News

Langlauf Weltcup Oslo: Einar Hedegart und Frida Karlsson gewinnen 50 Kilometer am nebligen Holmenkollen

Einar Hedegart hat das große Langlauf-Experiment, die 50 Kilometer der Herren und Damen mit geringem Zeitversatz zu starten, für sich entschieden. Bei den Damen lief eine Stunde später Frida Karlsson als souveräne Siegerin ein. Nadja Kälin und Pia Fink kamen unter den besten Zehn ins Ziel. 

Hedegart gewinnt im Sprint, Karlsson dominiert

Therese Johaug (NOR), Heidi Weng (NOR), (l-r) © Felgenhauer/NordicFocus

Das Rennen der Herren blieb lange spannend und erst in Runde fünf verkleinerte sich die Spitzengruppe deutlich, als die Norweger dem Ausreißer Iver Tildheim Andersen hinterherliefen, der seine Ski schon früher als die anderen absolviert hatte. Während der letzten Runde war der Ausreißer wieder gestellt und die Entscheidung um den Sieg ließ bis ins Stadion auf sich warten. Dort griff Hedegart Harald Østberg Amundsen an und gewann den anschließenden Sprint von vorne. Amundsen wurde Zweiter vor Martin Løwstrøm Nyenget und fünf weiteren Norwegern. Bester Schweizer wurde Beda Klee als 17. und Friedrich Moch kam als bester Deutscher als 20. ins Ziel. Im Rennen der Damen bestimmte Frida Karlsson das Geschehen, nachdem Ebba Andersson schon früh zurückgefallen war. Nach dem Skiwechsel nach vier Runden setzte sie sich aus der Spitzengruppe ab und lief noch fast zwei Minuten Vorsprung auf den letzten zwei Runden heraus. Um die Podestplätze duellierten sich die schwedischen Sprinterinnen und Linn Svahn holte sich Platz zwei vor Jonna Sundling. Nadja Kälin und Pia Fink hielten bis zum Schluss mit der nächsten Gruppe mit und wurden sehr gute Achte und Neunte. 

Weniger Bonuspunkte

Martin Loewstroem Nyenget (NOR), Einar Hedegart (NOR), (l-r) © Authamayou/NordicFocus

Das 50 Kilometer-Rennen wurde auf der traditionellen Runde über 8,3 Kilometer mit jeweils 334 Höhenmetern pro Runde im dichten Holmenkollen-Nebel ausgetragen. Die Strecke wurde ausgiebig gesalzen, so dass sehr gute Bedingungen herrschten. Zum ersten Bonussprint oben am höchsten Punkt nach drei Kilometern zog sich das Feld bereits auseinander und nachdem zuvor Amundsen das Tempo machte, zog am Bonussprint das Tempo an und holte sich die Punkte. Die FIS hatte sich entschlossen, nicht mehr auf jeder Runde bis zum Schluss Bonuspunkte zu verteilen sondern nur noch bis Kilometer 27,9 in Runde vier, so dass sich ein Athlet maximal 60 Bonuspunkte holen konnte. Bei moderatem Tempo zeigten sich in der ersten Runde viele Athleten vorne und nach 8,3 Kilometern waren noch 61 Athleten zusammen. Bergauf übernahmen wieder Nyenget und Stenshagen das Kommando, aber Pellegrino holte sich wieder die 15 Punkte vor Nyenget und Desloges. Der Italiener schien sich heute einiges vorgenommen zu haben für seinen letzten Fünfziger, an dessen Ende er von König Harald mit der Holmenkollen-Medaille ausgezeichnet werden wird. In der Abfahrt gaben dann Nyenget und Desloges mehr Gas und versuchten erfolglos, sich aus dem Feld abzusetzen, in dem sich Florian Notz als bester Deutscher um Platz zehn aufhielt. Kasper Herland vom Team Anlegg Øst verschärfte in Runde drei kurzzeitig das Tempo und nun zeigte sich auch plötzlich sein Trainingskollege Einar Hedegart in den ersten Zehn, der bis dahin weit hinten im Feld zu finden war – die Punkte kassierte am Frognerseteren aber wieder Pellegrino ein.

