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Langlauf Weltcup Oslo: Einar Hedegart und Frida Karlsson gewinnen 50 Kilometer am nebligen Holmenkollen

Einar Hedegart hat das große Langlauf-Experiment, die 50 Kilometer der Herren und Damen mit geringem Zeitversatz zu starten, für sich entschieden. Bei den Damen lief eine Stunde später Frida Karlsson als souveräne Siegerin ein. Nadja Kälin und Pia Fink kamen unter den besten Zehn ins Ziel. 

Hedegart gewinnt im Sprint, Karlsson kontrolliert

Das Rennen der Herren blieb lange spannend und erst in Runde fünf verkleinerte sich die Spitzengruppe deutlich, als die Norweger dem Ausreißer Iver Tildheim Andersen hinterherliefen, der seine Ski schon früher als die anderen absolviert hatte. Während der letzten Runde war der Ausreißer wieder gestellt und die Entscheidung um den Sieg ließ bis ins Stadion auf sich warten. Dort griff Hedegart Harald Østberg Amundsen an und gewann den anschließenden Sprint von vorne. Amundsen wurde Zweiter vor Martin Løwstrøm Nyenget und fünf weiteren Norwegern. Bester Schweizer wurde Beda Klee als 17. und Friedrich Moch kam als bester Deutscher als 20. ins Ziel. Im Rennen der Damen bestimmte Frida Karlsson das Geschehen, nachdem Ebba Andersson schon früh zurückgefallen war. Nach dem Skiwechsel nach vier Runden setzte sie sich aus der Spitzengruppe ab und lief noch fast zwei Minuten Vorsprung auf den letzten zwei Runden heraus. Um die Podestplätze duellierten sich die schwedischen Sprinterinnen und Linn Svahn holte sich Platz zwei vor Jonna Sundling. Nadja Kälin und Pia Fink hielten bis zum Schluss mit der nächsten Gruppe mit und wurden sehr gute Achte und Neunte. 

Weniger Bonuspunkte

Das 50 Kilometer-Rennen wurde auf der traditionellen Runde über 8,3 Kilometer mit jeweils 334 Höhenmetern pro Runde im dichten Holmenkollen-Nebel ausgetragen. Die Strecke wurde ausgiebig gesalzen, so dass sehr gute Bedingungen herrschten. Zum ersten Bonussprint oben am höchsten Punkt nach drei Kilometern zog sich das Feld bereits auseinander und nachdem zuvor Amundsen das Tempo machte, zog am Bonussprint das Tempo an und holte sich die Punkte. Die FIS hatte sich entschlossen, nicht mehr auf jeder Runde bis zum Schluss Bonuspunkte zu verteilen sondern nur noch bis Kilometer 27,9 in Runde vier, so dass sich ein Athlet maximal 60 Bonuspunkte holen konnte. Bei moderatem Tempo zeigten sich in der ersten Runde viele Athleten vorne und nach 8,3 Kilometern waren noch 61 Athleten zusammen. Bergauf übernahmen wieder Nyenget und Stenshagen das Kommando, aber Pellegrino holte sich wieder die 15 Punkte vor Nyenget und Desloges. Der Italiener schien sich heute einiges vorgenommen zu haben für seinen letzten Fünfziger, an dessen Ende er von König Harald mit der Holmenkollen-Medaille ausgezeichnet werden wird. In der Abfahrt gaben dann Nyenget und Desloges mehr Gas und versuchten erfolglos, sich aus dem Feld abzusetzen, in dem sich Florian Notz als bester Deutscher um Platz zehn aufhielt. Kasper Herland vom Team Anlegg Øst verschärfte in Runde drei kurzzeitig das Tempo und nun zeigte sich auch plötzlich sein Trainingskollege Einar Hedegart in den ersten Zehn, der bis dahin weit hinten im Feld zu finden war – die Punkte kassierte am Frognerseteren aber wieder Pellegrino ein.

Erste kleine Fusion von Damen und Herren nach fünf Minuten

Mit acht Minuten Rückstand auf die Spitze der Herren in Runde drei begannen die Damen ihre 50 Kilometer und Jessie Diggins schien trotz des feuchten Wetters bester Laune: „I am feeling like a mermaid!“, sagte sie kurz vor dem Start. Die Athletinnen starteten ebenfalls nicht mit Vollgas ins Rennen , dennoch holte schon nach fünf Rennminuten das Feld den ersten männlichen Athleten ein, den von einer norwegischen Familie adoptierten Kolumbanier Sebastian Santiago Kildebo, der neben der Strecke anhielt und die Damen passieren ließ und sich anschließend an das Damen-Feld anhängte. In Runde vier übernahmen die norwegischen Athleten völlig das Kommando. Am Frognerseteren beim letzten Bonussprint hatte Pellegrino nichts mehr zu melden und unter die ersten Zehn gesellten sich mit Savelii Korostelev und Victor Lovera nur zwei Nicht-Norweger. Währenddessen beendeten die Damen ihre erste Runde und benötigten dafür genau zweieinhalb Minuten länger als die Herren.

