Den ersten Sprint des Langlauf Weltcup in klassischer Technik entschieden beim Weltcup Auftakt die Norweger Kristine Stavås Skistad und Johannes Høsflot Klæbo für sich. In einer Enttäuschung endete der erste Sprint für das deutsche Team.
Skistad gewinnt – Fähndrich Fünfte
Einzelgängerin Kristine Stavås Skistad hat offenbar zu Hause in Konnerud sehr gut trainiert und erweist sich zum Saisonauftakt in Bestform, in der sie es auch mit den Schwedinnen aufnehmen kann. Nachdem sie im Prolog die elfte Zeit gelaufen war, überzeugte die 29-Jährige in den Heats, in diese eine gelbe Karte aus Beitostølen mitbrachte. Ebenfalls gelb vorverwarnt wie schon dreimal in den letzten vier Jahren reiste Emma Ribom aus Gällivare an und kassierte prompt als Siegerin ihres Viertelfinals eine weitere gelbe Karte wegen unsauberer Technik, so dass sie disqualifiziert wurde. Zuvor hatte die Schwedin die Heats nur als 30. erreicht und sprach nach dem Prolog zutiefst enttäuscht von einem „schlechten Tag“, der auch nicht mehr besser wurde. Skistad traf dann später im Finale auf drei von Riboms Teamkolleginnen, die aber hinter Skistad nur eine Nebenrolle einnahmen. Die Norwegerin hatte immer alles unter Kontrolle und attackierte im 116 Meter langen Schlussanstieg mit einer Durchschnittssteigung von 14%. Auf den letzten Metern nahm sie bereits das Tempo heraus und behinderte dadurch hinter ihr Maja Dahlqvist, die hart gegen Jonna Sundling um Platz zwei kämpfte. Bei gleicher Zeit ging der zweite Platz nach Auswertung des Zielfotos an Sundling. Skistad gab sich im Interview gewohnt wortkarg: „Das war ein guter Start. Es ist schön, die Schwedinnen zu besiegen.“ Auf Nachfragen nach dem Gefühl und ob sie Ruka mag, antwortete sie nur kurz mit „sehr gut“ und „ja“. Die Prolog-Siegerin und letztjährige Ruka-Gewinnerin Johanna Hagström musste sich nach Siegen im Viertel- und Halbfinale mit dem vierten Platz begnügen vor Nadine Fähndrich und Johanna Matintalo.
Klæbo unschlagbar am Anstieg
Im Finale der Herren war Johannes Høsflot Klæbo wieder eine Klasse für sich. In gewohnter Manier entschied der 29-Jährige den Sprint für sich, indem er im letzten Anstieg attackierte und niemand ihm folgen konnte. Am besten gelang das noch Erik Valnes, der sich bergauf zumindest von den anderen Athleten absetzte und Rang zwei absicherte. „Ruka ist immer toll mit dem letzten Anstieg, in dem du schnell sein musst. Ich hatte gute Ski und fühlte mich richtig gut nach gestern. So ist es gut, wieder zu gewinnen. Ich hatte einen guten Prolog und meine Form ist gut. Ich hatte einen guten Tag, gestern lief es für mich nicht nach Wunsch“, schmunzelte Klæbo nach seinem 99. Weltcupsieg und fügte hinzu: „Morgen werde ich alles tun, um die 100 voll zu machen.“ Mit Rang drei sorgte Ansgar Evensen für ein rein norwegisches Podium, um das er aber hart kämpfen musste. Auf der Zielgeraden wurde er noch von Jules Chappaz und Harald Østberg Amundsen angegriffen, gegen die er sich aber knapp behaupten konnte. Lauri Vuorinen hatte wie zuvor seine Verlobte im Finale nicht mehr genügend Energie und belegte wie sie den sechsten Platz. Zur Siegerehrung dürfen dank einer Regeländerung aber dennoch alle Finalisten, um für die ersten sechs Plätze geehrt zu werden.
Fähndrich beste Schweizerin
Nadine Fähndrich konnte diesmal nach Platz drei bei der Saisoneröffnung in Gällivare nicht um die Podestplätze mitlaufen. Nach dem Start reihte sie sich schon hinten ein und war auch im Anstieg die Letzte. Im Stadion hätte die Luzernerin dann noch eine kleine Chance auf ein Podium gehabt, blieb aber in einem V-Board hängen, so dass mehr als Platz fünf nicht mehr möglich war. Lea Fischer und Anja Weber schieden knapp im Viertelfinale aus und wurden 14. und 18. Ebenfalls nur knapp schafften Janik Riebli, Isai Näff, der Dritte im Klassiksprint der letzten Junioren-Weltmeisterschaften, und Valerio Grond als jeweils Lauf-Dritte nicht den Sprung ins Halbfinale, so dass sie 13., 15. und 16. wurden. Nadja Kälin, Alina Meier und Desirée Steiner überstanden die Qualifikation nicht.
