Start-Ziel-Erfolg für den Norweger Sturla Holm Laegreid in der Verfolgung der Herren beim Biathlon Weltcup in Otepää. Das Rennen glich einem Schützenfest und mit 362 Schießfehlern war die Strafrunde stets hoch frequentiert. Emilien Jacquelin sichert sich den zweiten Platz vor dem Norweger Martin Uldal. Bester Deutscher wird einmal mehr Philipp Nawrath auf Rang acht.
Die Ausgangssituation
Sturla Holm Laegreid war der Gejagte in der Verfolgung über 12,5 km beim Biathlon Weltcup in Otepää. Aber seine Verfolger starteten dicht hinter ihm, sein Vorsprung auf Emilien Jacquelin betrug lediglich 10,7 Sekunden und bis zur Startnummer 12, mit der Eric Perrot ins Rennen ging, lagen die Athleten innerhalb einer Minute. Aus dem DSV-Team waren alle sechs Starter für das vorletzte Verfolgungsrennen qualifiziert und die beste Ausgangsposition hatte Philipp Nawrath, der mit 17,8 Sekunden Rückstand als Dritter die Verfolgung aufnahm. Eric Perrot führt derzeit in der Verfolgungswertung und war mit dem gelb-roten Trikot im Wettkampf. Sein Vorsprung in der Wertung betrug 43 Punkte auf den Schweden Sebastian Samuelsson und 47 Punkte auf den Norweger Johannes Dale-Skjevdal.
Laegreid behauptet Führung – Nawrath bleibt dran
Während mit Laegreid, Jacuqelin und Nawrath die ersten drei ihre Spuren alleine zogen, hatten sich dahinter mehrere Gruppen formiert, an den Platzierungen hat sich nichts wesentlich verändert und Sturla Holm Laegreid kam führend zum ersten Schießen. Die Windfahnen tänzelten wild, aber Laegreid hielt sich schadlos, ebenso Emilien Jacquelin, der für seine Verhältnisse erstaunlich langsam schoss. Philipp Nawrath hat nach vier Treffern vor dem letzten noch einmal kurz geatmet und doch eine Strafrunde kassiert. Isak Frey und Sebastian Samuelsson zogen deshalb an Nawrath vorbei, der als Fünfter, zusammen mit Johan-Olav Botn in die nächste Runde bog. Gerade Eric Perrot im gelb-roten Trikot hatte mit drei Schießfehlern einen denkbar schlechten Einstand. Der Abstand vom führenden Laegreid zum Franzosen Jacquelin hat sich nicht wesentlich verändert, lag bei 8,7 Sekunden eingangs der nächsten Runde.
Laegreid oder Jacquelin?
Zum zweiten Schießen war die Situation wie beim ersten Anschlag, Laegreid lag auf der eins, Jacquelin auf der zwei und bevor sich der Franzose bereit machte, hatte Lagreid bereits zwei Treffer gesetzt und in der Folge abgeräumt. Jacquelin schoss etwas schneller als beim ersten Anschlag und war nun auf 3 Sekunden an Laegreid herangerückt. Hinter den beiden war der Abstand einer Vierergruppe bereits auf über eine Minute angewachsen. Nawrath kassierte erneut eine Extrarunde, aber er agierte schneller am Schießstand und war als erster in die Strafrunde abgebogen. Mit einem Rückstand von 1:22 Minuten kam er als Dritter zurück in die Runde, gefolgt mit einem Abstand von etwa sieben Sekunden vom Schweden Sebastian Samuelsson. Eric Perrot schoss nach drei Fehler im ersten Anschlag im zweiten Liegendschießen fehlerfrei und lag auf der 13. Position, benötigte nach dem Schießen auch noch einen neuen Stock, der ihm von einem Betreuer relativ schnell gereicht wurde. Justus Strelow hatte sich nach zwei fehlerfreien Schießen um dreißig Plätze verbessert und war als Elfter in die dritte Runde gelaufen.
