Die ersten Medaillen in der Nordischen Kombination bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Lillehammer (NOR) sind vergeben. Die österreichischen Herren sicherten sich Gold im Team Sprint, Silber ging an das deutsche Team. Bei den Damen siegte Slowenien.
Slowenien bei den Damen nicht zu stoppen
Nur wenige Tage nach ihrem Gesamtsieg im Continental Cup der Damen konnte Tia Malovrh den nächsten Erfolg für sich verbuchen. Gemeinsam mit ihrer Partnerin Teja Pavec belegte sie bereits nach dem Springen den ersten Platz, und das mit 44 Sekunden Vorsprung auf die ersten Verfolger. Pavec gelang in Startgruppe eins klar der beste Sprung auf 96,5 Meter. Der Sprungsieg in Gruppe zwei ging an Katharina Gruber (AUT), nach deren 103 Metern die Jury den Anlauf verkürzte. Trotz weniger Anlauf sprang Malovrh starke 97 Meter und blieb damit nur 2,1 Punkte hinter Gruber. Allerdings kam Clara Mentil (AUT) nur auf 78,5 Meter. In der Addition der Ergebnisse rangierte Österreich damit auf Platz drei (+ 6 sec) hinter Japan. Das deutsche Team mit Fabienne Klumpp und Sofia Eggensberger sprang auf den sechsten Zwischenrang hinter Frankreich und Italien. Norwegen landete aufgrund eines Sturzes von Ingrid Graesli nur auf Rang sieben, vor Finnland, der Schweiz mit Giulia Belz und Svea Lobsiger, sowie den USA.
Österreich kämpft vergeblich um Bronze
Zwar waren mit Ausnahme der Ersten und der Letzten alle Teams bei den Startzeiten relativ nah beieinander (zwischen Platz zwei und Platz neun lag nur rund eine Minute), doch im Rennen zog sich das Feld schnell weiter auseinander. Slowenien konnte an der Spitze ungefährdet zu Gold laufen. Dahinter kamen die Teams in rund halbminütigen Abständen ins Ziel. Die einzige Ausnahme bildeten Frankreich und Finnland, die sich einen Zielsprint um Platz fünf lieferten, mit dem besseren Ende für Frankreich. Italien, mit Giada Delugan und Ludovica del Bianco, boten ebenfalls ein starkes Rennen. Bereits Startläuferin Delugan konnte auf der ersten Runde Clara Mentil und Marion Droz Vincent (FRA) überholen. Während Japan sich 32,5 Sekunden hinter Slowenien die Silbermedaille sicherte, behauptete Italien Platz drei mit 55,3 Sekunden Rückstand auf die Spitze, jedoch auch rund 23 Sekunden vor den viertplatzierten Österreicherinnen. Das deutsche Team, welches von Platz sechs ins Rennen gegangen war, verlor einen Platz an Finnland. Auch Norwegen verlor eine Position. Die Schweiz und die USA wurden Neunte und Zehnte.
Zwischenstand Sprung Damen Team SprintEndergebnis Damen Team Sprint
Deutsche Herren nach Springen in Führung
Das Springen der Herren war eine klare Angelegenheit, zumindest auf den vorderen Plätzen. Sowohl Jonathan Gräbert (100 m) als auch Felix Brieden (98 m) konnten ihre jeweilige Gruppe gewinnen. Auch die direkten Verfolger aus Norwegen lieferten eine geschlossene Teamleistung. Alvin Le (96 m) und Henrik Elias Wikstroem Hilmarsen (94,5 m) wurden jeweils Zweite. Ihr Rückstand auf die Deutschen betrug 19 Sekunden. Auf Platz drei sprang Slowenien mit Aljaz Janhar und Lovro Percl Serucnik. Die beiden Österreicher David Thür (93 m) und Andreas Gfrerer (92) lagen 33 Sekunden hinter den Führenden. Die beiden Brüder aus der Schweiz, Noe und Finn Kempf, belegten Zwischenrang sieben (+ 1:11 min).
Österreich ringt Deutschland nieder
Der Lauf der Männer gestaltete sich deutlich spannender als der der Frauen. Während die vorderen Plätze beim ersten Wechsel noch unverändert blieben, fiel Slowenien im zweiten Leg hinter Österreich zurück, die damit Dritte waren. Im dritten Leg erhöhte Österreich das Tempo und eröffnete die Jagd auf Norwegen und Deutschland. „Unsere Taktik war es, am Anfang ruhig anzugehen und danach Vollgas zu geben,“ gaben Gfrerer und Thür anschließend zu Protokoll. Dies gelang. Von den anfänglichen 33 Sekunden Rückstand waren bei Halbzeit des Rennens nur noch 10,5 übrig. Bei 8,4 Kilometer war Österreich bis auf 1,7 Sekunden herangekommen und übernahm in der nächsten Runde die Führung. Diese gaben Thür und Gfrerer auch nicht mehr ab, sondern bauten ihren Vorsprung bis ins Ziel auf 22,9 Sekunden aus. Somit blieb Deutschland nur Silber. „Wir sind traurig und glücklich gleichzeitig“, beschrieb Jonathan Gräbert die gemischten Gefühle des deutschen Duos. „Glücklich über die guten Sprünge, aber enttäuscht über den Lauf.“ „Es war wärmer und klebriger als erwartet,“ ergänzte Felix Brieden. Platz drei ging an Norwegen, nachdem Tschechiens Lukas Dolezal, der am Norweger Alvin Le dran war und um Bronze gekämpft hätte, in der letzten Kurve zu Fall kam und als Vierter ins Ziel kam. Einen schönen Achtungserfolg verbuchten Rostyslav Kirashchuk und Oleksandr Shovkoplias aus der Ukraine, die von Platz zwölf nach dem Springen noch auf Rang sechs hinter Frankreich liefen.
Zwischenstand Sprung Herren Team SprintEndergebnis Herren Team Sprint