohl auf Oceane Michelon, die letzte Saison beste U-23-Athletin war, folgen. Bei den Herren führt Isak Frey aus Norwegen mit einem Vorsprung von 253 Punkten vor Vitalii Mandzyn aus der Ukraine. Frey wird demnach in dieser Wertung auf Campbell Wright, dem letztes Jahr diese Ehre zuteil wurde, folgen.
Wer war zuletzt erfolgreich in Oslo?
Beim Saisonfinale letztes Jahr, das vielen wegen des Abschieds der Boe-Brüder noch in bester Erinnerung sein wird, gewann Johannes Thingnes Boe den Sprint, in der Verfolgung siegte der letztjährige Weltcupgesamtsieger Sturla Holm Laegreid und im Massenstart gewann Sebastian Samuelsson vor Eric Perrot. Bei den Damen war im Sprint Franziska Preuss erfolgreich, in der Verfolgung Lou Jeanmonnot und im Massenstart nochmals Franziska Preuss. Unvergessen ist das dramatische Finale im Massenstart, wo Preuss und Jeanmonnot zeitgleich den Schießstand verließen und Jeanmonnot schließlich in einer der letzten Kurven durch eigenes Verschulden zu Sturz kam und Preuss als Siegerin ins Ziel kam und damit auch den Gesamtweltcup gewann.
Erhöhte Startquoten
Den Nationen, die im IBU Cup am Ende in den Top-10 platziert sind, stehen bis zu zwei weitere Startplätze beim Saisonfinale zu. Die Startplätze sind nicht personenbezogen, sondern dürfen von der Nation frei besetzt werden. Frankreich hat sich dadurch zu den sechs üblichen zwei weitere Startplätze sowohl bei den Damen, als auch bei den Herren erarbeitet. Einen Extra-Startplatz bekommen die beste Juniorin und der beste Junior der Jugend- und Junioren-Weltmeisterschaft 2026 am Arber. Dieses Ticket geht an Philipp Lindkvist-Floetten aus Schweden und Oleksandra Merkushyna aus der Ukraine. Für Lindkvist-Floetten wird es das Debüt beim Weltcup, Merkushyna hat schon Erfahrung gesammelt und war auch Olympia-Teilnehmerin in Antholz 2026.
Wie sieht es in der Nationenwertung aus?
Eine gute Platzierung in der Nationenwertung ist in zweierlei Hinsicht wichtig. Zum einen erhalten die fünf besten Nationen in der nächsten Saison sechs Startplätze, von Platz vier bis zehn gibt es fünf Startplätze und von Rang elf bis fünfzehn sind es nur noch vier. Darüber hinaus ist eine gute Platzierung der Nation auch eine lukrative Einnahme für den jeweiligen Verband. Die Ergebnisse aus dem Sprint in Oslo fließen als letztes Ergebnis in die Wertung ein. Bei den Damen geht es an der Spitze derzeit zwischen Frankreich und Schweden nur um zwei Punkte Unterschied und Deutschland will sich unbedingt auf dem fünften Platz halten. Bei den Damen liegt derzeit Frankreich vor Schweden, Norwegen, Italien, Deutschland, Finnland und Tschechien. Bei den Herren ist Norwegen an der Spitze bereits etwas davongezogen vor Frankreich. Dahinter ist Schweden platziert mit gutem Abstand zu Deutschland und Italien.