Laegreid setzt sich ab, Nawrath verliert Anschluss
Richtung erstem Stehendanschlag lief Laegreid hohes Tempo und setzte sich deutlich von Jacquelin ab. Dahinter war Samuelsson an Nawrath herangekommen, blieb aber hinter dem Deutschen. Mit 13,9 Sekunden Vorsprung kam Laegreid zum ersten Stehendanschlag. Laegreid nahm sich die erforderliche Zeit um seine fünf Treffer zu setzen, was Jacquelin neben ihm vernahm. Der Franzose verfehlte zwei Scheiben und so konnte Laegreid mit deutlichem Vorsprung von 56,1 Sekunden vor Jacquelin in die vorletzte Runde einbiegen. Nawrath und Samuelsson standen ebenfalls gemeinsam zum Schuss bereit und während Samuelsson nach dem vierten Treffer absetzte und auch den fünften Schuss ins Ziel brachte, verfehlte Nawrath drei Scheiben. Samuelsson kam mit einem Rückstand von 1:40 Minuten als Dritter in die Loipe zurück und Johannes Dale-Skjevdal hatte als Vierter 2:34 Minuten Abstand zur Spitze. Der Deutsche kam als Siebter zurück aus der Strafrunde, aber mit 2:50 Minuten Rückstand war aus eigener Kraft nach vorne nicht mehr viel möglich. Hochbetrieb herrschte nach dem ersten Stehendschießen vor allem in der Strafrunde, zwei oder drei Strafrunden für den einzelnen Athleten waren keine Seltenheit.
Schützenfest beim entscheidenden Anschlag
Als Sturla Holm Laegreid zum letzten Schießen ankam, waren noch Athleten in der Strafrunde aus dem dritten Schießen unterwegs. Dass der Norweger eine Scheibe verfehlte, änderte nichts mehr daran, dass er aus der Strafrunde zurückkommend seinem 19. Weltcuperfolg entgegenlief. Spannend wurde es als Jacquelin zum Schießen kam. Er schoss schnell, hatte unheimliche Bewegung auf dem Gewehr und verfehlte drei Scheiben. Nun war es noch einmal spannend, wer sich einen Podestplatz sichern kann. Der Wind war zu diesem Zeitpunkt richtig stark und nicht nur die Bewegung auf dem Gewehr sondern richtig auch am Athleten war deutlich erkennbar. Samuelsson verfehlte drei Scheiben, hinter ihm Dale Skjevdal ebenfalls drei und während alle sich in der Strafrunde trafen, kam Emilien Jacquelin mit 2:21 Minuten Rückstand als Zweiplatzierter zurück in die Runde. Zwischenzeitlich war auch Nawrath zum Schießen gekommen und hatte erfreulicherweise nur eine Scheibe verfehlt. Im Kampf um einen Podestplatz trafen sich mit Campbell Wright, Martin Uldal und Sebastian Samuelsson gleich drei Athleten. Für diese drei war der dritte Rang mit einer starken Schlussrunde möglich.
Start-Ziel Erfolg von Sturla Holm Laegreid
Mit einem Vorsprung von 2:33 Minuten gewinnt Sturla Holm Laegreid nach dem Sprint auch die Verfolgung von Otepää. Laegreid gab die Führung zu keiner Zeit ab, schaffte bei schwierigen Windverhältnissen drei Nuller und erst im letzten Anschlag, als sein Vorsprung bereits über eine Minute betrug, leistete er sich eine Strafrunde. Lagreid durfte damit den 19. Weltcupsieg in seiner Karriere feiern, den achten in einer Verfolgung. Er lief zudem die schnellste Netto-Laufzeit und lag auch in der Gesamtlaufzeit nur 6,7 Sekunden hinter dem Schnellsten.
Mit fünf Strafrunden im Gepäck wurde Emilien Jacquelin, wie im Sprint, auch in der Verfolgung Zweiter. Spannend wurde es im Kampf um Platz drei, wo Campbell Wright sich lange in der besseren Position befand. Martin Uldal schob sich erst mit kräftigen Schüben an dem Schweden Sebastian Samuelsson vorbei und holte sich auf der Zielgeraden auch noch den US-Amerikaner. Dritter wird somit, nach ebenfalls fünf Strafrunden, der Norweger Martin Uldal. Campbell Wright überquerte die Ziellinie auf dem vierten Platz. Der US-Amerikaner kam nach zwei fehlerfreien Liegendschießen stehend mit jeweils nur einem Fehler durch und zählte damit zu den besten und erfolgreichsten Schützen in der Verfolgung von Otepää. Sebastian Samuelsson (5 Fehler) wurde Fünfter vor dem Franzosen Fabien Claude (4 Fehler).