Erste kleine Fusion von Damen und Herren nach fünf Minuten

Caterina Ganz (ITA), Helen Hoffmann (GER), Karoline Simpson-Larsen (NOR), Maja Dahlqvist (SWE), Moa Ilar (SWE), Astrid Oeyre Slind (NOR), Frida Karlsson (SWE), Teresa Stadlober (AUT), Jessie Diggins (USA), Heidi Weng (NOR), (l-r) © Authamayou/NordicFocus

Mit acht Minuten Rückstand auf die Spitze der Herren in Runde drei begannen die Damen ihre 50 Kilometer und Jessie Diggins schien trotz des feuchten Wetters bester Laune: „I am feeling like a mermaid!“, sagte sie kurz vor dem Start. Die Athletinnen starteten ebenfalls nicht mit Vollgas ins Rennen , dennoch holte schon nach fünf Rennminuten das Feld den ersten männlichen Athleten ein, den von einer norwegischen Familie adoptierten Kolumbanier Sebastian Santiago Kildebo, der neben der Strecke anhielt und die Damen passieren ließ und sich anschließend an das Damen-Feld anhängte. In Runde vier übernahmen die norwegischen Athleten völlig das Kommando. Am Frognerseteren beim letzten Bonussprint hatte Pellegrino nichts mehr zu melden und unter die ersten Zehn gesellten sich mit Savelii Korostelev und Victor Lovera nur zwei Nicht-Norweger. Währenddessen beendeten die Damen ihre erste Runde und benötigten dafür genau zweieinhalb Minuten länger als die Herren.

Hauptfelder verkleinern sich in Runde fünf und zwei

Jessie Diggins (USA), Jonna Sundling (SWE), Nora Sanness (NOR), (l-r) © Authamayou/NordicFocus

Während bei den Damen in Runde zwei Jessie Diggins und Heidi Weng das Tempo an der Spitze des Feldes bestimmten, attackierte bei den Herren nach 30 gelaufenen Kilometern Simen Hegstad Krüger, der sich durch einen Sieg im Norges Cup seinen Startplatz verdient hatte. Nyenget war zwar wachsam trotz des Nebels und fing ihn wieder ein, aber natürlich hatte die Attacke einige Athleten im Feld vor Probleme gestellt und das Feld in die Länge gezogen. Nach 33,3 Kilometern gingen viele Athleten zum Skiwechsel, aber die Führung übernahm Iver Tildheim Andersen, der auf den ersten Runden Probleme hatte und darum schon nach drei Runden die Ski gewechselt hatte. Er lief mit elf Sekunden Vorsprung dem verkleinerten Feld voraus und baute seinen Vorsprung noch etwas aus auf dem Weg zum Frognerseteren, wo einen einen Vorsprung von 14 Sekunden auf die neun Verfolger hatte. Auch bei den Damen hatte sich unter der Führungsarbeit von Frida Andersson das Hauptfeld in Runde zwei auf 24 Athletinnen verkleinert und auch Astrid Øyre Slind musste nach einem Sturz in der Abfahrt unter der Brücke um Anschluss kämpfen, was ihr aber bei moderatem Tempo gelang.

Andersen gestellt und Andersson nach Sturz zurückgefallen

Iver Tildheim Andersen (NOR) © Authamayou/NordicFocus

Iver Tildhelm Andersen konnte seinen Vorsprung über die gesamte fünfte Runde behaupten und startete somit als Solist in die finale Runde der Herren, die im Anstieg Anja Mandeljc als erste Frau einholten. Gleich darauf verabschiedeten sich Korostelev und Lovera aus der Top-Gruppe der Herren, so dass sieben Norweger hinter Andersen unter sich waren und den Ausreißer am höchsten Punkt wieder stellten. Während die Herren in die Schlussphase gingen, bekam Ebba Andersson bei den Damen große Probleme und fiel aus der Spitzengruppe heraus. Später erfuhr man, dass sie in der Abfahrt gestürzt ist. 

Einar Hedegart feiert Holmenkollen-Sieg

Harald Oestberg Amundsen (NOR), Einar Hedegart (NOR), Martin Loewstroem Nyenget (NOR), (l-r) © Authamayou/NordicFocus

