Erfolg auf der ganzen Linie für die deutschen Nordischen Kombinierer: Beim Sommer Grand Prix in Chaux-Neuve (FRA) gelang den deutschen Herren ein Dreifach-Podium – und auch die Gesamtwertung bei den Männern ging ans deutsche Team. Bei den Damen freute sich Nathalie Armbruster über Platz zwei.
Stenzel bester Springer des Sommers
Bereits das Springen der Männer war fest in deutscher Hand. Gleich die ersten vier Plätze gingen an die Athleten des DSV, insgesamt landeten alle unter den Top 20 auf der Schanze. Der Sprungsieg ging an Richard Stenzel, der sich damit auch das blaue Trikot des besten Springers des Sommers sicherte. Der 20-Jährige zeigte mit 111,5 Metern klar den weitesten Sprung des Wettbewerbs. Zweiter wurde Manuel Faißt vor den beiden Brüdern Simon und David Mach. Julian Schmid wurde hinter Florian Kolb (AUT) vorläufiger Sechster. Mit Marco Heinis auf Rang sieben kam immerhin einer der Franzosen unter die besten Zehn. Hinter Franz-Josef Rehrl (AUT) schafften mit Gasper Brecl und Vid Vrhovnik auch zwei Slowenen den Sprung in die Top Ten. Tristan Sommerfeldt und Jonathan Gräbert belegten die Plätze 15 und 16, Benedikt Gräbert kam auf Zwischenrang 20. Die Punkteabstände spielten dabei keine Rolle, da im Compact-Format lediglich die Reihenfolge des Springens benötigt wird, während die Abstände beim Start in den Lauf fix sind.
Faißt mit erstem Grand Prix-Sieg
Im Lauf war es dann möglicherweise die Routine des Seniors im deutschen Team, die Manuel Faißt in der letzten Sommersaison vor seinem angekündigten Karriereende dann doch noch den ersten Grand Prix-Sieg bescherte. Im Lauf setzte sich der Schwarzwälder fast vom Start weg an die Spitze und brachte die Führung bis ins Ziel. Während in der ersten Runde das deutsche Quartett noch gemeinsam unterwegs war, musste Simon Mach abreißen lassen. Er wurde am Ende Neunter. Richard Stenzel und David Mach hingehen blieben auf Faißts Fersen, und hier war es am Ende der Jüngere der beiden Verfolger, der Platz zwei ins Ziel brachte. David Mach hatte dagegen trotz des heraneilenden Fabio Obermeyr noch Zeit, ausgiebig seinen Sieg in der Gesamtwertung zu feiern. Obermeyr war mit der viertbesten Laufzeit – Schnellster war der Italiener Iacopo Bortolas, der Achter wurde – noch auf Rang vier vorgelaufen und entriss Faißt damit das rote Trikot des besten Läufers. Vid Vrhovnik wurde Fünfter vor Mael Tyrode (FRA), Julian Schmid, Bortolas, Simon Mach und Tristan Sommerfeldt, der fünf Plätze gutmachen konnte und die Top Ten komplettierte. Benedikt Gräbert wurde 18., Jonathan Gräbert 21.
David Mach erstmals Gesamtsieger
Dass der Sommer Grand Prix 2026 für das gesamte Team eine erfolgreiche Veranstaltung war, zeigt sich am Sieg in der Nationenwertung, wo es gelang, das österreichische Team noch abzufangen. Mit 1843 Punkten belegt das deutsche Team Platz eins, Österreich liegt 729 Punkte dahinter. Dritter ist Norwegen, welches in Chaux-Neuve allerdings nicht vertreten war. In der Einzelwertung setzte sich David Mach knapp gegen Manuel Faißt durch, der es mit seinem starken Wochenende in Chaux-Neuve noch einmal spannend machte. Nur 19 Punkte trennten die beiden am Ende. Dritter wurde Fabio Obermeyr, drei Punkte hinter Faißt, aber vier Punkte vor Richard Stenzel. Dieser wurde Gesamt-Vierter vor Julian Schmid und Simon Mach; Tristan Sommerfeldt beendet den Sommer als Zehnter. Vid Vrhovnik wurde Gesamt-Siebter vor Franz-Josef Rehrl und Domenico Mariotti (ITA).
