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Langlauf Weltcup: Klæbo bleibt bei Skiathlon in Falun eine Klasse für sich

Johannes Høsflot Klæbo mag die Strecken in Falun und feierte dort seinen nächsten Sieg im Skiathlon vor zwei Teamkollegen.

Wer sollte ihn schlagen?

Harald Oestberg Amundsen (NOR), Johannes Hoesflot Klaebo (NOR), Martin Loewstroem Nyenget (NOR), (l-r) © Thibaut/NordicFocus

Wie erwartet wurde auch der Skiathlon von Falun im Sprint entschieden. Somit führte kein Weg an einem weiteren Sieg von Johannes Høsflot Klæbo vorbei, der seinen 109. Sieg im Weltcup feierte. Wie gestern zog er im Stadion aus dem Windschatten an seinen Teamkollegen vorbei und verwies Harald Østberg Amundsen und Martin Løwstrøm Nyenget auf die weiteren Podestplätze. Wie beim olympischen Skiathlon belegte Savelii Korostelev den vierten Rang vor Andreas Fjorden Ree und Arsi Ruuskanen. Mika Vermeulen sendete als guter Elfter in der Verfolgergruppe ein Lebenszeichen nach großer Formschwäche nach seiner Weihnachtskrankheit. Bester Deutscher wurde Florian Notz als 24.

Nyenget versucht alles…

Mika Vermeulen (AUT), Harald Oestberg Amundsen (NOR), Johannes Hoesflot Klaebo (NOR), Andreas Fjorden Ree (NOR), Martin Loewstroem Nyenget (NOR), (l-r) © Thibaut/NordicFocus

Martin Løwstrøm Nyenget sorgte in der klassischen Technik zunächst für ein moderates Tempo, dem alle Athleten folgen konnten. Auf der zweiten Klassikrunde verschärfte die norwegische Armada das Tempo, so dass sich im kleinen Mördarbakken mit maximalen 20,5% Steigung (11,8% im Durchschnitt) bei einer Länge von 374 Metern erste Lücken im Feld bildeten. Nach zwei von drei Klassikrunden bestand die Spitzengruppe nur noch aus sechs Athleten, nämlich Klæbo, Nyenget, Amundsen und Ree sowie Arsi Ruuskanen und Savelii Korostelev. Da das Tempo etwas geringer wurde, gelang es den Verfolgern unter Führung von Martin Kirkeberg Mørk, kurzzeitig wieder aufzuschließen. Im kleinen Mördarbakken erhöhte Nyenget wieder die Geschwindigkeit, so dass sich die Führenden wieder absetzen konnten und mit 18 Sekunden Vorsprung zum Skiwechsel kamen. Elia Barp und Gus Schumacher versuchten nach dem Wechsel auf die freie Technik alles, um die Lücke nach vorne zu schließen, aber schließlich mussten sie sich damit abfinden, dass sie es nicht mehr schaffen würden. Grund dafür war auch die erste Passage des großen Mördarbakkens, der fast doppelt so lang ist mit 615 Metern, aber mit maximal 15,9 Steigungsprozenten (Durchschnitt 10,3%) nicht ganz so steil. Korostelev und Ruuskanen mussten immer wieder um Anschluss kämpfen, hielten aber bis zur finalen Runde mit den vier Norwegern mit.

Klæbo mit ungefährdetem Sprintsieg

Johannes Hoesflot Klaebo (NOR) © Authamayou/NordicFocus

Auch wenn Martin Løwstrøm Nyenget sowohl Klassisch als auch mit einem Angriff in den Sprintanstiegen der ersten Skatingrunde und verschärftem Tempo in der zweiten Skatingrunde, gelang es wieder niemandem, den weltbesten Langläufer Johannes Høsflot Klæbo abzuhängen. So war wieder alles angerichtet für ihn und der 29-Jährige zog wie gestern in der Abfahrt ins Stadion an den Führenden vorbei und holte sich Weltcupsieg Nummer 109. „Das war ein hartes Rennen. Martin war heute sehr stark, ich glaube, er war fast immer in Führung auf diesen 20 Kilometern. Es war sehr schwer, aber am Ende habe ich es geschafft, mit ihm mitzuhalten und am Schluss noch einen guten Sprint zu zeigen“, sagte der Rekord-Langläufer, der nun alle drei Weltcupwertungen und andere Bonus-Wertungen anführt – außer der U23-Wertung natürlich. Alle drei Kristallkugeln zu gewinnen, wäre auch für ihn ein Novum: „Um ehrlich zu sein, nach Olympia habe ich nun keine Ziele mehr für diese Saison. Das Hauptziel ist erreicht und nun kann ich die letzten Rennen genießen und sehen, wie es läuft. Heute war wieder ein guter Tag und ich hoffe, dass es so für die nächsten drei Wochen weiter geht.“ Zweiter wurde Harald Østberg Amundsen gefolgt von Martin Løwstrøm Nyenget. Für Korostelev, der zwischendurch immer wieder seine Schwierigkeiten hatte, blieb wie bei den Olympischen Spielen der vierte Platz noch vor Andreas Fjorden Ree, der für die Spiele nicht mehr als Ersatz für den erkrankten Stenshagen nachnominiert werden durfte. Arsi Ruuskanen realisierte als Sechster sein bestes Karriereresultat.