Nach der Passage des Stadions und mit Beginn des kleinen Runde in Stadionnähe drückte Simen Hegstad Krüger aufs Tempo, so dass auch Håvard Moseby Probleme bekam und den Anschluss verlor, der kurz zuvor noch das Tempo gemacht hatte. Unmittelbar vor den Gratishaugen liefen die Herren auf drei Damen auf, die aber von Betreuern ganz an den Rang der Strecke geschickt wurden, so dass das Rennen durch den Überholvorgang nicht beeinflusst wurde. Amundsen lief als Erster ins Stadion ein, bei den Betreuern über den Schießstand wurde er aber von Einar Hedegart angegriffen und der 24-Jährige gewann den Sprint von vorne. Harald Østberg Amundsen wurde Zweiter vor Martin Løwstrøm Nyenget und Andreas Fjorden Ree. Hedegart feierte im Ziel mit seinem Trainingskollegen Kasper Herland, der als starker Fünfter ins Ziel einlief vor Krüger und Moseby. Iver Tildheim Andersen hatte als Achter abreißen lassen müssen wie auch Victor Lovera und Savelii Korostelev auf den Plätzen neun und zehn. Mit 1:51.38 Stunden stellte Einar Hedegart einen neuen Streckenrekord auf, er absolvierte den schnellsten Holmenkollen-Fünfziger aller Zeiten. „Das ist das tollste Gefühl, das ist je hatte. Das ist ein legendäres Rennen und alle meine Vorbilder haben es gewonnen, besonders Petter Northug. Das war vielleicht auch der Grund, warum ich mein ganzes Leben so motiviert war, ein guter Langläufer zu werden. Das ist das größte Gefühl meines Lebens“, jubelte er und sagte zu seiner Taktik: „Ich wollte so lange wie möglich mitlaufen und hoffentlich in guter Position sein, wenn die Gruppe sich formiert. Aber heute war ich 70% des Rennens weit hinten und ich war froh, dass sich keine Lücken bildeten. Am Ende war ich dann in guter Position und mein Körper wurde heute nie müde. Aber es war vom ersten Kilometer hart, aber schwerer wurde es dann nicht mehr. Ich habe mich heute wie Petter gefühlt. Ich war hinten im Feld und musste mich daran erinnern, dass er es immer genauso gemacht hat.“

Frida Karlsson greift nach Skiwechsel an

Frida Karlsson (SWE), Heidi Weng (NOR), (l-r) © Nordnes/NordicFocus

Nach dem Zieleinlauf der Herren wurde es auch bei den Damen spannend. Frida Karlsson verschärfte das Tempo und setzte sich zusammen mit Heidi Weng und Karoline Grøtting ab. Jessie Diggins führte mit geringem Abstand die zweite Gruppe an, die sich wenig später zu einer siebenköpfigen Spitzengruppe mit drei Schwedinnen, drei Norwegerinnen und Diggins zusammenschloss. Nach 33,3 Kilometern wechselte die gesamte Gruppe zusammen die Ski und anschließend griff Frida Karlsson in Runde fünf bergauf an. Die 26-Jährige setzte sich klar von den anderen ab und nur Karoline Grøtting konnte zunächst noch einigermaßen mithalten. Am Frognerseteren betrug ihr Rückstand 24 Sekunden, acht Sekunden dahinter folgte die Gruppe. Auf der Stadionschleife lief die Gruppe an Grøtting heran und hinten bekam Jessie Diggins immer mehr Probleme und musste Lücken aufgehen lassen, die sie aber in den Abfahrten wieder schließen konnte. An Karlsson kam aber niemand mehr heran – die lag eine Runde vor Schluss rund eine Minute vorne.