Drei Österreicher in den Heats
Bärenstark präsentierten sich heute auch die Österreicher, die drei Athleten in die Heats brachten und einen davon ins Halbfinale. Dort gehörte Benjamin Moser, der in Muonio den Klassiksprint gewonnen hatte, dann aber zu den geschlagenen Athleten in den Anstiegen. Nur weil Emil Liekari im letzten Anstieg noch komplett durchgereicht wurde, kam er noch als Fünfter ins Ziel, was schlussendlich Rang zehn bedeutete. Michael Föttinger und Erik Engel belegten im Viertelfinale die Plätze 20 und 24. Für den jungen Erik Engel war es das erste Erreichen des Viertelfinals bei seinem dritten Weltcupstart. Magdalena Scherz verpasste um Haaresbreite als 31. die Heats und auch Lukas Mrkonjic und Tobias Ganner beendeten den Sprinttag vorzeitig.
Sprint enttäuschend für deutsches Team
Dagegen verlief der Sprint für das deutsche Team enttäuschend. Die Skitechniker hatten sich wie in Muonio auf in Ruka übliche eisige Temperaturen eingerichtet und der Wetterumschwung mit viel Regen in der Nacht und plus drei Grad am Renntag kam zum unpassendsten Moment. Darum war für die drei qualifizierten Sprinterinnen im Viertelfinale Schluss. Damit konnte man natürlich nicht zufrieden sein – auch Laura Gimmler nicht, die 21. wurde: „Nein, natürlich nicht. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal Klassisch im Viertelfinale ausgeschieden bin. Gott sei Dank lange nicht mehr“, sagte die Oberstdorferin. „Klar war heute das Mindestziel, das Halbfinale zu erreichen. Das heißt jetzt auch nichts, es ist nichts verloren. Ich werde jetzt deshalb nicht an mir zweifeln und den Kopf in den Sand stecken, aber klar ist man erstmal ein bisschen traurig, wenn es nicht geklappt hat. Die Bedingungen sind schon schwierig. Unsere Techniker haben jetzt zwei oder drei Wochen lang für ganz kalte Bedingungen getestet und jetzt ist es auf einmal über Nacht nass und warm. Woran es genau gelegen hat, das muss man manchmal nicht so genau wissen. Einfach weitermachen und dann wird es sich demnächst wieder lösen und gut laufen. Da bin ich ganz sicher.“ Coletta Rydzek lag ebenfalls nicht in optimaler Position, als sie sich oben am Anstieg mit der Italienerin Caterina Ganz verhakte und beide stürzten. Damit war auch für die Sprintsiegerin von Lahti am Saisonende nicht mehr als Platz 24 drin. „Heute war nicht so erfolgreich leider. Ich habe mich eigentlich gut gefühlt, ich hatte einen Plan. Ich habe den Prolog abgehakt, der leider auch nicht so gut war. Aber ich wusste, dass jetzt das kommt, was mir liegt. Den Plan wollte ich umsetzen und es ist ein bisschen blöd gelaufen. Die Italienerin ist mir auf den Ski getappt und dann bin ich hängen geblieben. Dann habe ich nochmal alles gegeben, um alles rauszuholen, aber mehr war dann leider nicht mehr drin“, erklärte Coletta Rydzek. „Ich bin hängen geblieben und dann hat es mich gedreht. Eigentlich stehe ich gut auf dem Ski und ich dachte, ich kann es noch retten, aber nee… Dann muss man direkt schnell wieder aufstehen, damit man noch irgendwas holen kann, weil es kann ja auch vorne immer irgendwas passieren. Aber das war sehr ärgerlich gerade.“ Sofie Krehl kam als 28 ins Ziel. Auch sie sagte: „Solche Bedingungen waren sehr überraschend für uns in Ruka. Das war jetzt das erste Mal mit Klister Ski, gerade in Muonio in der Vorbereitung war es immer sehr kalt. Das war eine Challenge heute. Mit dem Prolog war ich sehr zufrieden, jetzt im Heat war nicht ganz das drin, was ich mir erhofft habe. Ich habe mich schwer getan, den Kick zu finden mit den glatten Bedingungen. Aber es war ein solider Einstieg.“ Verena Veit, Katharina Hennig Dotzler und Helen Hoffmann wie auch alle vier DSV-Herren Jan Stölben, Anian Sossau-Daubermann, Elias Keck und der unter Magenproblemen leidende Florian Knopf schieden im Prolog aus.
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