Hauptfelder verkleinern sich in Runde fünf und zwei

Während bei den Damen in Runde zwei Jessie Diggins und Heidi Weng das Tempo an der Spitze des Feldes bestimmten, attackierte bei den Herren nach 30 gelaufenen Kilometern Simen Hegstad Krüger, der sich durch einen Sieg im Norges Cup seinen Startplatz verdient hatte. Nyenget war zwar wachsam trotz des Nebels und fing ihn wieder ein, aber natürlich hatte die Attacke einige Athleten im Feld vor Probleme gestellt und das Feld in die Länge gezogen. Nach 33,3 Kilometern gingen viele Athleten zum Skiwechsel, aber die Führung übernahm Iver Tildheim Andersen, der auf den ersten Runden Probleme hatte und darum schon nach drei Runden die Ski gewechselt hatte. Er lief mit elf Sekunden Vorsprung dem verkleinerten Feld voraus und baute seinen Vorsprung noch etwas aus auf dem Weg zum Frognerseteren, wo einen einen Vorsprung von 14 Sekunden auf die neun Verfolger hatte. Auch bei den Damen hatte sich unter der Führungsarbeit von Frida Andersson das Hauptfeld in Runde zwei auf 24 Athletinnen verkleinert und auch Astrid Øyre Slind musste nach einem Sturz in der Abfahrt unter der Brücke um Anschluss kämpfen, was ihr aber bei moderatem Tempo gelang.

Andersen gestellt und Andersson zurückgefallen

Iver Tildhelm Andersen konnte seinen Vorsprung über die gesamte fünfte Runde behaupten und startete somit als Solist in die finale Runde der Herren, die im Anstieg Anja Mandeljc als erste Frau einholten. Gleich darauf verabschiedeten sich Korostelev und Lovera aus der Top-Gruppe der Herren, so dass sieben Norweger hinter Andersen unter sich waren und den Ausreißer am höchsten Punkt wieder stellten. Während die Herren in die Schlussphase gingen, bekam Ebba Andersson bei den Damen große Probleme und fiel aus der Spitzengruppe heraus.

Einar Hedegart feiert Holmenkollen-Sieg

Nach der Passage des Stadions und mit Beginn des kleinen Runde in Stadionnähe drückte Simen Hegstad Krüger aufs Tempo, so dass auch Håvard Moseby Probleme bekam und den Anschluss verlor, der kurz zuvor noch das Tempo gemacht hatte. Unmittelbar vor den Gratishaugen liefen die Herren auf drei Damen auf, die aber von Betreuern ganz an den Rang der Strecke geschickt wurden, so dass das Rennen durch den Überholvorgang nicht beeinflusst wurde. Amundsen lief als Erster ins Stadion ein, bei den Betreuern über den Schießstand wurde er aber von Einar Hedegart angegriffen und der 24-Jährige gewann den Sprint von vorne. Harald Østberg Amundsen wurde Zweiter vor Martin Løwstrøm Nyenget und Andreas Fjorden Ree. Hedegart feierte im Ziel mit seinem Trainingskollegen Kasper Herland, der als starker Fünfter ins Ziel einlief vor Krüger und Moseby. Iver Tildheim Andersen hatte als Achter abreißen lassen müssen wie auch Victor Lovera und Savelii Korostelev auf den Plätzen neun und zehn. Mit 1:51.38 Stunden stellte Einar Hedegart einen neuen Streckenrekord auf, er absolvierte den schnellsten Holmenkollen-Fünfziger aller Zeiten. „Das ist das tollste Gefühl, das ist je hatte. Das ist ein legendäres Rennen und alle meine Vorbilder haben es gewonnen, besonders Petter Northug. Das war vielleicht auch der Grund, warum ich mein ganzes Leben so motiviert war, ein guter Langläufer zu werden. Das ist das größte Gefühl meines Lebens“, jubelte er und sagte zu seiner Taktik: „Ich wollte so lange wie möglich mitlaufen und hoffentlich in guter Position sein, wenn die Gruppe sich formiert. Aber heute war ich 70% des Rennens weit hinten und ich war froh, dass sich keine Lücken bildeten. Am Ende war ich dann in guter Position und mein Körper wurde heute nie müde. Aber es war vom ersten Kilometer hart, aber schwerer wurde es dann nicht mehr. Ich habe mich heute wie Petter gefühlt. Ich war hinten im Feld und musste mich daran erinnern, dass er es immer genauso gemacht hat.“