Karlsson dominiert die letzten zwei Runden

Frida Karlsson (SWE) © Authamayou/NordicFocus

Frida Karlsson zog auch in der letzten Runde einsam ihre Runden und baute den Vorsprung noch weiter aus. Dahinter versuchte Heidi Weng eine Attacke am Svartbekken („Schwarzer Bach“) unweit des Frognerseteren. Zwar konnte sie sich nicht absetzen, sorgte aber dafür, dass Diggins und Sundling erneut den Anschluss verloren. Bei den Damen betrug die Siegerzeit 2:07.48 Stunden und der Vorsprung war mit fast zwei Minuten noch deutlich angewachsen. Auf den letzten Kilometern machte Karoline Grøtting bei den Verfolgerinnen wieder ordentlich Druck, aber an letzten Anstieg waren es Linn Svahn und Jonna Sundling, die links und rechts an der Führenden Heidi Weng an den Verpflegungsposten vorbeizogen. Linn Svahn ersprintete sich Platz zwei vor Sundling, die somit erstmals für einen schwedischen Sweep sorgten. Sundling hatte sich wie auch Diggins immer wieder herangekämpft und war zum Sprint zur Stelle. Heidi Weng musste sich mit dem vierten Platz begnügen vor Karoline Grøtting und Jessie Diggins, die noch Nora Sanness absprintete. „Es ist so ein magischer Tag für unser Team“, sagte Frida Karlsson mit Tränen in den Augen. „Es ist unser erstes Triple im Distanzrennen. Das ist unglaublich. Ich habe mich super mutig gefühlt, aber ich war sehr müde am Schluss. Wir haben gestern verschiedene Taktiken besprochen in der Teambesprechung. Aber es hätte nicht besser enden können.“ Zu dem Experiment mit Damen und Herren gleichzeitig sagte sie: „Das war cool, wir sind manchmal Männern begegnet. Soll ich sie jetzt anfeuern, habe ich überlegt. Ich finde, es war ein tolles Konzept.“ Die Siegehrung wurde noch etwas verschoben, weil Linn Svahn in den Juryraum gerufen wurde. „Das macht dich ein bisschen nervös“, sagte sie später. Zur Jury musste sie in ihrer Rennkarriere noch nie bisher. Der Grund war ein Manöver im letzten Anstieg gegen Karoline Grøtting, was aber von der Jury als Rennvorfall eingestuft wurde. Glück für Svahn, die erst Donnerstag eine gelbe Karte bekam. 

Kälin und Fink stark in Verfolgergruppe

Nadja Kaelin (SUI), Pia Fink (GER), (l-r) © Authamayou/NordicFocus

Nadja Kälin und Pia Fink und lange Zeit auch Teresa Stadlober machten ein starkes Rennen. Zu sehen waren sie wie auch die anderen deutschen Läuferinnen und Läufer wegen der zwei parallel laufenden Rennen und dem dichten Nebel nie. In Runde vier bildete sich die Verfolgergruppe, die um Platz acht bis 17 kämpfte. Im Endspurt bewies dann die Engadinerin Nadja Kälin einmal mehr ihre Sprintstärke und holte sich Platz acht. Direkt dahinter überquerte aber schon Pia Fink als sehr gute Neunte die Linie vor dem gestrigen Geburtstagskind Katerina Janatova und U23-Weltmeisterin Eva Ingebrigtsen. Die nächsten Plätze gingen an die Lettin Patricija Eiduka, Kristin Austgulen Fosnæs und die Kanadierin Alison Mackie, die wichtige Punkte gegen die neue U23-Leaderin Iris De Martin Pinter holte, die in Drammen 19 Punkte an ihr vorbeizog. Astrid Øyre Slind und Teresa Stadlober konnten am Schluss nicht mehr ganz mithalten und belegten die Plätze 15 und 16 vor Dariya Nepryaeva. Die anderen deutschsprachigen Athletinnen verloren mehr als sieben Minuten. Die Bündnerin Giuliana Werro lief eine Woche nach ihrem Sieg beim Engadiner Frauenlauf und Platz zwei beim 56. Engadiner Skimarathon als 30. ins Ziel ein. Eine halbe Minute später kam die Allgäuerin Sofie Krehl als 33. über die Linie. Marina Kälin belegte Rang 36. und Helen Hoffmann kam als 38. ins Ziel. Anna-Maria Dietze, die in diesem Winter in mehreren Volksläufen erfolgreich war, wurde 43., Kim Hager 45. und Saskia Nürnberger 47. von 50 Athletinnen. 

Andersson wieder gestürzt – Saisonende?

Ebba Andersson (SWE) © Authamayou/NordicFocus

Ebba Andersson wurde in Runde fünf rasend schnell von ihren Teamkolleginnen Maja Dahlqvist und Moa Ilar aufgelaufen, mit denen sie nicht mitgehen konnte. Mit fast sieben Minuten Rückstand lag sie schließlich völlig erschöpft und enttäuscht als 27. im Ziel. Wie man später erfuhr, hatte sie auch Schmerzen. Nach seinem Rennen sagte schon ihr Lebensgefährte Gustaf Berglund, dass Ebba gestürzt sei. Sie bestätigte das später gegenüber den schwedischen Medien: „Ich bin in der dritten Runde blöd von der Strecke abgekommen. Ich habe überlegt, ob ich überhaupt weitermachen soll. Ich glaube, ich bin auf den Kopf gefallen. Aber als ich dann aufstand, fühlte ich mich gar nicht so schlecht. Dann dachte ich mir, dass ich es einfach irgendwie ins Ziel schaffen werde. Aber der Rest des Rennens war ein Kampf. Als ich dann im Ziel war, kamen die Schmerzen zurück. Ich werde nun untersucht, dann wird man weitersehen. Aktuell habe ich überhaupt keine Lust, in die USA zu fliegen.“

