Ema Volavsek (SLO), Tara Geraghty-Moats (USA), (l-r)
Nordische Kombination Weltcup News

Nordische Kombination: Aufgebote zum Sommer Grand Prix

Mit zwei Stationen in Österreich und Deutschland gehen die Nordischen Kombinierer von DSV und ÖSV mit großen Teams an den Start. Es gibt allerdings auch gesundheitliche Probleme.

Nationale Gruppe der Österreicher in Bischofshofen

Martin Fritz (AUT)
Martin Fritz (AUT) © Sandra Volk

Bei den jeweiligen Heimveranstaltung hat das gastgebende Team das Recht, eine nationale Gruppe zusätzlich zu den etablierten Athleten an den Start zu schicken. Demnach startet Österreich in Bischofshofen mit einer großen Gruppe von zehn Herren und vier Damen. Die besten acht Herren fahren dann gemeinsam mit den vier Damen am Sonntag weiter zur nächsten Station. Im Herren Aufgebot fehlt neben Johannes Lamparter auch Martin Fritz. Der Steirer kippte mit dem Sprunggelenk um und zog sich eine Bänderüberdehnung sowie einen Bändereinriss zu.

Herren Aufgebot: Stefan Rettenegger, Thomas Rettenegger, Andreas Gfrerer, David Liegl, Florian Kolb, Maximilian Slamik, Fabio Obermeyr, Franz-Josef Rehrl, Paul Walcher, Jonas Fischbacher

Damen Aufgebot: Lisa Hirner, Annalena Slamik, Claudia Purker, Katharina Gruber

Team D mit nationaler Gruppe in Oberstdorf

Manuel Faisst (GER)
Manuel Faisst (GER) © Sandra Volk

Was Bischofshofen für die Österreicher ist, ist Oberstdorf zur Wochenmitte für das deutsche Team. Dementsprechend werden dort mehr deutsche Athleten an den Start gehen als noch in Bischofshofen. Mit dabei sind neben Rückkehrer Manuel Faißt, der seine Achillessehnenverletzung überstanden hat, auch einige junge Nachwuchsathleten.

Frauen Aufgebot:beide Stationen: Nathalie Armbruster, Sofia Eggensberger, Trine Göpfert, Jenny Nowak;nur Oberstdorf: Amelie Steiner

Männer Aufgebot:beide Stationen: Manuel Faißt, Vinzenz Geiger, Benedikt Gräbert, David Mach, Simon Mach, Julian Schmid, Tristan Sommerfeldt, Richard Stenzel;nur Oberstdorf: Jan Andersen, Felix Brieden, Jonathan Gräbert, Maximilian Uhr

Nowak wird wohl nur springen

Jenny Nowak (GER)
Jenny Nowak (GER) © Sandra Volk

Dass vergleichsweise wenige Damen dabei sind, hat seine Gründe, denn das Team musste in letzter Zeit einige gesundheitliche Rückschläge wegstecken. So wird beispielsweise Jenny Nowak voraussichtlich nur am Springteil teilnehmen, den Lauf aber auslassen: „Für mich ist der Sommer-Grand-Prix als Zwischenstation nur für das Springen vorgesehen. Ich hatte in den letzten Monaten sehr viel Trainingsausfall und konnte fast keine Ausdauer trainieren. Dementsprechend ist der Fokus auf das Springen gelegt, dass ich dort wieder in die Wettkampfpraxis komme. Mal schauen, wo ich da leistungsmäßig stehe. Auch wenn ich schon wieder angefangen habe zu trainieren, werde ich jetzt erst einmal schauen, wie der Körper auf diese Belastungen reagiert. Trotzdem freue ich mich auf die Wettkämpfe und darauf, die anderen Aktiven wiederzusehen. Mal schauen, wie sich alles weiterentwickelt hat. Vor allem Oberstdorf daheim ist immer ein richtig cooles Erlebnis, mit dem Night Race.“

Team für Frankreich entscheidet sich später

Maria Gerboth (GER), Coach Florian Aichinger (GER), (l-r)
Maria Gerboth (GER), Coach Florian Aichinger (GER), (l-r) © Sandra Volk

Florian Aichinger, Bundestrainer Nordische Kombination Frauen: „Wir werden dieses Jahr mit einem kleineren Team zum Sommer-Grand-Prix anreisen, aus verschiedenen Gründen. Der Rest der Mannschaft bereitet sich weiter individuell vor, weil zuletzt doch ein paar kleinere Verletzungen und Krankheiten dazwischen gekommen sind. Diese Athletinnen brauchen die Zeit, um sich weiter gezielt auf den Winter vorzubereiten.“ Ebenso ist noch nicht sicher, wer am Ende die Reise nach Chaux-Neuve (FRA) antreten wird: „Der Abschluss in Chaux-Neuve ist doch ein sehr anstrengendes Programm, wir werden nach Oberstdorf entscheiden, wer beim Finale in Frankreich antritt. Wir werden dann zehn bis zwölf Tage am Stück unterwegs sein, mit einem kleinen Team auch beim Finale,“ so der Frauen-Bundestrainer.