Armbruster in Schlagdistanz nach Springen
Der Sprungsieg bei den Damen ging einmal mehr an Katharina Gruber. Die Österreicherin sprang mit 115 Metern sogar noch dreieinhalb Meter weiter als Stenzel bei den Herren. Auch Ema Volavsek zeigte mit 110 Metern einen weiten Sprung auf Platz zwei. Noch weiter, jeweils 112 Meter, sprangen die beiden anderen Österreicherinnen, Claudia Purker und Annalena Slamik. Beide starteten zu einem früheren Zeitpunkt im Wettbewerb allerdings noch mit etwas mehr Anlauf, weshalb sie sich auf den Plätzen drei (Purker) und fünf (Slamik) einreihten. Dazwischen sprang Nathalie Armbruster (GER) auf Rang vier. Sie kam bei gleicher Anlauflänge wie Gruber und Volavsek auf 105 Meter. Ihr Rückstand vom vierten Platz auf die Spitze betrug 17 Sekunden; für die laufstarke Schwarzwälderin war in Sachen Tagessieg also noch einiges möglich. Der Kampf um die Gesamtwertung des Sommer Grand Prix setzte sich jedoch bis zur Ziellinie fort, denn die beiden punktgleichen Führenden Gruber und Volavsek lagen beim Start nur sechs Sekunden auseinander.
Volavsek mit Tagessieg zum Gesamtsieg
Im Lauf ließ die Slowenin Volavsek keinen Zweifel daran aufkommen, dass ihr der dritte Grand Prix-Gesamtsieg gehörte. Bereits in der ersten von zwei Runden ging sie an Gruber vorbei und setzte sich an die Spitze. Mit der schnellsten Laufzeit ließ sie der Konkurrenz keine Chance und sicherte sich damit nebenbei auch den Sieg in der Wertung der besten Läuferin. Armbruster war ebenfalls schnell unterwegs, ließ Gruber hinter sich und lief auf Rang zwei nach vorne. Gruber wurde Dritte vor Daniela Dejori (ITA), die damit ihre Aufholjagd vom Vortag wiederholte und erneut ein starkes Ergebnis einfuhr. Auf Rang fünf kam mit der erst 17-jährigen Masa Likozar Brankovic eine weitere Slowenin vor Joanna Kil aus Polen. Claudia Purker wurde Siebte vor Greta Pinzani (ITA), Sofia Eggensberger (GER) und Giada Delugan (ITA). Die Schweizerin Giulia Belz wurde Elfte.