Fink mehr als zufrieden

Katerina Janatova (CZE), Linn Svahn (SWE), Pia Fink (GER), (l-r) © Authamayou/NordicFocus

Pia Fink zeigte sich nach dem neunten Platz überglücklich mit dem Ergebnis und sagte: „Ich bin wirklich voll zufrieden und stolz, dass ich das so gut durchgehalten habe. Das ist schon ein knallhartes Rennen für uns Mädels und allen Respekt an alle, die das hier durchstehen. Gerade am Anfang war ich überrascht, dass das Tempo okay war und ich da einigermaßen gut mitgekommen bin und dann habe ich irgendwann eine gute Gruppe gefunden und bin froh, dass ich es so gut ins Ziel gebracht habe. Irgendwann kommen dann doch die Krämpfe und es ist dann immer ein Auf und Ab, manchmal geht es besser und mal schlechter. Es ist wirklich verrückt in diesem Nebel, man sieht gar niemanden vor sich. Man sieht seine Gruppe, aber weiter vor nicht. Auch bei der Verpflegung muss man sich gut merken, wo die Betreuer stehen. Aber es war trotzdem cool, weil es ja immer viele Zuschauer hier sind und es macht Spaß, ist was Besonderes. Seit Olympia waren die Rennen bei mir eher ein bisschen zäh, darum stimmt mich das hier froh und ich freue mich auf Amerika und einen guten Abschluss.“

Friedrich Moch bester Deutscher

Beda Klee (SUI), Friedrich Moch (GER), Antonin Savary (SUI), (l-r) © Authamayou/NordicFocus

Auch bei den Herren hatten Deutsche und Schweizer ein gutes Rennen gemacht. Mit Beda Klee und Friedrich Moch kam jeweils einer unter die besten 20 als 17. und 20. Für Moch war das ein Lichtblick in einer verkorksten Saison, auch wenn er sich dennoch ein wenig ärgerte: „Es war mal wieder ein langes Rennen. Gerade mit dem Nebel war es nicht ganz so leicht und gerade die ersten zwei, drei Runden war es sehr hektisch, wo das Feld noch so dicht zusammen geblieben ist. Es war schwer, seine Position verteidigen und mein Plan war, mich möglichst weit vorne aufzuhalten. Aber das ist nicht immer ganz gelungen und gerade als vorne die Post abging, war ich einen Tick zu weit hinten. Das hat mich ein bisschen geärgert, weil ich mich heute gut gefühlt habe. Ich habe dann versucht, einfach mein Rennen weiter zu laufen. Mein Ziel war in die Top 20 und das habe ich gerade so geschafft. Ich bin jetzt erstmal zufrieden“, so der Allgäuer, der zu der Atmosphäre sagte: „Es war laut, ich dachte, wegen dem Nebel kommen nicht so viele hoch. Aber die Stimmung war schon ganz gut.“ Direkt hinter Moch reihte sich Cyril Fähndrich mit seiner besten Saisonleistung ein. Florian Notz lief als 23. ins Ziel ein. Antonin Savary und Jason Rüesch belegten die Plätze 29 und 30. Der Landwassertaler wird seine Karriere erst in Lake Placid beenden im Gegensatz zu Candide Pralong, der als 44. ins Ziel einlief und von den Teamkollegen gefeiert wurde. Der einzige Österreicher Tobias Ganner wurde 37. und die übrigen Deutschen Jakob Walther, Jan Stölben und Lucas Bögl belegten die Plätze 49, 52 und 56. Der Liechtensteiner Micha Büchel lief als 69. und Letzter ins Ziel ein.

Florian Notz nicht ganz zufrieden

Clement Parisse (FRA), Florian Notz (GER), (l-r) © Authamayou/NordicFocus

Bergab hat man im Nebel kaum etwas gesehen.

