Nach Olympia ist vor der WM: Der Langlauf Weltcup macht Station im WM-Ort von 2027 in Falun, wo Sprint und Skiathlon auf dem Programm stehen.
Falun und Dalarna: Alles typisch schwedisch…
Die Region Dalarna wird oft auch Klein-Schweden genannt, weil viele Bilder, die man im Ausland aus Schweden kennt, aus Dalarna stammen: Rote Häuser an glitzernden Seen, Wälder, bunt gekleidete Menschen in Tracht und Midsommar-Feiern. Alles sehr schwedisch, alles sehr Dalarna. Falun liegt in dieser Region, dem Herzen von Skandinavien, gut erreichbar aus der Luft und mit der Bahn. Falun und das nahegelegene Borlänge hat zusammen 100.000 Einwohner und wächst weiter. Mit etwa 40.000 Einwohnern liegt Falun in der Rangliste schwedischer Städte an 28. Stelle. Mit den Kopparbergslagen, der Landschaft rund um den Berg Stora Kopparberget (übersetzt „Großer Kupferberg“), gehört ein Teil von Falun als herausragender Teil der schwedischen Industriegeschichte seit 2001 zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Menschen dieser Gegend lieben Langlauf, Wettkämpfe, Kultur und Festivals. Skirennen gibt es hier schon seit dem 19. Jahrhundert. Die ersten Svenska Skidspelen wurden bereits 1947 ausgetragen, damals mit nur vier Nationen (Schweden, Norwegen, Finnland und Schweiz). Einige Jahre danach kamen sie nach Falun, wo sie seitdem meistens ausgetragen wurden. 2025 feierten die Schwedischen Skispiele ihr 77. Jubiläum und wurden zum 64. Mal in Falun ausgetragen. Zum Weltcup gehören die Svenska Skidspelen seit 1989. Mehrmals fanden auch Nordische Ski Weltmeisterschaften in Falun statt, nämlich 1954, 1974, 1993 sowie 2015. Für die WM 2027 war Falun der einzige Bewerber, so dass die Titelkämpfe dann zum fünften Mal in Dalarna ausgetragen werden.
Falun ein Jahr vor der Nordischen Ski WM
Die Svenska Skidspelen pausieren nun aber offiziell für zwei Jahre. Die Organisation der Svenska Skidspelen hat ihren Betrieb für die Saisons 2025/26 und 2026/27 eingestellt. Die Rennen werden stattdessen direkt von der WM-Gesellschaft Falun 2027 organisiert. Die Svenska Skidspelen kehren laut dem offiziellen Veranstalter erst im Jahr 2028 zurück, um dann die historische Zählung fortzusetzen. Pünktlich zum Weltcup-Wochenende wurde das Logo für die WM 2027 bekannt gegeben. „Das ist mehr als nur ein neuer grafischer Stil. Es ist ein Ausdruck für alles, wofür wir stehen und was wir zusammen vor, während und nach der Nordischen Ski WM 2027 schaffen wollen“, sagte Marketing-Chefin Lisa Johansson. „Wir wollen, dass unser Logo ein verbindendes Element ist. Wenn es helfen kann, Menschen zusammen zu bringen durch den Sport und auf den Schnee und Erinnerungen für das ganze Leben schafft – dann hatten wir damit Erfolg.“ Seit den Weltmeisterschaften 1993 ist der Uhu Bubo das Maskottchen von Lugnet. Dabei handelt es sich um einen Uhu, dessen wissenschaftlicher Name bubo bubo ist. Der Uhu gehört zu den „landschaftlichen Symbolen“ der Region Dalarna. Zur WM 2027 bekommt Bubo weibliche Gesellschaft mit Bubolina. „Sie sind nicht nur weise wie Eulen sind, sondern repräsentieren auch Neugier, Wärme und Sicherheit“, so Johansson. „Wir wissen noch nicht, welchen Weg sie bis zur WM 2027 gehen werden. Wer weiß – vielleicht sehen wir Bubo und Bubolina dann gekleidet in festliche Kostüme aus Dalarna?