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Langlauf Weltcup Ruka: Jonna Sundling sprintet im Massenstart zum Sieg

Jonna Sundling heißt die Gewinnerin des ersten Massenstarts der Saison über 20 Kilometer in der freien Technik. Im Endspurt ließ sie auch Jessie Diggins hinter sich. Drei Deutsche und eine Schweizerin kamen unter die besten 15.

Karlsson macht die ganze Arbeit….

Heidi Weng (NOR), Frida Karlsson (SWE), Ebba Andersson (SWE), (l-r) © Thibaut/NordicFocus

Bei den Damen entwickelte sich schon früh ein Ausscheidungsrennen durch hohes Tempo von Frida Karlsson, die sich zu Beginn der zweiten Runde zusammen mit Ebba Andersson und Heidi Weng absetzte. Im Laufe der Runde konnte sich eine zweite Gruppe mit Sundling, Diggins, Simpson-Larsen und Sanness heranarbeiten, so dass nach zwei Runden sieben Athletinnen das Rennen anführten. In Runde vier von fünf attackierte Frida Karlsson am Valkeisenvaara-Anstieg und nur Ebba Andersson konnte ihrem Tempo folgen. Beide konnten sich aber nicht absetzen, so dass die Gruppe bergab wieder beisammen war und Karlsson sich meistens weiter für das Tempo verantwortlich zeigte. Die letzte und entscheidende Attacke ließ aber bis ganz zum Schluss auf sich warten. Nach dem Impilinna, dem vorletzten Anstieg vor dem Ziel, ging Ebba Andersson vor Karlsson in die Abfahrt und auch Jonna Sundling schob sich auf dem Weg zum Zielanstieg in eine bessere Position.

… aber Sundling gewinnt

Jessie Diggins (USA), Jonna Sundling (SWE), Heidi Weng (NOR), (l-r) © Modica/NordicFocus

Als Erste nahm Sundling den Anstieg in Angriff, aber von ganz hinten attackierte Diggins und schob sich auf die zwei. Den Sieg von Jonna Sundling konnte sie aber auch nicht verhindern, die mit Vorsprung über die Linie ging. Diggins, die unterwegs immer wieder um Anschluss kämpfen musste, kann mit dem Podium aber sehr zufrieden sein. „Das fühlt sich toll an. Letztes Jahr wurde ich knapp Zweite hinter Jessie und diesmal ist es andersrum. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Rennen und dem Ergebnis heute. Ich habe mich nur auf eine gute Technik konzentriert und alles gegeben, was ich konnte. Ich habe versucht, mich weit vorne aufzuhalten, aber nicht in der Führung, um für den Schluss etwas Kraft zu sparen“, sagte die glückliche Siegerin. Diggins war aber auch mit dem Platz hinter Sundling mehr als zufrieden: „Ehrlich gesagt habe ich das nicht erwartet. Man weiß nie, man muss bis zum Schluss kämpfen. Wenn man sich gut positioniert, kann man Glück haben und ein Fenster finden. Aber ich war heute sehr müde. Ich bin immer wieder zurückgefallen und habe mich dann wieder rangekämpft und konnte gerade das Ende der Gruppe halten. Es war eine Überraschung, dass die 30 Sekunden Energie, die ich noch hatte, für den zweiten Platz gereicht haben.“ Heidi Weng wurde diesmal Dritte, während Frida Karlsson nach mehr als 15 Kilometern Führungsarbeit das Podium als Vierte verpasste. „Ich bin sehr zufrieden. Nach zwei Runden habe ich mich müde gefühlt, aber ich habe mir Mut zugesprochen, als Frida attackiert hat. Es war ein hartes Rennen. Bergauf gab es viel Eis und es war schwer, das Gleichgewicht zu halten und der Schnee klebte teilweise etwas fest. Im Zielanstieg habe ich mich plötzlich sehr gut gefühlt, aber ich war etwas zu weit hinten und zu viele vor mir. Aber ich hätte die Geschwindigkeit gehabt, wenn ich besser positioniert gewesen wäre und ich nicht hätte Zickzack laufen müssen. In den Abfahrten mit so vielen Mädels hatte ich etwas Sorge, dass es zu Stürzen kommt“, sagte Heidi Weng. Ebba Andersson wurde Fünfte vor Karoline Simpson-Larsen und Nora Sanness.