Florian kam als 23. ins Ziel und hatte sich etwas mehr vorgenommen, nachdem er lange um Platz 15 platziert war. Nach Problemen in der zweiten Rennhälfte ist er aber doch relativ zufrieden und sagte: „Die erste Hälfte ging es mir eigentlich sehr sehr gut. Es war verrückt in dem Nebel, weil man bergab in dem Nebel kaum etwas gesehen hat. Man ist dann auf gut Glück die Kurven gefahren. Nach dem Skiwechsel hatte ich mal kurz ein kleines Loch und habe da leider die Gruppe verloren, aber in der letzten Runde habe ich wieder zu mir zurück gefunden und konnte nochmal zwei, drei Leute überholen. Natürlich hatte ich mir ein Top20 Ergebnis erhofft, aber ich denke, es war trotzdem ein ganz okayes Rennen. Bei 50 Kilometern muss man immer zufrieden sein, wenn man einigermaßen gut durchkommt.“

Lucas Bögl verabschiedet sich

Lucas Boegl (GER) © Authamayou/NordicFocus

Es ist eine Leidenschaft, die Leiden schafft und das habe ich dann mitgenommen.

In seinem letzten TV-Interview erklärte Lucas Bögl zu seinem Rennen und dem Empfang der Teamkollegen: „Man wird schon emotional. Das ist wahnsinnig schön. Drei Runden konnte ich mit der Weltspitze mithalten, dann kam der Mann mit dem Hammer. Dann habe ich nochmal drei Runden für mich allein gekämpft und es auch irgendwie genossen. Das ist ja das komische in der Sportart, man leidet brutal und trotzdem genießt man. Ich habe schon gesagt, es ist eine Leidenschaft, die Leiden schafft und das habe ich dann mitgenommen. Von den Teamkollegen empfangen zu werden ist toll, das ist einfach schön. Auch hier die Fans… wenn man alleine läuft, hat man die volle Aufmerksamkeit der Fans. Das ist natürlich auch immer ein Vorteil und das konnte ich heute gut aufsaugen.“ Später ergänzte der 35-Jährige noch im Gespräch seine Karrierefazit und seine Pläne für die Zukunft: „Als Junger kommt man immer hin und will Weltcups gewinnen und Gesamtsieger werden. Aber das ist nicht so leicht, das will jeder. Ich denke, dass ich so lange dabei war, ist schon ein Riesen-Statement. Ich konnte zu Olympischen Spielen fahren und mir diesen Traum erfüllen und da bin ich absolut zufrieden mit mir und im Reinen. Ich habe alles gegeben, ich habe alles versucht und immer viel trainiert. Mehr war mit meinem Talent nicht drin und da bin ich sehr zufrieden. Jetzt ist noch Deutsche Meisterschaft, ich werde nie aufhören, Langlaufrennen zu laufen und dann mache ich noch ein Skitourenrennen mit meinem Arbeitgeber, der Bundeswehr, mit. Dann mache ich endlich mal einen langen Urlaub ohne im Hinterkopf zu haben, wieder trainieren zu müssen und dann versuche ich, meine Erfahrungen, die ich in den letzten 17 Jahren als Vollprofi und 20 Jahre im Leistungssport sammeln konnte, an die Jugend weiterzugeben. Ich werden mir den Trainerjob zu gute führen und bleibe der ganzen Sache treu.“ Neben ihm beendeten auch Krista Pärmäkoski, Candide Pralong, Adam Fellner und Clement Parisse heute ihre Karriere. Aber auch ohne Karriereende kamen einige ordentlich alkoholisiert ins Ziel. „Ich habe bestimmt zehn oder zwölf Bier getrunken und fünf oder sechs Shots. Man muss jede Chance nutzen. Wenn sie einem Bier anbieten, muss man es nehmen“, sagte Gabe Gledhill lallend, der mit 20 Minuten Rückstand als 67. ins Ziel kam und auf den letzten beiden Runden je sechs Minuten verlor. Falls er nun zum Dopingtest müsse, sei der Blutalkohol vermutlich auf Level 10 oder 11, meinte er, was 1,0 oder 1,1 Promille entspricht. „Am Ende konnte ich kaum noch auf meinen Füßen stehen, aber ich habe es geschafft“, meinte er im Interview mit dem Expressen. 

=> Ergebnis 50 Kilometer Freistil Herren
=> Ergebnis 50 Kilometer Freistil Damen

Oslo zum Nachlesen

=> Langlauf Weltcup: Holmenkollen ohne Hennig und Abschied im DSV-Team
=> Weltcupfinale in Nordischer Kombination und 50 Kilometer Langlauf stehen am Holmenkollen bevor

Bildergalerie