“ Lugnet ist das Skistadion mit Schanzenareal und Wettkampfort sommers wie winters. Es liegt nur zwei Kilometer von der Innenstadt Faluns entfernt. Im Schwedischen Sportverband sind 67 Sportarten notiert, 57 davon kann man in Lugnet ausüben. Es gibt viele Wander-, Lauf- und auch Langlaufstrecken. Von dort gibt es einen spektakulären Blick über Falun und den Runn, den zweitgrößten See Dalarnas. Das Wettkampfprogramm besteht diesmal bei der „Vor-WM“ nur aus einem Freistilsprint und einem Skiathlon, beides in den Nachmittagsstunden. Zusätzlich sind die Nordischen Kombinierer/innen für einen COC vor Ort, so dass Andreas Käll, der für die Präparierung der Strecken und Schanze zuständig ist, einiges zu tun hat. „Wir haben vier Mitarbeiter, die an den Strecken und Schanzen arbeiten, Andreas Käll steht ihnen vor. Aber zusätzlich zu den Wettkampfstrecken müssen wir auch weitere Loipen für trainierende Athleten, die Wettkämpfer und Skitests in Lugnet vorbereiten. Wir Falun 2027 werden wir unser Team noch vergrößern“, sagte Jonas Boström, der Zuständige für die Wettkampfstätte. Gibt es keinen Niederschlag, beträgt Källs tägliche Arbeitszeit an den Strecken etwa drei Stunden, wie er erklärte: „Wir stehen ständig mit der Wettkampfleitung in Kontakt wegen der Bedingungen und der Präparation. Ist kein Schnee zu erwarten, beginne ich gegen 21 Uhr und arbeitete dann für drei oder vier Stunden, um den Läufern optimale Bedingungen zu bereiten. Aber wenn Niederschlag erwartet wird, bin ich auf Stand-by und arbeite dann eher ab fünf Uhr früh“, sagte Andreas Käll. Zu den 2026 im Weltcup genutzten Strecken und eventuellen Modifizierungen zum Beispiel am Sprintkurs gab es vom Veranstalter auch auf Nachfrage keine Informationen.
Ausfälle bei Gastgebern und bestätigtes Karriereende
Das schwedische Publikum will beim Heimweltcup natürlich auch die Stars der Olympischen Spiele feiern – aber nicht alle werden wirklich dabei sein. Das hat aber gesundheitliche Gründe, denn Jonna Sundling und William Poromaa, die schon die 50 Kilometer krank absagen mussten, sind noch nicht wieder fit. Nun mussten auch noch Ebba Andersson mit Erkältung und Edvin Anger, dessen Erkältung sich zu einer bakteriellen Ohrenentzündung ausgeweitet hat, die seit Mittwoch mit Penicillin behandelt wird, auf einen Start verzichten – Angers Fans in gelben T-Shirts wollen aber trotzdem am Samstag mit mehreren Bussen und insgesamt 350 Personen aus dem 50 Kilometer entfernten Hedemora anreisen und für gute Stimmung sorgen. „Es sind auch viele Leute dabei, die sich eigentlich nichts fürs Skilaufen interessieren. Sie sind einfach junge Leute, die denken, dass das ein tolles Event ist: Gruppen von Freunden, Familie und die eingefleischten Skifans sind aber auch dabei. Und das ist wichtig vor der WM 2027. Wir müssen die Menschen inspirieren mit unserer guten Laune und der Erfahrung vor Ort“, sagte Vater Fredrik Anger. „Die Unterstützung in Hedemora ist enorm und der Sprint am Samstag Nachmittag ist perfekt für uns. Nach dem Rennen geht es zurück nach Hedemora zum Après-Ski mit einer Liveband in Hedemora Stadshotell.“ Die Fans werden also vor allem den Olympiasiegern Frida Karlsson und Linn Svahn sowie Maja Dahlqvist, Moa Ilar, Johanna Hagström, Emma Ribom sowie Gustaf Berglund, Truls Gisselman und Johan Häggström zujubeln können. Aber auch Weltcupdebütanten wie Emilia Eriksson, Tove Ericsson, Theo Mattei und Wilhelm Sterner bekommen vor heimischem Publikum eine Chance, sich zu beweisen und Erfahrungen zu sammeln. Calle Halfvarsson musste ebenfalls erkrankt die Segel streichen. Nicht mit im Aufgebot ist Alvar Myhlback, der Sonntag am Vasaloppet teilnimmt und zu den Favoriten gehört. Doppel-Olympiasiegerin Frida Karlsson hat nach ihrer Rückkehr von den Olympischen Spielen übrigens noch einmal bestätigt, dass sie nach der Heim-WM in einem Jahr ihre Langlauf-Karriere beenden wird. Angekündigt hatten das auch viele andere Schweden, aber aktuelle Statements gibt es dazu außer von Karlsson nicht.