Abschiede – Neuanfang – Karriereende
Bei den meisten Verbänden wird in einem Vierjahreszyklus, also dem olympischen Zyklus, geplant, und das Trainerkarussell begann sich bereits vor den letzten Wettkämpfen in Oslo zu drehen. Es wird viel spekuliert und manche Veränderungen kommen überraschend. Fest steht, dass Johannes Lukas als Cheftrainer bei den Schweden bleibt. Er hat seinen Vertrag bereits um weitere vier Jahre verlängert. Der Vertrag von Jean-Marc Chabloz in Schweden läuft aus, über eine Verlängerung ist noch nichts bekannt und nach SVT-Informationen seien die Schweden an Jonne Kähkönen interessiert, derzeit Schießtrainer der Frauen in Italien. „Ja, ich habe eine Anfrage bekommen“, verriet Chabloz im Interview mit dem Sender SVT. Sandra Flunger beendet ihre Cheftrainerposition in der Schweiz und geht ins Ausland, wie der Verband mitteilte, wohin ist noch nicht bekannt. Der Erfolgstrainer der Norweger, Siegfried Mazet, beendet seine Karriere in Norwegen und kommt als Schießtrainer zurück nach Frankreich, vorerst bis Ende der olympischen Saison 2030, wo Simon Fourcade Herrentrainer ist. Jean-Pierre Armat hört als Schießtrainer dort auf und auch Cyril Burdet, der Frauen-Cheftrainer in Frankreich, erwägt wohl aufzuhören. Armin Auchentaller (AUT) beendet nach der Saison seine Trainertätigkeit in den USA. Auch der Vertrag des deutschen Co-Trainers Sverre Olsbu Roeiseland läuft zum Saisonende aus. In einem Interview mit dem Sender TV2 gab er an, über einen Job als Trainer in seiner Heimat nachzudenken. „Ich glaube, jeder Trainer möchte Norwegen trainieren“, sagte Roeiseland. „Ob jetzt der richtige Zeitpunkt ist, das müssen wir abwarten. Aber ich bin auf jeden Fall offen für Gespräche mit Norwegen, wenn sie das wünschen.“ Klar ist indessen, dass Bernd Eisenbichler als Sportdirektor Biathlon beim Deutschen Skiverband auf Felix Bitterling folgt (wir berichteten). Franziska Preuß und Dorothea Wierer haben sich bereits nach dem Massenstart bei den olympischen Winterspielen in Antholz verabschiedet. Paulina Batovska Fialkova (SVK) wird ihre Biathlonkarriere in Oslo beenden. Tereza Vinklarkova hat in den sozialen Medien mitgeteilt, dass sie ihre Karriere als Biathletin beendet und zum Langlauf wechselt. Möglich, dass der eine oder andere Athlet sein Karriereende auch in Oslo erst kurzfristig bekannt gibt.
Teamaufstellungen
FrankreichDamen: Camille Bened, Justine Braisaz-Bouchet, Sophie Chauveau, Voldiya Galmace-Paulin, Lou Jeanmonnot, Amandine Mengin, Oceane Michelon, Julia Simon.Herren: Emilien Claude, Fabien Claude, Quentin Fillon Maillet, Emilien Jacquelin, Damien Levet, Oscar Lombardot, Gaetan Paturel, Eric Perrot. Valentin Lejeune, Gilonne Guigonnat, Jeanne Richard, Paula Botet und Celia Henaff wurden nicht berücksichtigt, ebenso Antonin Guigonnat. Gerne hätte sich Guigonnat beim Weltcupfinale in Oslo von der Biathlon-Bühne verabschiedet. Nun bleibt der Massenstart beim IBU Cup in Lake Placid am 6. März 2026 sein letztes internationales Rennen.
Norwegen
Damen: Juni Arnekleiv, Karoline Erdal, Marthe Kraakstad Johansen, Maren Kirkeeide, Karoline Offigstad Knotten, Gro Randby, Ingrid Landmark Tandrevold
Herren: Johan-Olav Botn, Vetle Sjaastad Christiansen, Isak Frey, Johannes Dale-Skjevdal, Sturla Holm Laegreid, Martin Uldal, Sverre Dahlen Aspenes, Ole Suhrke.Besonders freuen wird sich Vetle Sjaastad Christiansen, der letzte Saison nicht im Aufgebot der Norweger für das Saisonfinale stand.