Drei Deutsche in Verfolgergruppe

Pia Fink (GER) © Modica/NordicFocus

Moa Ilar bestritt nahezu das gesamte Rennen alleine, nachdem sie dem Tempo der Gruppe in der zweiten Runde nicht mehr folgen konnte. Mit etwas mehr als einer Minute Rückstand kam sie als Achte ins Ziel und damit noch eine halbe Minute vor der Verfolgergruppe, die von Maja Dahlqvist ins Ziel geführt wurde. Dann überquerte schon Pia Fink als Zehnte die Linie, die sich zusammen mit zwei Teamkolleginnen sehr gut behauptete in der Gruppe. Wie sie später erzählte, habe sie versucht, ihr eigenes Tempo zu laufen und keinen Gedanken an die Führungsgruppe verschwendet. „Am Anfang war ich richtig geschockt von den Bedingungen. Das sind die Bedingungen, die ich von allen am wenigsten mag. Es war wirklich ultra chaotisch und ich habe versucht, mich rauszuhalten, war aber am Anfang nicht ganz in der Position, wo ich gerne gewesen wäre. Aber im Laufe des Rennens habe ich eine gute Gruppe gefunden und konnte mich da gut platzieren. Mit dem Endergebnis bin ich voll zufrieden“, sagte Pia Fink. „Ich habe schon beim Einlaufen gemerkt, dass es nicht so einfach ist, gerade die erste Abfahrt wurde im Laufe des Rennens immer eisiger. Da musste man schauen, dass man sich eine gute Frau vorne dran sucht und hinter manchen eher nicht hinterherfährt. Ich bin zufrieden, dass ich ohne Sturz durchgekommen bin.“ Mit Platz zehn ist die Schwäbin sehr zufrieden wie auch Helen Hoffmann als Zwölfte und Klassikspezialistin Katherine Sauerbrey erreichte als 14. ihr zweitbestes Freistil-Ergebnis nach Platz 13 im Massenstart in Falun. Für Fink und Sauerbrey bedeutet das heutigen Ergebnis schon das Erfüllen der Olympianorm, nachdem sie am Freitag schon unter den besten 15 waren. „Die Strecke ist sehr sehr eisig und sehr glatt. Es war sehr schwierig zu laufen heute, weil jeder herumgerutscht ist und niemand wusste, was als nächstes passiert. Bei uns Mädels ist es sowieso immer etwas hektisch und chaotisch, darum war es heute besonders stressig. Ich habe in den Abfahrten sehr aufgepasst, dass ich alles beieinander habe und den Stürzen aus dem Weg zu gehen“, sagte Helen Hoffmann, die wie gewohnt auch mit Platz zwölf nie völlig zufrieden ist und immer hohe Ziele hat: „Das ist auf jeden Fall schon mal ein Anfang, aber da ist noch Luft nach oben. Man möchte ja auch, dass es immer weiter nach vorne geht. Für Trondheim habe ich mir vorgenommen, dass ich die Quali voll mache.“

