Was für ein Auftakt beim Loop One Festival 2026! Während Oceane Michelon bei den Damen den ersten Supersprintsieg des Tages feiert, schnappt sich Martin Ponsiluoma den Herrensieg nach einem dramatischen Fotofinish auf den letzten Metern. Die DSV-Skijäger schrammen zwar hauchdünn am Podest vorbei, zeigen sich vor der grandiosen Kulisse aber in absoluter Angriffslaune für den Winter. Gelungene Premiere von Dorothea Wierer.
Elvira Oeberg gewinnt Quali bei den Damen
Mit dem Qualifikationslauf des ersten Supersprints eröffneten 54 Damen das Loop One Festival 2026 im Münchner Olympiapark. Früh waren die Zuschauerplätze gut gefüllt und Treffer am Schießstand wurden, vor allem bei den deutschen Teilnehmerinnen, lautstark gefeiert. Johanna Puff ging als Erste aus dem DSV-Team ins Rennen, startete mit zwei Schießfehlern im Liegen und ließ stehend alle Scheiben weiß werden. Am Ende reichte ihre Zeit nicht für das Finale. Die Top-Athletinnen, unter ihnen die weiteren drei DSV-Läuferinnen Julia Tannheimer, Vanessa Voigt und Janina Hettich-Walz, nahmen erst wesentlich später das Rennen auf. Als letzte startete die Schwedin Elvira Oeberg, rollte das Feld von hinten auf und siegte trotz einer Strafrunde vor der Französin Oceane Michelon und der Schwedin Anna Magnusson. Tannheimer (3:0), Voigt (0:0) und Hettich-Walz (0:2) qualifizierten sich für das Super Sprint-Finale der Top-15 am Nachmittag, ebenso die beiden Österreicherinnen Anna Gandler und Anna Andexer. Aus dem starken Team der Französinnen schaffte es nur Michelon in den Endlauf.
Knappe Sache bei der Herren-Quali
Wie bei den Damen zuvor starteten auch die 59 Herren in 15-Sekunden-Intervallen bevor nach einer liegenden und einer stehenden Schießeinlage die dritte Runde als Schlussrunde letztlich darüber entschied, wer sich für das Finale qualifiziert. Und Ausruhen war da nicht. Es ging um jede Hundertstelsekunde auf den letzten Metern und für den DSV-Läufer Lucas Fratzscher reichte es nicht. Auf Rang 19 trennten ihn am Ende 5,2 Sekunden von dem begehrten Einzug ins Finale. Philipp Nawrath (0:0), Philipp Horn (1:0) und Justus Strelow (0:0) sicherten sich die Finalteilnahme zusammen mit dem Qualisieger Martin Ponsiluoma aus Schweden. Der Vorjahressieger aus Frankreich Eric Perrot leistete sich liegend und stehend eine Strafrunde und hatte im Ziel auf Rang zwölf 18 Sekunden Rückstand auf den siegreichen Schweden.
Attacke am Schießstand
Nach dem ersten Schießen setzte sich nach einer schnellen und fehlerfreien Einlage die Italienerin Lisa Vittozzi an die Spitze. Neun Damen hielten sich schadlos, darunter Janina Hettich-Walz und auch Anna Gandler. Vanessa Voigt war eine der beiden Athletinnen, die im Vorlauf fehlerfrei agierten, aber bereits im ersten Schießen fiel sie nach drei Strafrunden ans Ende des Feldes zurück. Zum zweiten Anschlag waren die Verfolgerinnen zu Vittozzi aufgerückt, die nach drei Fehlern die Spitzenposition an die Deutsche Janina Hettich-Walz abgeben musste. Mit sieben Sekunden Vorsprung ging Janina Hettich-Walz zusammen mit der Schwedin Anna Magnusson in Führung. Für eine Strafrunde mussten circa zehn Sekunden eingeplant werden und schon deshalb waren die Abstände nach vorne zur Hälfte des Rennens durchaus aufzuholen. Richtung des dritten Anschlags lief eine Sechsergruppe, angeführt von Janina Hettich-Walz. Anna Magnusson und Oceane Michelon verließen den Schießstand nach einer Null in Führung liegend, verfolgt von Elvira Oeberg und mit zwölf Sekunden Abstand zur Spitze machten Janina Hettich-Walz und Anna Gandler gemeinsame Sache. Der Rückstand von Lisa Vittozzi, die ihre fünf Scheiben im Stehen abräumte, war eingangs der Runde auf 23 Sekunden angewachsen.