Philipp Nawrath wird Achter und bester Deutscher
Philipp Nawrath, mit der besten Ausgangsposition aus dem DSV-Team, leistete sich in den ersten beiden Anschlägen jeweils eine Strafrunde, blieb aber weiterhin in Schlagdistanz, da insgesamt viele Fehler geschossen wurden. Beim ersten Stehendanschlag, wo drei Scheiben schwarz blieben, sind die Chancen auf einen Podestplatz geschwunden. Im entscheidenden Schießen blieb nochmals eine Scheibe stehen und nach insgesamt sechs Strafrunden kam Philipp Nawrath auf dem achten Rang ins Ziel. „Es war schon ziemlicher Wind,“ meinte Nawrath nach dem Rennen, „aber es war beim Anschießen auch schon so, man konnte sich darauf einstellen.“ Beim ersten Stehendschießen hatten sich die Bedingungen noch einmal verschärft. „Da kamen dann so die Böen rein, das hat es unter der Belastung noch schwieriger gemacht.“ Philipp Nawrath sagte auch, dass es eines der Top-3 seiner schwersten Rennen war.
Die weiteren deutschen Platzierungen
Justus Strelow hat sich nach den beiden Liegendschießen hervorragend nach vorne gearbeitet, aber stehend erwischten auch ihn die Böen. Erst drei Strafrunden und zum Schluss noch eine weitere ließen am Ende nur Platz 24 als zweitbestem Deutschen zu. Dennoch hat sich Justus Strelow von Platz 41 auf Rang 24 nach vorne gearbeitet. Leonhard Pfund konnte nach fünf Strafrunden acht Plätze gut machen und kam als 26. ins Ziel. Philipp Horn begann mit der Null, danach fabrizierte er insgesamt sieben Fehler und erreichte das Ziel als 27. Einen guten Sprung nach vorne hat David Zobel gemacht. Er schaffte drei Nuller und im dritten Schießen, wo die Strafrunde überfüllt war, erwischte es auch ihn mit drei Extrarunden. Er verbesserte sich von 60 auf den 38. Platz. Lucas Fratzscher absolvierte die Liegendschießen fehlerfrei, stehend kassierte er insgesamt sechs Fehler und die Ziellinie überquerte er als 40.
Die beiden für Österreich Qualifizierten Fabian Müllauer und Patrick Jakob hatten wie so viele große Probleme am Schießstand. Müllauer hatte insgesamt zehn Strafrunden zu laufen und wurde 53. Sein Teamkollege schaffte es nach acht Strafrunden nur als 60. und damit Letzter ins Ziel. Etwas besser erwischten es die Schweizer. Bester von dem qualifizierten Quartett wurde Joscha Burkhalter, der nach insgesamt vier Schießfehlern auf Rang 28 ins Ziel kam und sich so um 14 Plätze gegenüber dem Sprint verbesserte. Sebastian Stalder machte einen Sprung von 53 auf 30. Drei Mal gelang ihm die Null, aber im dritten Anschlag musste auch er mit drei Strafrunden federn lassen. Jeremy Finello traf insgesamt acht Scheiben nicht und überquerte die Ziellinie als 32. und Niklas Hartweg wurde nach sieben Strafrunden 36.
Wie steht es in der Verfolgungswertung?
Mit dem 11. Platz in der Verfolgung konnte Eric Perrot, der mit sieben Strafrunden belastet ins Ziel kam, in dieser Disziplin sich nicht entscheidend in der Wertung absetzen. Sein ärgster Konkurrent, der Schwede Sebastian Samuelsson erreichte den fünften Platz und sammelte dadurch mehr Punkte als Perrot. Zur letzten Verfolgung in Oslo wird Perrot zwar weiterhin das rote Trikot des Führenden in der Verfolgungswertung tragen, aber sein Vorsprung gegenüber Samuelsson ist auf 23 Punkte geschwunden und Spannung ist beim Saisonfinale in Oslo gesichert.
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