Bei den deutschen Meisterschaften der Nordischen Kombination in Hinterzarten (GER) feierte Nathalie Armbruster bereits ihren vierten deutschen Meistertitel. Vinzenz Geiger krönte sich dagegen erstmals zum deutschen Meister. Auch die Schweizer hielten ihre nationalen Meisterschaften ab. Es siegte Pascal Müller (SUI).
Maria Gerboth mit dem weitesten Sprung
Das Springen fand für alle Teilnehmer auf der großen Rothaus-Schanze (HS 99) im Adler-Skistadion statt. Bei den Frauen sicherte sich Maria Gerboth (WSV Schmiedefeld) mit 101 Metern und 117,3 Punkten die Führung nach dem Springen. Die Thüringerin, die erstmals seit ihrem Kreuzbandriss vor gut einem Jahr wieder einen Wettkampf bestritt, verwies Nathalie Armbruster (SV-SZ Kniebis), die mit 98 Metern und 115,5 Punkten lediglich sieben Sekunden Rückstand aufwies, knapp auf den zweiten Platz. Auch Jenny Nowak (SC Sohland) lag nach einem Sprung auf 97 Meter und 114,3 Punkten als Dritte mit zwölf Sekunden Rückstand noch in unmittelbarer Schlagdistanz. Dahinter klaffte bereits eine größere Lücke: Cindy Haasch (TSG Ruhla) belegte mit 90,5 Metern und 100,5 Punkten den vierten Platz und ging mit 1:07 Minuten Rückstand in den 5-Kilometer-Lauf. Auch sie kehrte erstmals seit ihrem zweiten Kreuzbandriss wieder in den Wettkampf zurück. Fünfte wurde Ronja Loh (VSC Klingenthal) mit 89,5 Metern und 97,9 Punkten, was einem Rückstand von 1:18 Minuten entsprach.
Armbruster verteidigt Titel – erfolgreiche Comebacks
Bei den Frauen ließ Nathalie Armbruster auch im Skiroller-Rennen nichts anbrennen und sicherte sich mit der schnellsten Laufzeit über fünf Kilometer souverän den deutschen Meistertitel. Die 20-Jährige setzte sich mit 1:01,3 Minuten Vorsprung vor Jenny Nowak durch; Maria Gerboth sicherte sich Bronze (+1:17,2 Minuten). Besonders erfreulich: Mit Gerboth und Cindy Haasch als Viertplatzierter meldeten sich die beiden Langzeitverletzten ebenso erfolgreich zurück wie Jenny Nowak, die aufgrund von gesundheitlichen Problemen seit dem vergangenen Winter ebenfalls noch keinen vollständigen Wettkampf hatte bestreiten können. Haasch präsentierte sich ebenfalls in guter Form. Mit der zweitschnellsten Laufzeit arbeitete sie sich auf den vierten Platz (+1:30,1 Minuten) vor.
David Mach nach Springen vorn
Bei den Männern setzte sich David Mach (TSV Buchenberg) mit der Tagesbestweite von 106,5 Metern und 123,8 Punkten an die Spitze. Auf Rang zwei folgte Manuel Faißt (SV Baiersbronn), der mit 103,5 Metern und 119,2 Punkten einen Rückstand von 18 Sekunden für den abschließenden 10-Kilometer-Lauf aufwies. Dritter wurde Vinzenz Geiger (SC Oberstdorf), der mit 101,5 Metern und 118,0 Punkten 23 Sekunden hinter Mach in die Loipe gehen sollte. Ebenfalls auf 101,5 Meter kam Julian Schmid (SC Oberstdorf), der sich mit 116,2 Punkten auf Rang vier einreihte und 30 Sekunden Rückstand mitnahm. Den fünften Platz belegte Richard Stenzel (SC Motor Zella-Mehlis) mit 100,5 Metern und 113,7 Punkten. Stenzel sprang dabei nach Antrag seines Trainers aus Luke 27, während die übrigen vier Athleten aus Luke 29 starteten. Allerdings reichte Stenzels Weite nicht aus, um die für die Anlaufverkürzung fälligen Bonuspunkte zu erhalten. Sein Rückstand auf Mach betrug daher 40 Sekunden. Als bester Junior belegte Jonathan Gräbert (WSV Oberaudorf) mit 100 Metern und 109,6 Punkten den sechsten Platz im Gesamtklassement. Sein Rückstand auf Mach betrug 57 Sekunden.