Lichtblick für Mika Vermeulen

Mika Vermeulen (AUT) © Thibaut/NordicFocus

In der Verfolgergruppe hinterließ Mika Vermeulen wieder einen deutlich besseren Eindruck, nachdem die letzten acht Wochen inklusive Olympischer Spiele für ihn enttäuschend verliefen. Als sich in der zweiten Klassikrunde das Sextett absetzte, fand er sich in der Verfolgergruppe wieder und hielt sich dort bis zum Schluss. Den Sprint um Platz sieben entschied Gus Schumacher für sich gefolgt von Theo Schely, Martin Kirkeberg Mørk und Antoine Cyr. Der Ramsauer mit Zweitwohnsitz in Lillehammer kam als guter Elfter ins Ziel, was als eindeutiger Lichtblick zu werten ist. „Mit Platz elf war ich heute wieder knapp dran an den Top-Ten und das ist endlich wieder ein kleines Erfolgserlebnis für mich. Die letzte Zeit war für mich nicht einfach und ich habe nach den Olympischen Spielen wirklich zehn Tage lang komplett pausiert, um meinen Körper richtig zu erholen und dann darauf zu vertrauen, dass ich wieder eine gute Leistung abliefern kann. Das war heute ein hartes Stück Arbeit und nicht einfach, aber ich habe bis zum Schluss gekämpft und ich bin jetzt mit diesem elften Platz wirklich sehr zufrieden“, sagte er. Davide Graz wurde Zwölfter vor Elia Barp, Michal Novak und Johan Ekberg, der als bester Schwede 15. wurde. Sein Landsmann Gustaf Berglund vergriff sich offenbar beim Skiwechsel und war auf der ersten Skatingrunde mit viel zu kurzen Stöcken unterwegs, so dass er sich im Mördarbakken sichtlich schwer tat. Im Laufe der letzten zehn Kilometer wurde er bis auf Platz 33 durchgereicht. Vermeulens Landsmann Benjamin Moser lief nach seinem Sprintpodium als starker 18. ins Ziel direkt vor Federico Pellegrino, der sich nach seinem grippalen Infekt noch sehr schwer tat. Michael Föttinger kam als 41. ins Ziel. In Abwesenheit des erkrankten Nicola Wigger war diesmal der 24-jährige Antonin Savary der beste Eidgenosse auf Rang 28. Cyril Fähndrich verlor als 51. fast zwei Minuten mehr und Beda Klee wurde 57. 

Notz in zweiter Verfolgergruppe

Florian Notz (GER), Jakob Walther (GER), (l-r) © Authamayou/NordicFocus

Beim schwierigen Wachsbedingungen mit nassem Neuschnee in der Nacht und Renntemperaturen knapp über Null schien das Material wieder nicht optimal zu laufen. Florian Notz musste im Doppelstockschieben in der letzten Klassikrunde eine Lücke in seiner Gruppe aufgehen lassen und tat sich sichtlich schwer. Beim Skiwechsel hatte er zusammen mit Moser und anderen Athleten als 21. einige Sekunden Abstand zur Gruppe vor ihnen. Diese Lücke konnten sie nicht wieder schließen. Während Moser später den Sprint der zweiten Verfolgergruppe gewann, konnte der Schwabe in den letzten Sprintanstiegen nicht mehr mitgehen und wurde mit zehn Sekunden Rückstand 24. „Ich bin eigentlich zufrieden, wie es heute lief. Ich war die Woche noch sehr platt von den 50 Kilometern von Olympia und heute war vom Gefühl her mein bester Tag. Es hatte geschneit und es waren No Wax Bedingungen, was im Klassischen immer ein bisschen tricky ist. Ich wäre gerne in der Gruppe eins weiter vorne gelaufen, die zehn, 20 Sekunden vor mir von Klassisch auf Skating gewechselt sind, aber da hatte ich heute nicht genügend Power, um am Berg mitzuhalten. Skating habe ich mich dann sehr sehr gut gefühlt. Ich bin dann die ganze Zeit in meiner Gruppe mitgelaufen. Leider waren hintenraus meine Sprintfähigkeiten nicht gut genug. Mit dem Platz bin ich nicht 100% zufrieden, aber ich denke, es war nach der ganzen Woche ein gutes Ergebnis für mich“, sagte Notz. Friedrich Moch war zunächst im Bereich des Teamkollegen unterwegs, verlor aber schon in der zweiten Runde den Anschluss an ihn und zeigte vor allem Klassisch Probleme. Vor dem Skiwechsel wurde er bis auf Rang 57 durchgereicht, wechselte dann aber schneller als einige Konkurrenten und verließ als 49. wieder das Stadion. In diesem Bereich pendelte er sich ein und überholte in der zweiten Hälfte der letzten Runde noch einmal einige Athleten, was dann Rang 44 bedeutete. Der 26-jährige Erfurter Jakob Walther, der sich über den FESA Cup qualifiziert hatte, belegte Rang 46 und Jan Stölben wurde mit vier Minuten Rückstand 59.

=> Ergebnis 10+10 Kilometer Skiathlon

 

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