Slowenien überzeugt, Gruber beste Springerin
Mit ihrem zweiten Tagessieg sicherte sich Volavsek ihren insgesamt dritten Einzeltitel und verwies Katharina Gruber noch auf Rang zwei. Dritte wurde Nathalie Armbruster, 38 Punkte hinter Volavsek. Sofia Eggensberger kam als Achte ebenfalls in die Gesamtwertung. Die Sloweninnen konnten sich zudem die Mannschaftswertung sichern, indem sie Österreich um ganze sechs Punkte auf den zweiten Platz verwiesen. Deutschland belegte 283 Punkte hinter Slowenien Platz drei. Nachdem der Sieg in der Best Skier-Wertung an Volavsek ging, sicherte sich Katharina Gruber den Titel der besten Springerin es Sommers. Katharina Gruber: „Es war heute der mit Abstand beste Sprung in Chaux Neuve, ich bin sehr zufrieden. Mit dem Compact Rennen waren die Abstände nicht so groß und ich habe mir schon erwartet, dass das Rennen sehr hart wird. Ich habe versucht, bei den schnellen Läufern dranzubleiben. Ganz ist es mir nicht gelungen, aber trotzdem bin ich sehr zufrieden mit dem dritten Platz. Wenn mir davor jemand gesagt hätte, dass ich Zweite in der Gesamtwertung werde, dann hätte ich es nicht geglaubt. Ich bin wirklich sehr happy.“
Damen-Trainer Aichinger zufrieden
Nicht nur die deutschen Herren konnten sich freuen. Auch Florian Aichinger, Bundestrainer der Frauen, war zufrieden: „Ja, war wieder ein cooler Wettkampf mit super Bedingungen. Nathalie hatte heute leider nicht ganz den Sprung, den sie sich erhofft hatte, hat aber trotzdem noch sehr viel daraus gemacht. Dadurch hatte sie eine gute Ausgangsposition und wir wussten, dass wir heute eigentlich auf den Sieg gehen wollten. Aber Ema Volavsek ist dann wirklich losgesprintet, was möglich war, und am Ende hat es nicht mehr ganz nach vorne gereicht. Trotzdem ist der zweite Platz natürlich super. Heute noch einmal richtig gekämpft – es war ein richtig cooler Wettkampf.“ Neben Armbruster lobte der Bundestrainer auch die Jüngeren im Team: „Was heute auch noch einmal richtig schön war: Unsere Jüngeren, Amelie [Steiner] und Sophia [Eggensberger], haben im Wettkampf endlich einmal das gezeigt, was sie auch schon im Training gezeigt haben. Sie haben tolle Sprünge gemacht und anschließend auch einen beherzten Lauf hingelegt. Es war wirklich ein super Wettkampf von unseren Jüngeren. Von daher sind wir mit dem Wochenende sehr zufrieden: einmal der zweite Platz und auch in der Gesamtwertung den zweiten Platz abgesichert. Sophia Eggensberger hat zudem noch den achten Gesamtrang erreicht. Von daher können wir sehr zufrieden sein. Es war auf jeden Fall ein lehrreicher Sommer Grand Prix. Es gibt noch einiges zu tun, aber insgesamt war es eine super schöne Veranstaltung hier in Chaux-Neuve.“
Sechs Schweizer mit von der Partei
Erfreuliches auch von den kleineren Nationen der Nordischen Kombination: Neben Pascal Müller kamen mit Nico Zarucchi, Finn und Noe Kempf sowie Lars Lobsiger gleich fünf Schweizer Herren während des Sommer Grand Prix zum Einsatz. Bei den Damen war Giulia Belz in Chaux-Neuve vertreten, nachdem sie in Oberstdorf noch im Youth Cup gestartet war. Neben den slowenischen Damen, die die Mannschaftswertung gewinnen konnten, zeigten sich auch die slowenischen Herren mit Vrhovnik und Brecl insgesamt stark. Italien war bei den Herren ebenfalls mannschafts- und leistungsstark vertreten, während die Damen zwar nur in Chaux-Neuve antraten, dort aber insbesondere durch starke Laufleistungen auffielen.