Bischofshofen als Herausforderung

Lukas Klapfer (AUT) auf der Schanze von Bischofshofen (Archivbild)
Lukas Klapfer (AUT) auf der Schanze von Bischofshofen (Archivbild) © Sandra Volk

„Insgesamt sind wir recht gut vorbereitet“, glaubt der Bundestrainer. „Mit Bischofshofen steht natürlich gleich eine der größten Großschanzen der Welt auf dem Programm. Wir hoffen, dass der Wind mitspielt und uns gute Wettkämpfe machen lässt. So früh in der Saison ist das schon eine sehr große Herausforderung. Aber wir haben sehr gute Trainings gemacht, auch auf der Großschanze. Ich denke, dass dort einige tolle Sprünge zu sehen sein werden. Wir hoffen auf einen guten und verletzungsfreien Sommer-Grand-Prix.“

Gerboth und Haasch auf dem Weg der Besserung

Maria Gerboth (GER)
Maria Gerboth (GER) © Sandra Volk

Auch zu den Verletzten Maria Gerboth und Cindy Haasch gab der Bundestrainer ein Update: „Maria Gerboth ist nach ihrem Kreuzbandriss im letzten Jahr auf einem guten Weg zurück, sie wird bald in das Sprungtraining einsteigen. Ich hoffe, dass sie Mitte September ihre ersten Sprünge machen kann. Ähnlich ist die Situation bei Cindy Haasch, die nach dem doppelten Kreuzbandriss in den letzten zwei Jahren schon wieder im Sprungtraining ist. Cindy ist auf einem guten Weg, startet aber erst einmal im nationalen Wettkampfsystem, um dort wieder Sicherheit zu bekommen und die notwendige Wettkampfpraxis zu erlangen.“

Vorfreude auch bei den Herren

Bundestrainer Eric Frenzel (GER) (Archivbild)
Bundestrainer Eric Frenzel (GER) (Archivbild) © Volk/NordicFocus

Auch bei den Herren sollen die Sommerwettkämpfe in erster Linie als Test und Zwischenbilanz dienen, um sich mit den anderen Nationen zu vergleichen. Eric Frenzel, Bundestrainer Nordische Kombination Männer, schaut voraus: „Der Sommer-Grand-Prix steht an, das ist für uns doch immer ein kleines Highlight: Die ersten Aufeinandertreffen und ersten Leistungsvergleiche mit den anderen Nationen – wo steht man aktuell? Wir freuen uns auch auf einen neuen Austragungsort, Bischofshofen. Das ist für alle neu, mit einem Laufkurs in der Stadt. Das wird sicher sehr cool. Highlight ist für uns natürlich das Night Race zuhause in Oberstdorf am Mittwoch, wo bekanntlich immer sehr, sehr viele Zuschauer da sind, was die Stimmung doch ganz besonders macht. Großartig! Da freuen wir uns sehr drauf.“

Sommerwettkämpfe als Test

Matteo Baud (FRA)
Matteo Baud (FRA) © Volk/NordicFocus

„Aktuell sind unsere Athleten in einer sehr ordentlichen Verfassung,“ berichtet Frenzel. „Allerdings bestreiten wir den Grand Prix, wie in den letzten Jahren auch, wieder aus dem Training heraus. Entsprechend setzen wir eher einen Wettkampfreiz, als dass wir die Wettkämpfe leistungsorientiert angehen. Wie sind wir drauf? Wie steht die Konkurrenz da? Speziell auf der Schanze. Wir werden Vergleiche ziehen, ohne ihnen einen besonders hohen Wert beizumessen. Denn bis zum Winter ist noch ein gutes Stück zu arbeiten. Der Abschluss der Sommerserie wird in Frankreich sein, dann auch mit einem Mixed-Wettkampf zusammen mit den Damen. Dieses Wettkampfformat war schon im letzten Jahr ein sehr cooles Erlebnis. Es stehen zwei coole Wettkampfwochenenden – mit Oberstdorf dazwischen – an. Bischofshofen und Oberstdorf werden wir mit der kompletten A-Mannschaft bestreiten. Wie wir dann weiter in Richtung Grand-Prix-Finale fahren, werden wir erst nach Oberstdorf entscheiden.“

Stimmungsvolle Wettkämpfe erwartet

Julian Schmid (GER)
Julian Schmid (GER) © Sandra Volk

Der Oberstdorfer Julian Schmid freut sich naturgemäß aufs Heimspiel, hat jedoch auch gute Erinnerungen an die Stimmung in Frankreich: „Der Grand Prix steht vor der Tür, Bischofshofen macht den Anfang. Ich denke, es freuen sich alle Athleten drauf. Alle haben bis jetzt vier oder fünf Monate trainiert, da freut man sich, wenn die Wettkämpfe wieder losgehen. Auch wenn jeder in irgendeiner Trainingsphase und man deswegen nicht topfit ist. Highlight ist sicher das Night Race in Oberstdorf – über die komplette Saison gesehen, ist das von den Zuschauern und der Stimmung her sicher eine der besten Veranstaltungen. Auch in Chaux-Neuve waren in den letzten Jahren immer sehr viele Zuschauer. Die Franzosen wissen schon auch, wie man richtig Lärm macht! Wir freuen uns auch auf das Finale in Frankreich.“