Schweiz
Damen: Amy Baserga, Aita Gasparin, Lena Häcki-Groß, Lea Meier, Coralie Langel, Lydia Mettler
Herren: Joscha Burkhalter, Dajan Danuser, Jeremy Finello, Niklas Hartweg, Sebastian Stalder
Österreich
Damen: Anna Andexer, Anna Gandler, Lisa Theresa Hauser, Tamara Steiner, Lara Wagner
Herren: Simon Eder, Patrick Jakob, Fabian Müllauer, Dominic Unterweger
Das deutsche Team zum Saisonfinale
Preisgelder
Beim Biathlon Weltcup in Oslo werden 2026 insgesamt Preisgelder in Höhe von 790.700 Euro ausgeschüttet. Für einen Sieg in den drei Disziplinen gibt es jeweils 20.000 Euro, Rang zwei ist mit 16.000 Euro dotiert und der Drittplatzierte erhält 13.000 Euro. Das Preisgeld vermindert sich bis zu Platz 30, auf dem man schließlich noch mit 250 Euro belohnt wird. An den Träger oder die Trägerin des gelben Trikots werden bei jedem Start, auch schon während der gesamten Saison, 1.400 Euro ausbezahlt, der Träger des roten Trikots erhält 1.100 Euro und der Träger des blauen Trikots (U-23) 600 Euro. Die Preisgelder im Weltcup wurden in der laufenden olympischen Saison noch einmal deutlich erhöht, um auszugleichen, dass bei den olympischen Wettkämpfen kein Preisgeld ausgelobt ist. Schließlich erhalten die Gesamtsieger zu ihrer Kristallkugel auch noch einen Scheck. Zur großen Kristallkugel gibt es 45.000 Euro, auch die weiter Platzierten werden belohnt (Platz 2: 35.000 €, Platz 3: 28.000 €, Platz 4: 22.500 €, Platz 5: 18.500 €, Platz 6: 16.000 €, Platz 7: 15.000 €, Platz 8: 14.000 €, Platz 9: 13.000 €, Platz 10: 12.000 €). Mit der kleinen Kristallkugel verdienen die Athleten sich noch 14.000 Euro hinzu, für den Gesamtsieg in der Staffelwertung werden 30.000 Euro und für den Mixed-Staffelwertung-Sieg 28.000 € ausbezahlt. Auch die Nationenwertung wird finanziell belohnt, allerdings nicht an die Athleten, sondern direkt an den Verband. Der Sieg ist mit 60.000 Euro dotiert, Rang zwei mit 50.000 Euro, Rang drei mit 45.000 Euro, absteigend und sogar die zehntplatzierte Nation wird mit 17.000 Euro, jeweils bei den Damen und bei den Herren, belohnt.
Der Wettkampfplan für das Saisonfinale
Donnerstag, 19.03.2026: 16.15 Uhr – Sprint Damen
danach Verleihung der Sprintkugel, der Einzelkugel, der Nationenwertung
Freitag, 20.03.2026: 16.15 Uhr – Sprint Herren
danach Verleihung der Sprintkugel, der Einzelkugel, der Nationenwertung
Samstag, 21.03.2026: 13.45 Uhr – Verfolgung Damen
danach Verleihung der Verfolgungskugel, der Staffelkugel, der Mixed-Staffel-Kugel
Samstag, 21.03.2026: 16.15 Uhr – Verfolgung Herren
danach Verleihung der Verfolgungskugel, der Staffelkugel
Sonntag, 22.03.2026: 13.45 Uhr – Massenstart Damen
danach Trophäe für die beste U-23-Athletin, Massenstartkugel, große Kristallkugel
Sonntag, 22.03.2026: 16.30 Uhr – Massenstart Herren
danach Trophäe für den besten U-23-Athleten, Massenstartkugel, große Kristallkugel
Die Wettkämpfe aus Oslo werden vom ZDF und von EUROSPORT live übertragen. Kurzfristige Änderungen in den Startzeiten sind möglich.