Stimmen zum Tag
Fabio Obermeyr (AUT):„Der dritte Platz in der Gesamtwertung ist voll cool und sicherlich meine bisherige beste Karriereleistung. Heute war leider nicht mehr drin, springerisch ist es mir nicht mehr so gut gegangen, da waren die anderen Tage einfach noch besser. Das Rennen war richtig cool, zum Schluss habe ich mich nochmal durchgesetzt in der Gruppe und den vierten Platz fixiert. Ich bin sehr zufrieden, der Winter kann schon langsam kommen.“
Manuel Faisst (GER):„Es ist mein erster Sieg im Summer Grand Prix. Ich hatte einen ziemlich guten Sprung, mit etwas besseren Bedingungen als gestern. Nach dem Springen waren wir als deutsches Team in einer richtig guten Position, und wir wollten 1-2-3 belegen. Das haben wir geschafft, also können wir wirklich glücklich über den Tag sein.“
Richard Stenzel (GER):„Es war unglaublich und ein wirklich schöner Abschluss des Sommer Grand Prix. Es gibt mir ein gutes Gefühl für den Winter. Heute war auch ein tolles Ergebnis für das deutsche Team, also bin ich wirklich stolz auf uns.“
David Mach (GER):„Ich bin wirklich happy. Es war wieder ein hartes Rennen, und ich musste auf der ersten Runde richtig pushen, um die Führungsgruppe zu erreichen. Danach wusste ich, dass ich eine große Chance habe, die Gesamtwertung zu gewinnen. Ich bin wirklich stolz auf diesen Sieg. Vor zehn Tagen hätte ich nie gedacht, dass das möglich ist, und jetzt trage ich das Gelbe Trikot. Ich bin wirklich stolz.“
Ema Volavsek (SLO):„Ich bin so glücklich über das heutige Rennen. Ich habe die Schanze endlich mit meinem letzten Sprung gemeistert, und ich habe mich auch im Skilanglaufteil stark gefühlt. Ich bin sehr zufrieden damit, wie die Sommerwettkämpfe gelaufen sind, und ich hoffe, dass ich das so weit wie möglich in den Winter mitnehmen kann.“
Nathalie Armbruster (GER):„Wenn man allein auf der Strecke ist, ist es wirklich hart, weil heute so viel Wind war. Zusammen mit der Hitze war das viel schwieriger als gestern. Trotzdem hatte ich ein ziemlich starkes Rennen und bin am Ende sehr froh über den zweiten Platz. Wieder einmal war die Stimmung hier in Frankreich einfach fantastisch. Ich hoffe wirklich, dass sie den Sommer-Grand-Prix weiterhin ausrichten, auch wenn dieses Jahr nicht so viele Nationen teilgenommen haben.“
Katharina Gruber (AUT):„Natürlich bin ich mit meinem Sprung wirklich zufrieden. Er war unglaublich und definitiv mein bester Sprung des Wochenendes. Ich wusste vorher, dass es ein hartes Rennen wird, weil es so viele starke Skifahrerinnen gibt, aber ich habe versucht, so lange wie möglich bei ihnen zu bleiben. Insgesamt war es ein toller Tag.“
Kai Bracht, Trainer Herren:„Es war ein erfolgreicher Wettkampf. Auch das Springen hat sehr gut funktioniert, sogar noch besser als gestern. Natürlich war nicht die gesamte Konkurrenz am Start, aber diese Leistung muss man erst einmal so abrufen. Dadurch hatten wir eine sehr gute Ausgangsposition, die wir dann auch nutzen konnten. Manuel hat seinen ersten Sommer-Grand-Prix-Sieg gefeiert – und das im „hohen Alter“. David konnte mit seinem dritten Platz die Führung in der Gesamtwertung behaupten und damit den Sommer-Grand-Prix auch in der Gesamtwertung gewinnen. Sehr schön war außerdem der zweite Platz von Richard. Insgesamt hatten wir sechs Athleten unter den Top 10 – ein tolles mannschaftliches Ergebnis. Der Sommer-Grand-Prix war für uns eine gute Standortbestimmung. Er hat uns einige Dinge aufgezeigt, an denen wir jetzt noch arbeiten müssen. Wir haben daraus unsere Schlüsse gezogen und gehen nun in die letzte Vorbereitungsphase im Herbst. Jetzt gilt es, die Erkenntnisse umzusetzen und uns optimal für den Winter zu rüsten.“
Zwischenstand Sprung Damen
Endergebnis Damen
Endstand Damen
Best Jumper Damen
Best Skier Damen
Nationenwertung Damen
Zwischenstand Sprung Herren
Endergebnis Herren
Endstand Herren
Best Jumper Herren
Best Skier Herren
Nationenwertung Herren