Geiger gewinnt dramatischen Dreikampf
Bei den Männern, wo der Führende David Mach gesundheitlich bedingt auf den Lauf verzichtete, entwickelte sich über zehn Kilometer ein spannender Dreikampf zwischen Vinzenz Geiger, Manuel Faißt und Julian Schmid. Zunächst gelang es Schmid, zu seinen beiden Teamkollegen aufzuschließen, ehe Geiger in der fünften Runde attackierte und sich um wenige Meter absetzen konnte. Faißt kämpfte sich jedoch noch einmal heran, sodass die Entscheidung erst im Zielsprint fiel. Dabei liefen die beiden Kontrahenten auf der Zielgeraden auf überrundete Athleten auf, wobei Geiger die günstigere Linie erwischte und seinen Sprint ungehinderter durchziehen konnte. Nach einem packenden Finale setzte sich der Oberstdorfer mit gerade einmal zwei Zehntelsekunden Vorsprung vor Faißt durch und feierte damit seinen ersten deutschen Meistertitel. Schmid komplettierte mit 30 Sekunden Rückstand das Podest. Auf den weiteren Plätzen folgten Felix Brieden (+40,4 Sekunden), Jonathan Gräbert (+1:02,5 Minuten) und Lokalmatador Marcel Dickhaut vom SC Hinterzarten (+1:17,5min).
Juniorentitel für Brieden und Maja Loh
Bei den Junioren sicherte sich Felix Brieden erneut den deutschen Meistertitel. Mit seinem vierten Platz im Männerklassement war er zugleich bester Nachwuchsathlet. Damit verteidigte er seinen Titel aus dem Vorjahr. Silber ging an Jonathan Gräbert, Bronze an Marcel Dickhaut. Auf den weiteren Plätzen folgten Hugo Ackermann, Sohn des ehemaligen Weltmeisters Ronny Ackermann, Nick Seidel und Richard Stenzel. Bei den Juniorinnen ging der Titel an Maja Loh, die im Frauenrennen den fünften Gesamtrang belegte. Dahinter sicherte sich ihre jüngere Schwester Pia Loh die Silbermedaille, während Fabienne Klumpp das Podest komplettierte. Platz vier ging an Finja Eichel.
Schweizer Meistertitel für Pascal Müller
Auch die Schweizer Nordischen Kombinierer trugen im Rahmen der Wettbewerbe in Hinterzarten ihre nationalen Meisterschaften aus. Dabei sicherte sich Pascal Müller den Schweizer Meistertitel vor Finn Kempf und Nico Zarucchi. Auf den weiteren Plätzen folgten Lars Lobsiger und Mael Niedhart. Mit Lukas Dolezal, Teresa Koldovska und Jolana Hradilova traten auch drei Tschechen in Hinterzarten an. Tschechien und die Schweiz haben seit einigen Jahren eine Trainingskooperation mit dem Deutschen Skiverband.