Oceane Michelon gewinnt ersten Super Sprint
Wie so oft bei einem Biathlon-Wettkampf mit vier Schießeinlagen, entscheidet sich das Rennen beim letzten und zugleich dem schwierigsten Schießen. Innerhalb zehn Sekunden kamen fünf Athletinnen zur Matte am Schießstand. Oceane Michelon räumte ab, ebenso Elvira Oeberg und nach einer Strafrunde lag Anna Magnusson auf dem dritten Rang, allerdings nur 3,3 Sekunden hinter ihrer Teamkollegin. Janina Hettich-Walz kassierte zum Abschluss ebenfalls eine Strafrunde, bog als Vierte in die Schlussrunde, 14 Sekunden hinter dem dritten Rang. Die Deutsche hatte Lisa Vittozzi hinter sich. Vorne sicherte sich die Französin Oceane Michelon den Sieg der Damen im ersten Super Sprint beim Loop One Festival 2026. Unter großem Beifall der vielen Tausend Zuschauern überquerte sie souverän die Ziellinie. Elvira Oeberg zog noch an ihrer Teamkollegin vorbei und wurde Zweite vor Anna Magnusson. Beste Deutsche wurde Janina Hettich-Walz (0:0:1:1) auf Rang vier mit einem Rückstand von 37,2 Sekunden auf die Siegerin. Dahinter kam Lisa Vittozzi als Fünfte ins Ziel (0:3:0:1). Wie Dorothea Wierer während des Rennens angab, hat Lisa Vittozzi die Ansage gemacht, dass sie in der kommenden Saison noch einmal nach dem Gesamtweltcup greifen will.
Schnellste Laufzeit allein reicht nicht
Julia Tannheimer bot im Finalrennen schnellste Laufzeit, aber mit insgesamt vier Fehlern am Schießstand hat sie eine bessere Platzierung vergeben. Am Ende kam sie als Zehnte ins Ziel. Vanessa Voigt konnte ihre Schießstärke nicht abrufen. Mit drei Fehlern gleich im ersten Anschlag und zwei weiteren in der Folge blieb für sie der 13. Platz. Janina Hettich-Walz zeigte sich zufrieden mit ihrem Rennen, wenngleich der leichte Regen und die nasse Strecke sie besonders herausforderten. „Mit vier bin ich definitiv zufrieden. Auf der Strecke habe ich ganz schön gehadert, es war ziemlich rutschig. Für mich war die Strategie zu treffen, das ist auch mein Fokus für den Winter. Im Prolog, wo es noch nicht nass war, konnte ich deutlich besser abdrücken,“ so Janina Hettich-Walz nach dem Rennen im ARD-Interview.
Die DSV-Athleten sind vorne dabei
Das Feld der Herren kam geschlossen zum ersten Anschlag. Sechs Athleten blieben fehlerfrei und Philipp Nawrath führte eine Sechsergruppe in die nächste Runde, darunter Sturla Holm Laegreid direkt hinter ihm, und auch Justus Strelow war in dieser Spitzengruppe. Philipp Horn verfehlte eine Scheibe und verließ den Schießstand mit 8,4 Sekunden Rückstand auf der achten Position. Die beiden Norweger Vetle Sjaastad Christiansen und Johannes Dale-Skjevdal bildeten nach zwei Strafrunden das Schlusslicht. Die ersten zehn Athleten bewegten sich innerhalb zehn Sekunden zum zweiten Anschlag. Die Führung übernahm nun nach der schnellsten Schießeinlage Justus Strelow, gefolgt von Isak Frey aus Norwegen und dem Franzosen Eric Perrot. Philipp Horn hielt sich auch schadlos und rückte auf die vierte Position nach vorne, während Philipp Nawrath mit einer Strafrunde und einer längeren Schießzeit deutlich zurückfiel.
