Heftige Unwetter haben das Biathlonzentrum in Antholz schwer getroffen. Schlamm- und Geröllmassen beschädigten Teile der Anlage, der Schießstand blieb jedoch unversehrt. Während die Aufräumarbeiten laufen, richtet sich der Blick bereits auf den Biathlon-Weltcup im Januar 2027.
Mure schießt ins Biathlonzentrum
Das Biathlonzentrum in Antholz ist nach dem Murenabgang vom 31. Juli 2026 aktuell komplett gesperrt, während die Aufräumarbeiten auf Hochtouren laufen. Der Austragungsort der olympischen Biathlonwettkämpfe wurde nach heftigen Gewittern mit Starkregen durch Schlamm- und Geröllmassen schwer beschädigt. Bürgermeister Thomas Schuster betonte, wie RaiNews berichtete, dass das Freiräumen der betroffenen Bachläufe, es handelt sich hauptsächlich um den Riep-Bach, priorisiert wird und anschließend sollen die Dämme verstärkt werden. Das Auffangbecken zur Lawinenverbauung oberhalb des Biathlonzentrums, das noch vor den Olympischen Spielen 2026 errichtet wurde, hat nach Bürgermeister Schuster größere Schäden verhindert. Dieser massive Schutzdamm hat die Hauptgewalt der Geröllmassen, so Schuster, erfolgreich abgefangen.
„Aktuell ist alles gesperrt“
Die Schlamm- und Geröllmassen des Riep-Baches trafen den Sommerparkplatz, auf dem im Winter die mobile Tribüne steht. Zudem wurden Teile der Rollerbahn, ein Wanderweg sowie die Antholzer Straße verschüttet, die daraufhin in Abschnitten gesperrt ist. In einige Innenräume ist Wasser und Schlamm eingedrungen, auch ein Transformator wurde zerstört. Die zentralen Wettkampfstätten – allen voran der Schießstand – blieben zum Glück verschont. Auch Personen kamen nicht zu Schaden. Stunden zuvor hatten Italiens beste Skijägerinnen, nämlich Rebecca Passler, Hannah Auchentaller, Lisa Vittozzi und Martina Trabucchi, noch in der Südtirol Arena trainiert. „Sie haben erst am Abend in ihrer Unterkunft vom Murenabgang erfahren“, schildert Klaus Höllrigl, Italiens Biathlon-Chef, so sport-news.bz. „Aktuell ist alles gesperrt“, sagte Erika Pallhuber, die Generalsekretärin des Antholzer Biathlonkomitees auf SportNews-Nachfrage. „In einige Räumlichkeiten ist Wasser und Schlamm eingedrungen, zudem wurde ein Bereich der Rollerbahn vermurt. Ansonsten sind die Wettkampfstätten, allen voran die Schießstandanlage, verschont geblieben. Zum Glück,“ so Pallhuber. Die vollständigen Aufräumarbeiten im Talschluss werden voraussichtlich mehrere Wochen in Anspruch nehmen.
Schäden durch Versicherung gedeckt
Der Sachschaden soll bei mehreren Hunderttausend Euro liegen, wie groß er wirklich ist, wird sich erst noch offenbaren, wenn exakte Gutachten vorliegen. RaiNews berichtet, dass die Schäden am Stadion nach Angaben der örtlichen Verantwortlichen durch Versicherungen der Gemeinde und des Betreibers (Biathlon Komitee) abgedeckt seien. Von den Einsatzkräften, der Freiwilligen Feuerwehr Antholz Mittertal, dem Straßendienst und der zuständigen Stelle für Wildbach- und Lawinenverbauung wurde das Gelände gesichert und geprüft, ob weitere Erdmassen abrutschen könnten.
Nächster Biathlon Weltcup im Januar 2027
Zuletzt fanden in der Antholzer Biathlon Arena Alto Adige, die für die Olympischen Winterspiele in „Antholz Olympic Arena“ umbenannt wurde, im Februar 2026 elf olympische Biathlon-Entscheidungen statt. Das Antholzer Komitee hat seit 1971 Erfahrung in der Durchführung von internationalen Wettkämpfen gesammelt; jedes Jahr macht der Biathlon Weltcup dort Station und der Austragungsort ist bei Fans und Sportler gleichermaßen beliebt. Der nächste Biathlon-Weltcup in Antholz steht bereits fest: Vom 14. bis 17. Januar 2027 stehen mit Einzeln, gemischten Staffeln und Massenstarts sechs Bewerbe auf dem Programm. Dem Antholzer Biathlon-Komitee bleibt daher noch etwas Zeit, um die Arena wieder wettkampftauglich herzustellen. Das Trainingsprogramm der italienischen Biathlon-Nationalmannschaft muss möglicherweise kurzfristig umgestellt werden.