Krehl stürzt – Hennig weit zurück

Katharina Hennig Dotzler (GER) © Modica/NordicFocus

Zu den vielen Sturzopfern in der eisigen Abfahrt aus dem Stadion heraus gehörte auch Sofie Krehl, die es zu Beginn der zweiten Runde erwischte. Das warf sie auf den 35. Platz zurück. Sie konnte sich aber fangen, machte ein gutes Rennen und führte die zweite Verfolgergruppe als 22. ins Ziel. Nicht gut verlief das erste Freistilrennen ihrer Saison für Katharina Hennig Dotzler, die in der dritten Runde zurückfiel und insgesamt viereinhalb Minuten verlor. Das bedeutete Platz 47 für die Sächsin, die nach ihrem langwierigen Infekt im Oktober mit drei Wochen Trainingspause noch Trainingsrückstand hat. Direkt hinter ihr erreichte Verena Veit als 48. das Ziel. Der Teamchef war mit dem Abschneiden insgesamt zufrieden: „Wir können zufrieden weiterziehen nach Trondheim mit drei unter den Top15. Damit haben wir zwei Olympiatickets in der Tasche und eine mannschaftlich gute Leistung. Sofie Krehl hat etwas Pech gehabt mit einem Sturz in der schnellen Abfahrt und einige Plätze verloren. Aber sie hat ein gutes Rennen gemacht und das ist wichtig, dass die Form passt und wir gut gerüstet sind für die nächsten Wettkämpfe. Sprinterin Verena Veit, die eher in der klassischen Technik gut unterwegs ist, hat ein gutes Rennen hingelegt. Das gibt Selbstvertrauen, dass man mitlaufen kann mit den Großen, dann kann sie in ihrer Spezialdisziplin, in der klassischen Technik, in Trondheim wieder angreifen, Erfahrungen sammeln und Schritt für Schritt besser werden“, so Peter Schlickenrieder, der in Bezug auf Hennig Dotzler sagte: „Nicht zufrieden ist Katharina Hennig, die in der Skatingtechnik immer zu kämpfen hat mit den steilen Anstiegen. Nachvollziehbar nach ihrer krankheitsbedingten Trainingspause im Oktober, dass sie noch nicht 100% wieder fit ist. Vorne unter den Top10 mitzukämpfen ist im Moment nicht realistisch, sie wird noch Trondheim bestreiten und dann in eine verdiente Trainingspause gehen, um wieder die alte Katharina Hennig zu werden.“

Nadja Kälin starke Elfte

Nadja Kaelin (SUI) © Modica/NordicFocus

Nadja Kälin machte in ihrer starken Technik einen deutlich besseren Eindruck als in der klassischen Technik und hielt sich immer um Platz 15 auf. Diese Position hatte sie auch am Impilinna noch inne und verbesserte sich dann im Endspurt auf dem Weg ins Stadion noch bis auf Platz elf. Ihre kleine Schwester Marina wurde diesmal 28. und Anja Weber wurde vier Sekunden später 34. Marina Kälin übernahm mit dem heutigen Tag auch die Führung in der Nachwuchswertung. Nadine Fähndrich fand sich in Runde drei in der Gruppe mit der zurückfallenden Katharina Hennig Dotzler wieder und wurde 40. knapp vor Giuliana Werro auf Rang 43. Alina Meier belegte Platz 50.

Österreicherinnen abgeschlagen

Teresa Stadlober (AUT), Katharina Brudermann (AUT), (l-r) © Modica/NordicFocus

Einen ganz schwarzen Tag erwischte Teresa Stadlober, die schon nach der ersten Runde zurückfiel und in der vierten Runde in der Gruppe mit Katharina Brudermann ankam. Zusammen absolvierte das ÖSV-Duo die letzten Kilometer und endete auf den Plätzen 29 und 30. Die 32-jährige Stadlober fühlte sich bei den heutigen Bedingungen nicht wohl und später noch in einen Sturz und Stockbruch verwickelt. „Es ist bitter. Es war heute einfach verhext von Anfang an schon. Wenn es dich immer wieder zurückhaut, ist es schwierig, dass du einen Rhythmus findest. Die Anstiege bin ich gut gelaufen, habe mich schon spritzig gefühlt. Aber es war heute schon schwer zu laufen“, sagte Stadlober im ORF. „Es waren heute nicht meine Verhältnisse. Da hab ich mental schon ein bisschen gekämpft. Gerade wenn es so eisig ist, stehe ich nicht so gut auf dem Ski. Aber natürlich versucht man immer alles zu geben.“ Besser lief es für Brudermann, die mit dem 30. Platz zufrieden war: „Für mich war es ein cooles Rennen. Aber es war so eisig und glatt, aber ich finde, es war cool zu laufen.“

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