Zwei Norweger übernehmen Führung
Auf der Runde zum ersten Stehendanschlag nahm die Spitzengruppe das Tempo deutlich raus, dadurch konnte hinter der Spitze aufgeschlossen werden. Zehn Athleten lagen eng beieinander. Philipp Horn verfehlte die letzte Scheibe, auch Strelow musste kreiseln, aber Nawrath räumte trotz einer starken Aufholjagd seine fünf Scheiben sicher ab. Die beiden Norweger Botn und Laegreid brachten die Null und gingen als erste vom Schießstand weg, gefolgt von Eric Perrot und dahinter, erneut im Abstand von nur zehn Sekunden, die drei DSV-Läufer Nawrath, Strelow und Horn. Auf der Runde ging Laegreid nicht das hohe Tempo seines Teamkollegen Botn mit und fiel leicht zurück, während Philipp Nawrath wie schon in der Runde zuvor, merklich aufholte und an der dritten Position, hinter Eric Perrot und dem führenden Johan-Olav Botn, zum entscheidenden Anschlag kam.
Sieg nach Fotofinish
Johan-Olav Botn räumte seine fünf Scheiben sicher ab und bog mit 3,8 Sekunden Vorsprung vor dem Schweden Martin Ponsiluoma in die letzte Runde. Justus Strelow lag nach einer sauberen Serie an dritter Position und hatte Eric Perrot dicht hinter sich. Horn und Nawrath kassierten eine Extrarunde und lagen auf den Rängen fünf und sechs. In einer spannenden Schlussrunde schob sich Ponsiluoma an den führenden Botn heran, zog vorbei und setzte sich leicht ab. Dahinter entbrannte auch ein erbitterter Kampf um den letzten Podestrang zwischen Perrot, Strelow und Nawrath. Zeitgleich überquerten schließlich Martin Ponsiluoma und Johan-Olav Botn die Ziellinie und der Sieg ging im Fotofinish an Martin Ponsiluoma. Johann-Olav Botn wurde Zweiter und Eric Perrot komplettierte das Podest. Die drei Deutschen belegten die Plätze vier, fünf und sechs knapp neben dem Podest. „Wir sind läuferisch absolut dabei,“ so Philipp Horn im ARD-Interview nach dem Rennen, und „schade, dass wir zu dritt da vorne mitlaufen und keiner von uns auf dem Podium ist. Die Kulisse ist grandios, das ist weltcupwürdig.“ „Ein bißchen ärgerlich“ empfand es Philipp Nawrath, dass es nicht zum Podest reichte und Justus Strelow gab an: „Die ersten drei Runden waren recht entspannt, im dritten Anschlag schieße ich dann den Fehler, das hat dann auf der Runde gefehlt und auf der letzten Runde hat mir die Spritzigkeit gefehlt.“
Gelungene Premiere von Dorothea Wierer
Dorothea Wierer, die italienische Biathlon-Ikone, gab am ersten Tag beim Loop One Festival 2026 ihr Debüt als Co-Kommentatorin neben Christian Dexne, der als erfahrene Stimme des Wintersports gewohnt stilsicher durch die Live-Übertragung führte. „Schön war´s“, meinte Doro, wie sie von Biathlon-Kennern liebevoll genannt wird. „Ich war ein bißchen aufgeregt. Es ist eine neue Herausforderung für mich, aber schön, wieder hier zurück beim Biathlon. Man kennt alle. Alle haben irgendwie ein Lächeln auf dem Gesicht.“ Sie verriet aber auch: „Ich weiß ganz viel, was ich leider im TV nicht erzählen darf. Es ist schön, wenn man viele Details weiß.“
Alle Ergebnisse sind hier zusammengefasst

















