Wer ist sonst dabei und wer nicht?
International sind fast alle großen Namen dabei, hinter Johannes Høsflot Klæbo steht aber noch ein Fragezeichen. Beim kleinsten Anschein von Müdigkeit von den 50 Kilometern und seiner Erkältung, die er sich vor dem olympischen Finale eingefangen hatte, wird er seinen Start noch absagen. Ohnehin hatte sein Siegerinterview geklungen, als würde er einige Wochen für die Erholung brauchen, so dass die Nominierung eher überraschend war. Sonst sind bis auf Astrid Øyre Slind (Vasalauf), dem erkrankten Emil Iversen und Einar Hedegart aber alle Olympiastarter vertreten, sofern niemand mehr krank wird. Zurück im Aufgebot sind zum Beispiel Lars Heggen, Even Northug, Ansgar Evensen und die Weng-Zwillinge wie auch Nora Sanness und ihr Lebensgefährte Andreas Fjorden Ree. Derweil hat Jan Thomas Jenssen viel Zeit, sich um die Kühe auf dem elterlichen Hof und die seiner Lebensgefährtin Berit Mogstad zu kümmern. Für ihn ist die Saison vorzeitig beendet, weil er an einem hartnäckigen trockenen Husten leidet, der immer stärker wurde, weil er trotz der beißenden Kälte in Trondheim in der ersten Februarhälfte immer weiter trainiert hat. Am letzten Wochenende musste er sich dann übergeben und fühlte sich sehr krank. Man wartet auf weitere Testergebnisse, aber weil Antibiotika bisher nicht halfen, muss er nun eine längere Pause einlegen, die das Saisonende bedeutet. Zur selben Zeit hat Heidi Weng bekannt gegeben, dass sie ihre Karriere nach den erfolgreichen Olympischen Spielen noch fortsetzen wird: „Ich fühle mich noch, als wäre ich 20!“ Im finnischen Team macht Krista Pärmäkoski eine Pause und auch die ursprünglich nominierte Johanna Matintalo möchte sich nach vielen Rückenschmerzen bei den Spielen lieber für den Heim-Weltcup in Lahti schonen. Auch Kerttu Niskanen wurde aus dem Kader gestrichen, während Iivo Niskanen grippegeschwächt von vornherein nicht zum Aufgebot gehörte. Im italienischen Team fehlt Martina Di Centa, die mit der olympischen Staffel ihren Rücktritt erklärte, um nicht mehr so viel reisen zu müssen. Außerdem benötigt Maria Gismondi nach dem Startversuch bei Olympia weiter Schonung nach ihrer langen Krankheit Ende Dezember und Nicole Monsorno fiel kurzfristig aus. Frankreich reist ohne Olympia-Held Mathis Desloges, der sich auf die 50 Kilometer am Holmenkollen vorbereitet, nach Schweden und auch Richard Jouve fehlt im Aufgebot. Bei den Damen bekommen Léonie Perry, Julie Pierrel und Cloé Pagnier eine Pause.