Stimmen zum Wettkampf
Nathalie Armbruster:
„Ich bin insgesamt sehr zufrieden. Im Springen konnte ich heute endlich wieder einen richtig guten Sprung zeigen, nachdem mir das gestern bei den Spezialspringerinnen und auch im Probedurchgang nicht ganz gelungen war. Damit hatte ich eine sehr gute Ausgangsposition für das Rennen. In der Loipe habe ich mich von Anfang an richtig stark gefühlt und konnte sofort Gas geben. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, gerade auch vor der tollen Kulisse mit so vielen Zuschauern, die uns angefeuert haben. Es war ein richtig cooler Wettkampf. Besonders schön ist es auch zu sehen, dass Jenny nach ihrer kleinen Schwächephase wieder so stark zurück ist und Maria ein tolles Comeback gefeiert hat. Das macht definitiv Lust auf den Winter. Bis dahin muss ich vor allem noch an meiner Konstanz im Springen arbeiten, damit ich meine guten Sprünge regelmäßig abrufen kann. Läuferisch bin ich auf einem guten Weg und möchte daran anknüpfen. Ich freue mich auf die kommende Saison.“
Jenny Nowak:
„Ich bin sehr zufrieden. Es war mein erster Wettkampf seit März, und ich habe gesundheitlich und mental einiges durchgemacht. Deshalb fühlt sich dieser zweite Platz für mich fast wie ein Sieg an. Ich konnte im Vorfeld noch nicht viel trainieren, vor allem keine intensiven Einheiten. Umso glücklicher bin ich, dass ich überhaupt wieder einen Wettkampf bestreiten konnte und direkt Zweite geworden bin. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, wieder dabei zu sein. Schon gestern beim Skispringen war ich überrascht, wie gut es lief. Heute war ich mit meinem Sprung zwar nicht ganz zufrieden, aber insgesamt ist meine Sprungform deutlich besser als in den vergangenen Jahren. Jetzt hoffe ich, auch läuferisch wieder aufbauen zu können. Ich bin wieder belastbar, kann trainieren und Wettkämpfe bestreiten – das ist zunächst das Wichtigste. Bis zum Winter bleibt noch etwas Zeit, und ich denke, dass ich auf einem guten Weg bin.“
Maria Gerboth:
„Ich bin sehr zufrieden, dass mir dieser Wiedereinstieg so gut gelungen ist. Ich wusste selbst nicht genau, wo ich stehe. Natürlich wusste ich, dass ich im vergangenen Jahr hart gearbeitet und alles dafür getan habe, um wieder dort anknüpfen zu können, wo ich aufgehört hatte. Umso glücklicher bin ich, dass es vor allem auf der Schanze so gut funktioniert hat. Auch mit meinem ersten Lauf unter richtigen Wettkampfbedingungen und in direkter Konkurrenz bin ich sehr zufrieden. Die heutige Platzierung bedeutet mir deshalb sehr viel. Dafür, dass ich erst seit vier bis sechs Wochen wieder springe, bin ich mit meiner Leistung wirklich zufrieden. Technisch gibt es noch einige Punkte, an denen ich bis zum Winter arbeiten muss. Aber nach so langer Zeit erstmals wieder unter Wettkampfdruck Leistung bringen zu müssen, habe ich heute, glaube ich, ganz gut gemeistert.“
Vinzenz Geiger:
„Ja, es war ein cooler Tag. Mein erster deutscher Meistertitel – damit wäre das auch mal abgehakt. Ich bin bisher sehr zufrieden. Im Springen geht es jetzt an die Detailarbeit, da gibt es in den nächsten Wochen noch einiges zu tun. Beim Laufen genauso. Jetzt schauen wir erst einmal, dass wir auf Schnee kommen und uns gut auf die Saison vorbereiten. Es wird eine lange Saison.“
Manuel Faißt:
„Ich bin sehr zufrieden. Mein Sprung heute Morgen war richtig gut, und das war für mich das Wichtigste. Dass meine Laufform stimmt, wusste ich schon vorher, aber es tut gut, das im Wettkampf noch einmal bestätigt zu bekommen. Natürlich ist es schade, dass es am Ende nicht ganz gereicht hat, aber den guten zweiten Platz nehme ich gerne mit in Richtung Winter.“
Julian Schmid:
„Es war sicherlich nicht alles perfekt, weder auf der Schanze noch in der Loipe. Aber insgesamt bin ich mit dem heutigen Tag zufrieden. Ich konnte zu den beiden Führenden auflaufen, das war gut. Danach wurde es zwar etwas anstrengender, aber ich musste nicht so tief gehen, dass ich völlig eingebrochen wäre. Unser Hauptaugenmerk liegt jetzt natürlich auf dem Springen. In unserer Sportart ist es entscheidend, dort möglichst weit vorne zu sein, damit man sich im Rennen nicht ganz so quälen muss. Das wird unser Ziel für die kommenden Wochen sein: sowohl technisch als auch körperlich noch Fortschritte zu machen.“
Zwischenstand SprungEndergebnis
Bildergalerie





































