Wird es in naher Zukunft einen Langlauf Weltcup auf Skirollern geben? Der italienische Skiverband FISI hat zumindest einen Vorschlag diesbezüglich beim zuständigen Komitee der FIS eingebracht.
Alternative wegen des Klimawandels
Soll der Skilanglauf Weltcup zukünftig auch auf Skirollern ausgetragen werden können? Diese Frage beschäftigt seit diesem Herbst die entsprechenden FIS Komitees, Skiverbände und insbesondere auch Athleten. Eingebracht hat diesen Vorschlag die FISI, die traditionell zu den stärksten Nationen im Rollski-Weltcup zählt. Zu den Argumenten für den Vorschlag gehören die globale Erwärmung und die Herausforderungen bei der Organisation von Weltcup-Veranstaltungen, da der Schneemangel durchaus viele Organisationskomitees betrifft. Den Italienern zufolge wäre eine Rollski-Veranstaltung eine kosteneffiziente und klimafreundliche Option, bei der weder Kunstschnee noch Skiwachs erforderlich sind. Der Vorschlag wurde dem FIS-Komitee für Skilanglauf zur weiteren Prüfung übergeben. Im Rahmen des Forum Nordicum ging FIS Renndirektor Skilanglauf, Michal Lamplot, kurz auf diese mögliche Neuerung ein. Er verwies dabei auf durchaus erfolgreiche Events in Skandinavien wie den Alliansloppet oder die Toppidrettsveka, machte aber auch deutlich, dass Finanzierung und TV-Abdeckung wichtige Aspekte sind, die erst noch evaluiert werden müssten. Zwar wurde eine Aufnahme bereits für die 2027/2028er Saison ins Spiel gebracht, das dürfte aber aufgrund der Kürze der Zeit bis zu einer möglichen Entscheidung im Frühjahr eher illusorisch sein.
Gegensätzliche Meinungen in Skandinavien
Wie zu erwarten war, gibt es unter Experten und Athleten durchaus kontroverse Meinungen zu einer Aufnahme von Rollski in den Langlauf Weltcup. TV2 Skilanglauf-Experte Petter Skinstad zeigt sich durchaus offen für die Neuerung: „Im Prinzip bin ich für alles, was mehr Interesse generieren kann, Medienpräsenz und Aufmerksamkeit auf den Langlauf richtet. Rollski ist ein gutes Produkt, dass der internationalen Öffentlichkeit präsentiert werden kann – viel mehr als es bisher der Fall war im Weltcup“, sagte er zur NTB News Agentur. „Gleichzeitig ist es mir ein großes Anliegen, dass dies nicht auf Kosten des traditionellen Skilanglaufs geht. Es sollte eine Ergänzung sein, kein Ersatz.“ Deutlich negativer äußert sich Schwedens Nationalmannschaftsläufer William Poromaa gegenüber Expressen: „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Es scheint, als würden wir jedes Jahr hier zusammenkommen und etwas Neues taucht auf. Ich kann die Argumente derer verstehen, die die Saison verlängern wollen. Es ist keine absurde Idee, aber Rollski ist kein Skilanglauf. Das sind wirklich zwei völlig verschiedene Sportarten. Deshalb halte ich den Vorschlag nicht für zulässig.“ Teamkollege und Schwedens bester Langläufer der letzten Saison, Edvin Anger, bringt sogar einen Boykott ins Spiel, sollte der Vorschlag Realität werden. „Ich glaube, dass viele Leute die Rennen boykottieren würden, wenn das genehmigt wird“, sagte er und betonte noch einmal, dass ein Rollski-Wettbewerb nicht in den Skilanglauf-Kalender gehöre.