Zehn Schweizer in Falun
Im Schweizer Langlauf-Team sind bisher zwei Rücktritte nach der Saison bekannt: Candide Pralong und Jason Rüesch, der somit als Ski-Rentner im Juni in die Ehe mit Janik Rieblis Schwester Yvana gehen wird. „Es ist Zeit, Abschied zu nehmen“, schrieb der 31-Jährige diese Woche auf Instagram. Weitere Rücktritte könnten folgen. Bis dahin gehen mit dem Medaillengewinnerinnen Nadine Fähndrich und Nadja Kälin, Lea Fischer, Alina Meier und Anja Weber, die wegen der Nicht-Nominierung für den Teamsprint von den Olympischen Spielen abreiste, fünf Athletinnen in Falun an den Start. Bei den Herren sind mit Cyril Fähndrich, Beda Klee, Janik Riebli, Antonin Savary und Nicola Wigger ebenfalls fünf Schweizer nominiert. Nicht dabei ist Valerio Grond. Ob das an den Nachwirkungen mehrerer Infekte während der Saison liegt oder er schon wieder erkrankt ist, vermeldete Swiss Ski nicht.
Vier Österreicher beim Weltcup in Schweden
Das österreichische Team wird mit insgesamt vier Athleten bei den Rennen in Schweden vertreten sein. Bei den Damen wird nur Magdalena Scherz die Reise nach Skandinavien antreten und beim Sprintrennen am Samstag an den Start gehen. Teresa Stadlober muss hingegen aus gesundheitlichen Gründen auf ein Antreten in Falun verzichten. Die Salzburgerin ist nach dem extrem fordernden 50 Kilometer-Rennen am vergangenen Sonntag körperlich ein wenig angeschlagen und noch nicht wieder bei 100 Prozent. Die 33-Jährige wird daher erst wieder in Lahti in den Weltcup-Zirkus zurückkehren. Bei den Herren werden Benjamin Moser und Michael Föttinger Österreich beim Sprintrennen am Samstag vertreten. Ersterer plant zudem auch mit einem Antreten beim Skiathlon. Dort wird mit Mika Vermeulen auch ein zweiter Österreicher an der Startlinie stehen. Der Steirer, für den die Olympischen Spiele leider nicht nach Wunsch verlaufen sind, wird in Falun ebenfalls dabei sein und das Distanzrennen am Sonntag in Angriff nehmen.
Temperaturen meist über Null und nasser Schnee vor Skiathlon
In Mittelschweden ist es glücklicherweise noch nicht so frühlingshaft wie aktuell bei uns. Dennoch liegen auch dort die Werte heute und morgen zur Wettkampfzeit bei etwa fünf bis sechs Grad über Null. Am Samstag erwartet das schwedische meteorologische Institut zudem ab 16 Uhr möglicherweise Regen – aber bisher liegt die Regenwahrscheinlichkeit nur bei zehn bis 20 Prozent. Erst am Abend liegt sie höher und bei sinkenden Temperaturen ist in der Nacht nasser Schneefall zu erwarten, der bis zum Mittag anhalten wird. Zur Rennzeit bei den Skiathlonrennen sinkt die Niederschlagswahrscheinlichkeit auf 60 bis 70 Prozent bei 0°C bis +1°C.
Alles live nur mit Dicovery+
Discovery+ zeigt wie üblich schon den Prolog des Sprints, aber auch bei den Heats schaut man Eurosport1 vergeblich wie auch bei beiden Skiathlons, die nur über Discovery+ zu empfangen sind. In der Sportschau wird der Freistilsprint ab 17 Uhr gezeigt in einer Zusammenfassung. In den Skiathlon der Herren steigt die ARD ab 13 Uhr verspätet ein und den Skiathlon der Damen bietet das Erste als Livestream an. SRF2 zeigt Sprint und den Skiathlon der Damen live und den Skiathlon der Herren mit etwa einer Stunde Verspätung. Lebt man in Österreich, bekommt man um 16:50 Uhr eine Zusammenfassung des Sprints auf ORF1 zu sehen und beide Skiathlons bei ORF Sport+ – die Damen aber verspätet erst ab 16:30 Uhr.
Zeitplan Falun
Samstag, 28. Februar 2026
13:00 Uhr: Sprint Freistil Qualifikation
15:30 Uhr: Sprint Freistil Finalläufe
Sonntag, 01. März 2026
12:30 Uhr: 10+10 Kilometer Skiathlon Herren
16:05 Uhr: 10+10 Kilometer Skiathlon Damen