Frida Karlsson greift nach Skiwechsel an

Nach dem Zieleinlauf der Herren wurde es auch bei den Damen spannend. Frida Karlsson verschärfte das Tempo und setzte sich zusammen mit Heidi Weng und Karoline Grøtting ab. Jessie Diggins führte mit geringem Abstand die zweite Gruppe an, die sich wenig später zu einer siebenköpfigen Spitzengruppe mit drei Schwedinnen, drei Norwegerinnen und Diggins zusammenschloss. Nach 33,3 Kilometern wechselte die gesamte Gruppe zusammen die Ski und anschließend griff Frida Karlsson in Runde fünf bergauf an. Die 26-Jährige setzte sich klar von den anderen ab und nur Karoline Grøtting konnte zunächst noch einigermaßen mithalten. Am Frognerseteren betrug ihr Rückstand 24 Sekunden, acht Sekunden dahinter folgte die Gruppe. Auf der Stadionschleife lief die Gruppe an Grøtting heran und hinten bekam Jessie Diggins immer mehr Probleme und musste Lücken aufgehen lassen, die sie aber in den Abfahrten wieder schließen konnte. An Karlsson kam aber niemand mehr heran – die lag eine Runde vor Schluss rund eine Minute vorne.

Karlsson dominiert die letzten zwei Runden

Frida Karlsson zog auch in der letzten Runde einsam ihre Runden und baute den Vorsprung noch weiter aus. Dahinter versuchte Heidi Weng eine Attacke am Svartbekken („Schwarzer Bach“) unweit des Frognerseteren. Zwar konnte sie sich nicht absetzen, sorgte aber dafür, dass Diggins und Sundling erneut den Anschluss verloren. Bei den Damen betrug die Siegerzeit 2:07.48 Stunden und der Vorsprung war mit fast zwei Minuten noch deutlich angewachsen. Auf den letzten Kilometern machte Karoline Grøtting bei den Verfolgerinnen wieder ordentlich Druck, aber an letzten Anstieg waren es Linn Svahn und Jonna Sundling, die links und rechts an der Führenden Heidi Weng an den Verpflegungsposten vorbeizogen. Linn Svahn ersprintete sich Platz zwei vor Sundling, die somit erstmals für einen schwedischen Sweep sorgten. Sundling hatte sich wie auch Diggins immer wieder herangekämpft und war zum Sprint zur Stelle. Heidi Weng musste sich mit dem vierten Platz begnügen vor Karoline Grøtting und Jessie Diggins, die noch Nora Sanness absprintete. „Es ist so ein magischer Tag für unser Team“, sagte Frida Karlsson mit Tränen in den Augen. „Es ist unser erstes Triple im Distanzrennen. Das ist unglaublich. Ich habe mich super mutig gefühlt, aber ich war sehr müde am Schluss. Wir haben gestern verschiedene Taktiken besprochen in der Teambesprechung. Aber es hätte nicht besser enden können.“ Zu dem Experiment mit Damen und Herren gleichzeitig sagte sie: „Das war cool, wir sind manchmal Männern begegnet. Soll ich sie jetzt anfeuern, habe ich überlegt. Ich finde, es war ein tolles Konzept.“

Kälin und Fink stark in Verfolgergruppe

Nadja Kälin und Pia Fink und lange Zeit auch Teresa Stadlober machten ein starkes Rennen. Zu sehen waren sie wie auch die anderen deutschen Läuferinnen und Läufer wegen der zwei parallel laufenden Rennen und dem dichten Nebel nie. In Runde vier bildete sich die Verfolgergruppe, die um Platz acht bis 17 kämpfte. Im Endspurt bewies dann die Engadinerin Nadja Kälin einmal mehr ihre Sprintstärke und holte sich Platz acht. Direkt dahinter überquerte aber schon Pia Fink als sehr gute Neunte die Linie vor dem gestrigen Geburtstagskind Katerina Janatova und U23-Weltmeisterin Eva Ingebrigtsen. Die nächsten Plätze gingen an die Lettin Patricija Eiduka, Kristin Austgulen Fosnæs und die Kanadierin Alison Mackie, die wichtige Punkte gegen die neue U23-Leaderin Iris De Martin Pinter holte, die in Drammen 19 Punkte an ihr vorbeizog. Astrid Øyre Slind und Teresa Stadlober konnten am Schluss nicht mehr ganz mithalten und belegten die Plätze 15 und 16 vor Dariya Nepryaeva. Ebba Andersson wurde in Runde fünf rasend schnell von ihren Teamkolleginnen Maja Dahlqvist und Moa Ilar aufgelaufen, mit denen sie nicht mitgehen konnte. Mit fast sieben Minuten Rückstand lag sie schließlich völlig erschöpft und enttäuscht als 27. im Ziel.

Weitere Updates folgen….

 

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=> Ergebnis 50 Kilometer Freistil Damen

Oslo zum Nachlesen

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